Nie ist die Existenz dramatischer als in unserer Kindheit, und nie bewusster als im Alter; dazwischen liegen ein Abschnitt geschäftsmäßiger Vergessenheit und die gnadenvolle Unbekümmertheit der Jugend. Verglichen mit der Kindheit, tritt im Alter die Existenz vor dem absehbaren Ende, gleichsam von der anderen Seite her, ins Bewusstsein: Während das Kind stets darum kämpft, mit den Intensitäten, die ihm die Welt auferlegt und die es durchdringen und durchjagen, zurechtzukommen, also Stabilität zu erlangen, ist das Alter von der Leere, einem Übermaß an Stabilität, einem Mangel lebenslohnender Intensität, vielleicht einem Erschöpfen der Sinne, bedroht. Das Flehen endlich sterben zu können, als Betagter aber nicht chronisch Kranker, ist ernst zu nehmen und zeigt, dass ein Leben trotz hinreichender Funktionalität, an sein Ende kommen kann.
Die Quartett-Verschwörung
Tobias Rüther hat in einem Text für die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« so etwas wie eine Bilanz der letzten Folgen des »literarischen Quartetts« mit der Moderatorin Thea Dorn gezogen. Und am Schluss ist er dann einer ganz großen Sache auf der Spur. Aber gemach. Zunächst geht es ihm um die bunte Schar der Gäste, die ja ...