Fro­he Ostern 2020

Das Le­sen von so­ge­nann­ten »Co­ro­na-Ta­ge­bü­chern« bis auf wei­te­res ein­ge­stellt. Un­er­gie­big. Selbst ei­ne Esther Kin­sky hat nichts bei­zu­steu­ern au­ßer das üb­li­che. Schrift­stel­ler, die jah­re­lang an Sub­ven­ti­ons­töp­fen hän­gen, sind na­tür­lich auch für Co­ro­na-Bonds für Süd­eu­ro­pa, le­se ich. Nur: Wer soll das er­wirt­schaf­ten? Oder druckt man ein­fach im­mer wei­ter Geld?

* * *

Selbst Fuß­ball­ver­ei­ne jam­mern. Sie, die per­ma­nent Miss­wirt­schaft be­trie­ben ha­ben, die für mit­tel­klas­si­ge Kicker Mil­lio­nen­ge­häl­ter zah­len, re­kla­mie­ren für sich so et­was wie Ge­mein­nüt­zig­keit. Der Ama­teur­fuß­ball ist wich­tig – ja. Aber der Rest? Das sind doch eher Me­ta­sta­sen des Sports, die man ei­gent­lich ster­ben las­sen könn­te (durch In­sol­venz). Pas­send da­zu: Ein deut­scher Fuß­ball­tor­wart for­dert 20 Mil­lio­nen Eu­ro Jah­res­ge­halt für 5 Jah­re. Dann ist er 39. Das in die­sen Zei­ten zu for­dern, ist ob­szön. Ich wür­de ihn so­fort aus dem Ka­der wer­fen.

* * *

Sta­si­uk fer­tig ge­le­sen. Es sind Feuil­le­tons, aber was für wel­che. Ich lie­be das.

* * *

Mun­te­res Trei­ben auf den We­gen. Fa­mi­li­en mit Kin­dern auf Fahr­rä­dern. Pär­chen. Auch äl­te­re, die je­doch meist mor­gens. Ge­stern am Ein­gang woll­te mir ei­ne Frau die Tü­re auf­hal­ten. Freund­lich ab­ge­wie­sen – sol­che Höf­lich­kei­ten sind nicht mehr drin.

* * *

Die Wirt­schaft wird den Druck auf die Po­li­tik so stark ma­chen, dass bald mit Locke­run­gen ge­rech­net wer­den kann. In NRW wur­de die Gren­ze zu den Nie­der­lan­den, die ei­ne Art von Durch­seu­chung prak­ti­ziert, nie ge­schlos­sen. Die Nie­der­lan­de mit ei­nem hat un­ge­fähr so vie­le To­te wie Deutsch­land (bei 17 vs 83 Mil­lio­nen Ein­woh­nern). Sonn­tags ge­hen da vie­le Deut­sche ein­kau­fen, hö­re ich. Bau­märk­te ha­ben eh’ ge­öff­net. Wenn sich al­les lockert be­steht die Haupt­auf­ga­be dar­in, die Vor­sichts­maß­nah­men für sich sel­ber nicht voll­stän­dig zu ver­nach­läs­si­gen. Ich wer­de dann min­de­stens zwei Wo­chen kei­nen Fuss vor die Tür set­zen. Ich fürch­te, dass es spä­te­stens im Herbst noch ein­mal ei­ne Wel­le ge­ben wird.

* * *

»Op­ti­mi­sten sind Volks­ver­dum­mer« soll Ba­zon Brock ge­sagt ha­ben. Ver­mut­lich hat er Recht.

* * *

»Die Zeit« bringt es nicht fer­tig in ei­ner Re­zen­si­on vom 7. April zum Flücht­lings­film nach Ro­bin Alex­an­ders Buch den Feh­ler »Lo­thar de Mai­ziè­re« (statt Tho­mas de Mai­ziè­re) zu kor­ri­gie­ren.

* * *

Neue Lek­tü­re: »Das Wun­der des Über­le­bens« von Ernst Lo­thar (neu auf­ge­legt).

* * *

Die Bir­ken brin­gen mich um.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

Kommentar abgeben:

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Angaben sind mit * markiert.