Gräu­el der Ge­gen­wart ‑3/11-

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Im fol­gen­den wer­de ich ei­ne Rei­he von Punk­ten, von Fest­stel­lun­gen und Er­kennt­nis­sen an­füh­ren, de­nen ich leb­haft zu­stim­men möch­te. Und dies in der Ab­sicht, mei­ner ei­ge­nen ge­sell­schafts­be­zo­ge­nen Wahr­neh­mung Nach­druck zu ver­lei­hen, daß un­ser täg­li­ches Un­be­ha­gen nicht in er­ster Li­nie durch ei­nen un­be­re­chen­ba­ren, ex­tre­mi­sti­schen, oft re­li­gi­ös mo­ti­vier­ten, hi­sto­risch rück­wärts­ge­wand­ten Ter­ror be­dingt ist, son­dern ei­nem Ge­spinst aus selbst­ver­ständ­lich ge­wor­de­nen, sel­ten ins Be­wußt­sein drin­gen­den Gräu­eln gleich­kommt.

For­re­sters Buch ist nicht wis­sen­schaft­lich, es stellt auch nicht die­sen An­spruch. Es ist ein Es­say, der um ei­ne über­schau­ba­re An­zahl von The­men kreist und sich da­bei im­mer wie­der Ab­schwei­fun­gen er­laubt. Für ih­re Be­ob­ach­tun­gen und Er­klä­run­gen bringt For­re­ster we­nig kon­kre­te Be­le­ge, ih­re Ab­lei­tun­gen fol­gen kei­ner stren­gen Lo­gik und kei­nem aka­de­mi­schen Sche­ma. Trotz­dem – oder des­halb? – kann man aus heu­ti­ger Sicht sa­gen, daß sie zu­meist ins Schwar­ze trifft. Man muß kein Wirt­schafts­ex­per­te sein, um fest­zu­stel­len, daß der Fi­nanz­ka­pi­ta­lis­mus sich mehr und mehr von der Pro­duk­ti­on rea­ler Gü­ter ab­ge­ho­ben hat und daß dar­aus er­heb­li­che Pro­ble­me ent­ste­hen, die nicht nur die Mas­se der mehr oder we­ni­ger Be­sitz- und oft auch Ar­beits­lo­sen schwä­chen, die Rei­chen un­ver­hält­nis­mä­ßig stär­ken und zu glo­ba­len Kri­sen wie im Jahr 2008 füh­ren kön­nen. Man muß kein Fach­mann sein, um zu be­mer­ken, daß öko­no­mi­sche Pro­zes­se in den post­in­du­stri­el­len Ge­sell­schaf­ten wie Glücks­spie­le ab­lau­fen, bei de­nen ge­setzt, ge­wet­tet, ge­won­nen und ver­lo­ren wird, wo­bei die Spie­ler, die glo­bal play­ers, die Ein­fluß­fak­to­ren und Kon­tex­te selbst zu schaf­fen und zu kon­trol­lie­ren be­strebt sind (was ih­nen auf­grund der Hoch­kom­ple­xi­tät, der Un­über­schau­bar­keit, der Hoch­ge­schwin­dig­keit der Ab­läu­fe und der di­gi­ta­len Selbst­läu­fe nicht im­mer ge­lingt), so­fern sie über ge­nü­gend Macht und Geld­mit­tel ver­fü­gen. Auch auf die Ri­si­ken und un­er­wünsch­ten Ne­ben­wir­kun­gen der Di­gi­ta­li­sie­rung hat­te For­re­ster be­reits 1996 auf­merk­sam ge­macht, auch sie ha­ben in der Kri­se 2008 Be­stä­ti­gung ge­fun­den. Mas­sen­psy­cho­lo­gi­sche Fak­to­ren be­ein­flus­sen fi­nanz­wirt­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen auf das stärk­ste. In ge­wis­sem Sinn ist »die Wirt­schaft« hal­lu­zi­na­to­risch ge­wor­den: Wäh­rend von (»wis­sen­schaft­li­chen«) Pro­gno­sen und (»kal­ku­lier­tem«) Ri­si­ko die Re­de ist »ar­bei­tet« sie mit Hoff­nun­gen und Ein­bil­dun­gen, mit Phan­ta­sien und Äng­sten. Me­dia­ti­sier­ter Sport und Pop­kul­tur, die heu­ti­gen Glanz­stücke je­ner Kul­tur­in­du­strie, de­ren An­fän­ge einst Hork­hei­mer und Ador­no be­schrie­ben, ge­hö­ren eben­so zu den be­vor­zug­ten Ein­sät­zen die­ser öko­no­mi­schen Ab­läu­fe wie die di­gi­ta­li­sier­te Por­no­gra­phie, der Han­del mit pri­va­ten Da­ten und na­tür­lich die Wer­bung, die nicht mehr nur da­zu dient, Pro­duk­te an den Mann zu brin­gen, son­dern selbst ein ab­ge­ho­be­ner Wirt­schafts­zweig ge­wor­den ist.

Wahr­schein­lich ist es, um wirt­schaft­li­che Pro­zes­se zu ver­ste­hen, so­gar bes­ser, kein Fach­mann und kei­ne Fach­frau zu sein, weil man als Au­ßen­ste­hen­der Ab­stand hat und sich nicht so leicht in die durch die Di­gi­ta­li­sie­rung ver­stärk­te und zum Dau­er­zu­stand ge­wor­de­ne Hy­ste­rie hin­ein­zie­hen läßt. Zu­mal die so­ge­nann­ten Öko­no­men, geht man nach ih­ren Kom­men­ta­ren in Ta­ges­zei­tung, oh­ne­hin nichts wis­sen. Glau­ben heißt nichts wis­sen (pfleg­te mei­ne Groß­mutter zu sa­gen); die so­ge­nann­ten Öko­no­men sind selbst nur Spe­ku­lan­ten, die an die­sem Psy­cho­spiel teil­neh­men, ob be­wußt oder un­be­wußt, vor­sätz­lich oder nicht.

Ich bin in ei­ner Zeit so­zia­li­siert wor­den, in wel­cher der Mar­xis­mus im Schwan­ge war. In mei­ner ju­gend­li­chen Wiß­be­gier­de ha­be ich mehr­mals ver­sucht, Das Ka­pi­tal zu le­sen; ich ha­be es nicht ge­schafft, bin nie über die er­sten hun­dert Sei­ten hin­aus­ge­kom­men, konn­te mir aber auch nicht ein­ge­ste­hen, daß die­se Lek­tü­re lang­wei­lig (was, wie ich schon da­mals merk­te, nicht für al­le Marx-Schrif­ten galt) und daß ich von dem Ge­schrie­be­nen nicht viel be­griff. Viel­leicht woll­te ich mehr be­grei­fen, als es zu be­grei­fen gab? Die Ehr­furcht ver­bot mir ei­nen sol­chen Ver­dacht. Er be­schleicht mich erst heu­te vier­zig Jah­re spä­ter, nach­dem mir al­le Öko­no­men, Marx nicht aus­ge­nom­men, su­spekt ge­wor­den sind. Le­se ich das Buch der Nicht-Öko­no­min For­re­ster – tat­säch­lich ist mir nie auch nur ei­ne ein­zi­ge Öko­nomin, kei­ne Wirt­schafts­wis­sen­schaft­le­rin un­ter­ge­kom­men1 –, so er­här­tet sich mein Ver­dacht, und ich be­gin­ne, des­sen Grün­de zu ver­ste­hen. Die so re­gel­mä­ßig (wie Ran­kings) an die gro­ße Glocke ge­häng­ten Pro­gno­sen der Wirt­schafts­ex­per­ten sind das Pa­pier nicht wert, auf dem sie ste­hen, bzw. die Bild­schir­me, auf de­nen sie vor­bei­zie­hen. Mas­sen­psy­cho­lo­gi­sche Pro­zes­se las­sen sich mit den der­zei­ti­gen Mit­teln nicht vor­her­se­hen. Ge­feit ge­gen de­ren Ge­fah­ren ist nur, wer sehr viel be­sitzt und sei­ne An­la­gen di­ver­si­fi­ziert. Al­so die Su­per­rei­chen. Das al­te Lied.

Der Neo­li­be­ra­lis­mus – ich blei­be bei die­ser Be­zeich­nung, weil sie sich ein­ge­bür­gert hat und ei­nen ganz be­stimm­ten, gut hand­hab­ba­ren Sinn ak­ku­mu­liert hat, auch wenn die De­fi­ni­tio­nen und der Ge­brauch nicht ganz ein­heit­lich sind – der Neo­li­be­ra­lis­mus, der um 1980 als po­li­ti­sches Kon­zept die Büh­ne be­trat und ei­nen ra­schen Sie­ges­zug er­leb­te und im Jahr 2020 die glo­ba­li­sier­te Welt fest im Griff hat, war lan­ge Zeit ei­ne stil­le Stra­te­gie und hat sich als sol­che durch­ge­setzt, par­al­lel zur stil­len Re­vo­lu­ti­on der Di­gi­ta­li­sie­rung und Ver­net­zung, de­ren um sich grei­fen­de Fak­ti­zi­tät eben­so un­an­greif­bar ge­wor­den ist. Auch dar­in hat For­re­ster recht: Der Neo­li­be­ra­lis­mus braucht kei­ne Ideo­lo­gie, kei­ne Pro­pa­gan­da, sein Ge­halt setzt sich via Mas­sen­me­di­en im Selbst­lauf durch, senkt sich in Ge­hir­ne und Her­zen, be­herrscht schließ­lich das Den­ken und Ver­hal­ten der über­wäl­ti­gen­den Mehr­heit der Men­schen, das in Frank­reich manch­mal als pen­sée uni­que be­zeich­net wird, als »Ein­heits­den­ken«. Das In­ter­net ver­stärkt und be­schleu­nigt die­sen Vor­gang, in­dem es durch sei­ne spe­zi­fi­sche Tech­no­lo­gie, durch sei­ne au­to­ma­ti­sier­te Wir­kungs­wei­se, Main­streams und Fil­ter – vul­go Scheu­klap­pen – schafft.

© Leo­pold Fe­der­mair

→ Teil 4/11


  1. Weil sich Frauen mehr von der Vernunft leiten lassen und für kindliche Kriegsspiele, die manchmal ernst werden, wenig Interesse haben? 

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  1. Die Be­haup­tung, dass Frau­en sich mehr von der Ver­nunft lei­ten las­sen kol­li­diert in Ih­rem Kon­text (Neo­li­be­ra­lis­mus) , Leo­pold Fe­der­mair, mit Mar­gret That­cher – und der­zeit mit EZB Che­fin Chri­sti­ne La­gar­de (ich mei­ne auch mit An­ge­la Mer­kel und An­na­le­na Ba­er­bock und Clau­dia Roth und Sas­kia Es­ken usw., wenn auch da in et­was an­de­ren Kon­tex­ten).

  2. In die­sen Punkt wür­de ich zu­stim­men: der (Neo-)Liberalismus braucht kei­ne Ideo­lo­gie, kein Pro­gramm. Er führt ei­ne Rei­he von Teil­neh­mer-De­fi­ni­tio­nen ein, die so­wohl na­tür­li­che Per­so­nen als auch struk­tu­rel­le Ein­hei­ten um­fasst. Er ist ei­ne Ak­ti­ons-Ma­trix, ei­ne Spie­ler­be­schrei­bung.
    Frag­lich, ob es sich da­bei um ei­ne Herr­schafts­form han­delt. Das stel­le ich zur Dis­kus­si­on. Aus sy­stem­theo­re­ti­scher Sicht könn­te man eben­so von ei­ner Pro­duk­ti­ons­wei­se spre­chen. Wenn man es ge­nau nimmt, geht doch der Herr­schafts­be­griff nach der (mar­xi­stisch ge­spro­chen) wirt­schafts­ge­schicht­li­chen Ent­schei­dung von 1989 in den Pro­duk­ti­ons­be­griff über. It­zo sind die herr­schen­den Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se al­ter­na­tiv­los. Ge­nau dar­in liegt doch die Tra­gik, wenn man so will. Es gibt nur die­se ei­ne Va­ri­an­te. Es bleibt bei der ein­zig ver­füg­ba­ren Zu­mu­tung...

  3. Die­ter Kief: Die von Ih­nen an­ge­spro­che­ne Fuß­no­te be­steht in ei­ner Fra­ge, kei­ner Be­haup­tung, ob­wohl in­so­weit zu­ge­stan­den wer­den könn­te, nicht nur rein bö­se ver­an­lag­te Gei­ster könn­ten hier ei­ne Be­haup­tung in ei­ner (rhe­to­ri­schen) Fra­ge ver­klei­det se­hen.

    Et­was an­de­res: Ich ha­be auch nach drit­ten Teil die­ser Rei­he noch nicht ka­piert, was es mit den Gräu­eln auf sich ha­ben könn­te, nur sehr, sehr dun­kel ah­ne ich, wor­um es sich da­bei han­deln könn­te. Ich wer­de aber auf je­den Fall dran blei­ben, denn die­se Es­says le­se ich sehr gern – mö­ge nur die Zeit, die zwi­schen der Ver­öf­fent­li­chung der ein­zel­nen Tei­le liegt, nicht all­zu lang wer­den!

  4. @ Die­ter Kief: Ja, kol­li­diert (ist aber ei­ne Fra­ge, dar­auf hat Erik Fricke hin­ge­wie­sen). Manch­mal se­he ich den Kol­li­sio­nen in mei­nen Tex­ten gern zu. An­de­re Ma­le su­che ich sie zu ver­mei­den. – Ih­re Li­ste be­tref­fend: Wir könn­ten sie jetzt um Amy Co­ney Bar­rett ver­län­gern.

  5. @ So­phie

    Ja, das ist für mich ein in­ter­es­san­ter Aspekt. Viel­leicht soll­te man die so­zio­öko­no­mi­sche Ent­wick­lung seit 89 als Ent­wick­lung al­ter­na­tiv­lo­ser, welt­um­span­nen­der Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se fas­sen, in die je­der, sei’s auch nur als Kon­su­ment oder als Hartz-4-Emp­fän­ger, hin­ein­ge­zo­gen ist. Es gibt in­ner­halb des Sy­stems Ge­gen­ge­wich­te ge­gen den Neo­li­be­ra­lis­mus, ei­ne Fort­schrei­bung der »So­zia­len Markt­wirt­schaft« – dar­auf weist Gre­gor K. gern hin.

    Fou­cault hat den Be­griff der Macht in die­sel­be Rich­tung ver­scho­ben: Mi­kro­struk­tu­ren, al­le Schnittstellen/Funktionen/Personen re­pro­du­zie­ren und pro­du­zie­ren in ei­nem fort Macht, man ent­kommt ihr nicht. Oder doch? In ei­nem Kon­zept des Pa­ra­si­ten­tums. Das ver­su­che ich spä­ter in die­sem und dann noch in ei­nem wei­te­ren Es­say zu ent­wer­fen.

  6. Leo­pold Fe­der­mair hier sind noch mehr Kol­li­sio­nen. Die sehr dampf­plau­de­ri­ge Clau­dia Kemp­fert No. 24, Fried­rich Au­gust von Hayek No. 66. Mei is mir schlecht (Al­bert Hi­asl).

    https://blogs.faz.net/fazit/2019/11/25/faz-oekonomenranking-2019-frauen-11056/

    Ins­ge­samt – Sie su­chen ei­nen Platz am Rand des gro­ßen Welt­ge­schens und brau­chen ei­ne Ab­so­lu­ti­on. Sie glau­ben, wenn die öko­no­misch fun­diert wä­re, hät­te sie mehr Kraft. – Falls das zu­trä­fe, so wä­re es sehr rüh­rend. – Ei­ne Form der sonn­täg­lich mil­den li­te­ra­ri­schen Pro­tore­li­gio­si­tät?

  7. @ Die­ter Kief: Do haums recht. Ich möch­te nicht »nicht nur in den Me­di­en und auf So­cial Me­dia, son­dern auch in der Po­li­tik Ge­hör fin­den« (O‑Ton FAZ). Öko­no­mi­sche Fun­die­rung lei­der nicht in Sicht. Beim Punk­te­rech­nen war ich noch nie gut. Frau Kemp­fert, wer im­mer das ist: 134 148 50,5 19 50,7. 148 »Me­di­en Zi­ta­te«, vow! 50, 7 »Po­li­tik Punk­te«, a ned schlecht!

    Mei­ne Kri­tik ist u. a. ei­ne an der Durch­quan­ti­fi­zie­rung und Aus­rech­nung der Le­bens­be­rei­che. So kom­men wir zu ei­ner im­mer op­ti­ma­le­ren Kon­troll­ge­sell­schaft.

  8. Ich glau­be nicht, dass ein In­ter­es­se für die Naht­stel­le zwi­schen Öko­no­mie und Sein re­li­gi­ös ge­nannt wer­den kann. Es wä­re wenn schon ei­ne Dies­seits-Re­li­gi­on.
    Im üb­ri­gen ist der volks­wirt­schaft­li­che Dis­kurs zwar auf ei­ne glo­ba­le Ebe­ne ge­ho­ben wor­den, aber die Kern-Pa­ra­do­xie des Bür­ger­tums ist doch wun­der­lich wie am er­sten Tag: ganz gro­ße Dis­kus­si­on über Wirt­schaft, Wachs­tum und Be­schäf­ti­gung, aber im­mer un­ter der Prä­mis­se des frei­en Un­ter­neh­mer­tums resp. selbst­ver­ant­wort­li­chen Ar­bei­ter­schaft. »Wir pro­du­zie­ren nichts, wir re­gie­ren, und zwar so, dass sich je­der am Wohl­sten fühlt!«.
    Be­son­ders die Glo­ba­li­sie­rung macht mit der Ab­sur­di­tät des »pa­ra­si­ti­schen Re­gie­rens« ernst. Man weiß ja sprich­wört­lich nicht mehr, wo Deutsch­land auf­hört und Aus­land an­fängt. Al­les Deutsch­land, oder was?! Es ist doch hin­läng­lich klar, dass sich der Uni­ver­sa­lis­mus (Ideen­kom­plex) mit den glo­ba­len Wirt­schafts­be­zie­hun­gen (Hand­lungs­kom­plex) paart, oh­ne dass man sa­gen könn­te: es kommt zu­sam­men, was zu­sam­men ge­hört. Stimmt ja, das sind zwei Ebe­nen, zwei Er­fah­run­gen, zwei Ar­gu­men­ta­ti­ons­strän­ge...
    Wenn ich die jetz­ti­ge Zeit­zo­ne klas­si­fi­zie­ren müss­te, wür­de ich sa­gen: Die un­er­träg­li­che Gleich­heit, die to­ta­le Ho­ri­zon­ta­le! – Die Stra­tif­zie­rung, Fal­tung und Kom­pres­si­on der ökonomisch/geostrategischen Schich­ten (frei nach De­leu­ze) führt zu ei­nem be­lie­big sinn­vol­len und mo­ra­lisch höchst vi­ru­len­ten »De­li­ri­um«, aus dem man je­de po­li­ti­sche Maß­nah­me fol­gern könn­te, die ei­nem in den Sinn kommt. – War­um nicht in Sim­ba­whe ein­mar­schie­ren, und die Kin­der aus den Mi­nen be­frei­en, wo sie un­ter Le­bens­ge­fahr Schwer­me­tall ab­bau­en, um die Zu­lie­fe­rer der Bat­te­rie-In­du­strie zu ver­sor­gen, wel­che wie­der­um un­se­re wich­tig­ste Stüt­ze im Kampf ge­gen den Kli­ma­wan­del dar­stel­len...
    Ja, in der Tat. Das nen­ne ich ein De­li­ri­um!

  9. So­phie – Ich ken­ne Leu­te, die in Sim­bab­we ein Gym­na­si­um auf­ge­baut ha­ben. – Mit deut­schem Geld, eh kloa, die Zim­bab­wer ha­ben ja keins. De­ren in Zim­bab­we auf­ge­wach­se­ne Toch­ter ar­bei­te­te ein Jahr in La­tein­ame­ri­ka in ei­nem Haus für miss­han­del­te Müt­ter (und Kin­der -). – Hin­ter Sta­chel­draht, weil die Bo­li­vi­er die be­waff­ne­ten Über­fäl­le der fru­strier­ten Ehe­män­ner nur ab­zu­weh­ren ver­mö­gen, in­dem man eben al­le Schutz­be­foh­le­nen ver­bar­ri­kar­diert und – ein­sperrt. Die Po­li­zei ist nicht da, wenns brennt. Oh – sie ar­bei­te­te un­ent­gelt­lich, bzw. für ei­nen klei­nen Obu­lus – vom deut­schen Staat.
    Was sie rück­bllickend be­mer­kens­wert fand war, dass den Uru­gu­aye­rIn­nen we­ni­ger an ei­ner Ar­beit mit die­sen Kin­dern und Müt­tern ge­le­gen war, so­dass sie – das fand sie gut, als ziem­li­ches Green­horn gleich mal Füh­rungs­er­fah­rung sam­meln konn­te. Es gab näm­lich noch ein paar Kids aus der ent­wickel­ten Welt, die sich dort nütz­lich mach­ten, die aber kei­ne rech­te Pei­lung hat­ten.

    Ha­ha, und dann hab­bich kürz­lich den Zim­bab­wi­schen Or­ga­ni­sa­ti­ons­psy­cho­lo­gen Me­mo­ry Ngu­wi auf You­Tube ge­se­hen, der sich ei­nen Lu­xus lei­stet, für den man hier locker den Job ver­li­ren kann: Er hat sich ver­tieft in Hei­ner Rin­der­manns Co­gni­ti­ve Ca­pi­ta­lism (ei­nes der un­ver­zicht­bar wich­ti­gen Bü­cher un­se­rer Ta­ge) – und hält nun Vor­trä­ge über die ddurch das Stu­di­um die­ses Bu­ches ge­won­nen Ein­sich­ten. – In Zim­bab­we stört das of­fen­bar kei­nen. Ver­kehr­te Welt. Das Buch ist hier ver­pönt wg. – Ras­si­mus ge­gen – - – - Schwar­ze.  
    Ok – der Me­mo­ry Ngu­wi scheint in Zim­bab­we ei­ne be­kann­te und ein­fluss­s­rei­che Per­sön­lich­keit zu sein – und hier ist, was er Hei­ner Ri­ner­mann ge­fragt hat:

    https://www.unz.com/jthompson/9‑snappy-questions-on-intelligence/  

    Hier sieht man, dass Me­mo­ry Ngu­wi – Bob Dyl­ans Rat be­her­zigt hat, be­for er Hei­ner Rin­der­mann in­terv­wie­te:

    https://www.youtube.com/watch?v=G‑1ZdL37A0s  

    Ah – Bob Dyl­ans Rat – I know my song well, be­fo­re I start sin­gin’

    PS

    Ich sag­te oben nicht re­li­gi­ös – ich sag­te pro­tore­li­gi­ös.

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