Die Schön­heit des be­ob­ach­ten­den Tiers

Die fein­füh­lig-re­fle­xi­ven Er­zäh­lun­gen des Rai­ner Ra­bow­ski

Rainer Rabowski: Die gerettete Nacht

Rai­ner Ra­bow­ski:
Die ge­ret­te­te Nacht


Mo­men­te der Won­ne: Ei­ne Frau und de­ren Lä­cheln her­aus ei­ner Art Se­kun­den­bei­schlaf an Mit­wis­se­rei und Kom­plizenschaft, wie er manch­mal un­ter völ­lig Frem­den mög­lich ist, durch nichts wei­ter be­dingt. Kon­tra­stie­rend mit dem Wüh­len ei­nes Selbst-Ent­wur­zel­ten in ei­nem rie­si­gen Hau­fen Sperr­müll, red­se­lig auf ei­ne schräg-um­ständ­li­che Wei­se, ein gei­sti­ges Ver­stol­pern im all­mäh­li­chen Sor­tie­ren und Sich­ten des erst noch zu fin­den­den La­ge­plans sei­ner Ge­danken. Es sind fast Epi­pha­ni­en, die Rai­ner Ra­bow­ski da be­schreibt, nein – dar­auf muss man be­stehen -: er­zählt. Es sind Er­zäh­lun­gen, »Le­bens­mit­schrif­ten« vom Aufgehoben­sein in ei­ne von al­lem an­de­ren gelöste[n] Be­we­gung. Was doch die­se Schlaf­lo­sig­keit, die dem Ich-Er­zäh­ler in schö­ner(?) Re­gel­mä­ßig­keit (oder Unregel­mäßigkeit?) al­les her­vor­bringt: Ein Fla­nie­ren in der Stil­le der Nacht. Ei­ner Nacht, die, wenn man ge­nau hin­hört, hin­sieht und riecht die­se Schön­heit des…alles ge­nau be­ob­ach­ten­den Tiers zu er­zeu­gen ver­mag (ganz im Ge­gen­satz zur schau­rig-af­fek­ti­ven Je­kyl­l/­Hy­de-Ver­wand­lung).

Da der Ich-Er­zäh­ler na­men­los bleibt, ist es ver­füh­re­risch, ihn mit dem Au­tor gleich­zusetzen oder zu ver­wech­seln. Der Ort ist über­deut­lich Düs­sel­dorf (die Stadt Pe­ter Kür­tens, wie es ein­mal heißt) und mehr als nur Ku­lis­se (wie sich schon in der Be­zeich­nung »Düs-Tro­pi­en I« auf der er­sten Sei­te zeigt): Tau­send­füß­ler, Gleis­an­schluss Gather­hof, Haupt­bahn­hof Hin­ter­ein­gang, Für­sten­platz, Burg­platz, Bil­ker Al­lee, See­stern, Ecke Her­zog-/Cor­ne­li­us­stra­ße, Gu­stav-Po­ens­gen-Stra­ße, Ka­ro­lin­ger­stra­ße, etc. Wer will, kann auf ei­ner Kar­te Punk­te ma­chen, die­se ver­bin­den und er­hält ein Be­we­gungs­pro­fil. Ob­wohl: die wirk­lich wich­ti­gen Or­te blei­ben an­ge­deu­tet, et­wa die B-Stra­ße, G-Stra­ße oder K-Stra­ße – als gel­te es, die­se jung­fräu­lich zu er­hal­ten und dem Zu­griff des neu­gie­ri­gen Le­sers zu ent­zie­hen.

Hort der Klar­heit

Ra­bow­ski be­lässt es nicht beim Er­zäh­len von Be­geg­nun­gen, Ein­drücken, sich am Fen­ster zei­gen­den Frau­en oder Leu­ten, die kra­kee­lend her­um­lau­fen. Es zieht ihn hin zu die­sen »schmut­zi­gen« Or­ten, den dunk­len Stra­ßen­sei­ten, den über­ra­schen­den Be­ge­ben­hei­ten, wenn ein Mensch auf ei­nem Pla­stik­stuhl drau­ßen vor sich hin­däm­mert. Im­mer re­flek­tiert er da­bei das Ge­se­he­ne, Ge­hör­te, deu­tet die Phä­no­me­ne und ent­deckt in die­sen Re­fle­xio­nen sich selbst (frei­lich nie rich­tig oder ganz; al­les sind nur An­nä­he­run­gen). Bei ei­nem Sta­pel al­ter Hef­te aus den 80er Jah­ren phan­ta­siert sich die­se Zeit wie­der zu­rück und fast ent­schul­di­gend dann das Auf­ste­hen und Nicht-Mit­neh­men der Ma­ga­zi­ne. Das Nacht­wandeln, je­ne Neu­gier auf das Heim­li­che des an­de­ren sieht er als Hin­wen­dung auf sich selbst. So­viel Selbst­re­fle­xi­on ist da, dass man ge­le­gent­lich wünscht, er mö­ge doch auch dem Le­ser noch ein klei­nes Spe­ku­la­ti­ons­re­fu­gi­um las­sen.

Ei­ne ge­wis­se Skur­ri­li­tät ist zwei­fel­los er­kenn­bar. Et­wa, wenn er mit ei­nem ge­fun­de­nen Mes­ser auf­ge­kleb­te Eti­ket­ten von La­ter­nen­pfäh­len ab­kratzt. Oder ein Mo­bil­te­le­fon klin­gelt, dass er Wo­chen vor­her mit­ge­nom­men hat­te. Über­haupt: Sein Hang und Drang, Ge­fun­de­nes phy­sisch zu ver­ein­nah­men, um so mit dem im­mer un­be­kannt blei­ben­den Ur­he­ber oder Be­sit­zer in ei­ne Art Dia­log zu tre­ten (es bleibt na­tür­lich beim Selbst­gespräch), die­se Neu­gier auf das Heim­li­che der an­de­ren – es ist nicht zu leug­nen. Fast ma­gisch zieht es ihn im­mer wie­der zu den gro­ßen Sperr­müll­hau­fen, de­ren Aus­dün­stun­gen ihn ma­de­lei­ne-haft in ei­ne an­de­re Welt he­ben. Aber man hü­te sich, die­se Pro­sa vor­ei­lig als Ver­schro­ben­hei­ten ei­nes Kau­zes ein­zu­ord­nen.

Weit ge­fehlt: Da ist je­mand im Ge­hen bei sich (na­tür­lich kommt ei­nem Hand­ke in den Sinn), ge­nießt die Trost­qua­li­tä­ten der Nacht, ent­flieht da­mit dem unentwegte[n] Ab­sor­bie­ren der an­de­ren, das Blicke-be­strei­ten, die De­fen­si­ve ge­gen das sich an­dau­ernd im Vor­rang glau­ben­de Volk in Ei­le oder auf Rä­dern. Da­bei fällt auch die­se Hirn­be­täu­bung an Ver­kehrs­lärm end­lich ein­mal weg. (Der Im­pe­ra­tiv lau­tet: Gott stra­fe al­le Lär­men­den.) Weg ist al­les was viel Auf­merk­sam­keit ko­stet, aber kaum ei­nen Ge­gen­wert gibt: Die ver­meint­li­che ur­ba­ne Be­lebt­heit, von der man sich be­darfs­wei­se ei­ne Be­schleu­ni­gung des ei­ge­nen Puls­schals er­hofft, ist ei­gent­lich sel­ber nur ein My­thos – das al­ler­mei­ste läuft leer. In­so­fern ist die Nacht kein »Reich der Fin­ster­nis«, son­dern – nur zu­nächst pa­ra­dox – ein Hort der Klar­heit, Schär­fe und so­gar ei­ner be­son­de­ren Form der Un­schuld. Nur sel­ten ist das auch ein biss­chen be­droh­lich und ein, zwei­mal flieht er si­cher­heits­hal­ber.

Der Fla­y­eur

Da­bei wird hier na­tür­lich nicht das »üb­li­che« Nacht­le­ben ei­ner Groß­stadt ge­zeigt – und wenn, dann die Mo­men­te, die in Fil­men im­mer über­gan­gen und in Er­zäh­lun­gen über­sprungen wer­den. Auch die Kon­no­ta­ti­on des »Nacht­schwär­mers« als ei­ne Art ver­gnügungssüchtiger Bo­he­mi­en wä­re grund­falsch – da soll nicht die Nacht zum Ta­ge ge­macht wer­den, son­dern die Nacht darf Nacht blei­ben. Ra­bow­skis Nacht­wand­ler und -den­ker ist ein Fla­y­eur – so­wohl Fla­neur wie Voy­eur -, der an Bölls Clown er­in­nert, der im­mer »Au­gen­blicke« sam­mel­te, wo­bei die­ses »Sam­meln von Zei­chen« ei­ne zu­tiefst unin­tentionale und da­mit »of­fe­ne« Hand­lung ist, die den Mo­tor der Selbst­re­fle­xi­on in Gang setzt, ja her­vor­holt. Ein im po­si­ti­ven Sin­ne Ge­trie­be­ner, der das Ahas­ve­ri­sche des näch­tlichen Um­her­strei­fens be­schrei­ben, aber nicht er­grün­den kann. Im gün­stig­sten Fall schaut er sich sel­ber zu – und fei­ert die Schön­heit des das al­les ge­nau be­ob­ach­ten­den Tiers.

Nach der Lek­tü­re ist der Le­ser ei­ner­seits ge­neigt, sich auch ein­mal den Wecker auf 2.30 Uhr zu stel­len (was schon ein Un­ter­schied zum Er­zäh­ler wä­re, der ja im­mer au­to­ma­tisch er­wacht) und sich auf die Ex­pe­di­ti­on zu be­ge­ben. An­de­rer­seits ist man froh, ei­nen sol­chen wort- und sprach­ge­wand­ten Fla­y­eur zu ha­ben, der ei­nem die­se Rol­le ab­nimmt – mehr als er kann man sel­ber schwer er­ken­nen, er­füh­len, er­ta­sten, er­hö­ren. Er­zäh­lun­gen, die Sät­ze wie Scham­lo­ser als die Nackt­heit ei­nes an­de­ren ist oft des­sen Ein­sam­keit ent­hal­ten, muss man ein­fach le­sen. Und auf sei­nem Blog »Nacht­ge­stal­ten« kann man wei­te­re Ex­kur­sio­nen (und ei­ni­ge be­kann­te) le­sen.

Rainer Rabowski: Erste Lieben

Rai­ner Ra­bow­ski:
Er­ste Lie­ben


Nicht nur for­mal stren­ger sind Ra­bow­skis ei­ni­ge Mo­na­te vor­her er­schie­ne­nen Er­zäh­lun­gen mit dem Ti­tel »Er­ste Lie­ben«. Der Er­zäh­ler ge­langt hier über die Be­trach­tung von Men­schen in der Sonn­tags-Au­gust-Hit­ze (al­lei­ne wie die­se ge­fürch­te­te, nicht zu flie­hen­de Me­lan­cho­lie des Sonn­tags ein­ge­fan­gen wird, ist fa­mos) mit wei­ten, raum­grei­fen­den Er­zähl­schrit­ten zu den As­so­zia­tio­nen und Bil­dern der Kind­heit, der Pu­ber­tät des 13, 14jährigen und sei­ner Schwär­me­rei­en (und er­sten hor­mo­nel­len Kom­pli­ka­tio­nen) bis hin zu Er­in­ne­run­gen an sei­ne Lieb­schaf­ten als jun­ger Mann. Zwar sind die fünf Er­zäh­lun­gen in sich ab­ge­schlos­sen, aber durch­aus mit­ein­an­der ver­bun­den.

Es­say­istisch-the­ra­peu­ti­sche Ge­dan­ken­gän­ge und As­so­zia­ti­ons­tän­ze

Es gibt die­se luf­ti­gen Er­in­ne­rungs­split­ter bei­spiels­wei­se an den er­sten so­kra­ti­schen Mo­ment; die duf­ten­den Ver­un­rei­ni­gun­gen des Rheins; die (lust­vol­len) Tö­ne und Ge­räu­sche aus den Um­klei­de­ka­bi­nen der Schwimm­bä­der; die Wol­ken aus Mäd­chen­pis­se, in die der Jun­ge dann mut­pro­ben­haft hin­ein­tauch­te um mit ei­nem »Hal­lo« die bei­den Mäd­chen am Becken­rand zu be­grü­ßen. Es gibt die­se Kipp­punk­te beim Bu­me­rang­wurf an der Rhein­krüm­mung; die Ge­dan­ken beim Dieb­stahl ei­nes Poe­sie­al­bums (nie mehr soll­te es ei­ne Ein­la­dung ge­ben), das vor­ge­fun­de­ne ein­zel­ne Haar in ei­nem Brief­um­schlag (auch hier: nie soll­te er er­fah­ren, von wem es kam) und die Milch­fla­schen mit dem Sil­ber­deckel. Aber es gibt auch die selbst­grüb­le­ri­sche Stren­ge, mit der der Ich-Er­zäh­ler mit sich sel­ber ins Ge­richt geht. Je­de Nu­an­ce wird ge­wen­det, ge­deu­tet und in den Kon­text des (bis­he­ri­gen) Le­bens ge­setzt und zu­wei­len kom­men die­se es­say­istisch-the­ra­peu­ti­schen Ge­dan­ken­gän­ge all­zu schwer da­her. Über­le­gun­gen, die den Mo­ment und des­sen Fol­gen dar­le­gen, ent­wickeln, er­klä­ren – und letzt­lich all das auch wie­der ver­wer­fen sol­len. Recht­fer­ti­gun­gen vor sich sel­ber? Manch­mal. Angst vor Ver­klä­rung und fal­scher Idyl­le? Nicht sel­ten er­schei­nen sie als Ex­er­zi­ti­en der Selbst­ver­ge­wis­se­rung. Und des Trot­zes: Lie­ben kann man auch al­lein oder dann Ich will die Lie­be nicht, ich will al­lein­sein. Da ist sie wie­der: die­se Span­nung zwi­schen Ab­ge­sto­ßen­sein und Fas­zi­na­ti­on. Und dar­in gibt es kei­nen »drit­ten Weg«; nur das Aus­hal­ten.

Und tat­säch­lich hat­te ich die­se (dann doch kon­trol­lier­te) Ver­zweif­lung zu­nächst falsch ge­le­sen. Es steht dort Er­ste Lie­ben: War­um habt ihr mich ver­las­sen? aber ich las »Er­ste Lie­ben: War­um habt ihr mich nicht ver­las­sen?« Dies er­schien mir in An­be­tracht der Re­fle­xi­ons- und Denk­tie­fe, mit der hier in die Ver­gan­gen­heit hin­ein­er­zählt wird (so stoff­lich und dicht, dass man zu­wei­len meint das Chlor des Schwimm­ba­des zu rie­chen) der lo­gi­sche Seuf­zer. Als wür­de mit die­sem Re­ka­pi­tu­lie­ren der ei­ge­nen Emp­fin­dun­gen nebst Ein­ordnungen in die Ge­gen­wart ei­ne Art Ex­or­zis­mus an den Sub­jek­ten der (ehe­ma­li­gen) Be­gierde oder Neu­gier be­trie­ben. Viel­leicht über­kommt man sei­ne er­sten Lie­ben nicht schreibt Ra­bow­ski dann und ich fra­ge mich, war­um man sie »über­kom­men« soll­te. Aber da be­ginnt er schon von Ma­ria zu er­zäh­len und es wird ei­ne Ex­kur­si­on über schwar­ze Ma­don­nen dar­aus; die Lust an der Ab­schwei­fung ge­hört da­zu. Nein, das sind dann kei­ne As­so­zia­ti­ons­strö­me mehr, son­dern eher -tän­ze; wenn­gleich es kei­ne schnel­len, hei­te­ren Tak­te sind, die hier an­ge­schla­gen wer­den, son­dern ele­gi­sche.

Bei dem Ge­dan­ken an die Milch­fla­schen von frü­her mit ih­ren Sil­ber­fo­li­en­deckeln die­ses – schier ex­em­pla­ri­sche – Her­vor­ho­len: In den Sil­ber­fo­li­en­deckeln die­ser Milch­fla­schen hat­te ich…die Glas­bruch­stücke mei­ner Mur­meln ein­ge­packt – die schön­sten muß­te ich, mir sel­ber un­er­find­lich, im­mer in ih­rem In­nern in­spi­zie­ren und sie da­zu zer­trüm­mern. Die Schön­heit kann nicht ge­nos­sen wer­den – man muss sie um Preis ih­rer Zer­stö­rung bis ins Letz­te er­grün­den. Da kom­men ei­nem die Kä­fer­auf­spie­ßer in den Sinn. Und ein biss­chen geht Ra­bow­skis Er­klä­rung in die­se Rich­tung: viel­leicht die frü­he­ste Spur ei­nes ‘aggress­iven se­zie­ren­den In­tel­lekts’ wie mich spä­ter ein­mal je­mand cha­rak­te­ri­sier­te, der mir da­mit sei­ne Ver­ach­tung zu zei­gen ver­such­te. Mit Mur­meln oder Kä­fern kann man das ma­chen. Mit Men­schen nicht.

Und da ist er wie­der, der Au­ßen­sei­ter, Ni­schen­künst­ler, Rand­gän­ger mit dem Idio­ten­tum sei­ner Un­fer­tig­keit und der Furcht ei­ner wie auch im­mer de­fi­nier­ten Kon­for­mi­tät vor­auseilend an­heim ge­fal­len zu sein. Zu sehr wie al­le ge­wor­den? Oder ist das die­se Po­se, vor der er zu­wei­len sel­ber zu er­schrecken scheint? Nichts ist ge­wiss, au­ßer die Unge­wissheit. Er sei Be­ob­ach­ter ge­wor­den, eher auf die Flüch­tig­keit und je­ne Be­we­gung des Um­krei­ses sel­ber fi­xiert als auf den Ge­gen­stand oder das Phä­no­men sel­ber – so bi­lan­ziert Ra­bow­ski ein­mal in »Er­ste Lie­ben«. Das gilt auch für die­se Pro­sa. Die­se Er­zäh­lun­gen sind ein Schatz, aber nicht ein­fach zu ber­gen. Ge­ra­de das macht es so auf­re­gend.


Die kur­siv ge­setz­ten Pas­sa­gen sind Zi­ta­te aus den bei­den be­spro­che­nen Bü­chern, die im Düs­sel­dor­fer Ono­mato-Ver­lag er­schie­nen sind. – Rai­ner Ra­bow­ski hat vor ei­ni­ger Zeit ei­nen Bei­trag auf mei­nem Blog ver­öf­fent­licht und kom­men­tiert hier (glück­li­cher­wei­se) ge­le­gent­lich. Ich bin ihm noch nie be­geg­net.
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7 Kommentare zu »Die Schön­heit des be­ob­ach­ten­den Tiers«:

  1. punctum sagt:

    Sehr ge­schätz­ter Herr Keu­sch­nig,
    ich ken­ne bei­de Bü­cher sehr gut und freue mich über Ih­re wun­der­ba­re Re­zen­si­on. Nicht nur, weil sie so po­si­tiv für Au­tor und Ver­lag aus­fällt, son­dern weil Sie das We­sen der Er­zäh­lun­gen und die Schön­heit von Spra­che und Ge­dan­ken so tref­fend er­fas­sen und be­schrei­ben. Die Er­zäh­lun­gen sind nicht leicht zu le­sen, nicht schnell mal zwi­schen­durch oder vorm Ein­schla­fen, aber wenn man sich die Zeit nimmt, sich wirk­lich da­mit be­schäf­tigt, dann wird man mit Per­len be­lohnt, die sehr nach­hal­tig in Ge­dan­ken blei­ben.
    Im Üb­ri­gen wer­de ich wei­ter­hin gern still bei Ih­nen mit­le­sen (schö­nes neu­es Blog!) und dan­ke Ih­nen mal ganz all­ge­mein für Ih­re im­mer sehr gu­ten Re­zen­sio­nen. Ich ha­be be­reits mehr­fach Bü­cher für mich oder zum Ver­schen­ken ge­kauft, nur auf Ih­re per­sön­li­chen Be­ur­tei­lun­gen hin, und fand die­se im­mer als sehr fun­diert und zu­tref­fend be­stä­tigt.

    #1

  2. @punctum
    Vie­len Dank für Ih­ren Kom­men­tar und das stil­le Wei­ter­le­sen. Ma­chen Sie ru­hig Ge­brauch da­von, ge­le­gent­lich auch ein­mal das Wort zu er­grei­fen.

    #2

  3. Die ge­ret­te­te Nacht

    Ei­ne Stim­me der man ger­ne folgt, weil sie et­was Ei­ge­nes zu sa­gen hat; und weil sie et­was sicht­bar macht, auf­zeigt, re­flek­tiert – das Letz­te­re viel­leicht manch­mal zu deut­lich, wie Du ja be­reits fest­ge­stellt hast.

    Schön, wie die ein­zel­nen Mi­nia­tu­ren und Skiz­zen un­ter­grün­dig zu­sam­men­ge­hö­ren, mit­ein­an­der ver­wandt sind. So ent­steht aus dem mo­ment­ver­haf­te­ten, »un­fer­ti­gen«, ei­ne Art Zu­sam­men­hang (aber nichts ab­ge­schlos­se­nes), viel­leicht zeigt sich ei­ne be­stimm­te Art wahr­zu­neh­men.

    Nicht al­les hat sich er­schlos­sen, vie­les al­ler­dings, auch wenn es im­mer wie­der ei­ni­ge Mü­he ko­stet, aber ge­ra­de die macht das Le­sen wert. Man­che Satz­kon­struk­tio­nen al­ler­dings schei­nen, wie auch ein­mal ähn­lich zu le­sen ist, et­was zu sehr ge­wollt, ver­lie­ren sich im sprach­lich-selbst­be­züg­li­chen.

    Ein paar Stel­len ha­be ich mir no­tiert, mal se­hen was dar­aus wird.

    #3

  4. Der Voll­stän­dig­keit hal­ber sei auf die­se Mi­nia­tur hin­ge­wie­sen. Ich wer­de mir das in Ru­he durch­le­sen...

    #4

  5. lou-salome sagt:

    Nacht­ge­stal­ten, Nacht­pas­sa­gen

    Er ist ei­ne Zeit lang früh schla­fen ge­gan­gen ... und zum Glück dann auch bald wie­der auf­ge­wacht, denn sonst wä­re nie­mals solch wun­der­ba­rer Le­se­ge­nuss ent­stan­den.

    Denk­erleb­nis­se aus­lö­send, klu­ge, in­tel­lek­tu­el­le Wort­ma­gie mit eigener/eigenwilliger Rhyth­mik.

    Die Pas­sa­gen er­in­nern mich stark an die „Kon­struk­ti­on ei­ner Stadt“, auch dort ein jun­ger Au­tor, Wolf­gang Her­mann, des­sen Sprach­ge­walt mich bis heu­te be­ein­druckt.

    Me­tep­si­lo­n­e­mas Ge­dan­ken: „Man­che Satz­kon­struk­tio­nen al­ler­dings schei­nen, wie auch ein­mal ähn­lich zu le­sen ist, et­was zu sehr ge­wollt, ver­lie­ren sich im sprach­lich-selbst­be­züg­li­chen.“ kann ich gut nach­voll­zie­hen.
    Ra­bow­ski will es aber auch wirk­lich weit über das De­tail hin­aus wis­sen, ver­gisst al­les um sich her­um und sei­ne Ein­drücke stellt er „ ... als et­was Spo­ra­di­sches per se in ein In­ter­net­blog ...“ ( Vor­wort, S. 5) ein. Mit die­ser Be­wah­rung der An­lass­be­zo­gen­heit ver­liert sich tat­säch­lich manch­mal die Spra­che in den Nacht­pas­sa­gen.

    Ih­re Re­zen­si­on zu die­sem über­haupt nicht main­stream­gän­gi­gen Werk ist Ih­nen rund­um ge­lun­gen und ich kann mich punc­tum nur an­schlie­ßen, lie­ber Herr Keu­sch­nig! Ich freue mich je­des­mal über die­se klei­nen Li­te­ra­tur­schät­ze, die Sie fin­den und tei­len. Dan­ke!

    #5

  6. Dina sagt:

    Dan­ke für die­sen Le­se­ge­nuss!

    #6

  7. Ir­gend­wie fand ich bei dir kei­nen Li­ke-it-Knopf, al­so be­kommst du so mein Li­ke-it. Kann ich auch gut ver­ste­hen, Li­ke-it sagt ja we­nig, au­ßer »ich war da«.
    Als Buch­lieb­ha­ber muss ich dir für die Aus­wahl dei­ner vor­ge­stell­ten Bü­cher dan­ken. Ich wer­de öf­ter kom­men, um mich an­re­gen zu las­sen – aber, aber, der Buch­sta­pel der un­ge­le­se­nen Bü­cher wächst man­hat­tanar­tig und fällt er um, be­gräbt er mich.
    Herz­li­che Grü­ße von der Kü­ste Nord-Nor­folks
    Klaus­bernd und sei­ne bei­den em­si­gen Buch­fe­en Si­ri & Sel­ma :-) :-)

    #7