Kindverlustgeschichte

1

gesetzt, ich würde
gesetzt, ich hätte
also: ich hatte
meine Tochter, mein Ein und Alles und mich
meinen einzigen Schatz, der ich sonst nichts besitze
                                                                                     besitzen will
mein Talent ver
                              gessen
                        ver
                              schleudert
                        ver
                              dörren lassen

also ich, hilfsbedürftig und verschwiegen, hatte sie, da sie noch klein war, bei Verwandten gelassen, wußte aber leider nicht mehr, bei welchen, so daß ich nun meine eigene Familiengeschichte abgrasen müßte, um zu meinem Ein und Alles zurückzufinden. Das will ich jetzt versuchen, was bleibt mir übrig (nichts!), denn ich hatte doch – meine Rechtfertigung! – einen Auftrag zu erfüllen (gehabt) im Namen meiner Schwester Maria oder meiner Freundin Adelheid, die ihn selbst nicht erledigen konnte. Ich hatte mich mit ihrem Hündchen in der Einkaufstasche, einem winzigen wuseligen grauen Hündchen, das erkrankt war und fast erschlafft jetzt, auf den Weg zum Kleintierarzt gemacht, wie hätte ich meiner Freundin oder Schwester die Bitte abschlagen sollen unter solchen Umständen, da sie verhindert war. Und wo anders hätte ich mich hinbegeben sollen als in die Klein­tierarztpraxis unserer gemeinsamen Freundin Brigitte. Als ich dort ankam, war das Wartezimmer menschenleer und übersät von mehr oder weniger kaputtem Kinderspiel­zeug und Papierschnipseln und bedruckten, aus Kinderbüchern gerissenen Seiten: eine gestrandete und verlassene Arche Noah, alle Tiere und Kinder längst ausgeschifft. Die Guten hatten sich mit ein wenig Glück eine neue Welt zurechtgemacht, aber ohne sie, ohne meine Tochter, mein Ein und Alles, mein Talent: traurige Welt! Nein, hier konnte ich das Hündchen nicht heilen lassen, und in diesem Augenblick war meine Tochter vielleicht zum ersten Mal, ohne daß ich es merkte, verschwunden, dabei hatte ich nicht einmal meinen Auftrag erfüllen können Weiterlesen

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Düsseldorfer Verklärung

Nach dieser und jener hier gibt eine weitere »Düsseldorfer Erklärung«. Kleinverlage beklagen darin den Niedergang der Buch- bzw. Lesekultur. Der Feind ist natürlich ausgemacht: Die Digitalisierung. Und die Monopolisierung, d. h. die bösen Großverlage, die Konzerne geworden sind. Die Abhilfe des drohenden literarischen Super-GAUs, der Verdummung der »jungen Generation«, ist die Implementierung eines Preises für die kleinen Verlage.

So genau definiert man zwar nicht, was ein »Kleinverlag« ist. Daher machen auch viele dabei mit, die eigentlich ganz gut in den Sortimenten und im Feuilleton vertreten sind. Die Preise eingeheimst haben mit ihren Büchern (zu Recht). Und die bekannt sind.

Welche Verlage in Detail mitgemacht haben, konnte ich nicht finden. Es sollen 60 sein, aber nach einer Liste forschte ich vergebens. Dass jemand vom Mairisch-Verlag bei der »Sichtbarkeitskampagne« im März dabei ist, ist natürlich selbstverständlich. Dessen aktuellste Neuerscheinung bearbeitet die Philosophie des Kochens. Intellektuelle wie Eckart Witzigmann steuern lobende Worte bei. Und mit Michael Naumann konnte man einen Fürsprecher gewinnen, der sich zeit seines Lebens immer für kleine und kleinste Verlage (Rowohlt beispielsweise) eingesetzt hat. Der weiß genau, wo der Schuh drückt. Weiterlesen

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Passwort (3)

Teil 2 / Teil 1

3

Eine Woche später sagte sie mir, sie habe endlich eine Spur gefunden.

Eine Spur?

Ja, und sie habe diese Spur gleich verfolgt. Tagelang hatte sie vergeblich versucht, irgend­einen Anhaltspunkt zu finden, und jetzt, endlich. Ihr Sohn hatte fast nichts hinterlassen, nur die Bälle und Kegel, Quader und Tücher, ein paar Zauberutensilien. Und natürlich das Smartphone – ohne Kopfhörer, der war verschwunden – und den Computer. Diese beiden Geräte würden vermutlich alles enthalten (sie betonte das Wort ALLES), aber sie kenne das Passwort nicht, ihr Mann schon gar nicht, niemand kenne das Passwort außer ihrem Sohn, und ihn könne man nicht mehr fragen. Stundenlang habe sie alle möglichen Eingaben versucht, Geburtstage, Lieblingsmangafiguren, Namen von Familienange­hörigen, Popbands, Sekkai, Anfang, Ende, Sekkaiowari, Sekkaino, Owarisekkai, alles mögliche, Zufallskombinationen, Zahlen und Buchstaben, abwechselnd, die Zeichen auf der Tastatur in Verbindungen, die wieder andere Zeichen ergaben, Kreuze, Zacken, umsonst. Sesam öffnete sich nicht. Und die Wahrscheinlichkeit, daß er es noch tun würde, war gleich null.

Ein IT-Dienst? Wenn man den Schlüssel zu seiner Wohnung verliert, ruft man doch auch den Schlüsseldienst.

»Ich habe doch telephoniert«, sagte sie, fast schon ein wenig entrüstet. »Die machen das nur auf Anweisung der Polizei. Ich müsste die Polizei einschalten. Aber was soll ich denen sagen? Daß ich nach Adressen suche?«

»Und Hacker? Ich meine, es gibt Leute, die machen sich daraus ein Spiel, Computer knacken.«

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Passwort (2)

Teil 1

2

Vielleicht auch deshalb, weil sie Konflikte – echte Diskussionen – vermeiden wollte, oder weil sie niemanden hatte, um über persönliche Dinge zu sprechen, und ich ihr Jahrgangs­vertrauen nun einmal geweckt hatte, ging sie beim nächsten Besuch im Starbucks dazu über, mir dies und jenes aus ihrem Leben zu erzählen, wobei häufig ihr Sohn eine besondere Rolle spielte, der im Zentrum ihres derzeitigen Lebens zu stehen schien. Ihr Mann arbeitete in einer anderen Stadt und kam einmal pro Monat am Wochenende nach Hause. Der Sohn, vor kurzem dreißig geworden, war krank, aber sie nannte die Krankheit nicht beim Namen. Auch von einer medizinischen Behandlung, von Arzt- oder Krankenhausbesuchen war nicht die Rede.

Es dauerte eine geraume Weile, bis zur vierten oder fünften Starbucks-Sitzung (wie ich sie insgeheim nannte), bis mir klar wurde, daß der Sohn – sie nannte ihn nie beim Namen – nie oder fast nie das Haus verliess. War er bettlägerig? Oder gelähmt? Körperlich oder geistig behindert? Nein, in Frau S.‘ Erzählungen deutete nichts darauf hin. Der Sohn hatte studiert, sein Studium ordentlich abgeschlossen und danach einige Jahre in einer Firma gearbeitet. Er war Hobbys nachgegangen, hatte Freunde getroffen. Zaubern, Jonglieren, Dinge zum Verschwinden bringen, das erfreute sein Herz.

Genau so drückte sich seine Mutter aus: »Es erfreute sein Herz.« Und war tägliche Gewohnheit. Sein Zimmer war nahezu leer, die Mangas hatte er in Schachteln geräumt und zu einem Spottpreis einem Händler verkauft, weil sie ihn, wie er sagte, vom Training ablenkten. In letzter Zeit hatte er aber nachgelassen, ganze Tage vergingen, ohne daß Frau S. die Geräusche von zu Boden fallenden Kegeln oder Bällen hörte (die früher manchmal die Proteste einer Nachbarin hervorgerufen hatten). Die Tür zu seinem Zimmer verschloss er nicht, hatte sie nie verschlossen, es gab nicht einmal einen Schlüssel, aber der Junge zeigte sich nicht mehr, wenn sie vorsichtig das Zimmer betrat, sie sah ihn nicht, vermutete ihn zuerst unter der Bettdecke, hinter der Tür, unterm Bett – nichts. Ausgegangen? Möglich. Auf Zehenspitzen, Zehenballen an der Küche vorbeigeschlichen. »Wie eine Katze«, sagte Frau S. Sie zwang sich, sich keine Sorgen zu machen, schliesslich war er alt genug, kannte die Umgebung, die Stadt, zumindest den Hauptbahnhof, die Universität. Dann wieder fand sie ihn auf dem Bett liegend, kraftlos, mit weit geöffneten, starren Augen. Er aß wenig, immer weniger. Sie brachte ihm seine Lieblingsspeisen ins Zimmer. Er lächelte, aß fast nichts, setzte den Kopfhörer wieder auf. Hörte Musik, die er vor sieben, acht Jahren gehört hatte. Als er Student war. Sekkai no Owari. Weltende, eine fröhliche Musik. Schaute aufs Smartphone, wischte Mangas vorbei. »Man braucht keine Bücher mehr«, sagte er einmal. »Ist alles hier drin.« Weiterlesen

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Arno Dahmer: Manchmal eine Stunde, da bist Du.

Arno Dahmer: Manchmal eine Stunde, da bist Du.

Arno Dahmer:
Manchmal eine Stunde, da bist Du.

Wenn es tatsächlich eine Art ungeschriebenes Gesetz sein soll Bücher von Verlagen bei denen man selber publiziert nicht besprechen, rezensieren oder emp­fehlen zu dürfen, dann wären unzählige Texte nie geschrieben und viele Diskussionen nie geführt worden. So manche Runde im Literarischen Quartett oder Literaturclub wäre ausgefallen und viele Rezen­sionen hätten nur mit einer vorweggenommenen oder nachträglichen »Klarstellung« erscheinen können. Denn irgendwie ist irgendwann jeder Schreiber von Kritiken mit dem ein oder anderen Verlag ver- oder auch, seltener, entbunden. Dabei sind solche für jedermann sichtbaren Zeichen eigentlich harmlos; der obige Imperativ erscheint im Lichte all dessen, was man an Klüngeleien (der vergangenen Jahrzehnte) nachträglich erfahren hat, geradezu lächerlich. Der wirkliche Filz bleibt auch heute zuverlässig im Dunkeln, die wahren Seilschaften zeigen sich nicht auf Facebook.

Daher sehe ich es nicht als Problem mich über Arno Dahmers Erzählband »Manchmal eine Stunde, da bist Du«, der im Mirabilis Verlag erschienen ist, zu äußern. Wenn es mich dazu drängt so ist das (wie es eigentlich immer sein sollte) ein Bedürfnis. Und natürlich gibt es einiges Kritisches zu den Erzählungen zu sagen. Denn neben der ausführlich zu lobenden Kunst Dahmers gibt es durchaus Ärgerliches. Weiterlesen

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Passwort (1)

1

Schon öfters hatte ich festgestellt, daß Menschen desselben Jahrgangs etwas verbindet. Das betrifft nicht nur Angehörige einer bestimmten Gruppe, die gemeinsame Erfahrungen gemacht haben und sich später alle paar Jahre treffen, um Erinnerungen auszutauschen. Nein, ich habe diese Beobachtung an Menschen gemacht, die ich früher nicht gekannt hatte, die in anderen Städten, sogar Ländern aufgewachsen waren. Uns 1957 Geborene verbindet etwas. Ich könnte nicht sagen, was es ist. Vielleicht das besondere Staunen des Zwölfjährigen angesichts der Bilder vom Mondspaziergang der drei Astronauten, deren Namen wir nie vergessen haben. Oder die Trauer des sechsjährigen Kindes beim Tod John F. Kennedys, den es nicht verstehen, aber mitfühlen konnte. Unbekümmert um die Möglichkeit eines Kriegs in den Tag hinein zu leben, obwohl wir mit Barackenkindern zwischen Ruinen spielten und vor Blindgängern auf dem Niemandsgelände gewarnt wurden, die am Stadtrand auf unvorsichtige Kinder warteten. Oder die Musikboxen und Flipperautomaten, die Tanzkeller, die Sturheit der Erwachsenen, mit denen man nicht ernsthaft reden konnte, schon gar nicht über ihre Vergangenheit. Oder die Filme, zum Beispiel aus dem Jahr 1977, als wir schon zwanzig waren und gebildet genug, um den wirren Bildreflexionen eines Jean-Luc Godard zu folgen, und noch offen genug, um uns von einzelnen Szenen, Gesten, Gesichtern in Nahaufnahme tief und vielleicht für immer, bis ins Jahr 2017, beeindrucken und beeinflussen zu lassen.

Natürlich geht es dabei nicht um Jahreszahlen, schon gar nicht um Monate, Wochen, Tage. Mit den 1956 oder 58 Geborenen verbindet mich dasselbe: dieselbe undefinierbare, aber reale Atmosphäre, dasselbe Lebensgefühl. Weiter als ein Jahr nach vorne, eins nach hinten lässt sich das Zeitfeld aber nicht ausdehnen. 1955 oder 59, da beginnt eine andere Zone. Wer 1968 noch nicht zehn war, versteht nicht, wie ich die Welt sehen gelernt habe. Die Beatles, die Rolling Stones. Patti Smith und Sex Pistols. Ja, das auch, aber was ich meine, und was wir teilen, rührt viel tiefer, geht in die Details, die Poren der Jahre. Wie die – vergleichsweise wenigen – Autos ratterten, die Mopeds heulten. Die Versammlungen vor dem Fernseher beim Gastwirt, das Mitfiebern bei Sportereignissen. Die aufgeschüt­tete, grasüberwachsene Erde hinter dem Haus, zum Spielplatz gemacht. Die Farben und Formen und Stoffe, Orange, Rundungen, Knautschlack. Bestimmte Ausdrücke, egal in welcher Sprache (eine bestimmte Art von Ausdrücken). Blicke. Abprallende Blicke. Versinkende Blicke. Dinge, die man nicht benennen kann. Mit Menschen, die 1957 geboren sind, verstehe ich mich, auch wenn uns sonst alles trennt. Weiterlesen

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Nachruf für einen ehemaligen Abonnenten

Aus dem Journal vom 14. Juli 2017

Ich will auf die Bank gehen, endlich den Erlagschein für Lettre International einzahlen. Als ich aber noch einmal auf den Zettel blicke und extra ausgewiesen »Porto 5,80« sehe, ärgert mich das. Vielleicht auch habe ich auf so ein Ärgernis gewartet. Statt auf die Post zu gehen, greife ich zum Telefon, wähle Berlin und melde den Abonnenten als verstorben.

Seltsam, ein berührender Moment. Damit habe ich nicht gerechnet. Natürlich stimmt es, dass ich kaum noch dazukomme, die Zeitschrift – alle Artikel zusammen ergeben einen Text im Ausmaß mehrerer Bücher – zu lesen, aber sie verband mich mit dem Beginn meines Schriftstellerlebens, war eine Art Anker, der da im Sand der Vergangenheit verhakt war. Nun ist der Anker gehoben, oder die Kette einfach nachgeworfen, die Verbindung jedenfalls gelöst, und ich fühle mich nicht erleichtert. Ich denke an meinen ersten (und letzten) Besuch der Frankfurter Buchmesse, wo mir der damalige Chefredakteur der Zeitschrift begegnete, sich an Texten von mir interessiert zeigte. Ich sandte ihm etwas über Afrika – irgendetwas mit Rinderwahn im Titel, damals gerade ein Thema – und der Chefredakteur fand das spannend und druckte es. Das Beispiel fand keine Wiederholung, aber Lettre International kam weiter vier Mal im Jahr und stapelte sich in meinem Ferienhaus, wo ich es ablegte, in der Hoffnung, dort Zeit und Muße zu finden, um darin zu lesen. Gelegentlich mache ich es auch, aber wenn schon Zeit und Muße, dann verwende ich sie besser zum Schreiben, schließlich entstehen weiter Bücher. Und so ist heute, einen Tag nach Liu Xiaobo, der Abonnent 23055 gestorben. »Der Abonnent hieß?« – der junge Mann las aus seiner Liste meinen Namen – »Ja«, bestätigte ich. »Muß ich sonst noch etwas tun?« – »Nein, ist erledigt. Guten Tag.«

Den Weg zum Postamt eingespart, gehe ich in die nahen Weingärten zu den Brombeer­hecken. Ich pflücke zuerst im Weingarten über den letzten Haus, wo jemand alter, kranker, im Garten unter den Brombeeren sich in den Morgen hustet. Hat auch nicht mehr lange zu leben, denke ich, und pflücke weiter Beeren für die Ewigkeit. Mit einem und einem halben Kilo komme ich nachhause. Weiterlesen

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Kollektivgespenst gegen Individualgespenst

Wiederleseversuch über Nicolas Borns »Die erdabgewandte Seite der Geschichte«.

Nicolas Born: Die erdabgewandte Seite der Geschichte

Nicolas Born: Die erdabgewandte Seite der Geschichte

Nach der Beschäftigung mit Nicolas Borns letztem Roman »Die Fälschung« und der hierin deutlich geäußerten Journalismus- und Sprachkritik (die, wie ich analysiere, als ein Vorläufer der Kritik Peter Handkes an der Berichterstattung zu den Jugoslawien-Kriegen der 1990er Jahre gelten kann) besorgte ich mir antiquarisch den bekanntesten Roman Borns »Die erdabgewandte Seite der Geschichte«, der drei Jahre vor der »Fälschung« erschienen war und für den Lyriker Born so etwas wie den Durchbruch bedeutete.

Mein Exemplar war die 6.-8. Tausend-Auflage 1976. Die Klappentexte bestanden vor allem aus Ausschnitten aus Rezensionen, naturgemäß alle lobend. Wie nicht anders zu erwarten stand an erster Stelle ein Satz von Marcel Reich-Ranicki, dann etwas von Wolfram Schütte. Auf der hinteren Klappe ist dann noch eine Passage aus Peter Handkes Begleitschreiben zum Buch aus der »Zeit« abgedruckt.

Ich erinnere mich das Buch vor vielen Jahren aus der Bibliothek entliehen und nach wenigen Seiten weggelegt und schließlich vor der Abgabefrist zurückgegeben zu haben. Zu exzessiv schien mir die Klage des Ich-Erzählers über sich, seine Freundin Maria und überhaupt die Welt.

Nach der Lektüre des schönen Textes von Hilmar Klute zum 80. Geburtstag des 1979 gestorbenen Nicolas Born griff ich nun zum Buch. Es war eben auch das sanfte Plädoyer Klutes für die »neue Subjektivität«, die die deutschsprachige Literatur lange Zeit prägte und – wenn man genau hinschaut – längst wiedergekehrt ist, freilich anders als damals in den 1970er Jahren (hierauf wird noch einzugehen sein), die mich nun wieder neugierig machte. Weiterlesen

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