Seit heute wissen wir es ganz genau: 8,8% aller Waren, die in die Bundesrepublik eingeführt werden, kommen aus China. Sagt Anja Kohl in »boerse im Ersten« am 09.08.2010 kurz vor 20 Uhr. Man dachte, das ist mehr. Überraschend ist dann, dass auf Platz 2 die Niederlande steht (mit 8,3 %). Hoppla: Soviel Obst und Gemüse ...
Sabine Peters: FeuerfreundMarie ist 26, Praktikantin in einem Verlag und begegnet dem Schriftsteller Rupert, 59, im Dezember 1986 zum ersten Mal. Nach dem Treffen gibt es einen zornigen Brief an den Verleger mit einem freundlichen Gruß an die Praktikantin. Man schreibt sich schließlich direkt, fügt den Briefen kleine Pretiosen bei; Steinchen und Federn zum Beispiel. Die beiden werden ein Liebespaar, heiraten und ziehen ins Rheiderland.
Rupert ist ein bekannter Schriftsteller und schreibt Hörspiele. Marie beginnt mit dem Schreiben, veröffentlicht 1990 ihr erstes Buch. Er ist ein politischer Kopf, der mit RAF-Gefangenen korrespondiert und sich als Kommunist bezeichnet. Er hat eine manchmal enervierende Radikalität, schimpft auf den Kleinbürgerdreck anderer (und bei sich selbst) und zieht sich an kleinen Dingen hoch, wie beispielsweise am Trinken von Cola (seiner Frau bringt er sie dann doch vom Kiosk mit).
Was vielen geschichtsvergessenen Kommentatoren vielleicht nicht präsent ist: Es gab immer schon Journalisten, die von ihrem Amt in die Regierungsadministration wechselten. Und es waren nicht die schlechtesten: Conrad Ahlers beispielsweise (ein »Spiegel«-Mann und später, nach Aufgabe seines Regierungssprecheramtes, ein polemischer Regierungskritiker). Oder – ebenfalls für die sozial-liberale Regierung, Klaus Bölling und Rüdiger von Wechmar. Später dann für die Kohl-Regierung Peter Boenisch und – auch vom ZDF – Friedhelm Ost. Für die Regierung Schröder sprach mit Uwe-Carsten Heye auch ein gelernter Journalist.
Jürgen Petersen: Repräsentation in Demokratien
»Der Kern moderner Demokratien ist die Repräsentation«. So steht es auf dem Rückdeckel des Buches »Repräsentation in Demokratien«. Aber was bedeutet das? Wie verstehen die Repräsentanten ihre Repräsentation? Wem gilt sie? Nur den Wählern oder gar allen, die sich im geografischen Bereich des Repräsentanten befinden? Welcher Art und welchen Inhaltes sind die handlungsstrukturierenden Konzeptionen von Repräsentation in demokratischen Systemen? Und: Gibt es Unterschiede zwischen den Repräsentationsmodellen beispielsweise in Deutschland und den USA?
Der Autor Dr. Jürgen Petersen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt und Research Associate am dortigen Zentrum für Nordamerika-Forschung (ZENAF). Er versucht diese Fragen zu beantworten und bedient sich dabei eines denkbar einfachen Mittels: der Befragung. Dabei steht er vor dem Dilemma, ebenfalls ein repräsentatives Ergebnis vorzulegen, was er durchaus thematisiert, wenn auch nicht ganz überzeugend (dazu später).
Ein Mann fährt mit dem Nachtzug von Norwegen nach Schweden, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen. Offenbar leidet er an einer schweren Krankheit. Im Zug trifft er einen ehemaligen Mitschüler, an den er sich kaum erinnert. Sie erzählen und trinken ein Bier, als der Mann ans Telefon gerufen wird – seine Frau ist besorgt, sie hat Angst um die Zukunft, aber er kann sie beruhigen. Als er zum Speisewagen zurückkommt, ist dieser verwaist. Und auch in seinem Abteil ist der ehemalige Mitschüler nicht anzutreffen.
In einer anderen Geschichte arbeitet ein Ich-Erzähler als Helfer des Bestatters. Frau Seland, die er von früher kannte, ist gestorben. Durch eine Ungeschicklichkeit fällt ihm die Leiche hin. Eine klumpige, stinkende Flüssigkeit tritt aus und die vorher mühsam angezogene Leichenbluse ist verschmutzt.
Nein, nicht die aktuelle. Die von 1990. [2.7.90] Das Daumenhalten für die Tschechen während des gestrigen Spiels oder die Hoffnung bis zum Verlängerungsschlusspfiff, es möge Kamerun gelingen, die Engländer zu schlagen, worauf sie im Halbfinale den Deutschen zeigen, was eine ehemalige Kolonie auf die Beine zu stellen vermag. (Das Ganze natrülich nicht ohne Rückfälle: Klinsmann ...
Fragen zu Miriam Meckels »Brief an mein Leben«
Ein »Burnout« ist eine Art Erschöpfung, ein physisches und psychisches Ausgebranntsein eines Menschen. Wo einst eine Hyperaktivität und fast pausenloses Engagement war, macht sich plötzlich lähmende Antriebsschwäche bis hin zu Depressionen breit. Der Begriff ist durchaus umstritten; eine einheitliche Definition gibt es nicht. Zweifellos hat Miriam Meckel mit ihrem Buch »Brief an mein Leben« einen enormen Publizitätsschub für die Problematik des »Burnout« erzeugt. Als bekannte Professorin und Publizistin bekommt ihr Buch einen Prominenten-Bonus in den Medien. Zudem passt es in einer wahren Serie von Krankheitsgeschichten Prominenter, wie etwa Leinemann und Schlingensief, die ihre Krebserkrankungen geschildert haben (was Iris Radisch zur flapsigen Bemerkung einer »Metaphysik des Tumors« veranlasste) bis zum Buch des an Depressionen erkrankten ehemaligen Fußballspielers Sebastian Deisler.
Robert Kornblum, halbintellektuelle[r], alternde[r] Penner, (vulgo: arbeitsloser Studienabbrecher, 35 Jahre), Dachdecker und Gelegenheitsbauarbeiter, wacht nach durchzechter Geburtstagsfeier zu Hause auf. Einmal im Jahr erlaubt er sich zu trinken, ansonsten ist er seit drei Jahren trocken. Er hat einen Filmriss und weiß nicht mehr, was letzte Nacht passiert ist. Zum Glück erweisen sich die Markierungen auf seiner Stirn nicht als Tattoos, sondern abwaschbar. Aber das urinieren fällt ihm schwer und er wirft einen Blick nach unten und sieht das Kondom. Was war geschehen?
Kornblum rekapituliert mühsam die letzte Nacht und dem Leser eröffnet sich eine gänzlich fremde Welt. Zunächst denkt man an eine Art Rotlichtidylle à la »Der König von St. Pauli«, aber dann merkt man, dass das Ganze in Berlin spielt und mit Prostitution allenfalls am Rande zu tun hat. Die große Familie trifft sich bei Hussi, dem serbischen Wirt (mit kroatischer Frau). Da ist Ronny, noch ein Quoten-Trockene[r].