Chat­bot und Pe­ter Hand­ke

Ir­gend­wie be­kom­me ich ja beim neue­sten Spiel­zeug Chat­botGPT kei­nen Zu­gang. Um­so dank­ba­rer bin ich Wolf­gang Scher­reiks, der ein spon­ta­nes »In­ter­view« mit der Ma­schi­ne zu Pe­ter Hand­ke ge­führt hat­te und mir er­laubt, es hier ab­zu­drucken:

W.S.: »Ei­ne Fra­ge, ChatGPT, was zeich­net das Werk Pe­ter Hand­kes aus?

GPT: »Das Werk von Pe­ter Hand­ke zeich­net sich durch ver­schie­de­ne Merk­ma­le aus, wie z.B.:

Sprach­li­che Ex­pe­ri­men­te: Hand­ke hat in sei­nem Werk ei­ne ei­ge­ne Spra­che und ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Li­te­ra­tur­form ent­wickelt, die durch sprach­li­che Ex­pe­ri­men­te und for­ma­li­sti­sche An­sät­ze ge­kenn­zeich­net ist.

The­men­re­le­vanz: Hand­ke be­fasst sich in sei­nem Werk mit The­men wie Iden­ti­tät, Exi­sten­zia­lis­mus, Land­schaft und Land­schafts­er­le­ben, so­wie mit den po­li­ti­schen Er­eig­nis­sen in Ju­go­sla­wi­en in den 1990er Jah­ren.

Kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen: Hand­kes Werk hat oft kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen aus­ge­löst, ins­be­son­de­re auf­grund sei­ner Hal­tung zu den po­li­ti­schen Er­eig­nis­sen in Ju­go­sla­wi­en.
Sinn­su­che und Phi­lo­so­phie: In sei­nem Werk geht Hand­ke auf die Su­che nach dem Sinn des Le­bens und ver­weist auf Phi­lo­so­phien und li­te­ra­ri­sche Tra­di­tio­nen.

Mi­ni­ma­lis­mus: Hand­kes Pro­sa ist oft mi­ni­ma­li­stisch und re­du­ziert, was ei­ne in­ten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der Spra­che und ih­ren Mög­lich­kei­ten er­for­dert.

Es ist wich­tig zu be­ach­ten, dass Hand­kes Werk höchst um­strit­ten ist und po­la­ri­sie­ren­de Re­ak­tio­nen her­vor­ruft, und dass nicht al­le sei­ne Wer­ke die glei­chen Merk­ma­le auf­wei­sen.«

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Hamsun/Sonnenberg: Hun­ger

[...] Knut Ham­suns Hun­ger wur­de bis­her mehr­fach ins Deut­sche über­setzt. Die Tran­skrip­ti­on von Ma­rie von Borch wur­de in den 1920er Jah­ren von Ju­li­us Sand­mei­er ab­ge­löst. Seit den 1950er Jah­ren er­scheint Hun­ger in Deutsch­land in meh­re­ren Ver­la­gen in der Über­set­zung von Ju­li­us Sand­mei­er und So­phie An­ger­mann (die auch an­de­re Wer­ke Ham­suns zu­sam­men über­setzt hat­ten). Die­se Über­tra­gung ...

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Mo­ha­med Mbou­gar Sarr: Die ge­heim­ste Er­in­ne­rung der Men­schen

Der 1990 ge­bo­re­ne se­ne­ga­le­si­sche Schrift­stel­ler Mo­ha­med Mbou­gar Sarr hat­te zwi­schen 2014 und 2018 vier Er­zäh­lun­gen bzw. Ro­ma­ne ver­öf­fent­licht, be­vor 2021 Die ge­heim­ste Er­in­ne­rung der Men­schen im Ver­lag Édi­ti­ons Phil­ip­pe Rey er­schie­nen war. Es be­durf­te der Aus­zeich­nung die­ses Ro­mans mit dem Prix Gon­court, dem höch­sten fran­zö­si­schen Li­te­ra­tur­preis, um das In­ter­es­se für die­sen Au­tor im deutsch­spra­chi­gen Raum ...

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Neu­es von El­frie­de Je­li­nek

Vor we­ni­gen Wo­chen wur­de die öster­rei­chi­sche Schrift­stel­le­rin und Dra­ma­ti­ke­rin El­frie­de Je­li­nek 76 Jah­re alt. Mit wohl­tu­en­der An­lass­lo­sig­keit kommt nun ein Film der Ber­li­ner Do­ku­men­tar­fil­me­rin Clau­dia Mül­ler mit dem schö­nen Ti­tel »El­frie­de Je­li­nek – Die Spra­che von der Lei­ne las­sen« in die Ki­nos. Mül­ler ist durch ih­re Fern­seh­ar­bei­ten u. a. über Jen­ny Hol­zer, Ka­tha­ri­na Gro­sse und ...

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Mo­ritz Baß­ler: Po­pu­lä­rer Rea­lis­mus

Im letz­ten Jahr sorg­te ein Auf­satz des Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­lers Mo­ritz Baß­ler über den »neu­en Mid­cult« für ei­ni­ges Auf­se­hen in der Li­te­ra­tur­sze­ne. Kurz dar­auf folg­te zu­sam­men mit Heinz Drügh das Buch »Ge­gen­warts­äs­the­tik«. Es war der Ver­such ei­ner Ana­ly­se der ak­tu­el­len Li­te­ra­tur im Kos­mos des Mark­tes. Hier füg­te sich schließ­lich die Mi­d­­cult-The­­se ein, die ei­ne Art Pur­ga­to­ri­um des ...

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He­le­na Ad­ler: Fret­ten

Helena Adler: Fretten
He­le­na Ad­ler: Fret­ten

Vor zwei Jah­ren wur­de He­le­na Ad­ler ei­nem brei­ten Pu­bli­kum mit ih­rem fu­rio­sen De­but »Die In­fan­tin trägt den Schei­tel links« be­kannt. Mit »Fret­ten« liegt nun der zwei­te Ro­man vor, der im Ver­gleich zum Erst­ling noch mehr an der Schrau­be der Ex­pres­si­vi­tät, der Wut aber auch der Zärt­lich­keit dreht, et­was, was man kaum für mög­lich ge­hal­ten hat. Aber ge­mach.

Zu Be­ginn wird die Vo­ka­bel »fret­ten« er­klärt: »sich ab­mü­hen, sich pla­gen […] sich wund rei­ben«. Wie schon in der »In­fan­tin« sind die 21 Ka­pi­tel des neu­en Ro­mans über­schrie­ben mit Ti­teln von Kunst­wer­ken; zu­meist Ge­mäl­den (de­ren An­schau­en zur Lek­tü­re loh­nend ist), aber auch ei­ne Per­for­mance und zwei In­stal­la­tio­nen der Au­torin, die man nur er­ah­nen kann. Auch in­halt­lich könn­te »Fret­ten« ei­ne Fort­schrei­bung des Erst­lings sein; es gibt an­ge­deu­te­te Par­al­le­len zur El­tern- und Groß­el­tern­ge­schich­te, die aber nicht mehr wei­ter aus­ge­führt wer­den. Die »In­fan­tin« en­det mit dem Ab­schied von Kind­heit und Ju­gend; sie leg­te »ih­re Waf­fen nie­der« und still­te ihr Kind. Und die Ich-Er­zäh­le­rin aus »Fret­ten« stellt ab Mit­te des Ro­mans die Ge­burt und die Be­treu­ung ih­res Soh­nes in den Mit­tel­punkt. Dann nimmt das rich­tig Fahrt auf.

Zu­nächst je­doch wird die Kind­heit als »ir­di­sches Pa­ra­dies« er­zählt, ein bu­ko­li­sches Idyll mit ima­gi­nier­ten war­men Dämp­fen; ei­ne »wei­che Welt« im »Blu­men­ver­steck« des ver­wil­der­ten Groß­el­tern­gar­tens mit Blick auf die Ber­ge, die ein »un­end­li­ches Meer« »in­sze­nier­ten«. Je­der Tag »roch nach Aben­teu­er«. Noch war es da, das »Ur­ver­trau­en« und ei­ne strot­zen­de Le­bens­gier er­füll­te sie. Es gab den »Duft un­se­rer Wei­zen­fel­der« (das Olfak­to­ri­sche spielt in die­sem Buch ei­ne wich­ti­ge Rol­le) und die »Abend­son­ne sti­chelt gold­gelb in die Al­pen­sa­van­ne« wäh­rend die Schat­ten ein Bild lie­fer­ten, »als wür­de das Land mit Erd­öl ge­flu­tet.«

Es sind Evo­ka­tio­nen aus den »Gefilde[n] der Se­li­gen« und ich fra­ge mich, wann ich zu­letzt der­art zau­ber­haf­tes ge­le­sen ha­be (das ist lan­ge her). Aber das ist nur die ei­ne Sei­te. Da­ne­ben, gleich­zei­tig, gab es auch das Le­bens in der har­ten, »bru­ta­len Welt« der El­tern, die­se Ka­da­ver- und Ver­we­sungs­ge­rü­che – ei­ne Me­ta­pher für Un­ver­ständ­nis und Bor­niert­heit – und am lieb­sten war die Er­zäh­le­rin mit sich al­lei­ne, beim Zeich­nen von Be­stia­ri­en mit den »Mon­stern der Nacht« und spä­ter wur­de die »Spra­che der Phra­sen­dre­scher« (vul­go: Fa­mi­lie) »zer­häck­selt«.

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Jo­chen Hö­risch: Poe­sie und Po­li­tik

Die zahl­rei­chen Pu­bli­ka­tio­nen wie bei­spiels­wei­se die Kul­tur­ge­schich­te der Hän­de (2021), die Mo­no­gra­fie »Gott, Geld und Me­di­en« (2004), ein Es­say über das »Wis­sen der Li­te­ra­tur« (2007), Mar­tin Lu­ther (2020), Ri­chard Wag­ners Theo­rie­thea­ter (2015) oder der »Wut des Ver­ste­hens« (1988/2011) ma­chen Jo­chen Hö­risch (Jahr­gang 1951) zu ei­ner ger­ne be­frag­ten Per­sön­lich­keit. Er er­scheint da­bei wie ei­ne Art kul­tur­wis­sen­schaft­li­cher ...

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