Alain Clau­de Sul­zer

Der Schwei­zer Schrift­stel­ler Alain Clau­de Sul­zer, der na­tür­lich kein »Schweiz-An­­ge­­stel­l­ter« sein will, fährt nach Finn­land und wun­dert sich, dass ihn nie­mand dort auf den 9. Fe­bru­ar, den Tag der Ab­stim­mung zur Mas­sen­ein­wan­de­rungs­in­itia­ti­ve, an­spricht. Nie­mand in Finn­land ist an Schwei­zer Po­li­tik in­ter­es­siert. Nie­mand will sich mit ihm (oder ge­gen ihn) em­pö­ren. Statt­des­sen stellt er fest, dass ...

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Graf/Farkas: Es wer­de Stadt!

»Es wer­de Stadt!« so der leicht pa­the­ti­sche Aus­ruf und Ti­tel des Films von Do­mi­nik Graf und Mar­tin Far­kas. Die Stadt, die da wer­den soll, ist Marl im nörd­li­chen Ruhr­ge­biet. Marl steht für Koh­le, Che­mie – und den Grim­me-Preis. Und an Marl lässt sich die Ge­schich­te des Ruhr­ge­biets sehr schön il­lu­strie­ren: die Städ­te­bau­am­bi­tio­nen in den 1960er Jah­ren (als es mit der Koh­le­för­de­rung schon schwie­ri­ger wur­de, wenn auch eher un­be­merkt), die viel ge­rühm­te »in­sel« wie dort die Volks­hoch­schu­le hieß. Es galt, wie es ein­mal heißt, Men­schen zu »er­zie­hen«. Und wenn es durch Bau­wer­ke ge­schah (so sa­hen sie auch aus). Die of­fe­ne, »ra­di­kal in­no­va­ti­ve« »Sharoun-Schu­le«, die, so ein Leh­rer, erst in der Zeit als es die Ge­samt­schu­le gab, an­ge­nom­men wur­de. Was im­mer das be­deu­tet.

Graf und Far­kas zei­gen Auf­stieg und Nie­der­gang des Ruhr­ge­biets an­hand der Stadt Marl und, al­le­go­risch, par­al­lel zur Ent­wick­lung des Fern­se­hens. Die üb­li­chen Kla­gen bei den be­frag­ten Bür­gern: In Marl ge­be es nichts, wo man abends hin­ge­hen kann. Der Nie­der­gang des Fern­se­hens, wie ihn Graf und Far­kas ver­ste­hen, sym­bo­li­siert sich am ver­rot­ten­den Hal­len­bad Marls. Man braucht nur we­nig an den Aus­sa­gen der Bür­ger über ih­re Stadt än­dern: Da gibt es nichts, was man abends ein­schal­ten kann.

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Jür­gen Klopp

Al­les mo­kiert sich wie­der mal über Jür­gen Klopp, den Trai­ner von Bo­rus­sia Dort­mund. Die hat­ten ge­stern ge­gen Re­al Ma­drid 3:0 ver­lo­ren. Der so­ge­nann­te »Bran­chen­dienst« Me­dia (ei­ne Art Por­tal für me­dia­le Quo­ten­nut­ten) kon­sta­tier­te den näch­sten Eklat, nach­dem sich Klopp vor ein paar Wo­chen mit Oli­ver Kahn an­ge­legt hat­te. Wer den Dia­log ge­nau ver­folgt kann nur mit ...

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Be­sten­li­sten

Seit sehr vie­len Jah­ren gibt es die »SWR-Be­­sten­­li­­ste« (die frü­her »SWF-Be­­sten­­li­­ste« hiess). Das Pro­gramm ist ein­fach: »30 Li­te­ra­tur­kri­ti­ker und ‑kri­ti­ke­rin­nen nen­nen mo­nat­lich – in frei­er Aus­wahl – vier Buch-Neu­er­schei­nun­­­gen, de­nen sie ‘mög­lichst vie­le Le­ser und Le­se­rin­nen’ wün­schen, und ge­ben ih­nen Punk­te (15,10,6,3).« Be­sten­li­ste be­deu­tet eben nicht Bestsel­lerli­ste. Das Er­geb­nis kann man mo­nat­lich auf der Web­sei­te ...

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Stöckl/Schmidt

Be­mer­kens­wer­te Sen­dung auf Ö3 mit Ha­rald Schmidt und der »Früh­stücke­rin« Clau­dia Stöckl1. Be­mer­kens­wert aus zwei Grün­den: Zum ei­nen ist die Mo­de­ra­to­rin sehr gut vor­be­rei­tet und schlag­fer­tig (das ist sie fast im­mer, fällt aber bei je­man­dem wie Schmidt wo­mög­lich schwer). Und zum an­de­ren wirkt Schmidt wirk­lich be­freit, lä­stert über Gott­schalk, der bes­ser auf­hö­ren sol­le und hat ...

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Li­te­ra­tur­club, Hei­den­reich und Schät­zing

Dies­mal mehr als är­ger­lich, son­dern wi­der­lich: El­ke Hei­den­reich im »Li­te­ra­tur­club«, die im­mer noch nicht über­wun­den hat, dass sie die Sen­dung nicht mehr mo­de­riert, son­dern Ste­fan Zwei­fel. Der fragt be­reits zu Be­ginn, ob Schät­zings neu­es Buch »über­haupt Li­te­ra­tur« sei, stellt es ein biss­chen wie ei­ne Na­tur­ka­ta­stro­phe dar, es in die­ser Sen­dung be­spre­chen zu müs­sen. Ab 18:55 ...

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Ib­sen Award

»The In­ter­na­tio­nal Ib­sen Award« 2014 an – Pe­ter Hand­ke. Sehr schö­ne Be­grün­dung. Und ein Tritt in die Hin­tern der deut­schen Feuil­le­to­ni­sten, die seit Jah­ren das dra­ma­ti­sche Werk Hand­kes in Grund und Bo­den schrei­ben. Ein­zi­ge Aus­nah­me der letz­ten Jahr­zehn­te war »Im­mer noch Sturm«, was selbst ei­ne Fi­gur wie Sta­del­mai­er, der Reich-Ra­­nicki der Thea­ter­kri­ti­ker, nicht nie­der­ma­chen konn­te.

Viel­leicht ein paar Än­de­run­gen?

Die letz­ten Wo­chen ha­ben ge­zeigt: Tex­te, die nicht Buch­be­spre­chun­gen von Neuer­scheinungen sind, wer­den eher kom­men­tiert und dis­ku­tiert als die ei­gent­li­chen »Be­gleit­schrei­ben«.

Der Grund er­scheint mir klar: Die be­spro­che­nen Bü­cher sind fast im­mer Neuer­scheinungen. Be­vor man mei­nen Text kom­men­tiert, müss­te man das Buch ge­le­sen ha­ben – vor al­lem, wenn man wi­der­spre­chen möch­te. Cross­posts, d. h. »Dop­pel­sen­dun­gen« – so­wohl bei »Glanz und Elend« als auch hier – sind je­doch aus tech­ni­schen Grün­den even­tu­ell so­gar pro­ble­ma­tisch, wie ich mir ha­be sa­gen las­sen. Such­ma­schi­nen re­agie­ren hier­auf mit dem schlimm­sten, was sie kön­nen: mit Igno­ranz. Hin­zu kommt, dass ich Cross­posts nicht be­son­ders mag.

Was al­so tun? Mei­ne Idee: Die Buch-Be­gleit­schrei­ben wer­den bei »Glanz und Elend« (oder, in Aus­nah­me­fäl­len, auf ei­ner an­de­ren Platt­form) pu­bli­ziert. (Aus­nah­men be­stä­ti­gen die Re­gel.) Hier im Blog wer­den Es­says, Auf­sät­ze, Po­le­mi­ken, Ta­ge­buch­ein­tra­gun­gen, viel­leicht so­gar Feuil­le­tons und ge­le­gent­lich Fik­tio­na­les ge­po­stet – ei­gent­lich wie bis­her.

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