AKTUALISIERUNG 15. Juli: Es ist geschafft. 408 Beiträge stehen jetzt zur Verfügung; etwas über 50 verbleiben in der privaten Schatulle (mangels Qualität und/oder Aktualität). Die Kommentare wurden teilweise von Hand hinzugefügt bzw. ergänzt. Es sind mehr als 5.000. Dabei wurde von meiner Seite festgestellt, dass es viele Diskussionen gibt, die das Nachlesen lohnen – auch wenn sie teilweise schon einige Jahre alt sind. Manchmal hatte ich mich tatsächlich festgelesen.
Es sind im Hintergrund noch kleinere Arbeiten zu leisten; das erfolgt zügig, aber nicht unbedingt eilig.
Prozesskosten bei Zivilverfahren sind nach einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofes jetzt steuerlich absetzbar. Die »tagesschau« berichtete in ihrer 20-Uhr-Ausgabe darüber und wollte zeigen, wie die Erstattung, die nach dem Einkommen gestaffelt ist, aussehen könnte. Man nahm einen unverheirateten Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von 70.000 Euro an. Das Urteil sieht wohl in diesem Fall eine Selbstbeteiligung ...
Im Rahmen ihrer Tätigkeit als »Script Editor« beim österreichischen Sender »Rot-Weiß-Rot« (RWR) verfasste Ingeborg Bachmann – neben anderen Hörspielbearbeitungen und –übersetzungen – zwischen Februar 1952 und Juli 1953 insgesamt 15 Folgen der seifenoperähnlichen Serie »Die Radiofamilie«, die zunächst 14tätig, bald jedoch wöchentlich ausgestrahlt wurde (mit Ausnahme einer Sommerpause); immer genau 30 Minuten. Ingeborg Bachmann kann zusammen mit den beiden anderen Autoren Jörg Mauthe und Peter Weiser als Schöpferin der »Radiofamilie« gelten. Die letzte von ihr geschriebene Folge war Nr. 63 und wurde im September 1953 ausgestrahlt. »Die Radiofamilie« wurde 1955 nach 153 Folgen im Sender RWR aufgrund ihrer Beliebtheit im ORF weitergeführt. Erst im Juni 1960, mit der 351. Folge, wurde die Serie eingestellt.
Blue ist ein Student, der nicht fertig wird, Vorlesungen schwänzt und seinen Professor Sík mit einer Mischung aus Respekt (als Wissender und Humanist) und Verachtung (als Repräsentant eines Systems) betrachtet. Er nimmt einen »Job« bei einem »Ingenieur« an. Dieser gabelt unter der Jeunesse dorée der Stadt junge Mädchen und Frauen auf und verführt sie in seiner Wohnung. Blue fotografiert die beiden bei den sexuellen Handlungen, um dann die Frauen mit den Bildern zu konfrontieren und dahingehend zu beeinflussen, es weiter mit dem Ingenieur zu treiben. Aber die vermeintliche Erpressung ist eigentlich unnötig; die angesprochenen Frauen würden sich auch weiter freiwillig mit dem Ingenieur abgeben, um ihrem schnöden Alltag zu entfliehen. Schließlich verguckt sich Blue in die junge Gymnasiastin Bea. Der Ingenieur ist entzückt und »überlässt« ihm das Mädchen.
Es ist nicht ganz einfach, verwertbare Informationen über Gaiser zu erhalten. Das beginnt schon bei den Angaben zur Person. Hauptquelle ist hier ein eher bescheidener Wikipedia-Eintrag. Demnach wurde Gerd Gaiser 1908 als Sohn eines Landpfarrers im württembergischen Oberriexingen geboren, studierte Kunstgeschichte und Malerei, promovierte 1934 in Tübingen und arbeitete als Kunstlehrer. Gaiser trat frühzeitig der NSDAP und dem NS-Lehrerbund bei (die Zahlen divergieren hier zwischen 1933 und 1937). 1941 erschien seine erste Buchpublikation – ein Gedichtband mit dem Titel »Reiter am Himmel«. Gaiser übt sich hier in Elogen an die Ideologie des Nationalsozialismus und an den »Führer«. Im Krieg war er Luftwaffenoffizier bei den Jagdfliegern und geriet in Italien in kurzer Gefangenschaft. Nach dem Krieg schlug sich Gaiser zunächst als Maler durch, bevor er 1947 wieder in den Schuldienst eintrat und zwischen 1962 und 1973 als Professor für Kunstgeschichte in Reutlingen tätig war. Gaiser heiratete 1959 die Malerin Irene Widmann. Er starb 1976 in Reutlingen.
ist Ihnen langweilig? Wie sonst sollte man Ihre dem »Focus« gegenüber gemachten Äußerungen interpretieren? Sie finden den Buchmarkt grausig, nur noch »Vampire, Trolle, Elfen, Morde«. Vielleicht hätten Sie noch »Katzen« ergänzen können? Das ist für Sie »der Buchmarkt«? Verwechseln Sie das nicht mit den sogenannten Bestsellerlisten? Wann haben Sie eigentlich zum letzten Mal eine Buchhandlung betreten? Nein, keine dieser Ketten mit T oder H. Mit Buchhandlung meine ich sowas hier. Diese Buchhandlung ist mein »Buchmarkt«. Nicht die Bestsellerlisten, die Sie mit dem »Buchmarkt« gleichsetzen. Aber es ist immer gut, ein kulturpessimistisches Lamento zu pflegen.
Matthias Matussek: Das katholische AbenteuerHans-Georg Gadamers Prämisse für das Gespräch – »Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte« – ist für den potentiellen Leser dieses Buches die Minimalanforderung. Ansonsten sollte man lieber verzichten und seine Vorurteile im Garten der Akklamation pflegen (etwas, was nicht nur für dieses Buch gilt).
Dabei gibt es sofort Grund zur Kritik. Der eigentlich schöne Buchtitel »Das katholisches Abenteuer« wird durch die flapsig-überflüssige Unterzeile »Eine Provokation« sofort wieder nivelliert (das hätte sich vielleicht dem Leser noch selber erschlossen). Und der hehre Anspruch, hier erzähle jemand von seinem katholischen Glauben in den Zeiten des forsch-plappernden Atheismus wird durch das blöde Cover mit Hörnchen, Dreizack und Heiligenschein konterkariert. Marketing ist wohl alles und Matthias Matussek muss unbedingt als Feuilleton-Krawallbär verkauft werden – drunter geht’s nicht.
Schade, denn da hat jemand durchaus etwas zu sagen. In den besten Augenblicken berührt das Bild des gläubigen Katholiken Matussek in der zynischen Spaßgesellschaft mit ihrer anödende[n] Dauerironie sogar.
»Zusammenkunft« lautet der Titel dieses Buches von Walle Sayer. Im Untertitel passend: »Ein Erzählgeflecht«. Es ist Bündelung und Zusammenfassung der Prosaschriften des Autors von 1986 bis 2009, die zum Teil überarbeitet sein sollen. Und am Ende gibt es noch ein bisschen Unveröffentlichtes.
Wenn man Walle Sayer bisher noch nicht kannte, ist man dankbar für dieses Buch. Zeigt sich doch eine Stimme ganz eigener Intensität in den meist notizähnlichen Gedankensplittern. Insbesondere die Notate über Kindheit und Jugend demonstrieren eine Meisterschaft in der Evokation der Stimmung der jeweils heraufbeschworenen Zeit.