Jeder, der die Regeln der Logik beherzigt, wird vor dem Umkehrschluss zurückschrecken; er wird erkennen, wenn er es nicht ohnehin weiß, dass das »tertium non datur« hier gar nicht gültig ist, da sich an diesem Tag, wie an jedem anderen, neben Trauer und Freude auch andere Emotionen einstellen (oder nicht einstellen) können. Und er wird bemerken, dass diese (fehlenden) Emotionen nicht notwendiger Weise mit der politischen oder zeitgeschichtlichen Deutung und Bewertung der Ereignisse korrelieren müssen. – Nach einer kurzen Phase des Nachdenkens wird er sich vergegenwärtigen, welche Funktionen und welche Auswirkungen die politische Loyalisierung durch Emotionen hat.
Glaskinnjournalisten
Ein Journalist (ich nenne ihn X) teilt einen geteilten FAZ-Beitrag eines Freundes auf Facebook. Die Überschrift des FAZ-Beitrags lautet: »Altkanzler Schröder lobt Donald Trump«. X fügt bei seinem Posting auf Facebook noch hinzu: »Alt68er und Putinfreunde stehen zusammen!« Viele Facebook-Freunde von X klagen die Undifferenziertheit des Postings an. Kann und darf man ja machen. Aber ...