Markus Spillmann, Chefredakteur der NZZ, entschuldigte sich via Facebook für einen veröffentlichten Kommentar zum Coming-out von Apples CEO Cook:
Apropos
Wahlen und Konsequenzen
In Thüringen hat die SPD beschlossen, mit der Linken und den Grünen eine sogenannte Rot-Rot-Grüne Koalition zu verhandeln. Trotz der prozentualen Einbusse von einem Drittel der Wählerstimmen (12,4% statt 18,5%) kam es nämlich auf die SPD an. Sie hätte die Koalition mit der Dauer-Regierungspartei CDU fortsetzen können – oder eben etwas Neues versuchen. Man entschied ...
Der Islamische Staat: II. Wie Kriegstreiber »argumentieren«.
Noch mehr als sonst, muss man sich die Argumente derjenigen, die sogenannte militärische Interventionen befürworten, ansehen. Ein Beispiel aus der österreichischen Presse.
Journalistische Praxis beim ORF?
Es war wohl eilig. Benjamin Feichter erbat bei meiner Verlegerin, Barbara Miklaw, ein pdf-Exemplar meines Buches »Der Geruch der Filme«. Es sollte um einen Bericht des ORF zur Filmschau »Peter Handke geht ins Kino« im METRO Kulturhaus in Wien gehen. Mit sich ringend und mit den üblichen Hinweisen zur Nichtweitergabe versehen, entsprach sie schließlich Herrn ...
Der Islamische Staat: I. Eine unbeantwortete Frage.
In diesem und den folgenden Texten sollen einige Gedanken und Assoziationen die mit dem ausgerufenen Kalifat (dem Islamischen Staat) im weitesten Sinn in Zusammenhang stehen, formuliert werden, mehr als Thesen und Ausgangspunkte allfälliger Diskussionen, denn als abgeschlossene Überlegungen.
Eine Frage der Angemessenheit. Zum ich-zentrierten Journalismus.
Ob es tatsächlich eine längerfristige, sich steigernde Entwicklung ist, vermag ich trotz regelmäßiger Lektüre in österreichischen und deutschen Qualitätszeitungen nicht zu sagen; dass Formulierungen wie sie Michael Sontheimer in seinem Text in der taz zitiert, immer wieder vorkommen, stimmt, als Beleg für die behauptete Entwicklung genügen seine drei Zitate sicherlich nicht1.
Angesichts der Diskussion unter dem Artikel und dieser leichtfertigen Replik wäre zu fragen, wann das journalistische Ich, also Subjektivität angemessen ist und wann nicht. Desweiteren könnte man überlegen was eine Verschiebung zu einem persönlichen (subjektiven) Journalismus hin für sein Selbstverständnis und seine Funktion bedeuten. Oder anders herum: Welche Art von Journalismus würde seiner Funktion und seiner Notwendigkeit im Allgemeinen gerecht?
Vielleicht kann der eine oder andere seine Beobachtungen beisteuern. ↩
No comment? Ein Vorschlag für die Zusammenführung, Verdichtung und Integration von Online-Kommentaren.
Christoph Kappes fasste in seinem, vor etlichen Tagen veröffentlichtem, Text über Kommentare, Trolle und digitale Kommunikation, die Maßnahmen der Süddeutschen Zeitung in dem folgenden Paradoxon zusammen: »Darf das Meinen (-> Meinungsfreiheit) eingeschränkt werden, um das Meinen (-> Meinungsbildung) sicherzustellen?« Sind also einschränkende Maßnahmen erforderlich um Online-Diskussionen zu ermöglichen, bzw. diese teilweise oder ganz abzuschalten, um einen Raum der Meinungsbildung überhaupt zu erhalten? Ein Recht auf Kommentierung gäbe es nicht1.
Im Allgemeinen ist das sicher richtig, manche ad personam gerichteten Angriffe von Journalisten könnten allerdings als Rechtfertigung dienen. ↩
Der Leser im Informationszeitalter. Eine Replik auf Rudi Fußi.
Überfluss und Verfügbarkeit von Informationen aller Art stellen, neben unserem Fassungsvermögen, in aller Deutlichkeit die Frage nach ihrer Relevanz: Um die Welt oder eher Teilwelten (noch) verstehen und zusammenhalten zu können, müssen wir zwischen bloßer Information und Wissen (bzw. Relevanz) unterscheiden, in angemessener Zeit, inklusive der Möglichkeit der Verknüpfung und (eventuell) genauerer Prüfung durch das Hinzuziehen weiterer Quellen. Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von relevanter Information und Wissen eine demokratische »Forderung« (Bedingung), da sie die diskursiven Prozesse und die Meinungsbildung unterstützen oder überhaupt erst möglich machen, das Wahlverhalten beeinflussen und die Entscheidungen der Politik.