Man­fred Mit­ter­may­er: Tho­mas Bern­hard – Ei­ne Bio­gra­fie

Manfred Mittermayer: Thomas Bernhard - Eine Biografie

Man­fred Mit­ter­may­er:
Tho­mas Bern­hard – Ei­ne Bio­gra­fie

Man­fred Mit­ter­may­er ist nicht ir­gend­wer, wenn es um Tho­mas Bern­hard geht. Sei­ne Pu­bli­ka­ti­ons­li­ste zu dem öster­rei­chi­schen Schrift­stel­ler ist lang. Mit­ter­may­er hat ei­ni­ge Bän­de der Tho­mas-Bern­hard-Ge­samt­aus­ga­be mit her­aus­ge­ge­ben. Auf der Web­sei­te des Li­te­ra­tur­ar­chivs Salz­burg wird er als Vor­stands­mit­glied der Inter­nationalen Tho­mas Bern­hard Ge­sell­schaft ge­führt1; auf de­ren Web­sei­te nicht (mehr?). 2006 er­schien von ihm ei­ne bei Suhr­kamp ei­ne »Ba­sis­Bio­gra­phie« über Bern­hard. Und jetzt al­so, an­lass­los, im Re­si­denz-Ver­lag ei­ne neue, aus­führ­li­che Bio­gra­fie von ihm zum »Al­pen-Beckett«.

Da­bei ist es ei­gent­lich kei­ne be­son­ders gu­te Zeit, ei­ne Bio­gra­fie über Tho­mas Bern­hard zu schrei­ben, die ne­ben dem all­seits be­kann­ten auch neue As­pek­te bie­ten kann. Zu tun hat dies zu­nächst ein­mal mit der no­ta­ri­el­len Ver­fü­gung Bern­hards, wie mit sei­nem Nach­lass zu ver­fah­ren ist. Mit­ter­may­er zi­tiert ge­gen En­de sei­ner Bio­gra­fie den be­kann­te­sten Ab­schnitt wie folgt:

»We­der aus dem von mir bei Leb­zei­ten ver­öf­fent­lich­ten noch aus dem nach mei­nem Tod gleich wo im­mer noch vor­han­de­nen Nach­laß darf auf die Dau­er des ge­setz­li­chen Ur­he­ber­rech­tes in­ner­halb der Gren­zen des öster­rei­chi­schen Staa­tes, wie im­mer die­ser Staat sich kenn­zeich­net, et­was in wel­cher Form im­mer von mir ver­faß­tes Ge­schrie­be­nes auf­ge­führt, ge­druckt oder auch nur vor­ge­tra­gen wer­den. Aus­drück­lich be­to­ne ich, daß ich mit dem öster­reichischen Staat nichts zu tun ha­ben will, und ich ver­wah­re mich nicht nur ge­gen je­de Ein­mi­schung, son­dern auch ge­gen je­de An­nä­he­rung die­ses öster­rei­chi­schen Staa­tes mei­ne Per­son und mei­ne Ar­beit be­tref­fend in al­ler Zu­kunft. Nach mei­nem Tod darf aus mei­nem even­tu­ell gleich wo noch vor­han­de­nen li­te­ra­ri­schen Nach­laß, wor­un­ter auch Brie­fe und Zet­tel zu ver­ste­hen sind, kein Wort mehr ver­öf­fent­licht wer­den.«

(Das Zi­tat ist je­doch nicht kor­rekt, weil die Aus­las­sungs­zei­chen feh­len. So fehlt im er­sten Satz das Wort »selbst«: »We­der aus dem von mir selbst bei Leb­zei­ten ver­öf­fent­lich­ten…« [Her­vor­he­bung von mir, L.S.].)

–> wei­ter­le­sen auf Glanz und Elend


  1. Das war der Stand zum Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung am 29. Sep­tem­ber. Im No­vem­ber wur­de der Le­bens­lauf kor­ri­giert