Res­sort­schlie­ßun­gen

Die Res­sorts »Li­te­ra­tur«, »Li­te­ra­tur­kri­tik in der Kri­tik« und »Pe­ter Hand­ke« wer­den we­gen des ge­rin­gen In­ter­es­ses nicht mehr wei­ter­ge­führt. Be­stehen­de Tex­te blei­ben vor­erst on­line.

Die we­ni­gen, die In­ter­es­se ha­ben, wis­sen wo sie mich fin­den.

[PS: Die Schlie­ßun­gen wur­den zu­rück­ge­nom­men – G. K.]

74 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. 8 oder 12 sind viel oder auch zu we­nig.
    Ich dach­te, Du schreibst doch in er­ster Li­nie für dich selbst. Dann ist die Le­ser­an­zahl nicht so gra­vie­rend.
    Auf der an­de­ren Sei­te be­wun­de­re ich dich um das un­ge­heu­re Ar­beits­pen­sum, wel­ches da­hin­ter steckt.
    Aber Po­li­tik ist mo­men­tan wirk­lich kein The­ma mehr. Da muss sich wohl zu­erst noch ir­gend­was in der rea­len Welt än­dern.

  2. Heu­te ha­be ich erst­mals das Per­so­nen- und Sach­ver­zeich­nis ent­deckt. Aber dann war ich doch ent­täuscht, dass Step­pen­hund nicht ent­hal­ten ist:))

  3. #4
    Das ist ei­ner der größ­ten Lü­gen: Die Leu­te be­haup­ten, sie schrie­ben für sich selbst (ob Schrift­stel­ler oder sonst­wer). Das ist na­tür­lich Un­sinn. Ich ha­be jah­re­lang »für mich selbst« ge­schrie­ben und den Kram dann tat­säch­lich ge­lö­chert und ab­ge­hef­tet. Das war okay, weil man durch die Be­ar­bei­tung die In­hal­te bes­ser be­hält. Dann gab’s ir­gend­wann die Mög­lich­keit, so­was hier als An­ge­bot einzustellen(erst bei nensch dann hier). Da muss man na­tür­lich un­gleich ge­nau­er agie­ren; schlägt noch mal was nach (und ist mehr als ein­mal über­rascht). Man ist ge­zwun­gen, ge­nau­er zu ar­gu­men­tie­ren. Das al­les ist na­tür­lich nicht oh­ne Auf­wand zu ha­ben. Und ir­gend­wann stellt man fest: Es in­ter­es­siert buch­stäb­lich nie­man­den. Dann muss man sich ent­schei­den: Lohnt sich das oder nicht.

    Die mei­sten Leu­te ha­ben nicht be­grif­fen, was so­was wie ein Blog sein soll: Man schreibt hier sei­ne Sa­chen aus En­thu­si­as­mus und Nei­gung – und das wird dann kon­su­miert wie ein Zei­tungs­ar­ti­kel ei­nes be­zahl­ten Jour­na­li­sten oder ein Es­say. Der Gip­fel wa­ren die bei­den Kom­men­ta­to­ren, die ei­ne pdf-Zu­sam­men­fas­sung wünsch­ten und für ei­ne »bar­rie­re­freie« Ab­stim­mung plä­dier­ten. Ei­nen grö­sse­ren Blöd­sinn ha­be ich sel­ten ge­le­sen.

    Je­der be­lügt sich sel­ber, der sagt, 8–12 Le­ser sei­en »viel«. Die­se Be­haup­tung geht in Rich­tung Ni­schen­ar­gu­ment. Ich bin eben »Ni­sche« – könn­te ich sa­gen. Mei­ne Tex­te sind so­oooo toll, dass es nur ei­ne ge­wis­se Eli­te ver­steht und schätzt. Da­mit er­hö­he ich mich sel­ber um mei­ne ei­ge­ne Ar­beit nicht hin­ter­fra­gen zu müs­sen. Das ist mir zu be­quem. Und es stimmt na­tür­lich nicht. Auf Dau­er, lie­ber step­pen­hund, setzt sich Qua­li­tät durch – oder es ist kei­ne. So ein­fach ist das.

    Zum Per­so­nen- und Sach­ver­zeich­nis: Ich ha­be in der Tat step­pen­hund nicht auf­ge­nom­men; auch Köpp­nick nicht oder black­con­ti. Die ste­hen ja bei den Links.

    [EDIT: 2009-07-08 08:17]

  4. Wenn ich schrei­be, dass man für sich selbst schreibt, mei­ne ich das nicht un­be­dingt so di­rekt auf den In­halt be­zo­gen. Ich schrei­be auch, um zu se­hen, ob ich be­stimm­te In­hal­te ver­ständ­lich rü­ber brin­ge. Die Ant­wor­ten zei­gen mir dann, ob ich zu kom­pli­ziert war oder zu ein­fach. Es be­frie­digt mich nicht, wenn ich mit ei­ner ne­ga­ti­ven Blog­ger­be­wer­tung die zweit­höch­ste Klick­an­zahl in mei­ner Pri­vat­sta­ti­stik er­rei­che.
    Man­che Bei­trä­ge von frü­her wür­de ich ger­ne noch ein­mal brin­gen, um zu se­hen, ob sie heu­te an­ders wir­ken als frü­her.
    Aber es ist schon so: der gest­ri­ge Beet­ho­ven-Bei­trag war in er­ster Li­nie für mich sel­ber. Ich woll­te mir klar wer­den, war­um die Neun­te plötz­lich so ei­ne gro­ße Wir­kung aus­lö­sen konn­te. Und da­zu ge­hört ei­ne gan­ze Ge­schich­te oder ge­schicht­li­che Auf­rol­lung.
    Dass das nichts für Ot­to Nor­mal­ver­brau­cher ist, ist mir klar.
    Am be­sten er­reicht man die Men­schen mit ei­nem Satz: »Heu­te fällt mir nichts ein.« Da gibt es hun­der­te von Ant­wor­ten.
    Zum Satz »Zu Hit­ler fällt mir ei­gent­lich nichts ein.« sind es dann nur mehr 4–5, die das li­te­ra­ri­sche Zi­tat ken­nen und wis­sen, was da­mit aus­ge­drückt wer­den soll.
    Bei Köpp­nick bin ich auch nicht je­den Tag auf­ge­legt, mich mit sei­nen In­hal­ten zu be­schäf­ti­gen. Da brau­che ich Ru­he und gei­sti­ge Frei­heit.
    Ich den­ke, dass Du et­was zu sa­gen hast. Das be­deu­tet aber noch lan­ge nicht, dass die two­day-Platt­form die ge­eig­ne­te ist. Als ich bei­trat, hat­te ich den Ein­druck, dass der Pro­zent­satz an in­tel­li­gen­ten und li­te­ra­risch In­ter­es­sier­ten viel hö­her ist, als es sich jetzt her­aus­stellt.
    Nensch ha­be ich ja nicht ge­kannt.
    -
    P.S. Mein Kom­men­tar zum Sach­ver­zeich­nis war üb­ri­gens rein iro­nisch ge­meint. So sehr über­schät­ze ich mich noch nicht. Viel­leicht näch­stes Jahr:)))

    [EDIT: 2009-07-08 09:28]

  5. Na­tür­lich schreibt man auch Bei­trä­ge für sich selbst (als Selbst­ver­ge­wis­se­rung). Aber im Mo­ment der Ver­öf­fent­li­chung ge­be ich das ja wei­ter; zur Dis­kus­si­on so­zu­sa­gen. Dass es nicht im­mer zur Dis­kus­si­on kommt, ist nicht schlimm.

    Es geht mir ja auch nicht um hun­der­te von Ant­wor­ten (die wer­de ich nie be­kom­men). Wenn ich die­ses Blog hier Re­vue pas­sie­ren las­sen, gibt es viel­leicht zwei Hän­de voll Dis­kus­sio­nen, die mich nach dem Bei­trag wei­ter­ge­bracht ha­ben. Da muss man dann mal um­den­ken, nach­den­ken; sei­nen Ho­ri­zont er­wei­tern.

    Das fin­de ich per­sön­lich nicht we­nig und in­so­fern hat sich das hier schon für mich ge­lohnt. Nur: DIe­se Er­kennt­nis­se gab es sehr viel sel­te­ner bei Li­te­ra­tur­be­spre­chun­gen. Da gab es in der Re­gel null bis drei oder vier Kom­men­ta­re. Der Grund ist ein­fach: Bei ei­nem Sach­buch kann man eher mit­re­den, weil der Kom­men­ta­tor eher et­was über das The­ma bei­steu­ern kann. Ich stel­le ja auch die These(n) des Au­tors vor. Man muss nicht un­be­dingt das Buch ge­le­sen ha­ben, um ei­ne Mei­nung zu der aus­ge­führ­ten The­se zu ha­ben. Bei Li­te­ra­tur ist das sehr viel schwie­ri­ger – hier ist die Hemm­schwel­le nicht nur hö­her, son­dern es ist mehr oder we­ni­ger not­wen­dig, das Buch ge­le­sen zu ha­ben. Ge­le­gent­lich gibt es noch ei­nen freund­li­chen Kom­men­tar, dass man das Buch kau­fen will oder ge­kauft hat. In mei­ner Nai­vi­tät ha­be ich an­fangs im­mer ge­dacht, dass dann der/diejenige spä­ter ei­nen Kom­men­tar ab­setzt – aber das ist all­zu sel­ten pas­siert. Die Netz­welt ist arg flüch­tig (was auch mit dem über­vol­len An­ge­bot zu tun hat).

    Dass die li­te­ra­risch In­ter­es­sier­ten two­day-Leu­te die­ses Blog mei­den hat im Prin­zip nur zwei Ur­sa­chen – aber das wür­de zu weit füh­ren. Letzt­lich ist die Platt­form für die Re­zep­ti­on egal – ob two­day oder wor­d­press spielt kei­ne Rol­le. Ich hat­te ja mal an­ge­dacht, sel­ber zu ho­sten, ha­be das aber aus Ko­sten- und vor al­lem Um­ständ­lich­keits­grün­den auf­ge­ge­ben. Wenn ich die Ab­stim­mung »bar­rie­re­frei« ma­che, d. h. nicht das two­day-Tool ver­wen­de, klicken die acht Leu­te dop­pelt oder drei­fach und mir ist auch nicht ge­dient.

    (Die Iro­nie war mir nicht ent­gan­gen.)

    [EDIT: 2009-07-08 09:43]

  6. Das kommt da­von, wenn man den Feed­re­ader zu spät ab­ar­bei­tet
    Wür­de ei­ne Stim­me mehr ei­nen Un­ter­schied ma­chen? Ist die Le­ser­zahl nicht viel­leicht so­gar hö­her als die Ab­stim­mung es ver­mu­ten ließ – oder war der Ent­schluss ei­gent­lich be­reits ge­fal­len?

    Ich wür­de mich zu­min­dest sehr über das Fort­füh­ren der Li­te­ra­tur­kri­tik in der Kri­tik freu­en. Pe­ter Hand­ke juckt mich tat­säch­lich nicht, aber wo fin­de ich Ver­ris­se zum Ver­riss?

    Im üb­ri­gen sind die Bud­den­brooks das über­be­wer­te­ste­ste­ste Werk der deut­schen »Welt­li­te­ra­tur« (die An­füh­rungs­zei­chen drücken po­le­mi­sche Ver­ach­tung aus). Wer es nicht schafft, ei­nen ein­zi­gen fer­tig ge­zeich­ne­ten Cha­rak­ter auf ge­fühl­ten 4000 Sei­ten un­ter­zu­brin­gen hat Welt­li­te­ra­tur nicht von wei­tem ge­se­hen! Da kann er sich gleich mit Joy­ce in den Ab­grund der one trick po­nies stür­zen. Völ­lig über­schätzt.

    Und jetzt Sie!

  7. aber Hand­ke »juckt« hier ei­gent­lich schon. Ich schrei­be ja nicht nach Main­stream­kri­te­ri­en, son­dern nach Nei­gung. Und die­se Nei­gung wird nicht gou­tiert. So ein­fach ist das.

  8. Hand­ke und Co
    Ich möch­te ger­ne noch ein­mal be­kräf­ti­gen: Ei­ni­ge der we­nig fre­quen­tier­ten Res­sorts be­die­nen sehr wohl mei­ne Nei­gung. Nur Hand­ke halt nicht. Muss des­we­gen die Li­te­ra­tur­kri­tik ster­ben? Ich woll­te ei­gent­lich nur Zu­spruch in Zei­ten der Fru­stra­ti­on spen­den, das war wohl et­was un­ge­lenk. Ent­schul­di­gung.

    Die Two­day-Dis­kus­si­on geht man­gels Vor­bil­dung völ­lig an mir vor­bei, da kann ich nicht mit­re­den. Aber ich ha­be voll­stes Ver­ständ­nis für das Be­dürf­nis nach Reich­wei­te. Da steht der wer­te Au­tor lei­der vor dem Di­lem­ma, dass ei­ner­seits er Wer­bung für sei­ne In­hal­te be­trei­ben müss­te, um grö­ße­re Reich­wei­te in­mit­ten der vie­len markt­schreie­ri­schen Netz­schrei­ber zu er­rei­chen, an­de­rer­seits sei­ne Ziel­grup­pe aber über­haupt nicht Wer­be­af­fin ist.

    Falls es hilft – ich ha­be kürz­lich erst we­gen un­se­rer Dis­kus­si­on auf ei­ner frem­den Platt­form hier­her­ge­fun­den. Ge­blie­ben bin ich we­gen der In­hal­te, die ich zu­min­dest teil­wei­se gou­tie­re (Es juckt mich, hier wie­der un­flä­tig ge­gen Hand­ke zu pö­beln). Man muss halt vor die Tür, wenn man Leu­te ken­nen ler­nen will. Auch wenn man dort so Pro­gramm­ki­no­hoo­li­gans wie mir be­geg­nen kann.

    [EDIT: 2009-07-08 17:27]

  9. @erz
    Wie oben schon ge­schrie­ben: Grass und Her­mann – bei­des Au­toren, die je­der kennt und in ih­rem Seg­ment je­weils gro­sse Pres­se ha­ben. Bei­de Be­spre­chun­gen hier­zu sind »durch­ge­fal­len«. Im üb­ri­gen stirbt die Li­te­ra­tur­kri­tik ja ge­ra­de nicht, wenn ich hier­über schwei­ge.

    Ich glau­be, dass das Be­dürf­nis nach Reich­wei­te im­pli­zit in Blogs (oder ähn­li­chem) an­ge­legt ist. Es mag da Aus­nah­men ge­ben, aber man schreibt hier eben auch für ein Pu­bli­kum. Wenn das aus­bleibt, hat das Grün­de (ich su­che sie zu­erst bei mir und nicht beim Pu­bli­kum).

    PS: Pö­be­lei­en wer­den grund­sätz­lich ent­fernt. :-)

    [EDIT: 2009-07-08 17:48]

  10. Das sind ir­gend­wie kei­ne gu­ten Ta­ge, Gre­gor. Ich bin zu sehr in mir selbst ver­strickt als dass ich hier mit dei­ner Le­se­er­fah­rung hät­te mit­ma­chen mit­ma­chen kön­nen. Scha­de!

  11. #8
    Ich se­he da ei­nen Wi­der­spruch in der Ar­gu­men­ta­ti­on bzw. im Gen­re der Li­te­ra­tur­re­zen­si­on selbst, die denn auf Kom­men­tie­rung Wert legt : Ziel­grup­pe für li­te­ra­ri­sche Re­zen­sio­nen sind – m.E. – Leu­te, die das Buch eben noch nicht ge­le­sen ha­ben, son­dern her­an­ge­führt wer­den wol­len bzw., die ei­ne Ent­schei­dungs­hil­fe be­kom­men wol­len. Kom­men­tie­rung ist un­ter die­ser Prä­mis­se eher nicht zu er­war­ten (au­ßer die woll­ten / wür­den sich für eben die­se Hil­fe­stel­lung be­dan­ken wol­len). Sie könn­te al­so nur er­fol­gen, wenn Dei­ne Le­ser ei­ne Art der Selbst­ver­ge­wis­se­rung über ih­re ei­ge­ne Mei­nung her­bei­füh­ren woll­ten (oder ein Kor­rek­tiv such­ten...). Das al­ler­dings wä­re in der Ei­gen – und Au­ßen­sicht ver­mut­lich pro­ble­ma­tisch und läßt zu sehr auf Wan­kel­mü­tig­keit­bzw. man­geln­des kri­ti­sches Be­wußt­sein schlie­ßen, wie­wohl ich ger­ne zu­ge­be, daß ich vor je­der ei­ge­nen Re­zen­si­on mög­lichst vie­le an­de­re Quel­len zu­min­dest über­flo­gen ha­be.... Ei­ne zwei­te, denk­ba­re Grup­pe mög­li­cher Kom­men­ta­to­ren wä­ren Kri­ti­ker selbst (oder gar Au­toren). Das wä­re arg selbst­re­fe­ren­ti­ell und scheint mir re­la­tiv un­wahr­schein­lich, au­ßer es tä­ten sich gro­ße Kon­tro­ver­sen auf (sie­he Kon­flik­te zwi­schen MRR und S. Löff­ler). Und da kommt noch da­zu, daß die eher nicht netz – bzw. blo­gaf­fin sind. Grund­sätz­lich wi­der­spre­chen möch­te ich Dir auch dar­in, daß die Platt­form kei­ne Rol­le spielt. Mein Aus­flug zu wor­d­press hat mehr Le­ben­dig­keit ge­ne­riert als sie bei two­day mög­lich war (oder schon vor­her mein Wech­sel von blo­gi­go zu two­day). Na­tür­lich gibt es bei two­day Li­te­ra­tur­in­ter­es­sier­te, vie­le aber sind auf dem Ni­veau von »Stricken und Le­sen«, um es mal bö­se zu for­mu­lie­ren. Es gibt der­zeit ne­ben Dei­nem ge­nau ein ein­zi­ges Re­zen­si­ons­blog, das ich ernst­neh­men woll­te, ein an­de­res hat ver­sucht, auf an­de­rer Ba­sis ak­tiv zu wer­den. Wenn ich noch an­neh­me, daß auch das Le­ser­po­ten­ti­al (hier) für Dei­ne Her­an­ge­hens­wei­se en­ger um­grenzt ist, mag es sein, daß Du zu­viel er­war­test. Al­ler­dings bleibt die Fra­ge der au­ßen­ste­hen­den Le­ser und da­mit die nach der goog­le – Ver­füg­bar­keit. Denn es scheint, daß für Su­chen­de sol­che Sub­do­mains eher nicht re­le­vant sind. Falls Du doch noch­mal über Ei­gen­ho­sting nach­denkst, schau Dir mal bplaced.net an. Das wä­re ko­sten­los, 2gb mit php und Da­ten­bank und so wie es aus­schaut ei­ner mög­li­chen, dann al­ler­dings ko­sten­pflich­ti­gen ei­ge­nen Do­main.... LG ti­ni­us

  12. @tinius
    Okay, ich muss ein biss­chen prä­zi­sie­ren.

    Seit ich die­ses Ab­stim­mungs­ver­fah­ren hier prak­ti­zie­re, sind zwei Bü­cher »durch­ge­fal­len«, d. h. es fan­den sich nicht die von mir (will­kür­lich) be­stimm­te An­zahl von 12 Le­sern, die ei­ne Fort­set­zung in­ter­es­sant fan­den. »Be­trof­fen« war da­von das letz­te Buch von Grass und jetzt ak­tu­ell von Ju­dith Her­mann. Bei­de Bü­cher wa­ren, als sie zur DIs­kus­si­on stan­den, re­la­tiv ak­tu­ell, es gab aber schon reich­lich Be­spre­chun­gen in an­de­ren Me­di­en.

    Den­noch: Wenn hier das In­ter­es­se für die­se Bü­cher (man mag ja zu den Au­toren ste­hen, wie man will) nicht vor­han­den ist, gibt es da­für drei Er­klä­run­gen: 1. Mei­ne Be­spre­chung war lang­wei­lig, 2. Es gibt an die­sen Bü­chern kein In­ter­es­se und 3. Es gibt un­ter al­len die bei two­day an­ge­mel­det sind, hier­zu kein In­ter­es­se.

    Al­les sind al­les le­gi­ti­me Grün­de. Was nun stimmt, in­ter­es­siert mich ehr­lich ge­sagt nicht. Punkt 3 ist da­hin­ge­hend inet­res­sant, weil ich das two­day-Ab­stim­mungs­tool ver­wen­det ha­be. Ei­ni­ge wol­len sich nicht an­mel­den und se­hen die­ses Blog als Kon­sum­ar­ti­kel.

    Mich in­ter­es­siert nur das Er­geb­nis. Und das sagt mir, dass ich mir die Ar­beit spa­ren kann, hier Be­spre­chun­gen zu ver­fas­sen, die viel zu we­nig Leu­te in­ter­es­sie­ren.

    Ein Ei­gen­ho­sting wür­de ja auch die von Dir ge­nann­ten Pro­ble­ma­ti­ken gar nicht ver­än­dern. Ich hät­te nur noch mehr Ar­beit (Text­über­tra­gun­gen) und noch hö­he­re Ko­sten.

    In­ter­es­sie­ren wür­de mich, war­um Dein neu­er two­day-Blog de­ak­ti­viert ist.

  13. Ich hat­te ge­stern in­ner­halb von 24 Stun­den drei­mal das Er­leb­nis, daß sich Leu­te von mir auf den Schlips ge­tre­ten fühl­ten. Zwar bin ich mir kei­ner Schuld be­wußt, aber ich muß vir­tu­el­le Kon­flik­te nicht wirk­lich ha­ben ( + »Be­lei­dig­te – Le­ber­wurst – Syn­drom«)... Es ist wie­der of­fen, aber im Mo­ment feh­len mir auch die In­hal­te.... Ich kämp­fe mich ge­ra­de durch »In­fi­ni­te Jest« im eng­li­schen Ori­gi­nal mit ei­ner Ge­schwin­dig­keit von 10 Sei­ten pro Stun­de und spie­le ge­ra­de ernst­haft mit dem Ge­dan­ken, das Buch in ei­ne Ecke zu feu­ern...
    Ähm, ja : dann ist das aber klar : Selbst In­ter­es­sier­te wer­den sich nicht bei two­day an­mel­den, nur um ab­zu­stim­men. Das ist wahr­lich zu viel er­war­tet. Es gibt kom­plet­te Blog­platt­for­men, für die ich kei­nen Ac­count ha­be und je ha­ben wer­de, nur um et­wa kom­men­tie­ren zu kön­nen. ... Ach, und ich hab mit ja ge­stimmt, zu­mal das Buch noch mei­ner Lek­tü­re harrt. ;) LG ti­ni­us

  14. In­ter­es­sier­te wer­den sich nicht bei two­day an­mel­den, nur um ab­zu­stim­men. Das ist wahr­lich zu viel er­war­tet.
    Ja, viel­leicht ist das schon zu­viel er­war­tet. Aber es zeigt auch, wie­viel ei­nem dann so­was wert ist (Kommt je­mand auf die Idee zu sa­gen, zum Ki­osk ge­he ich nicht, weil der Weg zu weit ist? Und wenn je­mand das sagt, was sagt das über den­je­ni­gen und des­sen Wert­schät­zung der Zei­tung ge­gen­über aus?)

  15. Im in­ter­net – Zeit­al­ter : mit Si­cher­heit. Und soll­te die ei­ge­ne Zei­tung nicht gra­tis im Netz ste­hen, wählt man ei­ne an­de­re....

  16. Nicht al­les ist on­line – On­line ist nicht die Welt, son­dern im­mer nur aus Aus­schnitt. Je­de Buch­be­spre­chung in ei­ner Schü­ler­zei­tung (die nicht on­line ist) hat ei­ne hö­he­re Ver­brei­tung wie ca. 98% al­ler Blogs (in Deutsch­land).

  17. Das ist mir be­wußt, aber wir dis­ku­tie­ren ge­ra­de ein Phä­no­men der on­line – Welt (und des­sen durch­aus wahr­nehm­ba­re Aus­wir­kun­gen auf die rea­le Welt). ;)

  18. Nicht ganz: Ich trans­fe­rier­te ein »Phä­no­men« der On­line­welt (viel­leicht mit ei­nem un­ge­len­ken Bei­spiel) auf die »rea­le Welt«: Wie­viel ist man be­reit für ei­ne In­for­ma­ti­on zu »ge­ben« (ich mei­ne das zu­nächst gar nicht ma­te­ri­ell)? Wie­viel ist mir ein Es­say ei­nes Au­tors X wert, der nicht im Netz steht, son­dern nur in der Zei­tung? Wie­viel ist mir ein On­line-Text »wert«?

    Die Ant­wort beim On­line­text ist ein­fach: Es gibt so­vie­le Mög­lich­kei­ten bei­spiels­wei­se Buch­be­spre­chun­gen on­line zu le­sen – da spielt ei­ne sol­cher Blog gar kei­ne Rol­le. Da­her glau­be ich al­len Ern­stes, dass Strick­blogs oder rein pri­va­ti­sti­sche Blogs auf Dau­er »über­le­ben« wer­den, weil sie et­was zu bie­ten ha­ben, was es nur bei ih­nen gibt. Me­di­en­blogs, po­li­ti­sche Blogs, Li­te­ra­tur­blogs – das braucht nie­mand, weil es da­von ei­ne Fül­le gibt und im­mer ge­ben wird.

  19. Das wa­ge ich jetzt mal an­zu­zwei­feln – ja, pri­va­te Ta­ge­bü­cher und die­se un­be­darf­ten Le­se­b­logs und – Fo­ren wer­den über­le­ben, die bei­den letz­te­ren, weil es schlicht kei­ne an­de­re Platt­form für sol­che Bü­cher gibt, die selbst wie ih­re Le­ser nach ganz an­de­ren Re­geln funk­tio­nie­ren als die von uns be­vor­zug­te Li­te­ra­tur. Po­li­ti­sche, ge­sell­schafts­re­le­van­te Blogs könn­ten / kön­nen über­le­ben, denn sie ha­ben /hätten das Po­ten­ti­al, ei­ne Ge­gen­öf­fent­lich­keit, zu­min­dest aber ei­ne Dis­kus­si­ons­platt­form zu bil­den, die Zei­tun­gen und Ma­ga­zi­ne via Le­ser­brief nur schwer bie­ten kön­nen. War­um das in D. so über­haupt nicht funk­tio­niert, ha­be ich auch nicht ver­stan­den. Bzw. kann ich mir vor­stel­len, daß ein As­pekt eben der von Dir ge­nann­te As­pekt des Ge­bens – und da­mit der Be /Entlohnung – ist. Ich geh mal frech da­von aus, daß al­le re­le­van­ten Blogs in den USA ver­hält­nis­mä­ßig kom­mer­zia­li­siert sind, daß es durch An­zei­gen – die auch dort in Gra­tis – Ho­sting – An­ge­bo­ten für User nicht er­laubt sind – ei­nen ge­wis­sen Rück­fluß gibt, der den­noch die Le­ser nichts ko­stet. Wenn ich ei­ne Ta­ges­zei­tung oder ei­ne Wo­chen­zei­tung kau­fe, kau­fe ich das kom­plet­te Pa­ket, al­so meh­re­re Res­sorts mit je­weils meh­re­ren Ar­ti­keln, von de­nen mich dann ei­ni­ge in­ter­es­sie­ren. Ei­ne mo­no­the­ma­ti­sche Zei­tung mit nur ei­nem Au­tor wä­re un­in­ter­es­sant, ei­ne mo­no­the­ma­ti­sche Zei­tung ist nur bei Fach­in­ter­es­se (bei mir et­wa Li­te­ra­tur, bei an­de­ren Wirt­schaft oder PC) wirk­lich ein über­le­gens­wer­tes An­ge­bot, und auch nur dann, wenn es in­ner­halb des The­mas weit­ge­streut agiert. Als Au­tor ei­nes Print­me­di­ums kön­nen Dich doch al­len­falls die er­mit­tel­ten Ver­kaufs­zah­len oder die ge­schätz­te Reich­wei­te be­ru­hi­gen – sieht man mal vom all­fäl­li­gen Ho­no­rar ab, Wie oft Dein Ar­ti­kel über­blät­tert oder ge­le­sen wur­de, er­fährst Du meist nie. Du wärst aber doch mit dem Klam­mer­beu­tel ge­pu­dert, wenn Du Dei­ne wei­te­re Mit­ar­beit da­von ab­hän­gig mach­test, daß Du je­weils zu Dei­nen Ar­ti­keln ein Mi­ni­mum von 10 oder 20 oder 30 Le­ser­brie­fen er­reichst. Du darfst mich nicht falsch ver­ste­hen : ich se­he durch­aus den Grund­kon­flikt und ak­zep­tie­re da auch Dei­ne Hal­tung. Für Dich wä­re ver­mut­lich ei­ne ent­gelt­pflich­ti­ge on­line – Platt­form das Rich­ti­ge, die aber der­zeit, wenn denn über­haupt, al­len­falls mit ei­nem kom­bi­nier­ten Print­an­ge­bot funk­tio­nie­ren kann. Und ich mei­ne das we­ni­ger we­gen des Gel­des, son­dern we­gen der dann viel­leicht zu er­war­ten­den Sorg­falt der Le­ser. Aber selbst die von mir ge­schätz­te »Kri­ti­sche Aus­ga­be« läuft on­line gra­tis. Und ein An­ge­bot mit Paid – Con­tent be­nö­tigt mit Si­cher­heit meh­re­re Leu­te, die das in­halt­lich und letzt­lich wirt­schaft­lich stem­men. Letzt­lich ha­be ich ja aus an­de­rer Rich­tung, aber ähn­lich ent­schie­den : der Auf­wand, ein mei­nen An­sprü­chen ge­nü­gen­des Re­zen­si­ons­blog zu füh­ren, ist mir auf Dau­er schlicht zu hoch, un­ab­hän­gig al­ler­dings von der Be­loh­nung / Rück­mel­dung, die ich mir mit Coun­ter­zah­len Ver­lin­kun­gen ja doch ge­ge­ben ha­be. Und es hät­te mei­ner Mo­ti­va­ti­on we­nig ge­hol­fen, wenn »Rea­din­gEa­se« plötz­lich zu ei­ner häu­fig fre­quen­tier­ten und viel kom­men­tier­ten Sei­te ge­wor­den wä­re oder gar Ein­nah­men ge­ne­riert hät­te. Denn al­lein der in mir auf­ge­bau­te Druck und die an­ders­wo feh­len­de Zeit emp­fand ich zu­letzt als un­aus­gleich­ba­re De­fi­zi­te... LG ti­ni­us

  20. »Paid Con­tent« geht m. E. in Deutsch­land noch lan­ge nicht. We­nig­stens nicht da, wo es ei­ne Über­fül­le von An­ge­bo­ten gibt. Ich bin si­cher, dass für mei­ne Tex­te nicht ei­ner auch nur ei­nen mü­den Eu­ro be­zah­len wür­de. Um­ge­kehrt ist das be­lie­big ver­füg­ba­re na­tür­lich per au­to­ma­tisch auch »bil­lig«. Da beißt sich die Kat­ze ein biß­chen in den Schwanz.

    Ein Jour­na­list ei­ner Zei­tung hat durch­aus an­de­re Mög­lich­kei­ten zu über­prü­fen, wie sei­ne Ar­ti­kel »an­kom­men« als die Zahl der Le­ser­brie­fe zu zäh­len. Er kann bspw. eru­ie­ren, wie oft er zi­tiert wird, wie es um sei­ne Be­kannt­heit steht und ob es viel­leicht An­ge­bo­te aus an­de­ren Me­di­en gibt.

    Wenn Du sagst, dass mo­no­the­ma­ti­sche Zei­tun­gen mit nur ei­nem Au­tor nicht ge­hen wür­den – dann ist es doch ge­nau das Prin­zip des Blogs, wel­ches nicht »geht« (min­de­stens in Deutsch­land). Ich be­zeich­ne mich als po­li­ti­schen Men­schen, ken­ne aber kei­nen ni­veau­vol­len po­li­ti­schen Blog, d. h. ei­nen Blog, in dem ich die po­li­ti­sche In­dok­tri­na­ti­on nicht schon nach drei Zei­len mer­ke. So­was ist in der Tat für mich wert­los. Im Feuil­le­ton-Be­reich (in der klas­si­schen De­fi­ni­ti­on des Feuil­le­ton) fällt mir so­fort aber auch nur ei­ner ein: Der Um­blät­te­rer (der hat üb­ri­gens schon vier Au­toren!)

    Mei­nes Er­ach­tens hat die »Blo­go­sphä­re« (die Pau­scha­li­sie­rung ist na­tür­lich un­ge­nau) es ver­säumt, die be­sten Kräf­te ir­gend­wann zu bün­deln und ein Fo­rum zu kon­zi­pie­ren, wel­ches in­ter­dis­zi­pli­när und mul­ti-the­ma­tisch agiert und Blog­ger ne­ben pro­fes­sio­nel­len Schrei­bern ein­bin­det. Statt­des­sen wer­den die ori­gi­na­li­täts­hei­schen­den Fi­gu­ren in­zwi­schen von der FAZ ab­ge­wor­ben und ni­sten sich dort mit ge­quäl­ten Pro­vo­ka­tio­nen ein. Und je­der bruz­zelt in sei­ner He­xen­kü­che sein ei­ge­nes Süpp­chen, wel­ches er na­tür­lich ir­gend­wie für das Be­ste hält, oder min­de­stens das Zweit­be­ste...

  21. Erst­mal dan­ke für den Tip. Den Um­blät­te­rer kann­te ich noch nicht. An­son­sten : was noch nicht ist, kann ja noch wer­den. ;) Platt­for­men könn­ten ir­gend­wann aus rei­nem Über­le­bens­in­stinkt ent­ste­hen, ich hal­te sie eben­falls für not­wen­dig, viel­leicht auch durch­aus mo­no­the­ma­tisch. Dann scheint mir aber ei­ner der für Dich mög­li­chen We­ge klar – mit die­sem Blog als Re­fe­renz Dir in ei­nem grö­ße­ren Zu­sam­men­hang ein Be­tä­ti­gungs­feld zu su­chen (z.B. beim Um­blät­te­rer)..... ;) (Sor­ry, ich kann es nicht las­sen.) LG ti­ni­us

  22. Es gab schon mal ein sol­ches Fo­rum im An­satz (er hiess »nensch«; das Fo­rum ist in­zwi­schen kli­nisch tot – auf­grund von Strei­te­rei­en der Prot­ago­ni­sten un­ter­ein­an­der). Der Um­blät­te­rer ist sehr gut be­setzt; die brau­chen kei­ne Ama­teu­re.

  23. (Hopp­la, so schnell ver­pennt man ei­ne Dis­kus­si­on ...)

    Ei­ne Lü­ge ist es nicht: acht oder zwölf sind viel. Mir ist klar, dass das be­deu­tend we­ni­ger sind als sa­gen wir hun­dert, aber auf die Zahl kommt es über­haupt nicht an. Es kommt dar­auf an, was oder bes­ser ge­sagt wen man sucht und er­rei­chen will. Un­ter den hun­dert sind näm­lich auch nur drei, die Zeit und Mu­sse ha­ben, die es über­haupt ka­pie­ren, die es zum Nach­den­ken an­regt, die Fra­gen be­kom­men, die selbst et­was dar­aus ma­chen, d.h. die es wei­ter­bringt und die des­halb auch das, was man schrieb, für wert­voll be­trach­ten und schät­zen, ganz ab­ge­se­hen von den we­ni­gen, die so­gar Kri­tik zu üben im­stan­de sind, d.h. die ei­nen selbst wei­ter­brin­gen. Die üb­ri­gen su­chen com­mu­ni­ty, Zeit­ver­treib und Zeit­tot­schlag, Un­ter­hal­tung, Stamm­tisch, An­ke Grö­ner ... (Mag sein, das ist le­gi­tim. Je­der wie er will. Und even­tu­ell gibt es auch dar­in Wert­vol­les.) Es ist al­ler­dings vor die­sem Hin­ter­grund schwie­ri­ger, be­haup­te ich, für we­ni­ge zu schrei­ben, als für vie­le.

  24. @muellerto
    Ich ver­ste­he Ih­ren Ge­dan­ken sehr gut – al­lei­ne er scheint mir nicht schlüs­sig und er­in­nert mich – Ver­zei­hung im vor­aus – an das »ver­kann­te Ge­nie«, wel­ches nur für we­ni­ge er­kenn­bar ist (ei­ne Trö­stung; ei­ne Le­gen­de?).

    Es ist klar, dass ein­hun­dert »mehr« sind – aber das mei­ne ich nicht. Ich glau­be nicht, dass es nur acht Le­ser gibt, die et­was zu Her­manns oder Grass’ Buch le­sen wol­len. Aber es gibt nur acht Le­ser die et­was von mir da­zu le­sen wol­len. Das ist der Un­ter­schied.

    Ich sprach oben den Ver­such An­fang der 2000er Jah­re an, mit »Nensch« ei­ne Art in­ter­dis­zi­pli­nä­res, kol­la­bo­ra­ti­ves Fo­rum zu in­stal­lie­ren. Kern war 1. man schreibt un­ter Re­al­na­men und 2. die Bei­trä­ge der Teil­neh­mer stel­len sich Ab­stim­mun­gen (es gab/gibt auch ein »Ta­ge­buch«, in dem je­der schrei­ben kann, was er möch­te). In sei­nen »Hoch­zei­ten« (da war ich noch nicht da­bei) hat­te das Fo­rum ei­nen Schrei­ber­stab von ca. 30–40 Leu­ten. Da­von ha­ben rd. die Hälf­te re­gel­mä­ssig Bei­trä­ge ge­schrie­ben und sich den Ab­stim­mun­gen ge­stellt und auch kom­men­tiert – die an­de­re Hälf­te hat fast nur kom­men­tiert (was auch ein Sinn war). Ins­ge­samt gab es über die Jah­re viel­leicht 100 der­art ak­ti­ve Teil­neh­mer.

    Es gibt aber rd. 100 Mil­lio­nen »po­ten­ti­el­le« Teil­neh­mer, d. h. deut­sche Mut­ter­sprach­ler. Na­tür­lich sind da­von nur we­ni­ge an Li­te­ra­tur, Po­li­tik, Na­tu­trwis­sen­schaf­ten oder Phi­lo­so­phie in­ter­es­siert. Wenn es rd. 1% sind, müss­te man – theo­re­retisch – 1 Mil­li­on er­rei­chen. Es wa­ren aber nur rd. 100 Leu­te, die je­mals sich dort »stell­ten« (las­sen wir mal die o. g. Vor­aus­set­zun­gen bei­sei­te). Ich er­ken­ne hier­in ein ekla­tan­tes Miss­ver­hält­nis – oh­ne es mir (bis heu­te) er­klä­ren zu kön­nen (ein ähn­lich struk­tu­rier­tes Fo­rum in den USA [»kuro5hin«] läuft we­sent­lich en­ga­gier­ter; dort gibt es al­ler­dings die Mög­lich­keit des Pseud­onyms).

    Ich glau­be ehr­lich ge­sagt nicht dar­an, dass es ei­ne ir­gend­wie ge­ar­te­te »Aus­zeich­nung« ist, für we­ni­ge zu schrei­ben. Das ist ei­ne Krücke, die all je­nen hel­fen soll, die nicht so wahr­ge­nom­men wer­den, wie sie es sel­ber glau­ben, dass sie es ver­die­nen. Auf Dau­er setzt sich Qua­li­tät durch, d. h. auf Dau­er »über­zeu­gen« Tex­te, die »gut« sind – und müs­sen Leu­te fin­den, die nicht auf der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­bahn­stra­sse be­stehen. Mir ist das in drei­ein­halb Jah­ren nicht ge­lun­gen. Dann kann ich ir­gend­wann kei­ne Pu­bli­kums­be­schimp­fung mehr vor­neh­men.

  25. »Aus­zeich­nung« ist das fal­sche Wort. Es gibt kein mo­ra­li­sches »Bes­ser« oder »Schlech­ter« in der Fra­ge, ob man sich den Vie­len zu­wen­det oder ein paar We­ni­gen. Man tut dies mit dem­sel­ben Recht. Aber schwie­ri­ger ist letz­te­res, ich emp­fin­de es so.

    Ich hal­te es al­ler­dings für ver­mes­sen, al­le theo­re­tisch Er­reich­ba­ren (d.h. Vor­han­de­nen) auch wirk­lich er­rei­chen zu wol­len. Es gibt ob­jek­ti­ve Grün­de, die da­ge­gen spre­chen, zu al­ler­erst die ver­füg­ba­re Zeit (ich mei­ne die Zeit des Le­sers – wie­viel soll der denn je­den Tag le­sen von Leu­ten, die al­le­samt glei­cher­ma­ssen wahr- und ernst­ge­nom­men wer­den wol­len?), aber auch die Un­über­sicht­lich­keit des Net­zes. Ich hö­re bei­spiels­wei­se zum er­sten Mal von Nensch [1]. Ich bin schlicht nie dar­über ge­stol­pert. Ich hab auch nie da­nach ge­sucht. Ich bin auch erst vor Kur­zem hier auf das Be­gleit­schrei­ben ge­sto­ssen, ich weiss nicht mehr auf wel­chem We­ge, aber ich bin da­bei hän­gen­ge­lie­ben – war­um? So schlecht kann es nicht sein, glaub ich.

    Was das ur­sprüng­li­che The­ma an­ging, Li­te­ra­tur­kri­tik u.ä. – ich muss ehr­lich sa­gen, ich bin schlicht kein ei­gent­li­cher Fan von Feui­letton al­ler Art, auch nicht von »Me­ta­li­te­ra­tur«, al­so da­von, dass ei­ner mir an­de­re er­klärt, ins­be­son­de­re Gro­sse und dann viel­leicht noch in be­zug auf Neu­erschei­nun­gen, d.h. im Vor­aus, oh­ne dass man das Buch sel­ber schon ge­le­sen ha­ben könn­te. Das ver­fälscht nicht sel­ten den Ein­druck ganz ge­hö­rig. Man den­ke bei­spiels­wei­se an Slo­ter­di­jk, über den oft, viel­leicht so­gar über­wie­gend Mist ge­schrie­ben wird, trotz al­ler Weit­schwei­fig­keit sehr zu un­recht, wie ich mei­ne. Ich ver­su­che des­halb ak­tiv, auf so­was zu ver­zich­ten und le­se schon lie­ber das Ori­gi­nal und bil­de mir mein Ur­teil selbst, be­vor (!) ich mir sog. Re­zen­sio­nen an­se­he. Noch viel schwie­ri­ger ist es mit Mu­sik. Auf dem Ge­biet der sog. Klas­sik gibt es heu­te prak­tisch kei­ne kri­ti­schen Re­zen­sio­nen mehr, nur noch Lob und ab­ge­schrie­be­nes Lob. Trau­en darf man nur noch den ei­ge­nen Au­gen und Oh­ren. Aber das ist ei­ne per­sön­li­che Ma­rot­te. – Dis­c­lai­mer (I): selbst­ver­ständ­lich muss es Kri­tik ge­ben und Kri­tik muss Kul­tur und le­ben­dig sein. Nur, es be­steht ein Un­ter­schied zwi­schen Kri­tik, Meckern und La­bern. Und es gibt heu­te Leu­te, die kön­nen zu al­lem und je­dem et­was Be­lang­lo­ses da­zu­plap­pern, zum Druck langt es al­le­mal. – Dis­c­lai­mer (II): die­ser Ab­satz be­schäf­tigt sich mehr mit dem all­ge­mei­nen The­ma »feuil­le­to­ni­sti­sche Li­te­ra­tur­kri­tik«, we­ni­ger mit dem Be­gleit­schrei­ben. Letz­te­res lei­det al­ler­dings, das ge­be ich zu, un­ter mei­ner all­ge­mei­nen Ab­nei­gung er­ste­rer, viel­leicht zu un­recht.

    [1] Fo­ren und Schreib­werk­stät­ten und Work­shops gibt es wie Sand am Meer, ge­ho­be­ne­re und fla­che­re, of­fe­ne und ge­schlos­se­ne. Ich per­sön­lich plä­die­re (trotz ekla­tan­ter Schwach­stel­len) noch im­mer eher für das al­te (wo­mög­lich in vie­len Au­gen ur­tüm­li­che) use­net als für Web­fo­ren, aus rein prak­ti­schen Grün­den.

  26. Die Mär von der sich durch­set­zen­den Qua­li­tät
    Der Glau­be, dass Qua­li­tät sich durch­setzt, ist, mit Ver­laub, na­iv.

    Oh­ne Qua­li­tät kann man kei­ne Le­ser ge­win­nen oder gar hal­ten, aber Qua­li­tät al­lei­ne reicht nicht aus. Es braucht kei­ne in­for­ma­ti­ons­wis­sen­schaft­li­che Lang­zeit­stu­die zu Me­di­en­kon­sum, um zu se­hen, dass Le­ser man­che In­hal­te aus funk­tio­na­len Grün­den nie zu Ge­sicht be­kom­men.

    Für ein Ni­schen­the­ma, des­sen Lieb­ha­ber ten­den­ti­ell auch noch dem Me­di­um »Blog« völ­lig ab­hold sind, ist es gleich dop­pelt schwer, sei­ne In­ter­es­sen­ten zu fin­den. Die In­ter­es­sen­ten sind vom da­ta mi­ning und Fil­tern der In­hal­te so über­for­dert, dass sie in den sel­ten­sten Fäl­len ak­tiv die In­hal­te su­chen – und dann bei der Su­che auch ge­nau dei­ne In­hal­te fin­den, al­so liegt es am Au­toren, zu sei­nen Le­sern zu ge­hen.

    Wie be­reits ge­schrie­ben – ich bin auf die­ses Blog erst durch ei­ne Dis­kus­si­on in ei­nem an­de­ren, mir we­gen mei­ner Sport­be­gei­ste­rung be­kann­ten Blog ge­sto­ßen. Erst ge­stern fiel mir auf, dass ich ein Blog der hier vor­ge­stell­ten Blog­roll al­ler­dings durch ge­ziel­te Su­che fand. Als ich für ein Se­mi­nar Re­cher­che zu Da­vid Wil­son be­trieb und ge­zielt nach Be­spre­chun­gen such­te, fand ich ei­ne an­ge­nehm be­rei­chern­de Dis­kus­si­on bei Dr. Blu­me. So sel­ten sol­che Zu­fäl­le sein mö­gen – oh­ne die hier und bei religionswissenschaft.twoday ge­lei­ste­te Ar­beit fehl­te mir heu­te et­was.

    Das Pro­blem der Reich­wei­te ist für mich, der ich ge­ra­de ei­ne Platt­form für jun­ge Au­toren mit auf­baue, na­tür­lich nur all­zu gut be­kannt. Die Zeit, die ich mit »Wer­bung« ver­bren­ne, statt sie in die Ar­ti­kel zu in­ve­stie­ren, die mir am Her­zen lie­gen, fru­striert mich je­den Tag aufs neue. Aber ich se­he die Not­wen­dig­keit, Reich­wei­te ak­tiv zu ge­ne­rie­ren, um ein ge­wis­ses Re­le­vanz­ni­veau zu er­rei­chen. Mit ein we­nig Glück ver­schafft un­se­re Platt­form ih­ren Au­toren dann ein Pla­teau, auf dem ih­re In­hal­te aus der Mas­se her­aus­ra­gen und auch Ni­schen­the­men ih­re Con­nais­seu­re fin­den.

    Man­che For­men des Stre­bens nach Auf­merk­sam­keit sind üb­ri­gens ge­nu­in er­hel­lend, so wie un­se­re Dis­kus­sio­nen es zu­min­dest für mich wa­ren und hof­fent­lich wei­ter blei­ben. Mit ein we­nig Glück macht ein Freund sei­ne An­kün­di­gung bald wahr, ei­ne Ru­brik für Li­te­ra­tur­be­spre­chung bei uns zu er­öff­nen. Mal se­hen, ob es nicht doch ge­lingt, Le­ser für die­ses The­ma zu ge­win­nen.

    An der man­geln­den Qua­li­tät der Bei­trä­ge in die­sem Blog hat es si­cher­lich nicht ge­le­gen.

  27. @muellerto
    In­ter­es­san­te Dis­kus­si­on – um und über die Ver­mes­sen­heit der Welt (man ver­zei­he mir die­sen Ka­lau­er).

    Ich bin na­tür­lich nicht so ver­mes­sen und sa­ge, dass ich 1 Mil­li­on Leu­te er­rei­chen will. Ich sa­ge nur, dass es ei­ne er­heb­li­che DIs­kre­panz gibt zwi­schen dem Po­ten­ti­al und dem tat­säch­lich er­reich­ba­ren, die sich kaum in »ppm« (parts per mil­li­on) aus­drücken lässt. Da­her mei­ne in ei­nem an­de­ren Kom­men­tar an­ge­führ­te Po­le­mik, dass ei­ne Schü­ler­zei­tung (Print) mehr Le­ser er­reicht als die über­wie­gen­de Mehr­zahl von Blogs. Ich hal­te es weit­ge­hend für ei­ne Il­lu­si­on zu glau­ben, dass mit Blogs Öf­fent­lich­keit ge­ne­riert wer­den kann. Auch hier be­stä­ti­gen Aus­nah­men die Re­gel – aber 99% al­ler Blogs fri­sten ein Schat­ten­da­sein. Da­hin­ge­hend ist es na­tür­lich schwie­ri­ger für die we­ni­gen Le­ser zu schrei­ben als für ei­ne Mas­se, die sich imemr wie­der neu bil­det und mul­ti­pli­ziert. Ei­ne Fir­ma, die nur drei Kun­den hat muss mit die­sen Kun­den an­ders um­ge­hen als ei­ne die 1000 hat (viel­leicht falsch ge­sagt: sie muss nicht an­ders mit ih­nen um­ge­hen – sie WIRD an­ders mit ih­nen um­ge­hen).

    Ich le­se ja ei­gent­lich auch im­mer erst ein Buch, schrei­be dann da­zu was und spä­ter erst füh­re ich mir die an­de­ren Be­spre­chun­gen zu (es gibt al­ler­dings Aus­nah­men, die ich dann in der Be­spre­chung auch im­mer an­spre­che). Slo­ter­di­jk ha­be ich auch be­spro­chen (mehr­mals hier) – mei­ne Nai­vi­tät ging frü­her da­hin, dass Leu­te, die die­ses Buch ge­le­sen ha­ben und dann die be­spre­chung da­zu mit ih­rer Mei­nung in den Dis­kurs tre­ten (was bspw. bei den Main­stream­me­di­en nicht mög­lich ist). Dies hat sich weit­ge­hend als Il­lu­si­on her­aus­ge­stellt. Ent­we­der »spie­len« die Leu­te in ei­ner an­de­ren Li­ga und un­ter­hal­ten sich mit sol­chen Ama­teu­ren wie mich gar nicht – oder sie ha­ben kein In­ter­es­se an ei­nem Aus­tausch.

    Ih­ren Satz Letz­te­res lei­det al­ler­dings, das ge­be ich zu, un­ter mei­ner all­ge­mei­nen Ab­nei­gung er­ste­rer, viel­leicht zu un­recht ver­ste­he ich nicht. Lei­det »Be­gleit­schrei­ben« un­ter Ih­rer Ab­nei­gung der feuil­le­to­ni­sti­schen Li­te­ra­tur­kritk? Ist es Ih­nen zu feuil­le­to­nisch und da­mit zu ober­fläch­lich (die all­ge­mei­ne De­fi­ni­ti­on des Feuil­le­tons)?

  28. @erz – Nai­vi­tät?
    Ich glau­be nicht das auf ewig ver­kann­te Ge­nie. Es gibt sehr vie­le Bei­spie­le die zei­gen, dass Künst­ler spät, oft erst nach ih­rem Tod »ent­deckt« wer­den – aber sie wer­den eben »ent­deckt« bzw. ge­fun­den. Meist wa­ren sie ih­rer Zeit vor­aus und wer­den kann spä­ter zu Iko­nen.

    Jour­na­li­sten und »Blog­ger« wer­den die­sen Sta­tus aus der heu­ti­gen Zeit her­aus nie er­rei­chen, weil es ein­fach zu vie­le da­von gibt. Ragt ein Schrei­ber her­aus, wird er »ent­deckt« und fin­det viel­leicht an­de­re pu­bli­zi­sti­sche We­ge (es gibt in der Blog­ger­sze­ne ei­ni­ge Bei­spie­le da­von). Der gro­ße Rest macht ent­we­der wei­ter, wenn ihn die Le­ser- und Ant­wort­zahl nicht in­ter­es­siert oder hat ir­gend­wann kei­ne Lust mehr.

  29. Mein letz­ter Satz? Ja, »Be­gleit­schrei­ben« lei­det, viel­leicht zu un­recht (»viel­leicht« des­halb, weil ich nicht von An­fang an al­les ge­le­sen ha­be und mir kein Ur­teil er­lau­ben will), un­ter mei­nem pau­scha­len Vor­ur­teil vom jour­na­li­sti­schen Feuil­le­ton, das si­cher in sei­ner Pau­scha­li­tät eben­falls kri­tik­wür­dig, al­ler­dings zu­min­dest nicht un­be­grün­det ist.

    Ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um ist bei­spiels­wei­se die Mo­ti­va­ti­on. War­um schreibt je­mand ei­ne Li­te­ra­tur­kri­tik? Ich be­haup­te, in gro­ssen Zei­tungs­ver­la­gen und Fern­seh­sen­dun­gen ge­schieht dies heu­te nicht un­we­sent­lich, um Pa­pier bzw. Sen­de­zeit voll­zu­krie­gen. Bü­cher gibt’s ge­nug, man kann die­se Tex­te so­gar auf Hal­de pro­du­zie­ren und bei Be­darf, je nach ge­for­der­ter Län­ge in ei­ner be­stimm­ten Aus­ga­be drucken. Man kann Schleich­wer­bung da­mit bei­trei­ben (wie heu­te im­mer (!) bei CDs), oder gänz­lich an­de­re In­ter­es­sen da­mit ver­fol­gen, bei­spiels­wei­se Ver­an­stal­tun­gen, Selbst­dar­stel­lung, Un­ter­hal­tung u.ä. – Man kann aber auch durch­aus ei­nen Stand­punkt be­zie­hen, um des In­halts wil­len, und sich wirk­lich da­mit aus­ein­an­der­set­zen. Man kann Denk­feh­ler auf­zei­gen, Fra­gen auf­wer­fen, ei­ne Dis­kus­si­on an­re­gen. Und das ist ein enor­mer Un­ter­schied.

    Was das Aus­blei­ben von Dis­kus­sio­nen phi­lo­so­phi­scher Art an­geht, so ge­be ich zu be­den­ken, dass die­se vor al­lem we­gen ih­res Um­fangs sehr schwie­rig zu füh­ren sind, an­de­rer­seits auch we­gen ver­schie­den ho­hem Hin­ter­grund­wis­sen. Ich ma­che mir dar­über kei­ne gro­ssen Il­lu­sio­nen, mich selbst ein­ge­schlos­sen. Es ist auch von vie­len fest­zu­stel­len, dass ein sol­ches Buch ei­nem die Au­gen öff­net, al­ler­dings schwer zu sa­gen ist, wor­in die­ser Ef­fekt nun ei­gent­lich be­steht, zu­mal wenn man hin­ter­her mehr Fra­gen als vor­her hat. Blogs und ih­re Kom­men­ta­re sind zu­dem gar kein gu­tes Me­di­um für Dis­kus­sio­nen, ob­wohl sie dies­be­züg­lich oft miss­ver­stan­den und zweck­ent­frem­det wer­den.

  30. @muellerto
    Na­ja, ein »jour­na­li­sti­sches Feuil­le­ton« woll­te / will ich in der Tat nie sein. In­so­fern be­stä­tigt mich Ihr Ein­wand, dass es bes­ser ist, mit­tel­fri­stig mit den Be­spre­chun­gen auf­zu­hö­ren.

    Wä­re Ih­nen an­de­rer­seits ein »ger­ma­ni­sti­sches« Her­an­ge­hen lie­ber? Al­so mich ödet die­ses Her­um­in­ter­pre­tie­ren wahn­sin­nig an – ab­ge­se­hen da­von, dass ich na­tür­lich we­der den ent­spre­chen­den Back­ground ha­be noch in die­sem Jar­gon ver­fal­len woll­te. Mir kom­men dei­se In­ter­pre­ta­ti­ons­ri­tua­le vor wie För­ster, die al­le Bäu­me ab­sä­gen um dann zu sa­gen, wie schön doch die Bäu­me ge­we­sen sind.

    Mei­ne In­ten­ti­on war ja nie, »Re­zen­sio­nen« zu schrei­ben – ich fin­de die­ses Wort al­lei­ne schon furcht­bar. Der Na­me die­ses Blogs soll­te schon Pro­gramm sein – ein »Be­gleit­schrei­ben« zu er­stel­len, wo­bei nicht aus­ge­macht ist, ob es po­si­tiv oder ne­ga­tiv aus­fällt – aber in je­dem Fall na­tür­lich sub­jek­tiv.

    Buch­be­spre­chun­gen in Zei­tun­gen ha­be ich im­mer als An­re­gung für mich ver­stan­den. Man hat na­tür­lich mit der Zeit so sei­ne Fa­vo­ri­ten (was auch ge­fähr­lich ist). So le­se ich bei­spiels­wei­se fast im­mer Ra­disch (weil ich nur in 50% al­ler Fäl­le mit ihr über­ein­stim­me) und Grei­ner (weil ich fast im­mer voll­kom­men mit ihm über­ein­stim­me). Leu­te wie Man­gold oder Scheck fal­len da schon stark ab. Ir­gend­wann dach­te ich ja mal kurz (wie­der die Ver­mes­sen­heit), dass ich das sel­ber jetzt auch kann.

  31. Al­so lass die Um­stän­de dich noch nicht so de­pri­mie­ren!
    Ich fin­de dass du nicht im­mer sol­che ab­rup­te Ent­schei­dun­gen tref­fe soll­test, Keu­sch­nig.
    Wenn du so­wie­so liest um nicht ver­rückt zu wer­den in die­ser Welt, dei­ne Ge­dan­ken sich bes­ser and tie­fer ord­nen in dem du da­durch dass du schreibst zu Be­wuss­stein, ei­nem tie­fe­ren kommst... dann soll­test du das schon brav wei­ter­ma­chen, ganz ego­istisch – sa­gen wir mal viel­leicht nur so wie Hand­ke sei­ne Ta­ge­bü­cher führt, al­so viel­leicht nicht un­be­dingt so aus­führ­lich pro­fes­sio­nell druck­reif wie dein Zeug ist – als al­ter Lek­tor geb ich dir da­mit nicht ein­mal ein be­son­de­res Lob – son­dern be­mer­ke und [warhlich] be­wun­de­re die Ar­beit, die Ge­wis­sen­haf­tig­keit die da­zu ge­hört. Al­so gar­nicht an Oef­fent­lich­keit, Pu­bli­kum den­ken.

    Mich hast du auf­ge­ga­belt bei ei­nem Kom­men­tar den ich bei der Zeit hin­ter­liess über et­was da da über Hand­ke ge­schrie­ben, das ist jetzt schon in paar Jah­re her, sonst wä­re ich wohl kaum nie auf Be­gleit­schrei­ben ge­sto­ssen, trotz­dem ich als Hand­ke Spe­cia­list
    LINK OF LYNXES TO MOST HANDKE MATERIAL ON THE WEB:
    http://www.handke.scriptmania.com/favorite_links_1.html
    das WWW schon sehr ab­ge­klopf ha­be und auf un­ge­heu­er­lich viel ge­sto­ssen bin.
    Mit die­sem rie­sen Un­ter­neh­men könn­te ich dir auch schon mein Leid wei­nen,
    au­sser dass ich dann wie­der über­rascht werd von Leu­ten die das was ge­fun­den ha­ben,
    oder sich für die Ar­beit be­dan­ken, und in der Zwi­schen­zeit hab ich auch so’ne klei­ne haupt­säch­lich
    Mann­schaft die sich da­für in­ter­es­siert. Zeit­lich hinkt das na­tür­lich, da in Ame­ri­ka ist
    der Hand­ke Emp­fang und das Ver­stän­dis noch um ei­ni­ges mie­ser als in der Deutsch­spra­chi­gen Welt,
    und die Bü­cher er­schei­nen über­setzt vie­le Jah­re spä­ter, und die al­ler­mei­sten der spä­te­ren Stücke
    sind nie auf­ge­führt noch über­setzt... Man kriegt al­so über die Jah­re hin ein ge­wis­ses Ge­fühl was
    »in­ter-ge­nera­tio­nal« heisst... wie schnell al­les wie­der verloh­ren geht, der An­schluss... al­so Benjamin’s Ge­fühl dass hin­ter ihm im­mer ei­ne zer­stör­te Welt zieht-flieht wie der Schweif ei­nes Ko­me­ten, trifft lei­der zu... al­so hin­ter­lass we­nig­sten
    dei­ne Körn­chen... und küm­me­re dich nicht so sehr um wie vie­le es sind die das auf­le­sen.
    Dei­ne Ge­folg­schaft be­steht viel­leicht nur aus zwölf Leu­ten, aber das schei­ne doch zwölf ganz
    ge­schei­te zu sein. Wie ich dir ge­stern schrieb, der John Rock­well, ein »Ger­ma­no­phi­le,« war vie­le Jah­re der Haupt Kul­tur Kor­re­spon­dent von der NY Times, der hat jetzt sei­nen ei­ge­nen Web­log, http://www.artsjournal.com/rockwell/
    und so­gar auf ei­ner ganz gro­ssen Plat­form
    http://www.artsjournal.com/
    ist zwar nicht ge­ra­de furcht­bar in­ter­res­sant was die­ser »che­va­lier« mo­men­tan da hin­ter­lässt,
    und viel­leicht ist dass der Grund war­um nur ein zwei Leut ih­re Pfo­ten­ab­drücke da hin­ter­las­sen.
    Ich war 25 Jah­re lang im Ver­lags­we­sen in New York
    [URL in­zwi­schen un­auf­find­bar]
    , auch zwei Jahr lang Suhr­kamp Ver­tre­ter,
    und hab ver­sucht so gut es geht die Leut die ich da noch in Deutsch­land ken­ne auf das Be­gleit­schrei­ben
    auf­merk­sam zu ma­chen, ei­ni­ge ha­ben sich be­dankt, aber auch die sind zeit­lich über­for­dert.
    Die Web­logs sind so ei­ne Art Stamm­tisch Ge­spräch, ste­hen am Rand des­sen was man Oef­fent­lich­keit
    nennt, aber sind doch un­ge­heur­lich mehr als vor­her be­stand, da man wenn man wirk­lich in ir­gend­ei­nem Kaff
    leb­te doch viel viel sel­te­ner zu ei­nem halb­wegs ge­schei­tem Ge­spräch kam.

  32. Qua­li­tät setzt sich auf Dau­er durch???
    Das hast Du jetzt schon so oft ge­schrie­ben, dass ich doch mal wi­der­spre­chen muss. Ehr­lich ge­sagt neh­me ich Dir al­ler­dings gar nicht ab, dass Du es sel­ber glaubst.

    Selbst laut Dar­win setzt sich nicht das Stär­ke­re durch, son­ders das bes­ser An­ge­pass­te. Auch Mil­lio­nen Jah­re, nach­dem sich die Men­schen ge­gen­sei­tig aus­ge­rot­tet ha­ben, wird es Flie­gen oder zu­min­dest Bak­te­ri­en noch ge­ben. Des­halb ha­ben sie aber kei­ne hö­he­re Qua­li­tät als die Men­schen.

    Quo­te ist nicht gleich Qua­li­tät, auch lang­fri­stig nicht. Das wür­de nicht mal dann gel­ten, wenn tat­säch­lich je­der In­ter­net­nut­zer die vol­le In­for­ma­ti­on über al­le ver­füg­ba­ren An­ge­bo­te hät­te und das sei­ner Mei­nung nach Be­ste aus­wäh­len wür­de. Ei­ne ge­wis­se Qua­li­tät (das kann auch ei­ne ne­ga­ti­ve Qua­li­tät sein) braucht man wohl für Quo­te, aber dar­auf auf­bau­end geht es be­stimmt oft eher dar­um, in je­der Be­zie­hung halb­wegs im Main­stream mit­zu­schwim­men.

    Zum Aus­gangs­the­ma: Da ich sel­ber an Li­te­ra­tur fast kein In­ter­es­se ha­be, ist die Schlie­ßung für mich selbst kein gro­ßer Ver­lust.

  33. Ent­schul­di­gung,
    aber mei­nes Er­ach­tens re­agie­ren Sie zu mi­mo­sig. Sie wol­len of­fen­bar nicht, dass Ih­re Ein­trä­ge mit den Ar­ti­keln pro­fes­sio­nel­ler Jour­na­li­sten gleich­ge­setzt wer­den, son­dern dass Le­ser Ihr ge­op­fer­tes Herz­blut mehr zu schät­zen wis­sen als die Lohn­schrei­be­rei haupt­amt­li­cher Re­dak­teu­re. Ist es nicht ein Kom­pli­ment, wenn an Sie die glei­chen Maß­stä­be an­ge­legt wer­den wie an die ge­lern­ten Satz­knüp­fer?
    Viel­leicht bin ich da zu un­sen­si­bel, aber mir geht es le­dig­lich um Qua­li­tät und um in­ter­es­san­te The­men. Al­ler­dings mel­de ich mich auf ei­ner Web­prä­senz nicht nur des­halb an, um ei­nen auch noch so span­nen­den Text le­sen zu kön­nen. Das wür­de ich auch bei den gro­ßen On­line-Por­ta­len nicht tun. Sie mö­gen das für Blöd­sinn hal­ten. Doch ge­rät mir Ih­re Ein­stel­lung zu sehr nach Ent­we­der-für-mich-oder-ge­gen-mich-Men­ta­li­tät.
    Ab­so­lut welt­fremd ist je­doch Ih­re An­sicht, dass sich Qua­li­tät letzt­lich durch­setzt. Dann kon­su­mie­ren Sie doch bit­te mal Spree­blick, Die Ach­se des Gu­ten, das Bild­blog oder Ste­fan Nig­ge­mei­ers ei­ge­nes Pi­xel-Ta­ge­buch. Die Klick­zah­len dürf­ten bei die­sen An­ge­bo­ten deut­lich hö­her lie­gen als bei Ih­nen, aber: Wann fin­det man auf Spree­blick schon mal ei­nen halb­wegs fes­seln­den Ar­ti­kel? Und auf der Ach­se, im Bild­blog und bei Nig­ge­mei­er ist es ir­gend­wie im­mer der al­te Wein in neu­en Schläu­chen. Kennst du ei­nen Bei­trag, kennst du al­le.
    Es geht in er­ster Li­nie nicht um Qua­li­tät, son­dern um Na­men, sprich: Be­kannt­heit. Und da liegt bei Ih­nen (ab­ge­se­hen mal von ei­ni­gen ideo­lo­gi­schen Di­ver­gen­zen) für mei­ne Be­grif­fe das ein­zi­ge De­fi­zit.
    Nichts für un­gut.

  34. #32 – mu­el­ler­to
    Blogs und ih­re Kom­men­ta­re sind zu­dem gar kein gu­tes Me­di­um für Dis­kus­sio­nen [...]

    Mei­ner Er­fah­rung nach ist das kei­ne Sa­che des Me­di­ums (lässt man gra­vie­ren­de tech­ni­sche Män­gel au­ßen vor), son­dern ei­ne der Dis­kus­si­ons­part­ner. Ge­ra­de die Ver­schrift­li­chung und die Mög­lich­keit Per­so­nen ken­nen zu ler­nen, die ich in der Rea­li­tät nie­mals ken­nen ler­nen könn­te, sind Vor­tei­le des Me­di­ums.

    Wel­che Nach­tei­le se­hen Sie, dass Sie zu die­sem m.E. doch »har­ten« Ur­teil kom­men?

  35. Wir dis­ku­tie­ren das nicht zum er­sten Mal, und ich muss mich ge­ra­de an wil­ly­ams Satz er­in­nern in dem er – sinn­ge­mäß – mein­te, dass er sich nicht ge­dacht hät­te, dass sich so we­ni­ge für post­mo­der­ne Ethik in­ter­es­sie­ren. Viel­leicht ist die sub­jek­ti­ve Po­ten­zi­al­ein­schät­zung ein­fach falsch (ver­mut­lich gibt es we­sent­lich we­ni­ger Men­schen, die ih­re Zeit mit Dis­kus­sio­nen jen­seits von com­mu­nities und haupt­säch­lich in der Blog­sphä­re un­ter ho­hem Zeit­auf­wand zu be­trei­ben be­reit sind; ich wie­der­ho­le mich, aber ich ken­ne in mei­nem Freun­des­kreis kei­nen ein­zi­gen). Im Fol­gen­den ein paar Punk­te, ob­wohl sie in den Kom­men­ta­ren zu­min­dest teil­wei­se schon an­ge­klun­gen sind.

    Ja, man schreibt für sich und für an­de­re, wo­bei der Wert sich (für mich) dort kon­sti­tu­iert, wo ein Aus­tausch statt­fin­det, neue Fra­gen auf­ge­wor­fen wer­den, kurz­um, wir von ein­an­der ler­nen. Da­zu braucht es (das hat auch nensch ge­zeigt) nicht un­be­dingt vie­le Le­ser, wo­bei ich, wahr­schein­lich im Ge­gen­satz zu Dir, Dis­kus­sio­nen prä­fe­rie­re in de­nen sich (auch) die Per­sön­lich­keit des an­de­ren be­merk­bar macht, wir ihm be­geg­nen (des­halb in­ter­es­siert es mich über­haupt nicht Kom­men­ta­re auf Zei­tungs­por­ta­len zu hin­ter­las­sen). Die ab­so­lu­te Zahl an Le­sern ist da­her m.E. zweit­ran­gig, auch wenn ich gut ver­ste­hen kann, dass sie Dir wich­tig ist; vor al­lem aber ist sie ei­ne Sa­che der per­sön­li­chen Sicht, und kaum ob­jek­ti­vier­bar, weil sie mit Zu­frie­den­heit und der Be­wer­tung des ge­trie­be­nen Auf­wands zu­sam­men­hängt – in die­sem Sin­ne: Zwölf re­gel­mä­ßi­ge Le­ser sind viel (ich ha­be ge­ra­de mal vier).

    Aus­führ­li­che Bei­trä­ge zie­hen nicht, oder viel­leicht nur sel­ten eben sol­che Dis­kus­sio­nen nach sich, oft pas­siert das Ge­gen­teil, weil sich Dis­kus­sio­nen an Wi­der­sprü­chen ent­zün­den, und ra­scher dort, wo hin­ter dem zu be­geg­nen­den Wi­der­spruch kein lan­ger Text steht (weil man den in sei­ne Ar­gu­men­ta­ti­on eben ein­be­zie­hen muss). Dar­über hin­aus sind The­ma­tik und Ak­tua­li­tät mit ent­schei­dend (den er­sten Kom­men­tar zu mei­nem Grund­ein­kom­mens­ar­ti­kel er­hielt ich ca. 15 min nach dem er on­line stand; klicks hat­te ich an ei­nem Tag über hun­dert, [sonst düm­pelt der Zäh­ler ir­gend­wo im Nie­mands­land], die sub­stan­zi­el­len Kom­men­ta­re aber ka­men von de­nen, die re­gel­mä­ßig le­sen).

    Du schriebst da­von, dass man ge­nau­er ar­gu­men­tiert, nach­schlägt, und Über­ra­schun­gen er­lebt, al­so an­ders schreibt, als wenn man den Text nach­her ab­hef­tet. Das ist doch ganz klar ein Ge­winn, auch für Dich, nicht nur für den Le­ser (si­cher, das gilt es ab­zu­wä­gen).

    Die Sa­che mit der Qua­li­tät: Es gibt ei­nen Markt da­für, und Leu­te die sie lie­fern, aber die Ver­bin­dung zwi­schen bei­den ist es­sen­zi­ell. Wo­her wis­sen die Markt­teil­neh­mer wo sie das be­gehr­te Gut fin­den? Es muss ih­nen be­kannt sein, oder be­kannt ge­macht wer­den. Das darf man nicht über­se­hen. Et­was qua­li­ta­tiv hö­her­wer­ti­ges setzt sich durch, wenn es be­kannt ist, rich­tig be­ur­teilt und ge­braucht wird. Wie sich der Be­kannt­heits­grad wir­kungs­voll stei­gern lässt weiß ich nicht, ich bin mir aber auch nicht si­cher ob ich mei­ne Zeit dar­auf ver(sch)wenden will.

    Zu gu­ter Letzt, weil ge­ra­de von ihr die Re­de war, die lie­be Zeit: Ich schaf­fe es viel­leicht in ca. fünf blogs re­gel­mä­ßig zu le­sen und zu kom­men­tie­ren, da ich für bei­des re­la­tiv viel Zeit be­nö­ti­ge. Mehr ist nicht drin­nen, auch wenn ich lie­ber in der dop­pel­ten Men­ge »wühl­te«, da ich mein ei­ge­nes Tier­chen füt­tern muss, und auch jen­seits des di­gi­ta­len Dschun­gels le­ben will. An­de­ren, die wo­mög­lich Kin­der ha­ben, wird es nicht an­ders ge­hen.

    In An­be­tracht mei­ner ge­rin­gen Prä­senz in den letz­ten Wo­chen, mag es zy­nisch klin­gen, ist aber nicht so ge­meint: Wei­ter­ma­chen!

  36. Al­so noch ein Kleck­ser von mir, lie­ber Keu­sch­nig
    da ja bei dei­ner Site doch schein­bar einie­ge ganz schar­fe Hun­de pin­keln, war­um er­moeg­licht du es de­nen nicht bei Be­gleit­schrei­ben auch was zu vero­ef­fent­li­chen, an­statt nur kom­ment- und dis­ku­tie­ren? Das wu­er­de doch dann vie­leicht je­wei­li­gen Schwanz mit hien­ein­zie­hen
    wenn er oder sie noch nickt ab­ge­klippt, und dann auch dei­ne
    Sa­chen ei­ner klei­ne groes­se­ren Min­der­heit vor­stel­len?? Al­so ich le­se vie­le der Kom­men­ta­re bei­nah ge­nau so gern wie dei­ne Sa­chen!
    Nach all die­sen Lie­bes­er­klae­run­gen soll­test du es dir doch noch mal ue­ber­le­gen, das Ab­schal­ten. xx m.r

  37. #39 – mikerol69
    Erst mal vie­len Dank für Ihr ve­he­men­tes Plä­doy­er. Die­se Zei­len ha­ben mich sehr ge­freut und Scott hat­te mir ja auch schon ge­schrie­ben.

    Die Idee, hier an­de­re Leu­te schrei­ben zu las­sen, hat­te ich auch schon. Ei­ner (me­tep­si­lo­n­e­ma) hat das ja auch schon ein­mal ge­macht (und er ist je­der­zeit ein­ge­la­den, dies wie­der zu tun). Ei­nen an­de­ren (frü­he­ren) Kom­men­ta­tor, der sel­ber kei­nen Blog hat, hat­te ich auch ent­spre­chend ein­ge­la­den – lei­der bis­her oh­ne Er­folg. An­de­re Leu­te be­kom­me ich ja noch nicht mal zum kom­men­tie­ren... Oder sie ha­ben sel­ber Blogs (manch­mal viel bes­ser be­such­te).

    Grund­sätz­lich bin ich für Gast­bei­trä­ge of­fen. Wer möch­te kann Kon­takt mit mir hier­über auf­neh­men. Der Bei­trag soll­te aber bis­her in die­ser Form neu, d. h. bis­her nicht ver­öf­fent­licht sein.

  38. #36 – Zeh­ner
    Das »mi­mo­sig« muss ich mir eben an­zie­hen. Aber, wei­ter (denn Sie tref­fen m. E. – viel­leicht un­ge­wollt? – ei­nen ent­schei­den­den Punkt): Sie spre­chen von Spree­blick, ach­gut, Bild­blog, Nig­ge­mei­er – und sa­gen dann: es [ist] ir­gend­wie im­mer der al­te Wein in neu­en Schläu­chen. Teil­wei­se stim­me ich Ih­nen zu, wo­bei man un­ter­schei­den muss, ob man dort nun kom­men­tie­ren kann oder nicht. Aber: Um be­ur­tei­len zu kön­nen, dass der Wein alt ist, muss man im­mer wie­der pro­bie­ren – was auch ge­schieht. Und da­bei (ich mei­ne ins­be­son­de­re Nig­ge­mei­er) ent­deckt man dann na­tür­lich ab und zu auch mal ei­ne Per­le. Die gibt’s aber – ei­gent­lich – nur beim re­gel­mä­ssi­gen Ein­schaltren (ich glau­be ja, dass bspw. Fern­seh­sen­dun­gen wie »Wet­ten, dass...« da­von ‘le­ben’, dass die Leu­te sich dar­über är­gern wol­len).

    Ich wur­de von Nig­ge­mei­er mehr­mals ver­linkt; teil­wei­se auch noch vom Me­di­en­ticker. An der Platt­form wie ei­ni­ge mut­ma­ßen liegt es m. E. nicht. Ich kann trotz die­ser Un­ter­stüt­zung kei­ne für mich ad­äquat emp­fun­de­ne An­zahl von Le­sern für ei­nen be­stimm­ten Be­reich fin­den.

    Ein an­de­rer Punkt, den Sie an­spre­chen, greift da hin­ein: Es geht na­tür­lich um Be­kannt­heit, oder, um es noch hö­her an­zu­sie­deln, um Pro­mi­nenz. Wenn ich ir­gend et­was her­aus­fin­de oder fest­stel­len hat das nicht die glei­che Re­le­vanz als wenn ein be­kann­ter Kri­ti­ker oder Au­tor das fest­stel­len und ver­öf­fent­li­chen wür­de. Dies ist ein Kern­pro­blem von Re­zep­ti­on – was ich al­ler­dings ak­zep­tie­re. Hier­aus er­gibt sich m. E. zwangs­läu­fig das von an­de­ren so ve­he­ment an­ge­grif­fe­ne Dik­tum, dass sich »Qua­li­tät« ir­gend­wann durch­set­zen muss, d. h. ir­gend­wann müss­te das, was der Un­be­kann­te ent­deckt hat, ir­gend­wann doch »Re­le­vanz« be­kom­men. Dass das nicht der Fall ist, ist auch lo­gisch, weil nie­mand ger­ne »Sei­ten­ein­stei­ger« in sei­nem Re­vier mag. Da­her die Ve­he­menz der Ab­leh­nungs­front (aber das ist ein an­de­res The­ma).

  39. #35 – stri­pe
    Ich ha­be ja auch nicht ge­schrie­ben, dass sich der Lau­te­ste durch­setzt, son­dern »Qua­li­tät«. Und das glau­be ich tat­säch­lich.

    Wo­mit na­tür­lich nicht der Um­kehr­schluss gilt: Nicht al­les, was oben steht, ist »Qua­li­tät«. Aber al­les was Qua­li­tät ist, steht à la longue be­trach­tet auch oben.

    Mit »bes­ser an­ge­passt« kommt man na­tür­lich auf ei­ne in­ter­es­san­te Ebe­ne: Pas­se ich mich auch dem an, was ich vor­fin­de (was in der Na­tur si­cher­lich un­ab­ding­bar ist)? Dar­in lä­ge für mich die Dif­fe­renz.

    Aber es braucht doch nie­mand ei­nen Blog, der im Main­stream mit­schwimmt, oder? Ei­ni­ge Äu­sse­run­gen ind ie­ser Dis­kus­si­on hier le­gen den Schluss na­he, dass das hier schon zu main­strea­mig wä­re (was na­tür­lich auch mit der Aus­wahl der The­men zu tun ha­ben kann).

  40. #38 – Me­tep­si­lo­n­e­ma
    Dir auch Dank für Dei­nen Kom­men­tar.

    Den Satz von wil­ly­am möch­te ich zum An­laß für wei­ter­ge­hen­de Be­trach­tun­gen ma­chen (auch wenn deis schon teil­wei­se an­ge­klun­gen ist).

    Fra­ge: In­ter­es­sie­ren sich wirk­lich so we­nig Leu­te für post­mo­der­ne Ethik? Ich glau­be – ehr­lich ge­sagt – nein. Dann stellt sich die Fra­ge, war­um er hier­auf so we­nig Zu­spruch er­hält. Und da gibt es für mich fol­gen­de Ant­wor­ten:

    1. Blogs ha­ben im wis­sen­schaft­li­chen Betrieb/Diskurs der­zeit noch kei­nen ho­hen »Wert«. (Die grün­de lie­gen na­tür­lich auch in ei­ner ge­wis­sen »Angst« über den Ver­lust der Dis­kur­s­ho­heit der eta­blier­ten »Mit­spie­ler«.)
    2. Sein Blog ist ver­mut­lich we­nig be­kannt (»Pro­mi­nenz« des Blog­gers – s.o. – spielt da auch ei­ne Rol­le).
    3. Hier­aus folgt: Es gibt we­nig Le­ser.
    4. Das The­ma ist kom­pli­ziert und nicht ein­mal ein­fach zu ver­ste­hen.
    5. Es gibt da­her noch we­ni­ger Kom­men­ta­to­ren als Le­ser.
    6. Es gibt ver­mut­lich reich­lich ober­fläch­li­che­re Be­trach­tun­gen zu der The­ma­tik als von wil­ly­am – das sug­ge­riert po­ten­ti­el­len Le­sern, sie könn­ten dort mit­re­den und bei wil­ly­am nicht. (an­de­res Bei­spiel: Lebenshilfe»philosophie« ist ein­fa­cher als Slo­ter­di­jk.)
    7. Die we­ni­gen Le­ser ha­ben viel­leicht ak­tu­ell an­de­re Prio­ri­tä­ten = Ar­gu­ment der Fül­le und Di­ver­si­fi­ka­ti­on von in­for­ma­tio­nen. (Das Pro­blem der Zu­kunft ist nicht die Be­schaf­fung von In­for­ma­tio­nen son­dern die rich­ti­ge Ein­ord­nung die­ser und dann das Set­zen [ei­ge­ner] Prio­ri­tä­ten.)

    All die­se Punk­te gel­ten auch für mei­nen Blog (und Dei­nen Blog) – und die Er­geb­nis­se sind auch meist ent­spre­chend.

    Bei Li­te­ra­tur­be­spre­chun­gen kommt noch da­zu, dass vie­le das Buch nicht ge­le­sen ha­ben und ei­nen Kom­men­tar des­we­gen nicht platz­ie­ren möch­ten (das leuch­tet noch ei­ni­ger­ma­ssen ein, er­klärt aber nicht, war­um sie es noch nicht ein­mal le­sen wol­len). Bei Po­li­tik oder Me­di­en ist dies leich­ter – je­der hat hier­zu ei­ne Mei­nung, weil na­tür­lich ein Vor­wis­sen vor­han­den ist.

    Wenn ich nun ei­nen Blog ma­che, in dem ich über mei­ne Er­leb­nis­se in der U-Bahn, auf der Par­ty oder im Re­stau­rant Aus­kunft ge­be, hat dies na­tür­lich ei­ne sehr viel grö­sse­re Brei­ten­wir­kung, weil je­der da­zu in der La­ge ist, et­was bei­zu­steu­ern. Oder, und das ist auch ei­ne gän­gi­ge Ma­sche, der Blog­ger hat ei­ne ge­wis­se ver­ruch­te Exo­tik (bei two­day re­üs­siert ein Blog ei­nes »Stra­ßen­mäd­chens« enorm, was nur dar­an lie­gen kann; sprach­lich und in­halt­lich sind die­se Bei­trä­ge von er­schrecken­der Pri­mi­ti­vi­tät).

    Es gibt al­so nur zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der man fügt sich in die Ni­schen­exi­stenz (um sie aus Selbst­ach­tungs­grün­den be­stimmt ir­gend­wann zu über­hö­hen), oder man lässt die Lek­tü­re­no­ti­zen un­ge­nutzt im No­tiz­buch.

  41. #37
    @Metepsilonema, Kein gu­tes Me­di­um für Dis­kus­sio­nen, ja. Man sieht es auch bei­spiels­wei­se hier, was üb­ri­gens die läng­ste Kom­men­tar­dis­kus­si­on dar­stellt, die ich je ge­se­hen ha­be. Die Kri­tik­punk­te sind vor al­lem tech­ni­scher Art. Ich fas­se das mal wie folgt zu­sam­men:

    - Es gibt oft kei­ne er­kenn­ba­ren threads. Threads sind The­men­strän­ge, die sich durch Dis­kus­sio­nen zie­hen. Je­de Dis­kus­si­on hat min­de­stens ei­nen thread, am An­fang. Wei­te­re threads ent­ste­hen sehr schnell da­durch, dass sich ein Sei­ten­the­ma vom Ori­gi­nal­the­ma ab­spal­tet, so dass sie ei­ne se­pa­ra­te Dis­kus­si­on ent­wickelt. Dies pas­siert un­will­kür­lich und man muss es zu­las­sen und wenn mög­lich tech­nisch un­ter­stüt­zen. Die mei­sten Blogs bie­ten in ih­ren Kom­men­tar­funk­tio­nen je­doch über­haupt kei­ne Mög­lich­keit da­zu. (Die­ses hier hat im­mer­hin ei­ne (ei­ne!) zwei­te Ebe­ne.)

    - Zi­ta­te sind schwie­rig. Wenn ich ei­nen Vor­gän­ger zi­tie­ren will, weil ich mich auf ei­ne ganz be­stimm­te Äu­sse­rung be­zie­hen möch­te, ha­be ich kei­ner­lei Hilfs­mit­tel, als sei­nen Text ir­gend­wie zu ko­pie­ren und als Zi­tat kennt­lich zu ma­chen. Das ist ei­ner­seits müh­sam, an­de­rer­seits un­stan­dar­di­siert. Je­der wird es ir­gend­wie an­ders ma­chen.

    - Wenn Dis­kus­sio­nen lang wer­den, wie die­se hier, wird es wirk­lich sehr müh­sam, sie zu ver­fol­gen, weil die Men­ge an Text un­über­schau­bar wird.

    - Die Mög­lich­kei­ten zu Edi­tie­ren sind in Blogs oft dürf­tig. Die­ses hier bie­tet ei­gent­lich schon ein un­ge­wöhn­lich gro­sses Edi­tor-Fen­ster für Kom­men­ta­re an. Ich ken­ne hin­ge­gen so­gar wel­che, wo die Län­ge be­schränkt ist.

    - Oft hät­te man den Wunsch, ei­ne Nach­richt an je­man­den zu schicken, um die Dis­kus­si­on, aus wel­chen Grün­den auch im­mer, nicht in der Öf­fent­lich­keit fort­zu­set­zen. Die e-mail-Adres­se zu er­lan­gen ist al­ler­dings in Blogs oft müh­sam, wenn nicht un­mög­lich, ins­be­son­de­re bei an­de­ren Kom­men­ta­to­ren.

    Im use­net wur­den sol­che Din­ge vor 20 Jah­ren schon Stück für Stück um­ge­setzt und sind heu­te durch aus­ge­klü­gel­te Pro­gram­me (News Re­ader, z.B. Thun­der­bird) be­stens un­ter­stützt. Ein Grund, war­um es dort kein Pro­blem ist, ei­ne Dis­kus­si­on über zwei Mo­na­te mit nicht we­ni­ger als tau­send Bei­trä­gen zu füh­ren und zu ver­fol­gen.

  42. #44 – @muellerto
    Mit dem use­net ha­be ich kei­ne Er­fah­rung, und kann da­her nicht ver­glei­chen.

    • Das Fo­rum nensch oder auch kuro5hin wur­den be­reits des öf­te­ren ge­nannt. Dort kann man auf je­den Kom­men­tar di­rekt ant­wor­ten und je­der Fol­ge­kom­men­tar wird ein Stück weit ein­ge­rückt – tech­nisch soll­te sich das auch auf blogs ma­chen las­sen, und da­mit steht der Bil­dung von threads nichts im We­ge (auf nensch gab es durch­aus Dis­kus­sio­nen mit 200 Kom­men­ta­ren und mehr). Die ak­tu­el­le Dis­kus­si­on hier ist si­cher­lich kei­ne kur­ze, aber auch nicht un­ge­wöhn­lich lang.
    • Auf wor­d­press blogs gibt es stan­dard­mä­ßig ei­ne drit­te Kom­men­tare­be­ne (mög­li­cher­wei­ses ist das aber auch the­me-ab­hän­gig).
    • Zi­ta­te kön­nen mit­tels dem tag block­quo­te durch­ge­führt wer­den, das für ei­nen blog ein­heit­lich de­fi­niert ist.
    • Blogs kön­nen mit­tels bei wor­d­press mit­tels css vom Nut­zer ad­ap­tiert und um­ge­stal­tet wer­den (kei­ne html-Än­de­run­gen, aber lay­out und Er­schei­nungs­bild).
    • Kom­men­tare­di­tier­funk­tio­nen sind ei­ne Sa­che der ich kri­tisch ge­gen­über ste­he. In­halt­lich ver­än­de­re ich mei­ne Kom­men­ta­re im Nach­hin­ein fast nie, wenn dann meist Schreib-, oder For­mu­lie­rungs­feh­ler. Nach­träg­li­ches lö­schen und edi­tie­ren kann Dis­kus­sio­nen un­nach­voll­zieh­bar ma­chen. Auf nensch wur­de be­wusst dar­auf ver­zich­tet, da­für gab es ei­ne Vor­schau­funk­ti­on.

    Was ich an blogs schät­ze ist ih­re The­men- bzw. Per­so­nen­be­zo­gen­heit – der blog als vir­tu­el­ler the­ma­tisch-per­sön­li­cher Ort, zu dem ich im­mer wie­der­keh­ren kann.

    [EDIT: 2009-07-12 21:04]

  43. Der Er­folg
    von Pu­bli­ka­tio­nen wie Bild­blog, Ach­gut und stefan-niggemeier.de liegt wohl auch dar­in, dass sie es dem Le­ser ge­stat­ten, sein Welt­bild zu ze­men­tie­ren. Es geht al­so we­ni­ger um de­ren jour­na­li­sti­sche Qua­li­tät als viel­mehr um die ideo­lo­gi­sche Schlag­sei­te.
    Das Bild­blog zehrt mei­nes Er­ach­tens in ho­hem Ma­ße von sei­nen Lor­bee­ren der An­fangs­zeit. Mitt­ler­wei­le hat sich das Kon­zept ei­gent­lich tot­ge­lau­fen. Die Aus­wei­tung der Kampf­zo­ne auf an­de­re Me­di­en soll dann wohl auch so et­was wie ei­ne Frisch­zel­len­kur für ei­nen in die Jah­re ge­kom­me­nen Pa­ti­en­ten dar­stel­len.
    Die Ach­se des Gu­ten ist zwei­fel­los auf­grund ih­rer nam­haf­ten Au­toren zum Leit­blog der neo­kon­ser­va­tiv-li­be­ra­len (im an­glo­ame­ri­ka­ni­schen Sin­ne) Sze­ne avan­ciert. Durch die kon­se­quen­te Ver­lin­kung auf Web­an­ge­bo­te mit ähn­li­cher po­li­ti­scher Aus­rich­tung ist sie zu­dem als ei­ne Art Such­ma­schi­ne für das be­tref­fen­de Spek­trum nutz­bar.

    Zum The­ma Pro­mi­nenz: Sie er­in­nern sich an die Cau­sa Bank­ho­fer. Auf­ge­deckt wur­de das Skan­däl­chen von zwei un­be­kann­ten Blog­gern, zur La­wi­ne hat sich der Schnee­ball aber erst durch Ste­fan Nig­ge­mei­ers ent­spre­chen­de Ver­öf­fent­li­chung aus­ge­wach­sen. Dass die Me­ri­ten für die In­ve­sti­ga­ti­ons­lei­stung seit­her zu­meist dem Ka­ta­ly­sa­tor und nicht den In­iti­al­zün­dern at­tri­bu­iert wer­den, spricht in die­sem Zu­sam­men­hang ei­ne deut­li­che Spra­che. Im Üb­ri­gen kann ich Ih­rem Rai­son­ne­ment in punc­to »Qua­li­tät setzt sich durch« nicht ganz zu fol­gen. Es wirkt auf mich arg in­ko­hä­rent.

  44. #43
    Bit­te, ger­ne.

    In­ter­es­sie­ren sich wirk­lich so we­nig Leu­te für post­mo­der­ne Ethik? Da liegt un­se­re Ein­schät­zung weit aus­ein­an­der: Ich hal­te es für ein »Ni­schen­the­ma«, oder bes­ser für ein sehr spe­zi­el­les.

    Das größ­te Pro­blem für den wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs ist die An­ony­mi­tät und das Tem­po­rä­re des Net­zes, wie­wohl es mitt­ler­wei­le Pu­bli­ka­tio­nen gibt die aus­schließ­lich on­line er­schei­nen (aber Dis­kus­sio­nen und Pu­bli­ka­tio­nen sind zwei­er­lei).

    Sonst stim­me ich Dei­nen Punk­ten zu, wenn ich auch ei­ne drit­te Mög­lich­keit se­he, näm­lich dass man sich dar­um be­müht die Si­tua­ti­on zu ver­bes­sern (ich mei­ne auch dass es ein Er­folg ist, wenn bloß zwei Buch­be­spre­chun­gen seit Ein­füh­rung der Ab­stim­mung durch­ge­fal­len sind).

    Zu den Li­te­ra­tur­be­spre­chun­gen (ich den­ke auch an nensch): Meist war die Re­dak­ti­on die Dis­kus­si­on, nach der Ver­öf­fent­li­chung kam eher we­nig nach. Und ich glau­be man muss sich ent­we­der von ei­nem Buch stark an­ge­spro­chen füh­len, oder sich ent­spre­chend ver­tie­fen, um kom­pe­tent zu dis­ku­tie­ren – Li­te­ra­tur ist im Ge­gen­teil zum Sach­buch ja kein Text der Ein­deu­tig­keit er­rei­chen will.

  45. #42
    Ich ha­be nicht ge­schrie­ben, dass sich in je­dem Fall der Lau­te­ste durch­setzt. Selbst Qua­li­tät kann sich aber al­len­falls dann durch­set­zen, wenn sie ei­ne ge­wis­se kri­ti­sche Mas­se an Le­sern er­reicht. Das ist in ei­ner »Ni­sche«, wie Du sel­ber schreibst, viel schwie­ri­ger als auf Ge­bie­ten, die die brei­te Mas­se be­we­gen. Und wenn die Ni­sche zu klein ist, ist es prak­tisch un­mög­lich. Leu­te mit li­te­ra­ri­schen Vor­lie­ben sind im In­ter­net ver­mut­lich eher un­ter­re­prä­sen­tiert, des­halb gibt es auch viel­mehr Blogs z.B. zu spe­zi­el­ler Soft­ware oder Pro­gram­mier­spra­chen.

    Da Du kei­ne kom­mer­zi­el­len In­ter­es­sen ver­folgst, ist je­de An­pas­sung an den Mas­sen­ge­schmack (kür­ze­re Bei­trä­ge oder im Ex­trem­fall The­men, zu de­nen je­der Depp sei­nen Senf zu­ge­ben kann) na­tür­lich ein Stück Selbst­ver­leug­nung. Au­ßer­dem wärst Du da­bei si­cher nicht so gut wie auf Dei­nem »ur­ei­ge­nen« Ge­biet. Aber wenn Du statt­des­sen dann stand­haft Dein Ding wei­ter­machst und nicht den ge­wünsch­ten Er­folg hast, soll­test Du es we­nig­stens nicht auf an­geb­lich feh­len­de Qua­li­tät zu­rück­füh­ren.

    Ich ha­be (glau­be ich) vor an­dert­halb Jah­ren schon ein­mal ge­schrie­ben, dass ich vor al­lem kom­men­tie­re, wenn mein Wi­der­spruch ge­weckt wird, und nicht, wenn ich in al­lem mehr oder we­ni­ger über­ein­stim­me. Da ich bei ei­ner Re­zen­si­on zu ei­nem Buch, das ich nicht ge­le­sen ha­be, nicht viel Neu­es bei­tra­gen ge­schwei­ge denn wi­der­spre­chen kann, neh­me ich sie nur zur Kennt­nis, oh­ne zu ant­wor­ten. Das ist ein ein­zi­ger Click von mir und Dir viel­leicht zu we­nig. Aber wenn ich sie dann in­ten­siv ge­le­sen ha­be (ist auch nicht im­mer der Fall), hast Du viel­leicht trotz­dem mehr da­mit er­reicht als Du glaubst.

    Zur Ma­xi­mie­rung der An­zahl der Kom­men­ta­re müss­test Du nur noch 30zeilige Bei­trä­ge ver­fas­sen, die sich in po­le­mi­scher Form über ir­gend­wen oder ir­gend­was Be­kann­tes em­pö­ren. Das er­höht ga­ran­tiert den Quo­ti­ent Kommentare/Leser er­heb­lich.

    Im­mer wie­der gern ge­nom­men wer­den zu die­sem Zweck Hen­ryk Mo­dest Bro­der oder die Deut­sche Bahn. Der In­ge­borg-Bach­mann-Preis ist dies­be­züg­lich schon wie­der zu sehr Ni­schen­pro­gramm.

    Ei­nen Blog, der im Main­stream mit­schwimmt, braucht viel­leicht wirk­lich kei­ner. Aber der Blog soll­te we­nig­stens ver­kehrs­gün­stig am Strom lie­gen, und nicht ewig weit da­von ent­fernt. Dass es »zu main­strea­mig« wä­re, kann ich je­den­falls ab­so­lut nicht nach­voll­zie­hen. Was mir viel­leicht eher fehlt, ist ge­le­gent­lich mal et­was Hu­mor oder ein Au­gen­zwin­kern. ;-)

  46. Der Ab­satz »Zur Ma­xi­mie­rung ... er­heb­lich« war na­tür­lich Iro­nie. Mei­ne ent­spre­chen­de Kenn­zeich­nung ist wohl von two­day als For­ma­tie­rung fehl­in­ter­pre­tiert wor­den.

  47. @stripe
    ver­kehrs­gün­stig a m Strom
    Ich glau­be, das trifft auf mich zu. Um bei Li­te­ra­tur zu blei­ben: Ju­dith Her­mann, Grass, Be­gley – ist das ewig weit da­von ent­fernt? Ich glau­be nicht.

    Aber zu Mi­cha­el Jack­son fällt mir ein­fach nicht ge­nug ein. Ich mag ihn nicht ein­mal ob sei­ner Ope­ra­tio­nen post­hum noch zu ver­la­chen.

  48. Ich gucke bei dir mei­stens am Wo­chen­en­de rein, weil ich mir da mehr zu­sam­men­hän­gen­de Zeit zum Le­sen neh­men kann. In­so­fern sind mir si­cher auch ein paar Ab­stim­mun­gen ent­gan­gen. Le­sen heißt aber nicht im­mer kom­men­tie­ren.

    Aber letzt­lich bist du dir ja selbst Maß­stab und wenn es dir selbst kei­nen Spaß be­rei­tet, dann funk­tio­niert es auf Dau­er na­tür­lich nicht. Aber zu den­ken, es lä­ge an den Le­sern ist si­cher­lich ei­ne fal­sche Wahr­neh­mung dei­ner­seits.

    Bei mir be­mer­ke ich all­mäh­lich, dass ei­ne kri­ti­sche Mas­se an Tex­ten zu­sam­men­ge­kom­men ist. Wenn ir­gend­wo ei­ne Dis­kus­si­on (Phi­lo­so­phie, Phy­sik) im Gan­ge ist, fin­de ich häu­fig ein gu­tes Ar­gu­ment oder Zi­tat in mei­nen ei­ge­nen Tex­ten, muss es nur fin­den und kann es dann ko­pie­ren.

    Be­reits im Schnitt ein Kom­men­tar pro Ar­ti­kel rei­chen bei mir ei­gent­lich, um mei­ne Mo­ti­va­ti­on auf­recht­zu­er­hal­ten – wenn ich mer­ke, dass da im outer space ein paar we­ni­ge aber sehr ge­schei­te Leu­te sit­zen, die mit­le­sen.

  49. #45
    @muellerto & Me­tep­si­lo­n­e­ma

    Die bei Two­Day ver­wen­de­te Soft­ware (Ant­vil­le) lässt be­lie­big vie­le Kom­men­tare­be­nen zu, al­ler­dings ist das hier aus­ge­schal­tet.

  50. #51 – Köpp­nick
    Was mich stört ist die Kon­sum­hal­tung, die of­fen­sicht­lich ir­gend­wann ein­tritt. Ich ver­lan­ge na­tür­lich gar nicht, dass man das al­les liest (et­li­ches in­ter­es­siert ei­nem, ja auch viel­leicht gar nicht, was durch­aus le­gi­tim ist). Aber ich glau­be, dass ei­ni­ge Leu­te Blogs wie die­sen (und auch Dei­nen) nur noch kon­su­mie­ren, statt in ir­gend­ei­ner Form ei­ne »Ge­gen­lei­stung« ein­zu­brin­gen. Da ist es dann für ei­ni­ge schon zu­viel ver­langt, sich für ei­ne Ab­stim­mung an­zu­mel­den. Das er­in­nert mich an biss­chen an Breu­ghels Bild vom Pa­ra­dies, wo die dick­bäu­chi­gen Män­ner nur noch lie­gend auf die näch­ste Mahl­zeit war­ten.

    In der Tat ist es ja so, dass der »In­for­ma­ti­ons­markt« ein Käu­fer­markt ist, d. h. der Emp­fän­ger be­stimmt, was und wen er an sich her­an­lässt. Das Pro­dukt der Li­te­ra­tur­be­spre­chung ist in über­mä­ssi­ger Fül­le vor­han­den und kein knap­pes Gut. Ein See­len­strip­tease ei­ner Acht­zehn­jäh­ri­gen oder ei­nes »exo­ti­schen« Me­di­ums (sei es echt oder nicht – es muss nur au­then­tisch wir­ken) ist da sel­te­ner und nicht fast un­be­grenzt ver­füg­bar.

    Die Ab­stim­mun­gen, die ich nicht im­mer ha­be durch­füh­ren las­sen, soll­ten ei­nen Über­blick dar­über ge­ben, wie­vie­le Leu­te im »outer space« mit­le­sen. In Wirk­lich­keit zei­gen sie na­tür­lich nur an, wie­vie­le mit­le­sen und da­bei gleich­zei­tig bei two­day an­ge­mel­det sind.

  51. #45 – @muellerto + Me­tep­si­lo­n­e­ma
    Man muss auf­pas­sen, dass man nicht zu sehr auf tech­ni­sche De­tails re­kur­riert. Man neh­me bspw. den Blog des Me­di­en­jour­na­li­sten Ste­fan Nig­ge­mei­er (mit Wor­d­Press er­stellt). Es gibt kei­ne Kom­men­tar­bäu­me, da­für wer­den die Kom­men­ta­re nu­me­riert; wer auf je­man­den ant­wor­ten will ver­weist auf die Kom­men­tar­num­mer und/oder den User. (Nach­teil ist, dass sich et­li­ches wie­der­holt, weil ein »Spä­tein­stei­ger« nicht al­le Kom­men­ta­re ge­le­sen hat, aber das gibt es ei­gent­lich im­mer.) Er hat teil­wei­se hun­der­te von Kom­men­ta­ren auf ei­nen Bei­trag (zu­ge­ge­ben: er ist das, was man ge­mein­hin pro­mi­nent nennt).

    Mit HTML-tags kann man kur­siv oder block­quo­te zi­tie­ren – gut, two­day bie­tet dies nicht als In­for­ma­ti­on beim Kom­men­tar an, was ein Feh­ler ist. Aber wenn mich ei­ne The­ma­tik in­ter­es­siert, dann dürf­te mich so et­was nicht stö­ren.

    Wich­tig ist, dass das Kom­men­tie­ren sel­ber »bar­rie­re­frei« ist, d. h. au­sser ei­nem Pseud­onym, ei­ner (u. U. fik­ti­ven) Mail­adres­se, der Mög­lich­keit, die ei­ge­ne Web­sei­te zu ver­lin­ken und ei­nem Cap­t­cha soll­te es kei­ne Hin­der­nis­se ge­ben. Two­day ver­zich­tet so­gar auf die Mail­adres­se, was m. E. grenz­wer­tig ist (sie­he Nig­ge­mei­er-Dis­kus­si­on). Muss man sich erst noch beim ent­spre­chen­den Sy­stem (two­day, blog­ger oder wor­d­press) an­mel­den, so sinkt die Kom­men­tar­fre­quenz er­heb­lich (was ich auch ver­ste­hen kann; der Zeit­auf­wand für ei­nen Kom­men­tar steht dann in kei­nem Ver­hält­nis mehr).

    Mail­adres­sen von Dis­kus­si­ons­teil­neh­mern kann man theo­re­tisch er­fra­gen bzw. auf de­ren Web­sei­te nach­schau­en. Ist nichts ver­me­krt, ge­he ich ein­fach da­von aus, dass der/diejenige kein In­ter­es­se an ei­ner pri­va­ten Dis­kus­si­on hat.

    Kom­men­ta­re edi­tie­ren bei two­day kann nur der an­ge­mel­de­te User; zwei­fel­los ein Nach­teil, aber ei­gent­lich auch kein Hin­der­nis.

    Na­tür­lich gibt es -zig Mög­lich­kei­ten, das hier bes­ser tech­nisch dar­zu­stel­len, aber ich glau­be, dass das nicht der Haupt­grund sein kann.

  52. Selbst­ver­ständ­lich gibt es Blogs und Web­fo­ren mit gu­ten Kom­men­tar­funk­tio­nen, so­wohl was das Edi­tie­ren wie auch die Dar­stel­lung an­geht. Aber die­se sind in kei­ner Wei­se ir­gend­wie stan­dar­di­siert, was ih­re Hand­ha­bung (und erst recht den Ein­satz ex­ter­ner Pro­gram­me) deut­lich er­schwert. Auf je­dem Blog ist es an­ders und es er­for­dert an­de­re Kunst­grif­fe. Die bei­spiels­wei­se hier prak­ti­zier­te Nen­nung des Vor­po­sters, auf den man sich be­zieht, mit @Name hal­te ich für ei­ne um­ständ­li­che Krücke, die auch noch Mehr­deu­tig­kei­ten zu­lässt. Ei­ne not­ge­drun­ge­ne Fol­ge falsch (näm­lich als Dis­kus­si­ons­platt­form) ver­stan­de­ner, un­zu­rei­chen­der tech­ni­scher Mög­lich­kei­ten (in die­sem Fal­le Kom­men­tar­funk­tio­nen).

  53. #55 – @muellerto
    Ich glau­be man miss­ver­steht blogs wenn man sie ger­ne stan­dar­di­siert sä­he (auch wenn es »nur« lay­out oder Zi­ta­ti­on be­trifft), da­für sind sie nicht da, und das wol­len sie nicht lei­sten. Blogs sind In­di­vi­du­en, und die we­nig­sten als rei­ne Dis­kus­si­ons­sei­ten (wie Fo­ren) ge­dacht (was aber nicht hei­ßen soll, dass das nicht auch ei­ne ih­rer Funk­tio­nen ist).

    Un­se­re Dif­fe­ren­zen schei­nen mir eher in ver­schie­de­nen Ge­wohn­hei­ten (es ist na­tür­lich rich­tig, dass das @+Name ei­ne Krücke ist, aber ich hat­te tat­säch­lich nie Pro­ble­me mit Mehr­deu­tig­keit und Ver­wechs­lungs­ge­fahr) bzw. Netz­kul­tu­ren ver­an­kert zu sein.

    [EDIT: 2009-07-13 23:19]

  54. Ganz spät und oh­ne neue As­pek­te ein­zu­brin­gen...
    .. will ich doch zu­min­dest noch mein Be­dau­ern zum Aus­druck brin­gen (ich ge­he nicht da­von aus, dass die zahl­rei­chen Kom­men­ta­to­ren noch Ein­fluss auf die of­fen­sicht­lich ge­trof­fe­ne Ent­schei­dung neh­men kön­nen) und in ei­nem -ganz klei­nen- Punkt wi­der­spre­chen:

    »In­ter­es­sier­te wer­den sich nicht bei two­day an­mel­den, nur um ab­zu­stim­men. Das ist wahr­lich zu viel er­war­tet.«

    Ge­nau das ha­be ich ge­tan. Ich ha­be mich ein­zig und al­lein des­halb bei two­day an­ge­mel­det, um über Ih­re Be­gleit­schrei­ben ab­stim­men zu kön­nen. Und ich ha­be der Ver­su­chung wi­der­stan­den, grund­sätz­lich mit »ja« zu stim­men, wo­für es durch­aus Grün­de ge­ge­ben hät­te: um die dro­hen­de Schlie­ßung des Res­sorts zu ver­hin­dern, bei­spiels­wei­se oder viel­leicht auch nur, um Ih­nen ein gu­tes Ge­fühl zu ge­ben und Sie bei Lau­ne zu hal­ten (bit­te nicht auf die Gold­waa­ge le­gen). Meist woll­te ich mehr le­sen (und hab’s nicht im­mer in der ge­bo­te­nen Aus­führ­lich­keit ge­tan), ei­ni­ge Ma­le ha­be ich nein ge­sagt, was in kei­nem Fall am In­ter­es­se am von Ih­nen zu er­war­ten­den Be­gleit­schrei­ben, son­dern an vor­ge­fass­ten Mei­nun­gen über Au­tor und/oder The­ma lag.

    Ge­le­gent­lich ging die Ab­stim­mung auch schlicht­weg an mir vor­bei, weil ich zu lan­ge off­line war oder dem Feed­re­ader kei­ne Prio­ri­tät ein­ge­räumt hat­te. MIt der Kon­se­quenz, dass vie­le der un­ge­le­se­nen Feeds un­ge­le­sen blie­ben (bzw. als ge­le­sen mar­kiert wur­den) – ei­ni­ge der üb­li­chen Ver­däch­ti­gen sind wei­ter oben in der Dis­kus­si­on ge­nannt wor­den. Bei den Be­gleit­schrei­ben ge­schieht das nicht, eben weil die In­hal­te in viel hö­he­rem Maß zum Nach­den­ken an­re­gen, egal mit wie­viel Ver­spä­tung man sie liest – bleibt die Fra­ge, ob man dann noch kom­men­tiert. Heu­te hab ich’s ge­tan, in vie­len an­de­ren Fäl­len nicht – hier kom­men­tie­re ich al­so, wenn das Kind be­reits im Brun­nen ist, an­statt mir das ei­ne oder an­de­re Mal vor­her mehr Zeit zu neh­men, wenn es um ech­te The­men geht, an­statt um Blog­gers Selbst­ver­ständ­nis.
    (Ein we­nig er­in­nert mich das jetzt an step­pen­hund: »Es be­frie­digt mich nicht, wenn ich mit ei­ner ne­ga­ti­ven Blog­ger­be­wer­tung die zweit­höch­ste Klick­an­zahl in mei­ner Pri­vat­sta­ti­stik er­rei­che«)

  55. Ge­nau das ha­be ich ge­tan. Ich ha­be mich ein­zig und al­lein des­halb bei two­day an­ge­mel­det, um über Ih­re Be­gleit­schrei­ben ab­stim­men zu kön­nen.
    Da­für dan­ke ich sehr. (In ei­nem Kom­men­tar hiess es sinn­ge­mäss, man kön­ne das nicht »er­war­ten«, da­her mei­ne vor­ei­li­ge Pau­scha­li­sie­rung.)

    Und ich ha­be der Ver­su­chung wi­der­stan­den, grund­sätz­lich mit »ja« zu stim­men, wo­für es durch­aus Grün­de ge­ge­ben hät­te.
    Das fin­de ich wirk­lich gut. Blin­de Ak­kla­ma­ti­on oder gar Mit­leids­stim­men will ich ja auch nicht.

    ei­ni­ge Ma­le ha­be ich nein ge­sagt, was in kei­nem Fall am In­ter­es­se am von Ih­nen zu er­war­ten­den Be­gleit­schrei­ben, son­dern an vor­ge­fass­ten Mei­nun­gen über Au­tor und/oder The­ma lag
    Auch da­mit kann ich sehr gut le­ben; von die­sem As­pekt ha­be ich das noch nicht be­trach­tet.

  56. Wie so oft kom­me ich (wohl nicht al­lein) zu spät, und ich kann auch nur ein win­zi­ges State­ment als »ei­ner der 8 bis 12« ab­ge­ge­ben. Von mir weisst Du ja, dass ich mit­le­se, ins­be­son­de­re die Res­sorts, die Du ge­ra­de schlie­ssen willst (wäh­rend ich, das geb ich zu, die Po­li­tik oft über­sprin­ge, weil mich das In­ner­deut­sche we­nig in­ter­es­siert – so viel Des­in­ter­es­se lei­ste ich mir :-) ).
    Es sind ins­ge­samt ein gu­tes Dut­zend Blogs, die ich re­gel­mä­ssig le­se; oder zu le­sen ver­su­che. Wenn ich die täg­lich al­le ab­checken wür­de, tä­te ich nichts an­de­res. Al­so bünd­le ich das al­les auf ca. 1x die Wo­che kon­zen­trier­te Blog­lek­tü­re – die aber auf die Ge­samt­lek­tü­re al­ler­höch­stens 3% aus­macht, am Bild­schirm le­sen ist nun mal un­be­quem und un­er­go­no­misch. Heisst al­so: ein Blog muss mich zig­mal mehr in­ter­es­sie­ren als z.B. ein Buch, um es tat­säch­lich zu le­sen. Ich kom­men­tie­re ex­trem sel­ten – ei­ne en­ga­gier­te Dis­kus­si­on braucht Zeit und Herz­blut, was ich nicht mal für ein ein­zi­ges Blog aus­rei­chend auf­brin­gen könn­te. Es braucht sehr viel, bis man ein­mal ei­nem Blog­au­tor (oder Zei­tungs­jour­na­li­sten) ei­nen Dank (oder ei­ne Kri­tik) aus­spre­chen MUSS. Tä­te man es über­all, wo man Bei­trä­ge zu schät­zen weiss, wür­de das eben zum full time job.
    Klar ist man faul. Ich für mei­nen Teil ste­he da­zu. Ich wür­de auch nie­mals für ein Blog be­zah­len, eben des­halb, weil ich mich zum Le­sen am Bild­schirm rich­tig­ge­hend zwin­gen muss – gä­be es aber das Be­gleit­schrei­ben z.B. im Abo auf Pa­pier, dann wür­de ich sehr wohl abon­nie­ren – je­den­falls die Li­te­ra­tur- und Sach­buch­ru­bri­ken. (Was ein Ein­zel­blog­ger na­tür­lich kaum zu ver­nünf­ti­gem Auf­wand und Preis be­werk­stel­li­gen könn­te, schon klar).
    Es wird ver­mut­lich mehr als 8 – 12 treue Le­ser ge­ben; die mei­sten von ih­nen wer­den sich nur kaum je zu Wort mel­den. Die mei­sten, neh­me ich an, klicken sich auch nicht je­des­mal rein, wenn ein Bei­trag er­scheint, son­dern al­le paar Ta­ge mal. Dass die di­ver­sen Coun­ter nicht funk­tio­nie­ren, wis­sen wir auch längst, ich schät­ze die Dun­kel­zif­fer re­gel­mä­ssi­ger Le­ser in mei­nem (see­ehr be­schei­de­nen) Blog mitt­ler­wei­le als dop­pelt so hoch wie die gan­zen Goog­ler und Zu­falls­tref­fer zu­sam­men­ge­nom­men – weil ich stän­dig hö­re, »du, ich hab die Ge­schich­te von dem XXX ge­le­sen«, aber in kei­nem der 3 Coun­ter wur­de die­se Ge­schich­te je­mals an­ge­klickt oder er­schien ein Be­su­cher aus der be­tref­fen­den Re­gi­on.
    Wie­viel Le­ser man sich wünscht, bzw. bei wie we­ni­gen es sich nicht mehr »lohnt«, dass muss na­tür­lich je­der für sich ent­schei­den.

    (... Falls aber die Her­mann-Re­zen­si­on ge­schrie­ben sein soll­te – die wür­de ich gern le­sen!!! – ich ha­be da­für ge­stimmt, und ganz recht­zei­tig. :-))) )

  57. Ich wer­te das mal als Lob. Dan­ke.

    Ich stim­me Dir in al­lem zu – was Du vom Bild­schirm­le­sen sagst, der Über­fül­le an Mög­lich­kei­ten und auch den Kom­men­ta­ren, zu de­nen man Zeit und Mu­ße braucht. Und na­tür­lich liest man se­lek­tiv (das ist ja okay; be­stimm­te The­men in­ter­es­sie­ren mich da auch nicht). Ei­ne Zei­tung liest man ja auch nicht von A bis Z.

    Dass Dein Blog ein­deu­tig »un­ter Wert« be­sucht ist, ha­be ich Di­or schon sehr oft ge­sagt. Ich weiss nicht, wor­an das liegt. Ich fin­de ihn wun­der­bar, er­fri­schend, be­le­bend.

    Her­mann-Link kommt per Mail.

  58. Na­tür­lich ist es ein Lob.

    Wenn ich das wei­ter­den­ke: Ich hat­te frü­her ei­ne ganz brauch­ba­re Ta­ges­zei­tung und zwei Li­te­ra­tur­blät­ter abon­niert. Bei­des kann ich mir heu­te nicht mehr lei­sten. Al­les, was mir an »Li­te­ra­tur­kri­tik« (bzw. nur Über­blick über Neu­erschei­nun­gen) noch zur Ver­fü­gung steht:

    - däm­li­che Quas­sel­sen­dun­gen am Fern­se­hen
    – Gra­tis­bro­schü­ren der Buch­händ­ler und Ver­la­ge
    – und Blogs. Wo­bei ich in die­ser Ka­te­go­rie nur noch bei Dir re­gel­mä­ssig las – und Ti­ni­us sehr ver­mis­se. (klar gä­be es noch zig an­de­re, gro­sse, brei­te, lan­ge, of­fi­zi­el­le, in­of­fi­zi­el­le, was ich nicht le­se, we­gen ... Bild­schirm­le­sen.)

    Was die Zei­tung be­trifft: ich leg­te im­mer Wert dar­auf, zu wis­sen, was in der Welt und im Land ge­schieht. Ich las die Zei­tung tat­säch­lich fast ganz, bis auf den Sport­teil, und manch­mal noch an­de­re Zei­tun­gen, die ich im Zug fand. Jetzt müss­te ich mir die Nach­rich­ten aus dem Netz zu­sam­men­su­chen, was mir eben de­fi­ni­tiv un­mög­lich ist. Fern­seh­nach­rich­ten ge­ben nur Bild her, kaum In­for­ma­ti­on. Dank den fürch­ter­li­chen Gra­tis­zei­tun­gen ha­be ich ir­gend­wann doch noch mit­ge­kriegt, wor­um es bei dem In­dia­ner­li-Spiel mit Deutsch­land ging. So kommts, dass ei­ne po­li­ti­sche Mei­nung et­was Eli­tä­res ge­wor­den ist, mit ver­nünf­ti­gem Auf­wand-Er­trags-Ver­hält­nis kann man sie sich näm­lich nur aus Zei­tun­gen bil­den. Ich ge­be seit­her des öf­te­ren leer ein bei den Ab­stim­mun­gen. Al­les an­de­re wä­re ver­ant­wor­tungs­los.

    (Mach Dir kei­ne Ge­dan­ken we­gen mei­nem Blog. Ich weiss gar nicht ge­nau, war­um und wo­für und für wen und wie ich das ma­che, ... –ha­ha, klingt ganz nach Her­mann-In­ter­view.)

  59. Ego­ma­ni­sche (Zwischen)Bilanz
    12 Kom­men­ta­to­ren gab es zu die­sem Bei­trag. 6 äu­sser­ten sich eher be­dau­ernd, 2 ist es nicht so wich­tig, 4 kom­men­tier­ten neu­tral (sach­be­zo­gen). Zu­sätz­lich 1 Mail be­kom­men und 1 Blog­bei­trag.

  60. Als nensch 2003 das Licht der Welt er­blick­te, konn­te man im­mer wie­der mit­tel­bar die strah­len­den Au­gen der neu­en Teil­neh­mer se­hen. Ei­ne Re­ak­ti­on so ein­deu­tig, dass nur der Schluss üb­rig blieb, dass et­was ge­fun­den wur­de, was im pri­va­ten Um­feld oder an­der­wei­tig im Netz ver­misst wur­de. Da es sich ver­mut­lich um über­durch­schnitt­lich in­ter­es­sier­te Men­schen han­del­te, soll­te dei­ne Ver­mu­tung über die sich durch­ge­setzt­ha­ben­de Qual­ti­tät nicht ganz rich­tig sein. Die Qua­li­tät war schlicht nicht vor­han­den. Wie vie­le Leu­te hat man kom­men und ge­hen ge­se­hen, die zwar in der La­ge wa­ren et­was Wind zu ma­chen, aber schon vor DHK nur noch als ze­tern­des Kind stan­den.

    Si­cher­lich gibt es Auf­trit­te, die recht über­zeu­gend (vor al­lem auch ty­po­gra­fisch) da­her kom­men. Aber wo stellt sich der Au­tor in ei­ner Dis­kus­si­on der Kri­tik und stellt sei­ne Re­pu­ta­ti­on zur Dis­po­si­ti­on. Ich bin hier ge­lan­det, weil ich ver­sucht hat­te die klei­nen Scher­ben auf­zu­sam­meln, die der Bruch von nensch hin­ter­las­sen hat (vor al­lem von den Teil­neh­mern, die ei­ne Hal­tung be­wah­ren kön­nen). Lan­ge Zeit ha­be ich al­le Bei­trä­ge mit Ge­winn gel­sen, aber nicht kom­men­tiert, weil ich ein­fach nichts bei­zu­tra­gen hat­te.

    Die we­sent­li­chen Hür­den dei­nes Blogs sind aus mei­ner Sicht (ne­ben dem ho­hen An­spruch):

    • Die Län­ge der Tex­te ist hoch. Das ist nö­tig, er­for­dert aber Dis­zi­plin beim Le­ser, weil man sich ge­zielt ei­nen ge­eig­ne­ten Zeit­punkt zum Le­sen su­chen muss. Das kann heu­te kaum noch je­mand.
    • Die Tex­te sind un­ab­hän­gig vom In­halt ei­ne Blei­wü­ste, die ei­ne ho­he Ein­gangs­hür­de dar­stellt. Die Stan­dards sind heu­te hö­her.
    • Dei­ne Re­ak­tio­nen sind häu­fig sehr harsch. For­ti­ter in re, sua­vi­ter in mo­do (In der Sa­che fest, in der Art ver­bind­lich) steht auf der Home­page von Max Stad­ler (ich has­se den Mann, er will mir mein Feind­bild ver­mie­sen). Man muss ei­ne an­de­re Mei­nung nicht ak­zep­tie­ren, aber to­le­rie­ren geht mei­stens.
    • Die Leu­te, die dir als Pu­bli­kum vor­schwe­ben, wer­den we­der die Zeit ha­ben, noch mit of­fe­nem Vi­sier kämp­fen kön­nen und wol­len.
    • Dei­ne Re­zen­sio­nen sind mei­stens so zeit­nah, dass nicht mal die Main­stream-Me­di­en schon pu­bli­ziert hat­ten, ge­schwei­ge denn Ot­to­nor­mal­ver­brau­cher das Buch schon ge­le­sen hat. Ich ha­be z.B. ge­ra­de erst ge­schafft Der Got­tes­wahn zu le­sen und kä­me nie auf die Idee das The­ma wie­der auf­zu­wär­men.

    Wie un­ter­schwel­lig aus dei­nen Äu­ße­run­gen zu hö­ren ist, glaubst du wie ich auch an die Re­le­vanz dei­ner Bei­trä­ge. Das ist nicht we­nig und ich wür­de es sehr ver­mis­sen, dei­ne Be­gleit­schrei­ben nicht mehr le­sen zu kön­nen. Der Knack­punkt bleibt al­so wei­ter­hin die in­ter­es­sier­te Öf­fent­lich­keit von der Exi­stenz dei­nes Blogs über­haupt in Kennt­nis zu set­zen, was ei­ner Mam­mut­auf­ga­be gleich kommt und schmut­zig macht. Ich be­trei­be z.B. seit zehn Jah­ren ei­ne ei­ge­ne Sei­te mit mehr oder min­der sta­ti­schem Spe­zi­al­wis­sen, dass es so im Netz sonst nicht/kaum gibt. Der Auf­wand die In­for­ma­tio­nen zu sam­meln und auf­zu­be­rei­ten war enorm hoch und wird mit ei­ner al­ber­nen Klick­zahl ho­no­riert. Hin und wie­der be­kom­me ich ei­ne Mail von ei­nem Le­ser, der sich freut Pas­sen­des ge­fun­den zu ha­ben. Im­mer­hin.

  61. Dan­ke für das of­fe­ne Wort
    Zu Dei­nen Punk­ten:

    1. Tex­te zu lang – Zeit nimmt sich heu­te nie­mand mehr.
    Se­he ich auch so – aber wie kann man da aus sei­ner Haut? Schwie­rig.

    2. Blei­wü­ste – Stan­dards
    Be­dingt ein biss­chen durch 1. Was ist mit »Stan­dards« ge­meint? Wie soll dies in ei­nem sol­chen Blog­ho­ster­me­di­um funk­tio­nie­ren? Ich könn­te ei­ne an­de­re Schrift wäh­len – aber das ist wohl nicht ge­meint.

    3. Har­sche Re­ak­tio­nen
    Ich ak­zep­tie­re je­de Mei­nung – aber sie soll­te we­nig­stens an­satz­wei­se mit ent­spre­chen­dem Ni­veau vor­ge­tra­gen wer­den. Krit­te­lei­en kann man äu­ssern; das Fest­bei­ssen an ein­zel­nen Ge­ni­tiv­fehl­deu­tun­gen hal­te ich An­be­tracht des­sen, dass ich das hier auf non-pro­fit-Ba­sis ma­che für un­ver­schämt. Dann soll man sich hin­set­zen und das al­les lek­to­rie­ren.

    4. Of­fe­nes Vi­sier...
    ver­lan­ge ich nicht – Zeit: das ist der ent­schei­den­de Punkt.

    Das war auch im wei­te­ren Sinn das Nensch-Pro­blem: Ent­we­der es gab ei­ne Men­ge 08/15-Tex­te, die ei­nen nicht zu­frie­den­stell­ten – oder Hoch­gei­sti­ges (am En­de meist aus der Phi­lo­so­phen­kü­che), wo man nur be­lä­chelt wur­de, wenn man den He­ro­en auch nur ein Glas Was­ser rei­chen woll­te. Für die ei­ne Frak­ti­on hat­te man kei­ne Zeit (re­spek­ti­ve Lust) – für die an­de­re Frak­ti­on war man sel­ber der­je­ni­ge, dem kei­ne Zeit (Lust) ent­ge­gen­ge­bracht wur­de.

    Der Knack­punkt ist ja viel­leicht kei­ner mehr: Durch Ver­lin­kun­gen im Per­len­tau­cher-Me­di­en­ticker und Ste­fan Nig­ge­mei­er ist da min­de­stens teil­wei­se AUf­merk­sam­keit er­zielt wor­den. Das Pro­blem geht da­hin, dass hier­aus of­fen­sicht­lich kein »nach­hal­ti­ger« Le­ser­stamm ge­bil­det wer­den konn­te.

    Zur Ein­lei­tung ei­ne Rück­fra­ge: Ha­be ich das rich­tig ver­stan­den, dass auf Nensch für Dich die Qua­li­tät nicht vor­han­den war? oder war sie nur zu sehr »ver­bor­gen«?

  62. 1. Ich hal­te den Um­fang der Tex­te für nö­tig. Wenn man et­was zu sa­gen hat, dau­ert es halt so lan­ge, bis man fer­tig ist.

    2. Ich weiß nicht, wie es bei two­days ist, aber die üb­li­chen CMS-Sy­ste­me bie­ten von De­sign-Pro­fis er­stell­te le­se­freund­li­che Lay­outs an. Ich fin­de den rei­nen Text in Ord­nung, ist aber viel­leicht kei­ne Ein­la­dung für den zu­fäl­lig Vor­bei­schau­en­den, zu blei­ben.

    Zur Ein­lei­tung ei­ne Rück­fra­ge: Ha­be ich das rich­tig ver­stan­den, dass auf Nensch für Dich die Qua­li­tät nicht vor­han­den war? oder war sie nur zu sehr »ver­bor­gen«?

    Doch, doch. Ich mein­te ja ge­ra­de, dass vie­le Le­ser schie­nen, als hät­te sie ihr Ar­ka­di­en ge­fun­den. Man kann wohl nicht be­strei­ten, dass es ei­ni­ge sehr frucht­ba­re Dis­kus­sio­nen gab (hät­te nur nicht im­mer die Korn­kreis-Tan­te ge­nervt).

  63. Ich ken­ne aus ei­ge­ner jah­re­lan­ger Er­fah­rung mit der Blog­ge­rei ein Schwan­ken zwi­schen Eu­pho­rie und Ver­zweif­lung. Wo­zu man sich dem aus­setzt, ist mir im­mer noch un­klar.

    In ei­ner Pha­se der Be­sin­nung auf wirk­lich Wich­ti­ges wur­de dann im­mer im Feed­re­ader min­de­stens die Hälf­te ab­ge­kün­digt; dein Be­gleit­schrei­ben blieb im­mer drin, lie­ber Ge­org.

    Und nun, wo ich mehr zu le­sen be­gin­ne, un­be­kann­tes an­fan­ge zu ent­decken, be­ginnst du ab­zu­bau­en. (Aus­ge­rech­net Hand­ke, ist Be­gleit­schrei­ben doch das ein­zi­ge Hand­ke-Re­ser­vat im Web, das ich se­he.)

    Scha­de.

    Auch ich ha­be mir in­zwi­schen ei­nen two­day-Ac­count ge­holt, ein­zig um zu vo­ten. (Und dein Quo­rum ist ja mitt­ler­wei­le er­füllt.)

  64. @Jürgen
    Die­ses Schwan­ken zwi­schen Eu­pho­rie und Dys­pho­rie (ha! ein neu ge­fun­den­des Wort!) ist ver­mut­lich tat­säch­lich im­ma­nent mit der Blog­ge­rei. Und die Fra­ge des wo­zu stel­le ich ja auch im­mer wie­der – und auch oh­ne be­frie­di­gen­de Aus­kunft.

    Ich freue mich tat­säch­lich über die hier ent­stan­de­ne Dis­kus­si­on – auch über die kri­ti­schen Stim­men. Viel­leicht muss ich ja auch ein biss­chen mei­ne An­spruchs­hal­tung kor­ri­gie­ren...

  65. @Peter42 #66
    Als Ar­ka­di­en ha­be ich Nensch nie emp­fun­den (da­zu gab es zu­viel Ha­der). Aber die Idee war sehr gut; dass sie ge­schei­tert ist hat meh­re­re Ur­sa­chen (die auch schon hier viel­fä­tig dis­ku­tiert wur­den). Wie fra­gil das al­les war zeigt sich in der Zers­pi­lit­te­rung der »Kern­mann­schaft« von Nensch nach dem Zu­sam­men­bruch 05/06. Und ei­ni­ge las­sen den Tan­ker lie­ber un­ter­ge­hen, als dass sie ihn Leu­ten ge­ge­ben hät­ten, die ihn viel­leicht wie­der flott­ma­chen.

    An der »Korn­kreis-Tan­te« lag’s letzt­lich nicht – eher an der Kraft, die­se aus­zu­hal­ten oder – was ja auch ei­ne Mög­lich­keit ge­we­sen wä­re – zu igno­rie­ren, da wo sie von den Korn­krei­sen zum 237. mal er­zählt.

  66. Blei­wü­ste: Ich sit­ze zu Hau­se an ei­nem Bild­schirm mit 1600 Bild­punk­ten in der Brei­te. Da ste­hen bei dei­nem Lay­out et­wa 250 Zei­chen in ei­ner Zei­le. Im üb­li­chen A4-Schreib­ma­schi­nen­druck sind es nur 80, im mehr­spal­ti­gen Zei­tungs­druck noch we­ni­ger. Man hat bei dei­nen lan­gen Zei­len Schwie­rig­kei­ten, mit den Au­gen vom En­de ei­ner Zei­le den An­fang der näch­sten Zei­le zu fin­den. Wenn du ein an­de­res Lay­out aus den vor­ge­ge­ben wählst, dann wird das Text­bild ge­fäl­li­ger. Ich ha­be es jetzt nicht ge­prüft, aber ich glau­be, ei­ni­ge der vor­han­de­nen nut­zen ei­ne fe­ste Brei­te.

    Bei mei­nem drei­spal­ti­gen Lay­out sind es auch noch 150 Zei­chen, auf ei­nem 1200er Bild­schirm ist es so (für mei­nen Ge­schmack) ge­nau rich­tig, auf ei­nem 1024er Bild­schirm wird es schon eng. Spie­gel On­line ver­wen­det hin­ge­gen ei­ne fe­ste Brei­te von 800, ab­züg­lich der rech­ten Spal­te ver­bleibt für den Text noch we­ni­ger, für lan­ge Tex­te zu we­nig. Es liest sich aber gut so.

  67. @Köppnick / Blei­wü­ste
    Ich ha­be als Aus­rich­t­ing »2-spal­tig, rechts, vol­le Brei­te« ge­wählt. Lässt man die »vol­le Brei­te« weg, er­scheint der Text durch das klei­ne­re »Fen­ster« län­ger. Das kann ich na­tür­lich ma­chen, wo­bei ich kei­ne Ah­nung ha­be, was ei­ne sol­che Än­de­rung auf die be­stehen­den Bei­trä­ge hat. Du hast ja ei­ne drei­spal­ti­ge Aus­füh­rung ge­wählt, was mir per­sön­lich ein biss­chen wi­der­strebt, da ich im­mer ab­ge­lenkt wer­de von dem was da rechts und links steht.

  68. #67 – Jür­gen
    Ich ken­ne aus ei­ge­ner jah­re­lan­ger Er­fah­rung mit der Blog­ge­rei ein Schwan­ken zwi­schen Eu­pho­rie und Ver­zweif­lung. Wo­zu man sich dem aus­setzt, ist mir im­mer noch un­klar.

    Das Le­ben schwankt im­mer zwi­schen die­sen bei­den Po­len, das hat nichts mit der Blog­ge­rei im spe­zi­el­len zu tun, man fin­det es ana­log in Be­ruf, Freund­schaft und All­tag.

    Das wo­zu liegt sehr wohl in der Be­schäf­ti­gung mit ei­ner The­ma­tik, in der krea­ti­ven Ar­beit selbst, aber na­tür­lich auch im Tei­len mit an­de­ren.

  69. @Gregor & Pe­ter
    Noch die ei­ne oder an­de­re An­mer­kung:

    • Man weiß be­vor man auf ei­nen Link klickt nie wie lang der Text ist der sich da­hin­ter »ver­steckt«, da­her schie­be ich län­ge­re Tex­te auf ei­ne Art War­te­li­ste wenn ich sie »ent­decke«, um sie zu le­sen, wenn ich mehr Zeit ha­be. Auf kei­nen Fall kür­zer schrei­ben, ob­wohl man mehr zu sa­gen hat (was man tun kann ist kom­pri­mie­ren, aber das geht nur bis zu ei­nem be­stimm­ten Grad). Ein in­ter­es­sier­ter Le­ser nimmt sich sei­ne Zeit bzw. kommt dann vor­bei wenn er weiß, dass er sie hat.
    • Blei­wü­ste: Jetzt wo es aus­ge­spro­chen wur­de, muss ich zu­stim­men, ein et­was schmä­le­rer Satz ist si­cher bes­ser, aber auch nicht zu schmal (das sieht dann aus wie auf mei­nem al­ten Blog).
    • Har­sche Re­ak­tio­nen: Was ich sehr schät­ze ist, dass Du schnell und ein­deu­tig Ur­tei­le fällst, et­was mit dem ich mir viel schwe­rer tue, und das si­cher dis­kus­si­ons­för­dernd – weil Wi­der­sprü­che pro­vo­zie­rend – ist. Hie und da et­was we­ni­ger Emo­tio­nen scha­det nicht, aber das weiß Du selbst am be­sten (aber nichts was mich hier vom Le­sen ab­hal­ten wür­de, aber viel­leicht Neu­zu­gän­ge schrecken könn­te).
    • Ich hat­te vor ein paar Ta­gen die Ge­le­gen­heit mich (re­al) mit ei­nem Blog­ger­kol­le­gen zu un­ter­hal­ten, der mit ein paar an­de­ren ei­nen Pop­mu­sik-Vi­deo­blog un­ter­hält (es wer­den Ni­schen­grup­pen durch Vi­de­os vor­ge­stellt). 45.000 Le­ser pro Mo­nat. Klar, die The­ma­tik ist ei­ne an­de­re, aber Geld in Wer­bung in­ve­stiert ha­ben sie nie, sehr wohl aber um Ver­lin­kun­gen bei re­le­van­ten Sei­ten ge­be­ten. Viel­leicht ei­ne Mög­lich­keit.
    • Nensch: Ein we­nig von Ar­ka­di­en hat­te es schon (im­mer­hin re­den wir ja noch im­mer da­von). In je­dem Fall muss ein sol­ches Fo­rum auch Leu­te wie BL aus­hal­ten kön­nen, es wä­re un­fair ihr den schwar­zen Pe­ter zu­zu­schie­ben.
  70. Scha­de
    Res­sort Hand­ke wird aus Man­gel an In­ter­es­se ge­schlos­sen? Und aus Gre­gor Keu­sch­nig wird dann Hans Blix – sonst än­dert sich nix? Scha­de, kann nach dem Er­folg der Mo­ra­wi­schen Nacht doch wohl kein An­zei­chen all­ge­mei­nen Des­in­ter­es­ses sein oder?