Eu­phe­mis­men in der Po­li­tik – (V.) Mo­gel­packung

An­drea Nah­les ist (noch?) Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin der SPD. Ein Job, der zu Fron­tal­op­po­si­ti­on zum je­wei­li­gen po­li­ti­schen Geg­ner fast ver­pflich­tet. Die neu­en Vor­schlä­ge zur Zuschuss­rente nennt Frau Nah­les nun ei­ne Mo­gel­packung. Wer ein biss­chen das po­li­ti­sche Trei­ben ver­folgt, stellt fest, dass Frau Nah­les die­sen Be­griff nicht zum er­sten Mal ver­wen­det. Ei­ne (viel­leicht noch nicht ein­mal voll­stän­di­ge) Aus­wahl:

25. Mai 2012

05. Ja­nu­ar 2012

08. Sep­tem­ber 2011

05. Ju­ni 2010

28. März 2010

Ja­nu­ar 2010

Bei der SPD al­so nicht nur po­li­ti­sche, son­dern auch rhe­to­ri­sche Ein­falls­lo­sig­keit. Oder ist Frau Nah­les et­wa sel­ber ei­ne Mo­gel­packung?

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6 Kommentare zu »Eu­phe­mis­men in der Po­li­tik – (V.) Mo­gel­packung«:

  1. Ronnie Grob sagt:

    An­drea Nah­les 2007:

    «Ein Ka­pi­ta­list ist je­mand, der die ge­sell­schaft­li­chen In­ter­es­sen hin­ter sei­ne ei­ge­nen Pro­fit­in­ter­es­sen stellt. Im Ge­gen­satz da­zu sind Un­ter­neh­mer po­si­ti­ve Ak­teu­re in un­se­rer Ge­sell­schaft.»

    http://www.welt.de/politik/article1006462/Andrea-Nahles-Absage-an-Die-Linke.html

    #1

  2. blackconti sagt:

    Nah­les als Mo­gel­packung wä­re ja ir­gend­wie noch zu ver­kraf­ten, aber es ist doch viel schlim­mer: Die gan­ze SPD ist doch in­zwi­schen ei­ne ein­zi­ge Mo­gel­packung.

    #2

  3. @Ronnie Grob
    2007 war die SPD ja noch in der Re­gie­rung. Wun­der­bar der Satz in dem In­ter­view über Kurt Beck: »Er hat gro­ßen Rück­halt in der Par­tei.« Ein Jahr spä­ter wur­de er in schä­big­ster Ma­nier ab­ge­sägt. Bei der Bun­des­tags­wahl gab es dann die Quit­tung. Nah­les hat das al­les über­stan­den, weil sie ei­ne Pro­porz-Lin­ke war, bis Ga­bri­el Par­tei­vor­sit­zen­der wur­de. Seit­dem »stört« sie ei­gent­lich nur noch.

    @blackconti
    Das Ga­bri­el­sche Ban­ken­pa­pier hat schon was. Man fragt sich ja, war­um die Bun­des­re­gie­rung der­art sanft mit Ban­ken um­geht, ob­wohl sie auch auf na­tio­na­ler Ebe­ne ei­ni­ges ma­chen könn­te. Man ver­gisst dann al­ler­dings, dass die SPD bis 2009 sel­ber in der Re­gie­rung saß und et­li­ches von dem, was sie jetzt an­greift, sel­ber be­schlos­sen hat­te. Wenn man jetzt ge­gen­steu­ert, ist das nicht falsch. Aber das Pro­blem ist, dass die SPD als Ju­ni­or­part­ner nach der Bun­des­tags­wahl 2013 die­ses Pa­pier wo­mög­lich in den Gift­schrank sper­ren muss.

    #3

  4. blackconti sagt:

    @Gregor
    Da ge­nau liegt doch das Pro­blem. Durch ihr Ver­hal­ten in der Ver­ant­wor­tung hat die SPD ih­re Glaub­wür­dig­keit voll­stän­dig ver­spielt. Heu­te spielt die SPD rhe­to­risch Op­po­si­ti­on und stimmt dann doch je­dem al­ter­na­tiv­lo­sen Murks der Re­gie­rung zu. Es mag ja so­gar sein, dass Ga­bri­el sein Ban­ken­pa­pier ernst meint, aber so­lan­ge die See­hei­mer in der SPD den Ton an­ge­ben wird es das blei­ben, was es ist, Pa­pier.

    #4

  5. poochiee sagt:

    Ein Blog­bei­trag mit In­halt wä­re mir lie­ber ge­we­sen. Kri­tik­punk­te lie­fert doch die SPD nun wirk­lich ge­nug. An­schei­nend ist aber auch die­ser Blog, mal ab­ge­se­hen von ei­ni­gen Li­te­ra­tur­the­men, ei­ne Mog...

    #5

  6. @poochiee
    Wenn es Scho­ko­la­den­pud­ding gibt, bringt es nichts, ein Rin­der­fi­let zu ver­mis­sen. Ent­we­der sub­stan­zi­el­le Kom­men­ta­re oder kei­ne. Wo ist denn Ihr Blog?

    #6