Ri­chard Pri­ce: Cash

Richard Price: Cash

Ri­chard Pri­ce: Cash

Den Zeit­punkt, von dem an Kri­mi­nal­ro­ma­ne nur noch am Ran­de mit der ei­gent­li­chen Auf­klä­rung des Ver­bre­chens zu tun ha­ben, kann man ganz gut auf Mit­te der 1970er Jah­re ta­xie­ren. Zwar hat­ten an­gel­säch­si­sche Au­toren zu­vor längst den kau­zi­gen Pri­vat­de­tek­tiv ent­deckt und auch Per­sön­li­ches des Fall-Lö­sers in die Ge­schich­ten ein­ge­wo­ben. Und auch Ge­or­ge Si­me­nons Fi­gur Mai­gret war mehr als nur ein Kom­mis­sar, der In­di­zi­en auf­spür­te, Ali­bis über­prüf­te und Zeu­gen­ver­neh­mun­gen durch­führ­te. Eben­so wur­de die Psy­cho­lo­gie des Tä­ters im­mer wei­ter aus­ge­leuch­tet und als Mo­tiv reich­te nicht mehr nur die üb­li­che Te­sta­ments­klau­sel oder der un­ver­zeih­ba­re Sei­ten­sprung des Ehe­part­ners. Aber den An­spruch, mit der Er­zäh­lung von Kri­mi­nal­fäl­len auch, ja: vor al­lem ge­sell­schafts­po­li­ti­sche und so­zia­le Zu­stän­de zu re­flek­tie­ren, wur­de erst­mals von den bei­den schwe­di­schen Au­toren Maj Sjö­wall und Per Wahlöö ein­ge­löst. Zehn Ro­ma­ne ent­stan­den vom Au­toren­paar zwi­schen 1965 und 1975. Den De­ka­log nann­te man spä­ter »Ro­man über ein Ver­bre­chen« – die Be­to­nung liegt auf »ein«. Nicht nur, dass die Prot­ago­ni­sten der Stock­hol­mer Mord­kom­mis­si­on, hier vor al­lem Kri­mi­nal­as­si­stent bzw. Kom­mis­sar Mar­tin Beck, sein eng­ster Ver­trau­ter Koll­berg oder der ge­le­gent­lich cho­le­risch-un­kon­ven­tio­nel­le Gun­vald Lars­son nebst ih­rem Pri­vat­le­ben im Mit­tel­punkt stan­den. Des­wei­te­ren wur­den die Ar­beits­be­din­gun­gen und Rän­ke­spie­le in­ner­halb der Po­li­zei­ad­mi­ni­stra­ti­on und die ok­troy­ier­ten po­li­ti­schen Rück­sicht­nah­men eben­so the­ma­ti­siert wie die ge­sell­schafts­po­li­ti­schen und so­zia­len Zu­stän­de des Lan­des sel­ber, die sich in der Skur­ri­li­tät und Bru­ta­li­tät der Ver­bre­chen spie­geln soll­ten.

Da­bei war ei­ne sub­ti­le Form po­li­ti­scher Agi­ta­ti­on durch­aus be­ab­sich­tigt. Schließ­lich wa­ren die bei­den be­ken­nen­de Mar­xi­sten. Aber bei al­lem klas­sen­kämp­fe­ri­schem Ha­bi­tus – auf das Ele­ment der Span­nung wur­de nicht ver­zich­tet. Sie ent­stand nur nicht mehr aus der klas­si­schen »Whodunnit«-Frage oder dem Auf­zei­gen der Ge­nia­li­tät des Er­mitt­lers. Kom­bi­na­tio­nen à la Sher­lock Hol­mes oder Her­cu­le Poi­rot hat­ten mit der rea­len Po­li­zei­ar­beit nichts zu tun. Auch die ein­zel­gän­ge­ri­schen, un­be­stech­li­chen, nur sei­ner ei­ge­nen Mo­ral ver­pflich­te­ten Nach­for­schun­gen ei­nes Phil­ip Mar­lo­we ent­stamm­ten ei­ner künst­li­chen, wenn nicht längst ver­gan­ge­nen so doch an­de­ren Welt. Sjöwall/Wahlöös Ro­ma­ne evo­zier­ten in ih­rem fast do­ku­men­ta­ri­schen Duk­tus ei­nen Ge­sell­schafts­rea­lis­mus, der die pseu­do­de­mo­kra­ti­sche At­ti­tü­de ei­nes Wohl­fahrts­staa­tes gleich mit ent­lar­ven soll­te. So wa­ren die er­mit­teln­den Po­li­zei­be­am­ten kei­ne Tech­no­kra­ten, son­dern Men­schen, die oft ge­nug in die Fäl­le wenn nicht per­sön­lich so doch emo­tio­nal ver­strickt wa­ren bzw. wur­den. So wur­den sie zu In­vol­vier­te wi­der Wil­len, wie sie auch Re­prä­sen­tan­ten wi­der Wil­len wur­den; Schwäch­ste ei­ner Hier­ar­chie von po­li­ti­schen und öko­no­mi­schen Macht­struk­tu­ren.

Wahlöö starb 1975 mit 48 Jah­ren. Maj Sjö­wall konn­te al­lei­ne an die Er­fol­ge nicht mehr an­knüp­fen. Bis heu­te ent­ste­hen »nach Mo­ti­ven« der Ro­ma­ne Ver­fil­mun­gen, die Kom­mis­sar Beck in das Zen­trum rücken. Oh­ne den ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Im­pe­tus mit auf­zu­neh­men blei­ben sie frei­lich mü­de Auf­güs­se mit höch­stens sen­sa­tio­na­li­sti­schen Ele­men­ten wie be­son­ders bru­ta­len Mor­den. Die Mo­ti­ve Sjöwall/Wahlöös wer­den da­bei fast bis zur Un­kennt­lich­keit ab­ge­schlif­fen und die­nen höch­stens als Ku­lis­sen. Die In­spi­ra­ti­on, die das Paar mit ih­ren Bü­chern aus­üb­te, war enorm. Au­toren wie Hen­ning Man­kell, Stieg Lars­son oder Hå­kan Nes­ser wä­ren oh­ne Sjöwall/Wahlöö nicht denk­bar. Je­der Ei­fel-, Ve­ne­dig- oder Ruhr­pott­kri­mi, je­de »Tatort«-Folge, je­der so­ge­nann­te Po­li­zei­thril­ler be­schäf­tigt sich heu­te auch (man­che: vor al­lem) mit den per­sön­li­chen Be­find­lich­kei­ten der er­mit­teln­den Po­li­zi­sten und de­ren Aus­ein­an­der­set­zun­gen in­ner­halb des Po­li­zei- und Ju­stiz­ap­pa­rats.

Mat­ty und Yo­lon­da

Ri­chard Pri­ces »Cash« ist ein Buch, dass, leg­te man ei­ne Ge­nea­lo­gie der Kri­mi­nal­ro­ma­ne an, ver­mut­lich als Groß­nef­fe ei­nes Sjö­wal­l/­Wahlöö-De­ka­log­bu­ches be­zeich­net wer­den könn­te. Die Hand­lung ist schnell er­zählt. Ok­to­ber 2002: Eric Cash, Ge­schäfts­füh­rer ei­ner Bar an der Lo­wer East Si­de von New York, leicht in­tro­ver­tiert, zieht mit dem neu­en Bar­kee­per Ike Mar­cus und dem ar­beits­lo­sen Schau­spie­ler Ste­ve Boul­wa­re um die Häu­ser. In ei­ner dunk­len Ecke wer­den sie den vor­her in ei­nem zwei­ten Strang vor­ge­stell­ten ju­gend­li­chen Klein­kri­mi­nel­len Litt­le Dap und Tri­stan über­fal­len. Wäh­rend Eric be­reit­wil­lig sei­ne Brief­ta­sche her­aus­rückt, pro­vo­ziert Ike den waf­fen­füh­ren­den Tri­stan mit den Wor­ten »Heu­te nicht, mein Freund« wo­bei die­ser die Ner­ven ver­liert und ihn er­schießt. Eric Cash re­agiert pa­nisch, wäh­rend Ste­ve be­sof­fen zu­sam­men­bricht. De­tec­tive Mat­ty Clark, ein rot­blon­der Ire mit kan­ti­gem Kinn und der Fi­gur ei­nes al­tern­den High­school-Full­backs und sei­ne Kol­le­gin, die reh­äu­gi­ge La­ti­na und Jä­ge­rin Yo­lon­da Bel­lo be­gin­nen ih­re Er­mitt­lun­gen. Da­bei fal­len ih­nen Un­ge­reimt­hei­ten und Wi­der­sprü­che in Erics Aus­sa­gen auf. Zwei Au­gen­zeu­gen be­schul­di­gen ihn au­ßer­dem. Sie neh­men Eric, der to­tal über­mü­det ist, aufs Re­vier, un­ter­zie­hen ihn ei­nem har­ten Kreuz­ver­hör und prompt ver­strickt er sich noch mehr in Wi­der­sprü­che. Schließ­lich wird er so­gar fest­ge­nom­men, bis sich her­aus­stellt, dass die Au­gen­zeu­gen un­zu­ver­läs­sig wa­ren. Zu­dem be­stä­tigt der wie­der zum Be­wusst­sein ge­kom­me­ne Ste­ve Erics Ver­si­on. Er kommt frei, ver­wei­gert sich aber von nun an jeg­li­cher Zu­sam­men­ar­beit mit der Po­li­zei.

Mat­ty und Yo­lon­da kämp­fen nun an meh­re­ren Fron­ten: Zum ei­nen müs­sen sie sich um die Hin­ter­blie­be­nen und ih­re Trau­er küm­mern. Ikes Va­ter Bil­ly ist ein Tau­meln­der und zu­tiefst Ver­letz­ter, der im­mer zwi­schen Selbst­ju­stiz und Frei­tod zu schwan­ken scheint. Mat­ty ver­liebt sich auch noch ein biss­chen in Mi­net­te, der Stief­mut­ter Ikes; es kommt zu ei­nem Egal-Kuss. Zum an­de­ren wird auf­ge­zeigt, wie kom­pli­ziert sich die Er­mitt­lun­gen ge­stal­ten, weil es »von oben« stets an­de­re Prio­ri­tä­ten zu ge­ben scheint – und das, ob­wohl das Op­fer ein »Wei­ßer« ist (sol­cher Art Ras­sis­mus ist gän­gig prä­sent in den Dia­lo­gen). Gleich zu An­fang gibt es die be­ein­drucken­de Sze­ne, wie Mat­ty im­mer wie­der ei­nen Schmauch­spu­ren­test für Eric be­an­tragt, um fest­zu­stel­len, ob er ge­schos­sen hat, dies je­doch in ei­nem fürch­ter­li­chen Ver­wal­tungs­akt aus­ar­tet und trotz di­ver­ser Te­le­fo­na­te nicht zu­stan­de kommt bis dann ir­gend­wann das Zeit­fen­ster über­schrit­ten ist, weil der Test kei­ne be­weis­la­sti­gen Re­sul­ta­te mehr lie­fern wür­de. In der Nach­be­trach­tung wird Mat­ty dann vor­ge­wor­fen, er ha­be sich nicht durch­set­zen kön­nen. Und schließ­lich ver­su­chen sie, Eric doch noch zur Ko­ope­ra­ti­on zu über­re­den.

Dies al­les er­folg­los; wert­vol­le Zeit ver­streicht. Auch der zwei­te An­griff, ei­ne Art »Neu­auf­nah­me« der Re­cher­chen zu dem Ver­bre­chen nach ei­ner Wo­che, kann nicht statt­fin­den, weil Per­so­nal we­gen an­de­rer Din­ge ab­ge­zo­gen wird. Mat­tys Vor­ge­setz­te schei­nen eher an­de­ren In­ter­es­sen zu­zu­nei­gen. Mat­ty ver­sucht nun, über Bil­ly mit Hil­fe der Pres­se neu­en Druck aus­üben. Die­ser steu­ert so­gar noch öf­fent­lich­keits­wirk­sam 20.000 Dol­lar zu­sätz­lich zur Be­loh­nung bei. Ne­ben­bei wer­den noch Mat­tys Söh­ne straf­fäl­lig, was um so schwe­rer wiegt, als ei­ner von ih­nen sel­ber Po­li­zist ist und Mat­tys Ex-Frau stän­dig zy­ni­sche Be­mer­kun­gen am Te­le­fon ab­lässt. Am En­de wird der Fall des ge­tö­te­ten Ike durch Kom­mis­sar Zu­fall dann auf­ge­klärt.

»Cash« ern­tet in Deutsch­land uni­so­no Lob. Da wird von ei­nem Ro­man des New York nach dem 11. Sep­tem­ber ge­spro­chen, ob­wohl die­ses Er­eig­nis über­haupt kei­ne Rol­le spielt; im Buch viel­leicht drei­mal er­wähnt wird. Auch die »ur­ba­ne So­zio­lo­gie«, die der Kri­ti­ker der »Zeit« hier aus­ge­brei­tet sieht, er­schließt sich mir in die­sem ka­ko­pho­nen Wim­mel­bild nicht. Tat­säch­lich wer­den die so­zia­len Schich­ten und de­ren In­ter­ak­tio­nen ge­schil­dert und im­mer ist es ir­gend­wie wich­tig, wel­che Haut­far­be und Her­kunft je­mand hat – aber mehr als Si­mu­la­ti­on von »So­zio­lo­gie« kann man, oh­ne be­son­ders an­spruchs­los zu sein, wohl kaum her­aus­le­sen. Viel­leicht täuscht der Ein­druck, aber soll da nicht ein eher span­nungs­lo­ser Kri­mi­nal­ro­man mit zu­sätz­li­chen Les­ar­ten ein we­nig auf­ge­bre­zelt wer­den? Denn wer die­ses Buch, wie Fe­li­ci­tas von Lo­ven­berg in der »F.A.Z.«, für das »Por­trät ei­nes ent­wur­zel­ten Vier­tels« hält, kommt wo­mög­lich noch auf die Idee, das »Groß­stadt­re­vier« sei re­prä­sen­ta­tiv für den Ham­bur­ger Kiez.

Pri­ce’ Stär­ke ist das Dia­lo­gi­sche und das Ver­hör zu Be­ginn von Mat­ty und Yo­lon­da mit Eric Cash ist ge­lun­gen und er­zeugt ei­ne Span­nung, ob­wohl er Le­ser weiß, dass Cash un­schul­dig ist und sich dies auch schnell her­aus­stellt. Von da an plät­schert der Ro­man dann nur noch. Mat­ty darf ge­le­gent­lich ein biss­chen »Bad Lieu­ten­ant« sein und be­geg­net bei sei­nen Er­mitt­lun­gen dem ein oder an­de­ren One-Night-Stand. Pri­ce’ spre­chen­de Na­men sind eher un­frei­wil­lig ko­misch. Da wird mit Mat­tys Nach­na­me »Clark« auf Clark Kent (vul­go: Su­per­man) an­ge­spielt und Yo­lon­da »Bel­lo« as­so­zi­iert pflicht­ge­mäß dem Bil­dungs­bür­ger das la­tei­ni­sche Wort für Krieg. Und Eric Cash macht »Cash«, in­dem er die Trink­geld­kas­se der Bar zu sei­nen Gun­sten ma­ni­pu­liert.

Die Fi­gu­ren ha­ben kei­ne Nar­ben, sie sind die Nar­ben

Gut ge­lun­gen ist al­ler­dings die Schil­de­rung der Som­nam­bu­li­tät der Vor­ge­setz­ten Mat­tys, die of­fen­sicht­lich im­mer an­de­re Prio­ri­tä­ten ha­ben. Zwi­schen­durch gibt es im­mer wie­der Im­pres­sio­nen von Stra­ßen­po­li­zi­sten und de­ren Kli­en­tel, die in ih­rer Zur-Schau-Stel­lung dann aber häu­fig arg folk­lo­ri­stisch da­her­kom­men. Viel­leicht hängt es da­mit zu­sam­men, dass die un­ter­schied­li­chen Sprach-Tim­bres in der Über­set­zung nicht her­vor­kom­men. Das wür­de je­doch den Ro­man nur be­grenzt in Schutz neh­men, denn schließ­lich soll­te Li­te­ra­tur nicht rei­ne Ab­bil­dung von Zu­stän­den ab­ge­ben.

Die Fi­gu­ren blei­ben er­schreckend ein­di­men­sio­nal. Sie ma­chen nicht neu­gie­rig jen­seits des­sen, was sich im Buch ab­spielt. Tri­stan, der 17jährige Sied­lungs-Pu­er­to-Ri­ca­ner, schreibt Rap-Tex­te, die schlicht zu nen­nen eu­phe­mi­stisch wä­re. Na­tür­lich ist er im­mer der­je­ni­ge, dem man nicht zu­hört und na­tür­lich schmiegt sich am An­fang die Waf­fe woh­lig und schwer in sei­ne Hand. Er wird von sei­nem Ex-Stief­va­ter ge­prü­gelt und will ihn er­mor­den, was nur dar­an schei­tert, dass dann kei­ne Pa­tro­ne mehr in der Waf­fe ist. Über­haupt blei­ben die Klein- und Ge­le­gen­heits­kri­mi­nel­len (es gibt au­ßer den Po­li­zi­sten nur sol­che – und al­len­falls noch ein paar Jour­na­li­sten) im­mer in ih­ren Rol­len­kli­schees. Man hat so­fort ein Bild aus »Ta­xi-Dri­ver« im Kopf und es wird nie­mals wi­der­legt oder re­vi­diert. Die Fi­gu­ren bei Pri­ce ha­ben kei­ne Nar­ben, sie sind die Nar­ben.

Auch die Haupt­fi­gu­ren sind da­von nicht aus­ge­nom­men. Eric Cash, der mit dem hin­ter­zo­ge­nen Geld ir­gend­wann die Stadt ver­las­sen möch­te, schei­tert mit sei­ner zwei­ten »Kar­rie­re« als Dro­gen­dea­ler und wird er­neut aus­ge­raubt. Sei­ne Mo­ti­va­tio­nen blei­ben voll­stän­dig im Un­kla­ren; er hat an­geb­lich ein Dreh­buch ge­schrie­ben, aber man ver­mag die­sem Mann so et­was nicht zu­zu­trau­en, weil er von sei­nem Er­fin­der kein Le­ben ein­ge­haucht be­kam. Das über­rascht, weil Pri­ce be­ton­te, dass sein Le­ben ähn­lich hät­te ver­lau­fen kön­nen wie das von Cash. Die­ser fin­det sich am En­de des Ro­mans in ei­nem neu­en Club sei­nes Chefs in At­lan­tic Ci­ty wie­der. So auf­re­gend ist das nicht.

Und die von vie­len Le­sern at­te­stier­te gu­te Be­ob­ach­tungs­ga­be des Au­tors er­schöpft sich zu­meist in Aus­dün­stun­gen ei­ner Pseu­do-Cool­ness, die man in ih­rer De­ran­giert­heit fast schon wie­der be­wun­dert. Ei­ne be­son­de­re Form ei­ner Trau­er­be­wäl­ti­gung ist ein Zucker­schloss aus Irr­sinn. Oder je­mand hat Lip­pen, die sich noch be­weg­ten wie die letz­ten Zuckun­gen ei­nes ab­ge­schla­ge­nen Kop­fes. Mat­ty ist ein­mal nach fast 24 Stun­den Dienst der­art mü­de, dass er sein Dop­pel­kinn wach­sen fühl­te und Ikes Va­ter sitzt sab­bernd vor Kon­zen­tra­ti­on vor ihm. Und Eric Cash kon­sta­tiert: Al­le Men­schen in die­ser Stadt sind Gaffer…und ich bin der Au­to­un­fall. Da hel­fen auch die ein biss­chen auf Pro­vo­ka­ti­on ge­bür­ste­ten An­ti-PC-Äu­ße­run­gen der Cops nicht wei­ter, et­wa wenn sie ei­nen jü­di­schen New Yor­ker fra­gen, war­um er, wenn es ihm in der Stadt nicht ge­fällt, nicht bes­ser nach Is­ra­el zu­rück­ge­he oder wenn Zeu­gen ge­fragt wer­den, ob je­mand schwarz- oder la­ti­no-eng­lisch ge­spro­chen ha­be. Das kommt al­les ein biss­chen schlüs­sel­loch­haft da­her, als soll­te uns die raue Wirk­lich­keit der Ta­bu­ver­let­zun­gen auf dem Sil­ber­ta­blett ser­viert wer­den.

Da­ne­ben gibt es auch klei­ne Un­ge­reimt­hei­ten. War­um kann sich bei­spiels­wei­se der beim Über­fall sturz­be­trun­ke­ne und un­kon­trol­liert vo­mi­tie­ren­de Ste­ve an die ein­zel­nen Ab­läu­fe so gut er­in­nern? Und war­um wird zu Be­ginn als un­mit­tel­ba­rer Vor­ge­setz­ter von Mat­ty ein Lieu­ten­ant Car­mo­dy ein­ge­führt, der im Ver­lauf des gan­zen Bu­ches dann kei­ne Rol­le mehr spielt und auch in der Vor­ge­setz­ten­hier­ar­chie nicht mehr auf­taucht?

Es bleibt ein Rät­sel, wie Kri­ti­ker hier ei­ne Ver­wandt­schaft zu Scott Fitz­ge­rald fest­stel­len oder auf die gro­ßen Groß­stadt­ro­ma­ne der Mo­der­ne à la »Man­hat­tan Trans­fer« re­kur­rie­ren. Am ehe­sten kam mir Hu­bert Sel­bys »Letz­te Aus­fahrt Brook­lyn« in den Sinn. Aber Sel­bys Buch – na­tür­lich kein Kri­mi – er­zählt das Mi­lieu nicht nur sehr viel tref­fen­der, er schafft es auch, die Brü­che in­ner­halb der Prot­ago­ni­sten her­aus­zu­stel­len, oh­ne die­se da­mit zu de­nun­zie­ren. Sel­bys Buch ist gro­ße Li­te­ra­tur. »Cash« da­ge­gen höch­stens mit­tel­mä­ßi­ges Le­se­fut­ter.


Die kur­siv ge­setz­ten Stel­len sind Zi­ta­te aus dem be­spro­che­nen Buch.
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14 Kommentare zu »Ri­chard Pri­ce: Cash«:

  1. heinzkamke sagt:

    Oh, so ne­ga­tiv?
    Das über­rascht mich tat­säch­lich nach all dem Lob der letz­ten Mo­na­te – auch wenn dort mit­un­ter durch­klang, dass man Pri­ce in ei­nem Auf­wasch (und in­halt­lich völ­lig zu­recht, wie ich fin­de) für »The Wire« mit­lo­ben woll­te.

    Ganz in­ter­es­sant bzgl. Sjö­wall und Wahlöö fin­de ich die vor we­ni­gen Jah­ren ver­öf­fent­lich­te Neu­auf­la­ge bzw. die Vor­wor­te, die für je­des Buch ein an­de­rer Er­be, En­kel, oder wie auch im­mer man die ak­tu­el­len Ver­tre­ter der skan­di­na­vi­schen Kri­mi­nal­li­te­ra­tur nen­nen mag, schrieb. Oder ei­ne En­ke­lin.

    Er­war­tungs­ge­mäß ho­ben sie al­le den Vor­bild­cha­rak­ter von Sjö­wall und Wahlöö her­aus und ver­such­ten sich ir­gend­wie in die­se Tra­di­ti­on ein­zu­ord­nen; span­nen­der fand ich in­des die je­wei­li­ge Kom­men­tie­rung der zum En­de der Rei­he (Ver­zei­hung, des Ro­mans) hin doch sehr of­fe­nen, teil­wei­se na­he­zu plum­pen Ge­sell­schafts­kri­tik, der die mei­sten in die­ser Form nach mei­nem Ver­ständ­nis eher nicht nach­ei­fern woll­ten.

    #1

  2. Ich ha­be das Buch ge­nom­men und nicht Pri­ce’ an­de­re Me­ri­ten be­rück­sich­tigt – die ich, ehr­lich ge­sagt, gar nicht be­ur­tei­len kann (ken­ne von ihm nichts und auch die Se­rie nicht).

    Sie ha­ben recht, dass die Ge­sell­schafts­kri­tik bei Sjöwall/Wahlöö ge­le­gent­lich sehr plump aus­fiel. Aber trotz­dem sind man­che ih­rer Bü­cher span­nen­der und ver­blüf­fen­der als so man­che Wal­lan­der-Be­hä­big­keit (ich den­ke an »Die Ter­ro­ri­sten«).

    #2

  3. heinzkamke sagt:

    »und nicht Pri­ce’ an­de­re Me­ri­ten be­rück­sich­tigt«
    So hat­te ich das auch auf­ge­fasst. Bei an­de­ren Re­zen­sen­ten kann ich da­von nicht in je­dem Fall aus­ge­hen, des­halb ja der Hin­weis dar­auf, dass man »The Wire« mit ab­ge­ves­pert ha­be.

    Nie­mals kä­me ich auf den Ge­dan­ken, zu be­haup­ten, die Sjö­wal­l/­Wahlöö-Rei­he sei nicht span­nend. Ter­ro­ri­sten ist si­cher­lich ein Hö­he­punkt zum Schluss. Mir per­sön­lich ist »End­sta­ti­on für neun« ir­gend­wie, na­ja, ans Herz ge­wach­sen, oh­ne dass ich den Grund ge­nau be­nen­nen könn­te. Egal.

    #3

  4. Ich ha­be mir vor­ge­nom­men, die Ro­ma­ne von Sjöwall/Wahlöö ir­gend­wann noch ein­mal zu le­sen. Wenn die Bil­der der Schau­spie­ler aus dem Kopf sind, die Beck & Co. in­zwi­schen al­le dar­ge­stellt ha­ben.

    #4

  5. lou-salome sagt:

    Ich den­ke, man kann von Kri­mis (fast) satt wer­den. Zu­min­dest geht es mir seit ein­ger Zeit so. „Rei­ne“ Kri­mis fas­zi­nie­ren mich schon län­ger nicht mehr. Trotz­dem schaue ich im­mer wie­der mal in die Rich­tung die­ses Li­te­ra­tur-Gen­re. Aber die­ses o.g. Buch ist mir ent­gan­gen, viel­leicht weil ...
    Ich bin über­rascht, weil es sel­ten ist, auf Be­gleit­schrei­ben, Kri­mi­re­zen­sio­nen zu le­sen. Gab es über­haupt schon mal ei­ne ty­pi­sche Kri­mi­re­zen­si­on?
    Und ich freue mich, es hier bei Ih­nen re­zen­siert ser­viert zu be­kom­men.
    „Die wei­ße Lö­win“ von Hen­ning Man­kell ha­be ich so ziem­lich als letz­ten (Po­lit-) Kri­mi ge­le­sen ( Mit­te der 90iger Jah­re) und den fand ich so ge­lun­gen, dass ich sei­ne Ro­ma­ne da­nach re­gel­recht ver­schlun­gen ha­be, um dann schlag­ar­tig für ei­ni­ge Zeit mit dem Kri­mi le­sen auf­zu­hö­ren. Die Mor­de, die im­mer ent­setz­li­cher in ih­rer Aus­füh­rung be­schrie­ben wur­den, lö­sten bei mir ei­nen Wür­ge­reiz aus, der da­zu führ­te, Kri­mis län­ge­re Zeit nicht mehr an­zu­schau­en. Ich hat­te ir­gend­wie ge­nug.
    Viel­leicht auch des­halb, weil ich schon seit der Ju­gend Kri­mis le­se, an­ge­fan­gen von den „Drei ???“, hin zu E.A.Poe, Aga­tha Chri­stie, Ro­bert van Gu­lik, Sjöwall/Wallöö, E.T.A. Hoff­mann ( Die El­e­xie­re des Teu­fels), Do­sto­jew­ski, Dür­ren­matt, spä­ter auch Eli­ot Patti­son, Fred Var­gas, L.de Win­ter, M. Suter usw. usf..
    Ir­gend­wann war dann mal ge­nug und mein Haupt­in­ter­es­se liegt seit­her ver­stärkt auf an­de­re Li­te­ra­tur­gat­tun­gen.
    Und wenn ich Ih­re Re­zen­si­on le­se, dann füh­le ich mich be­stä­tigt, spar­sam mit dem Kri­mi le­sen um­zu­ge­hen. Aber ganz oh­ne Kri­mi wird es in Zu­kunft auch nicht ge­hen, den ei­nen oder an­de­ren wer­de ich mir mal wie­der vor­ho­len oder viel­leicht wird ja ein neu­er Kri­mi­au­torIn entdeckt/geboren?
    Und da Ih­re Re­zen­si­on wie­der sehr le­sens­wert und in­for­ma­tiv ist, von mei­ner Sei­te aus nichts zu fra­gen oder zu krit­teln gibt, tei­le ich Ih­nen mei­ne ( z.Zt. et­was ab­ge­schwäch­te) per­sön­li­che Kri­mi­lei­den­schaft mit, denn ich fin­de es doch im­mer sehr scha­de, wenn es auf Ih­ren Sei­ten zu so we­ni­gen State­ments oder auch mal per­sön­li­chen Mit­tei­lun­gen kommt.

    #5

  6. Ronnie Grob sagt:

    Mir schmeck­te »Cash« nicht nur mit­tel­mä­ssig, son­dern gut. Das Wort Le­se­fut­ter trifft es gut, ich hat­te es in we­ni­gen Ta­gen durch. Die Kri­tik, dass die Cha­rak­te­re et­was ober­fläch­lich da­her kom­men, trifft durch­aus zu, hat mich aber beim Le­sen nicht ge­stört – es kommt mE dem Le­se­fluss zu­gu­te. Nicht un­span­nend fand ich »Cash«, der auf mich et­was wie der Pro­to­typ des ak­tu­el­len, et­was des­ori­en­tier­ten Groß­stadt­mit­drei­ssi­ger wirk­te, als der er ver­mut­lich auch ge­plant war.

    Der Ver­gleich mit »The Wire« drängt sich un­be­dingt auf. Die Über­ein­stim­mun­gen bei den den Po­li­zi­sten, zum Bei­spiel in den Ver­hö­ren, sind of­fen­sicht­lich. Auch die Dia­lo­ge tra­gen ein­deu­tig die glei­che Hand­schrift. Und ja, cool ist das schon. Ein Buch, das viel­leicht als Film noch bes­ser funk­tio­niert.

    #6

  7. Ja, so un­ter­schied­lich kön­nen die Ge­schmäcker sein. Sind die­ser Form der Ver­hör­me­tho­den nicht in fast je­dem »Tat­ort« längst Stan­dard?

    Sor­ry, aber ich ou­te mich als schreck­lich nai­ven An­hän­ger der (frü­hen) Co­lum­bo-Kam­mer­spie­le, die we­ni­ger ein Ver­hör als fi­li­gra­ner Dia­log mit ei­ner Art Fall­gru­ben-Ef­fekt wa­ren; im Ide­al­fall we­nig­stens. Na­tür­lich war das ir­gend­wann Ma­sche, aber mir ge­fällt das heu­te zu­meist noch mehr als die­se »knall­har­ten« Cops, die je­man­den in die »Man­gel« neh­men.

    #7

  8. #5 – lou-sa­lo­me
    Ih­re Auf­zäh­lung ist sehr breit – Do­sto­jew­ski als Kri­mi­au­tor?

    Und Man­kell fand ich zu­meist lang­wei­lig; die Fi­gur des Wal­lan­der viel zu lar­mo­yant und mit ei­nem ab­sto­ßen­den Pseu­do-Pflicht­be­wußt­sein. Frü­her fand ich manch­mal ei­nen Ro­man von Tre­vi­ni­an ganz gut (be­son­ders: »Im Auf­trag des Dra­chen« re­spek. »The Ei­ger Sanc­tion«). In­zwi­schen le­se ich kaum noch Kri­mis. Und viel­leicht ist Pri­ce ja gar kein Kri­mi­nal­schrift­stel­ler, son­dern ein Sze­ne- oder Stadt­teil­schrei­ber?

    #8

  9. Phorkyas sagt:

    #5 und #8
    Die­se Ein­ord­nung von Do­sto­jew­skij fand ich auch schon im­mer ir­ri­tie­rend. Tho­mas Mann wird, glau­be ich, das Zi­tat zu­ge­schrie­ben »Ver­bre­chen und Stra­fe« sei der groess­te Kri­mi­nal­ro­man al­ler Zei­ten. Vllt. war das auch Teil die­ser wi­der­li­chen Klap­pen­tex­te... – Na­bo­kov hat ihn auch dort ru­bri­ziert, aber fu­er den war Do­sto­jew­skij wohl eh’ so ei­ne Art Edel­trash (der Su­en­der wird na­tu­er­lich er­loest von ei­ner hei­li­gen Hu­re usw...).

    Die Gren­ze zur ‘ech­ten’ Li­te­ra­tur sind wohl oh­ne­hin flie­ssend. Mir hat­te »Die Sü­ße des Le­bens« von Hoch­gat­te­rer, da z.B. sehr ge­fal­len.

    PS. In der ‘kon­kret’ gab es ei­nen Bei­trag, bei dem es aber haupt­saech­lich um die Ue­ber­set­zung ging. Der Au­tor stimm­te wohl nicht so ganz mit den Lo­bes­hym­nen ue­be­r­ein, die auch auf die Ue­ber­set­ze­rin an­ge­stimmt wu­er­den. – Al­ler­dings fand er das Ori­gi­nal wohl ue­ber­ra­gend. In der Tat ko­enn­te es sein, dass die »Cool­ness« und der Slang im Deut­schen schnell noch mehr Schief­la­ge be­kommt und nur noch lae­cher­lich wirkt. Bzw. ist’s ja oh­ne­hin meist Po­se. Es ist wohl im­mer ei­ne per­so­en­li­che Fra­ge, ob man die­se Po­se nun ab­kauft oder nicht – Ich z.B. has­se He­ming­way, bis­her zwar nur »Fa­re­well to arms« ge­le­sen, aber was fu­er ein Kitsch, grau­en­haft, das In­ter­es­san­te­ste wa­ren noch die ita­lie­ni­schen Wein­sor­ten, die ver­kon­su­miert wur­den, die ha­et­te man sich mer­ken ko­en­nen. – Die­se Pseu­do-Tough­ness aus Dreck, Krieg, Schweiss und Al­ko­hol auf sol­che La­en­ge aus­ge­walzt.. bis dann der Ro­man­tik ge­nue­ge ge­tan wird und das Lie­bes­pa­er­chen in ei­nem Ru­der­boot ent­kommt?.. {Ro­sa­mun­de Pil­cher der Kriegs­li­te­ra­tur?!}
    So ae­hn­lich scheint es Ih­nen hier auch er­gan­gen zu sein, dass Sie die Po­se nicht au­then­tisch fan­den (da­bei hat’s der He­ming­way ja selbst er­lebt, aber das heisst ja nicht, dass dar­aus auch gu­te Li­te­ra­tur wer­den mu­ess­te).. Aber end­lich wie­der ein paar Ver­ris­se!

    #9

  10. »Ro­sa­mun­de Pil­cher der Kriegs­li­te­ra­tur« ist wirk­lich schön. Aber da möch­te ich schon He­ming­way ein biss­chen in Schutz neh­men. So ganz schlecht ist er nur sel­ten.

    #10

  11. lou-salome sagt:

    Na ja, Do­sto­je­we­ski ist da­zwi­schen ge­rutscht, weil Raskol­ni­kov in „Schuld und Süh­ne“ kri­mi­nel­le En­er­gi­en hat und die­se bis hin zum Mord ( Dop­pel­mord) um­setzt. Ver­bre­chen und Ver­fol­gung sind Ele­men­te ei­nes Kri­mi­nal­ro­mans, in­so­fern könn­te man mei­nen, „Ver­bre­chen und Stra­fe“ ge­hört dem Kri­mi­gen­re an. Aber das ist zu we­nig für die­sen Klas­si­ker. Mi­lieu­stu­die und Ge­sell­schafts­stu­die, Portrait/Charakterstudie zeich­nen die­ses Werk aus, ich weiß al­ler­dings nicht, in wel­ches Gen­re man die­sen Ro­man ein­ord­nen muss.

    „ Und viel­leicht ist Pri­ce ja gar kein Kri­mi­nal­schrift­stel­ler, son­dern ein Sze­ne-oder Stadt­teil­schrei­ber.“

    Das kann man oh­ne wei­te­res an­neh­men, wenn man Ih­re obi­ge Re­zen­si­on liest. Da sich ein Kri­mi si­cher sehr viel leich­ter ver­kau­fen lässt als ei­ne Milieustudie/Gesellschaftsstudie, Er­zäh­lung etc., wer­den die Ver­la­ge si­cher kei­ne Pro­ble­me da­mit ha­ben, Ro­ma­ne als sol­che zu ver­mark­ten.

    P.S. Lei­der, lei­der las­sen sich ge­po­ste­te Bei­trä­ge bei Two­day nicht lö­schen. Mei­nen obi­gen Kom­men­tar vom 1.9. hat­te ich frisch und frei in die Kom­men­tar­lei­ste ein­ge­tippt, oh­ne „Rück­blen­de“. Na, wenn ich ge­konnt hät­te, ich hät­te man­ches ge­löscht. Nun ist er drin der Text, vor al­lem die­se un­rühm­li­che Auf­zäh­lung. Ha­be des­halb auch ein paar Ta­ge ge­braucht, um Ih­nen zu ant­wor­ten. Wie heißt es doch so schön: erst den­ken, dann sprechen/dann schrei­ben. Ich will mal ver­su­chen, ob es in Zu­kunft bes­ser klappt. LG l-s :)

    #11

  12. heinzkamke sagt:

    #7 – In­ter­es­sant,
    dass Sie »knall­har­ten« und »Man­gel« in An­füh­rungs­zei­chen set­zen, nicht aber die »Cops« – reicht doch al­lein die Ver­wen­dung die­ser Be­zeich­nung häu­fig aus, um mehr als ge­nug über den Kri­mi zu wis­sen.
    (Ja, das ist zu ein­fach, zu pau­schal und furcht­bar vor­ur­teils­be­la­den.)

    #12

  13. Na­ja, die ame­ri­ka­ni­schen Po­li­zi­sten be­zeich­nen sich sel­ber als »Cops« – und sie wer­den so ge­nannt. (Oder ir­re ich da?) War­um soll­te man das al­so in Be­zug auf ame­ri­ka­ni­sche Kri­mis und de­ren eu­ro­päi­sche Ko­pi­sten nicht ver­wen­den?

    Ob al­lei­ne die­ses Wort be­reits ei­ne Ein­schät­zung er­laubt? Schwie­rig. Wenn es sich um deut­sche oder eu­ro­päi­sche Kri­mis han­deln soll­te – ja, viel­leicht. Da weiss man dann, was man zu er­war­ten hat. Ähn­lich, wenn man hier­zu­lan­de »Bul­le« liest, hört, sieht.

    #13

  14. heinzkamke sagt:

    Sie neh­men mir die un­ter­schla­ge­ne Un­ter­schei­dung zwi­schen ame­ri­ka­ni­schen (bzw. auch eng­li­schen, da der Be­griff ur­sprüng­lich mei­nes Wis­sens von dort kommt) und eu­ro­päi­schen Kri­mis ab, dan­ke.

    Und ha­ben na­tür­lich recht, dass ei­ne so ge­trof­fe­ne Ein­schät­zung nicht se­ri­ös sein kann.

    #14