Ma­rit Heuß: Pe­ter Hand­kes Bild­poe­tik

Zu­nächst ein­mal über­rascht das Vo­lu­men der Ar­beit von Ma­rit Heuß’ Werk über die Bild­poe­tik Pe­ter Hand­kes. Es sind – ex­klu­si­ve Li­te­ra­tur- und Ab­bil­dungs­ver­zeich­nung 460 Sei­ten. Von den 61 durch­gän­gig schwarz-wei­­ßen Ab­bil­dun­gen sind 50 aus den No­tiz­bü­chern Hand­kes. Zehn zei­gen für Hand­ke es­sen­ti­el­le Kunst­wer­ke, un­ter an­de­rem von Paul Cé­zan­ne, Ni­co­las Pous­sin und Fran­cis­co de Zur­barán. Heuß ...

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An­dré Dhô­tel: Ber­nard der Faul­pelz

»Ber­nard ar­bei­te­te in ei­nem Bü­ro im er­sten Stock der Fir­ma Bar­rau­dat. Ber­nard Cas­min war der Sohn ei­nes Volks­schul­leh­rers, der im Dé­part­ment Som­me ge­ar­bei­tet hat­te und dort nun im Ru­he­stand leb­te. Er hat­te sie­ben Brü­der, die al­le­samt recht gut da­stan­den.« So be­ginnt An­dré Dhô­tels 1952 erst­ma­lig in Frank­reich er­schie­ne­ner Ro­man »Ber­nard der Faul­pelz«. Ber­nard galt als ...

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Hel­mut Böt­ti­ger: Die Jah­re der wah­ren Emp­fin­dung

Helmut Böttiger: Die Jahre der wahren Empfindung
Hel­mut Böt­ti­ger: Die Jah­re der wah­ren Emp­fin­dung

Es gibt in­zwi­schen un­zähl­ba­re ana­ly­tisch-hi­sto­ri­sche Be­trach­tun­gen zu der Epo­che, die all­ge­mein ver­kür­zend mit »1968« be­zeich­net wird (und die ei­gent­lich 1966 be­gann). In den letz­ten Jah­ren sind nun ver­mehrt Pu­bli­ka­tio­nen er­schie­nen, die ein­zel­ne Jah­re aus dem 1970er-Jahr­zehnt un­ter­su­chen und hi­sto­ri­sche Zä­su­ren ent­deck­ten, die maß­geb­lich den Vor­gang der Ge­schich­te be­stimm­ten. So ana­ly­sier­te Kar­sten Kram­pitz das Jahr 1976 als An­fang vom En­de der DDR (und so­mit in­di­rekt auch des »re­al exi­stie­ren­den So­zia­lis­mus«) . Der Hi­sto­ri­ker Frank Bösch li­ste­te in Zei­ten­wen­de 1979: Als die Welt von heu­te be­gann wich­ti­ge welt­po­li­ti­sche Er­eig­nis­se des Jah­res 1979 als rich­tungs­wei­send auf. Und der Kul­tur­wis­sen­schaft­ler Phil­ipp Sa­ras­sin un­ter­such­te un­längst mit 1977- Ei­ne kur­ze Ge­schich­te der Ge­gen­wart, die »tie­fen ge­sell­schaft­li­chen, po­li­ti­schen, kul­tu­rel­len, wis­sen­schaft­li­chen und tech­no­lo­gi­schen Ver­schie­bun­gen und Brü­che in West­eu­ro­pa und den USA«, die sich, so die The­se »im Jahr 1977 bün­deln las­sen« (das Er­geb­nis über­zeugt eher we­ni­ger).

Der Li­te­ra­tur­kri­ti­ker Hel­mut Böt­ti­ger nimmt sich nun auf fast 500 Sei­ten (mit 37 Ab­bil­dun­gen) des gan­zen Jahr­zehnts an. In Die Jah­re der wah­ren Emp­fin­dung (an­ge­lehnt an den Ti­tel ei­ner Er­zäh­lung von Pe­ter Hand­ke) re­sü­miert er die 1970er-Jah­re als ei­ne »wil­de Blü­te­zeit der deut­schen Li­te­ra­tur« (so der Un­ter­ti­tel). Im Un­ter­schied zu den oben ge­nann­ten Bü­chern sucht Böt­ti­ger nicht zwang­haft nach hi­sto­ri­schen Wen­de­punk­ten, son­dern ver­sucht zu be­schrei­ben, wie die 68er-»Revolution« und ih­re Aus­wir­kun­gen in die Li­te­ra­tur po­li­tisch und vor al­lem äs­the­tisch über­führt wur­de.

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Ar­beit am Le­bens­ro­man

Ei­ni­ge Be­mer­kun­gen über Paul Ni­zon

Nein, er sei kein Er­zäh­ler. So Paul Ni­zon, un­ter an­de­rem im Au­gust die­ses Jah­res, im Ge­spräch mit Pe­ter Ste­phan Jungk. Als Ver­fas­ser von »Ak­ti­ons­pro­sa« möch­te sich der mitt­ler­wei­le 92jährige Ni­zon se­hen. Man nennt ihn Sprach­künst­ler oder Sprach­ma­gi­er. Und das ist er ja auch. Aber eben nicht nur.

So as­so­zia­tiv-spie­le­risch, bis­wei­len her­me­tisch die Ro­ma­ne an­mu­ten – in sei­nen Jour­na­len ist das an­ders. Seit 1993 er­schei­nen sie, zu­nächst mit Auf­zeich­nun­gen aus den Jah­ren 1980–89. 2002 folg­te der Jour­nal­band der Jah­re 1961–72. Zwei Jah­re spä­ter dann die Auf­zeich­nun­gen von 1973–79. 2008 wer­den die Jah­re 1990–99 be­han­delt, be­vor 2012 der Band Ur­kun­den­fäl­schung mit den No­ta­ten von 2000–2010 er­scheint. Die Ein­tra­gun­gen sind nie apho­ri­stisch, son­dern kon­zi­piert wie klei­ne Feuil­le­tons oder Er­zäh­lun­gen. Aus­lö­ser sind An­läs­se wie Le­sun­gen, Rei­sen oder Be­su­che. Aber auch Nach­be­trach­tun­gen von Lek­tü­ren, Aus­stel­lun­gen (Ni­zon, der ehe­ma­li­ge Kunst­kri­ti­ker, bleibt hier hell­wach), Spiel­fil­men (Ki­no-Be­su­che wer­den sel­te­ner; er schätzt Fer­ra­ra und Felli­ni) und in jüng­ster Zeit vor al­lem (Fernseh-)Dokumentationen. Den Kern bil­den je­doch Re­fle­xio­nen und As­so­zia­tio­nen aus sei­nem (Schriftsteller-)Leben, ins­be­son­de­re der Kind­heit und der (län­ge­ren) In­itia­ti­on zum Schrift­stel­ler und ak­tu­el­le Schreib­vor­ha­ben.

Ni­zon hat­te frü­her sei­ne Tex­te zu­nächst auf Band ge­spro­chen. In­zwi­schen tippt er sie so­fort in ei­ne Schreib­ma­schi­ne, was bis­wei­len zu Pro­ble­men führt, da sei­ne Ap­pa­ra­te oft de­fekt sind. Er sucht stän­dig nach neu­en al­ten Ma­schi­nen, ist dann ir­gend­wann glück­lich, ei­ne Oli­vet­ti Let­te­ra 32 zu be­kom­men. Er braucht den »Krach« der Schreib­ma­schi­nen­an­schlä­ge; mit dem ver­gleichs­wei­se lei­sen Com­pu­ter kommt er nicht zu­recht. Ihm ist be­wusst, dass der Ge­brauch der Schreib­ma­schi­ne von ei­ni­gen Au­gu­ren als Sym­ptom sei­ner Pro­sa ge­se­hen wird. Aber Ni­zon hat sich nie um die Ur­tei­le an­de­rer ge­schert.

Paul Nizon: Der Nagel im Kopf
Paul Ni­zon:
Der Na­gel im Kopf

So­eben ist nun sein Jour­nal­band von Auf­zeich­nun­gen zwi­schen 2011 und 2020 mit dem viel­deu­ti­gen Ti­tel Der Na­gel im Kopf er­schie­nen. Viel­deu­tig des­halb, weil es ei­nen Do­ku­men­tar­film über Paul Ni­zon von Chri­stoph Kühn aus dem Jahr 2020 glei­chen Na­mens gibt. Und weil es der Ti­tel ei­nes jah­re­lan­gen Ro­man­pro­jekts von Ni­zon ist, dass nicht rea­li­siert wur­de. Be­reits in Ur­kun­den­fäl­schung, dem Band der 2000er-Jah­re, kann man die An­fän­ge die­ser Idee nach­le­sen, wel­che rasch in Stocken kommt. Par­al­lel zur Na­gel-Idee gibt es das zä­he­re, wie Wend Kä­s­sens im Nach­wort er­läu­tert, seit Jahr­zehn­ten im­mer neu auf­flam­men­de, Ma­ria-Pro­jekt. Ni­zon er­schafft su­chend ste­tig neue Be­trach­tun­gen und Text­frag­men­te, die sich im neu­en Band fort­set­zen. Im­mer­hin ist es 2004 zu­sam­men mit Co­let­te Fell­ous zu ei­nem Ge­mein­schafts­ro­man mit dem Ti­tel Ma­ria Ma­ria ge­kom­men, der bis­her (war­um ei­gent­lich?) nur auf fran­zö­sisch er­schie­nen ist. Im vor­he­ri­gen Jour­nal­band wird die Ge­ne­se die­ses Ro­mans ver­blüf­fend we­nig aus­ge­führt. Ins­ge­samt scheint Ni­zon mit die­sem Buch nicht zu­frie­den zu sein.

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Hand­kes Ra­che

Peter Handke: Das zweite Schwert
Pe­ter Hand­ke:
Das zwei­te Schwert

» ‘Das al­so ist das Ge­sicht ei­nes Rä­chers!’ sag­te ich zu mir, als ich mich an dem be­wuß­ten Mor­gen, be­vor ich mich auf den Weg mach­te, im Spie­gel an­sah.«

Mit die­sem Satz be­ginnt Pe­ter Hand­kes Er­zäh­lung Das zwei­te Schwert, und als Le­ser könn­te man nun an­neh­men, die im Un­ter­ti­tel ver­spro­che­ne »Mai­ge­schich­te« wer­de als­bald los­ge­hen. Der ent­schlos­se­ne Ge­stus des An­fan­gens er­in­nert an be­kann­te Er­zähl­werk der Li­te­ra­tur­ge­schich­te, wo der Au­tor gleich zu Be­ginn ei­ni­ge wich­ti­ge Mit­tei­lun­gen über die Haupt­fi­gur und die Si­tua­ti­on macht, in der er sich be­fin­det. »Je­mand muß­te Jo­sef K. ver­leum­det ha­ben, denn oh­ne daß er et­was Bö­ses ge­tan hät­te, wur­de er ei­nes Mor­gens ver­haf­tet.« Tat­säch­lich geht die­se Ge­schich­te so­gleich los, die bei­den Scher­gen bre­chen in K.s Le­ben ein, doch be­kannt­lich ver­wickelt sich die Ge­schich­te im­mer mehr, sie fin­det kein En­de, und wenn es ei­nes gibt – Kaf­ka hat es skiz­ziert –, so weiß man nicht, wie die Er­zäh­lung dort­hin ge­lan­gen kann. Der Ro­man ist Frag­ment ge­blie­ben.

Hand­ke hat die Wer­ke, die wir von ihm ken­nen, al­le­samt ab­ge­schlos­sen, doch im Ver­lauf sei­nes Schrift­stel­ler­le­bens hat er die Di­rekt­heit mit der er in frü­hen Er­zäh­lun­gen in me­di­as res ging, ver­lo­ren oder be­wußt ab­ge­legt. Der Wech­sel er­folg­te in et­wa zu der Zeit, in der Hand­ke sich von Kaf­ka als Vor­bild los­sag­te. Die Angst des Tor­manns beim Elf­me­ter zum Bei­spiel be­ginnt so: »Dem Mon­teur Jo­sef Bloch der frü­her ein be­kann­ter Tor­mann ge­we­sen war, wur­de, als er sich am Vor­mit­tag zur Ar­beit mel­de­te, mit­ge­teilt, daß er ent­las­sen sei.« Kom­pak­te Syn­tax und viel (für not­wen­dig ge­hal­te­ne) Mit­tei­lung, wie in den Ge­schich­ten Kleists. Un­ver­mit­telt er­fah­ren wir Na­men, Be­ruf, sport­li­che Ak­ti­vi­tät und die Si­tua­ti­on, in die sich der Held ge­wor­fen sieht. In ei­nem spä­te­ren Werk, in dem Hand­ke die Ge­schich­te des »ge­glück­ten Tags« zu er­zäh­len ver­sucht, fragt sich der Er­zäh­ler selbst, wes­halb er den ei­gent­li­chen Be­ginn im­mer wie­der ver­schiebt.

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Boxing Week auf Si­zi­li­en

TAGEBUCHAUFZEICHNUNGEN PETER STEPHAN JUNGK, ENDE DEZEMBER 1998

Sams­tag, 26. 12.1998 Un­se­re Ab­rei­se nach Pa­ler­mo über­aus an­stren­gend, weil wir via Rom flie­gen, dort das Um­stei­gen. Der Ver­lust des Kof­fers, den Lil­li­an1 dann in ei­nem Ab­stell­raum des Flug­ha­fens Pa­ler­mo wie­der­fin­det. An­kunft um ca. 21h im Ho­tel Vil­la Igiea – ei­gen­ar­ti­ges Ho­tel! Pe­ter, So­phie, Lé­o­ca­die2 er­war­ten uns im Re­stau­rant.

Ver­brin­gen schwie­ri­ge, aber in­ten­si­ve Ta­ge in Pa­ler­mo, vom 26.12. bis zum 1.1.1999.

Un­ser Zim­mer sehr schön, mit Aus­sicht auf den Ha­fen und das Meer. Die Hei­zung funk­tio­nier­te nicht gut, aber man gab uns ei­nen Elek­tro-Ofen. Der wun­der­schö­ne Ho­tel-Park der Vil­la Igiea!

Lé­o­ca­die krank, So­phie krank, als wir an­ka­men. So­phie die er­sten zwei Ta­ge kaum ge­se­hen, sie liegt im Bett. Ich ge­be Pe­ter mein Buch3 zu le­sen, zu die­sem Zeit­punkt war der Schluss al­ler­dings noch ein ganz an­de­rer, als der, den ich heu­te vor 4 Ta­gen4 nach Mün­chen sand­te.

Pro­fes­sor Co­me­ta, der Ger­ma­nist, der Pe­ter be­su­chen kommt, un­ter­rich­tet deutsch­spra­chi­ge Li­te­ra­tur in Pa­ler­mo, ein run­der, jo­via­ler Mensch, der uns viel über die Stadt er­zählt. Er hat­te auch mit der Auf­füh­rung des Thea­ter­stücks von Pe­ter zu tun, vor kur­zer Zeit, »Das Spiel vom Fra­gen«, das er für das Thea­ter in Pa­ler­mo über­setzt hat.

Ein er­ster Spa­zier­gang, al­lein mit Lil­li­an und Adah5, am 27.12., in der Nä­he des Ho­tels. Die ver­kom­me­nen Gas­sen, die schmut­zi­gen Hin­ter­hö­fe, die trau­ri­gen Ge­bäu­de. Die er­folg­lo­se Su­che nach dem Ha­fen. Hun­de­schei­ße, auf Schritt und Tritt.

Die Piaz­za Aqua­san­ta, na­he dem Ho­tel, als ei­ner der be­sten, schön­sten Punk­te der gan­zen Stadt. Das Lo­kal dort, am Platz – wie rei­zend man zu uns war. Der Be­sit­zer, ehe­mals Kell­ner und Koch in gro­ßen eu­ro­päi­schen Ho­tels, u.a. in St. Mo­ritz, der uns zeigt, was er kann. (Als Koch.) Wir re­ser­vie­ren dort für den 31. 12. – vor lau­ter Sym­pa­thie.

Ich se­he Pe­ter gleich­sam beim Le­sen mei­nes Ma­nu­skripts zu, 3 Ta­ge lang – 27., 28., 29. – be­mer­ke, wie sehr es ihn zu in­ter­es­sie­ren scheint, ein­mal sagt er so­gar: »kaf­ka­esk…« Sit­zen ei­nes Abends bei­sam­men, füh­ren ei­nes der in­ten­siv­sten Ge­sprä­che je­mals, aber es ist wie im Traum: Ha­be bei­na­he ALLES ver­ges­sen. Weiß nur, dass es nach 23h war, Lil­li­an und Adah schlie­fen, So­phie ih­rer Krank­heit we­gen so­wie­so, auch Lé­o­ca­die na­tür­lich, und Pe­ter und ich sa­ßen an ei­nem Tisch­chen in ei­ner Art klei­nen Bi­blio­thek, vis à vis von sei­ner Suite, ein Raum über dem gro­ßen Fest­saal mit den fin-de-siè­cle-Wand­ma­le­rei­en. Er hat­te ca. die Hälf­te des Ma­nu­skripts gelesen…schien recht an­ge­tan zu sein, woll­te aber, na­tur­ge­mäß, noch nichts End­gül­ti­ges sa­gen. Und wir ge­rie­ten vom 100. ins 1000., ad Ser­bi­en so­gar. Dass er glau­be, vie­les sei pas­siert, im Krieg in Ju­go­sla­wi­en, weil vor lau­ter Zorn und Wut et­was, was nur zur Hälf­te im Ar­gen lag, dann zer­schmet­tert wur­de, mit al­ler Ge­walt. Se­he sei­ne Hand­be­we­gung des Schla­gens vor mir, von oben nach un­ten, als Zei­chen des Zer­schla­gens, vor lau­ter Wut. / Wir spre­chen da­von, dass vie­le Be­rei­che des Zwi­schen­mensch­li­chen im Grun­de nie be­schrie­ben wor­den sei­en. Ich le­se zur Zeit ge­ra­de den »Zau­ber­berg« neu, aber Pe­ter lehnt Tho­mas Mann ab, da die Spra­che ihm ein­fach un­er­träg­lich sei. Die Spra­che Kaf­kas, Ro­bert Walsers, die kön­ne er er­tra­gen, sie sei REIN, WAHR, ECHT, auch er schrei­be so, und er ver­gleicht sich durch­aus mit Kaf­ka und Ro­bert Wal­ser. »Auch bei mir«, sagt er, »hat die Spra­che die­se Klar­heit – das kommt aus dem Traum. Traum­spra­che…« / Mehr als 1 Stun­de sa­ßen wir da – und wie im Traum: mein Mir-Vor­neh­men, mir al­les, al­les ex­akt mer­ken zu müs­sen, zu wol­len…

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  1. Lillian Birnbaum, die Frau des Autors, Fotografin und Filmproduzentin 

  2. Gemeint sind Peter Handke, seine Frau Sophie Semin und ihre damals 7-jährige Tochter 

  3. Es handelte sich um die 1. Fassung meines Romans "Die Erbschaft", der im Herbst 1999 im Ullstein Verlag erschienen ist. Die Geschichte eines Dichters, Daniel Löw, der in Südamerika einer Erbschaft nachjagt, die ihm der Cousin seines Vaters hinterlassen hat, ist heute als Nachdruck erhältlich: https://www.fischerverlage.de/buch/peter-stephan-jungk-die-erbschaft-9783596317592
     

  4. Die vorliegenden Aufzeichnungen entstanden rückblickend, etwa vier Wochen später. 

  5. Die 1994 geborene Tochter des Autors. 

Me­di­en­a­vant­gar­de bei der Ar­beit

Ge­stern um 20.00 Uhr wa­ren es 1076. Heu­te, 02.04.2020, 10.30 Uhr, sind es 2679 Fol­lower, die dem »of­fi­ci­al ac­count« von Pe­ter Hand­ke auf Twit­ter fol­gen. Nicht, dass es der er­ste Ac­count »von« Hand­ke ist. Es gibt min­de­stens ein hal­bes Dut­zend al­lei­ne auf Twit­ter. Hier ist es schein­bar neu, weil je­mand »of­fi­ci­al« drü­ber­ge­schrie­ben hat. Dann muss ...

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Fab­jan Haf­ner: Er­ste und letz­te Ge­dich­te

[...] Pe­ter Hand­ke fin­det in sei­nem Vor­wort den Be­griff des »Zun­gen­re­dens« (ei­ne Art ly­ri­scher Écri­tu­re au­to­ma­tique, wel­ches Her­an­wach­sen­den so­zu­sa­gen ge­schieht). Er schreibt von Ar­thur Rim­baud – um dann schnell die­se Par­al­le­le zu ver­wer­fen und Haf­ners Ge­dich­te als ein­zig­ar­tig zu be­schrei­ben: »Die­se Ge­dich­te da sind ernst; der Mensch, der sich dar­in äu­ßert, das Ich, wel­ches da, ...

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