Nie ist die Existenz dramatischer als in unserer Kindheit, und nie bewusster als im Alter; dazwischen liegen ein Abschnitt geschäftsmäßiger Vergessenheit und die gnadenvolle Unbekümmertheit der Jugend. Verglichen mit der Kindheit, tritt im Alter die Existenz vor dem absehbaren Ende, gleichsam von der anderen Seite her, ins Bewusstsein: Während das Kind stets darum kämpft, mit den Intensitäten, die ihm die Welt auferlegt und die es durchdringen und durchjagen, zurechtzukommen, also Stabilität zu erlangen, ist das Alter von der Leere, einem Übermaß an Stabilität, einem Mangel lebenslohnender Intensität, vielleicht einem Erschöpfen der Sinne, bedroht. Das Flehen endlich sterben zu können, als Betagter aber nicht chronisch Kranker, ist ernst zu nehmen und zeigt, dass ein Leben trotz hinreichender Funktionalität, an sein Ende kommen kann.
Von Kurzstreckenfahrern und Riesen
»Von Rabauken empfohlen« titelt Magnus Klaue in zeitonline und nimmt sich in der gefühlt 147. Stellungnahme den Literaturkritiker Denis Scheck vor. Es gibt wirklich wichtigere Probleme, aber ich kann jetzt nicht anders als eine 148. Version anzuschließen. Leider schreibt Klaue ziemlich ahnungs- und kenntnislos über Literaturvermittlung in Rundfunk und Fernsehen. Da ist von der DLF-Sendung ...