In den letzten anderthalb Jahren soll es zu 18 Treffen zwischen Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Sarkozy gekommen sein. Mal waren die beiden zu zweit, mal bei Treffen der Regierungschefs entweder der EU, oder der der G20 oder auch aller zusammen. Die Gründe sind hinlänglich bekannt: Europa befindet sich in einer veritablen Banken‑, Finanz‑, Staats‑, Schulden- und/oder Wirtschaftskrise. Dabei werden diese Treffen längst nicht mehr als solche bezeichnet. Nein. Es sind »Gipfel« oder, doppeldeutig, »Gipfeltreffen« (als träfen sich dort Gipfel).
Dabei lohnt es sich über die Bedeutung eines Gipfels nachzudenken. Laut Duden ist der Gipfel die »höchste Spitze eines [steil emporragenden, hohen] Berges« bzw. »höchstes denkbares, erreichbares Maß von etwas; das Äußerste; Höhepunkt«. Als dritte Bedeutung wird schließlich der »Politikjargon« bemüht. Denn ursprünglich war ein »Gipfeltreffen« ein außergewöhnliches Ereignis: Staats- und Regierungschefs oder andere herausgehobene Persönlichkeiten trafen sich zu besonderen Gelegenheiten. Nicht mehr und nicht weniger.




