Stim­mungs­los

Frank Lüb­ber­ding kon­sta­tier­te vor ein paar Ta­gen in der FAZ, dass am Fern­se­her nicht so die rich­ti­ge Olym­pia-Be­gei­ste­rung auf­kom­men mag. Das mag zum ei­nen an der nicht mehr aus­blend­ba­ren Do­ping-Be­richt­erstat­tung lie­gen. Oder viel­leicht auch an der Zeit­ver­schie­bung, die da­für ver­ant­wort­lich ist, dass et­li­che Hö­he­punk­te in Deutsch­land erst zur nacht­schla­fen­den Zeit statt­fin­den.

In­so­fern bin ich ein schlech­ter Zu­schau­er, denn für mich war meist um halb Eins Schluss. Aber auch vor­her kam bei mir kei­ne oder kaum Olym­pia-Stim­mung auf, was vor al­lem an der Be­richt­erstat­tung von ARD und ZDF liegt, die ich als un­ter­ir­disch emp­fin­de. Es be­ginnt mit den Mo­de­ra­to­ren. Bom­mes und Del­ling bei der ARD sind na­he­zu un­er­träg­lich. Hier der Kum­pel­typ Bom­mes, den man glaubt aus der Knei­pe als den Ty­pen zu er­ken­nen, der ei­nem un­ge­fragt ein Bier aus­gibt und nach fünf Mi­nu­ten sei­ne Le­bens­ge­schich­te ans Knie ge­quas­selt hat. Zum an­de­ren der Trou­ba­dix un­ter den Mo­de­ra­to­ren, Ger­hard Del­ling, der Mi­ster Sand­man der deut­schen Na­tio­nal­mann­schaft bei der EM, ein Mei­ster der ver­rutsch­ten Ka­lau­er, der stolz in die Ka­me­ra lä­chelt, wenn ihm wie­der ein Über­gang ein­ge­fal­len ist, der au­ßer ihm nie­man­den amü­siert. So am Sonn­tag: Von den Olym­pi­schen Rin­gen kam er auf ei­nen Film über ei­nen ab­ge­film­ten Hei­rats­an­trag ei­nes chi­ne­si­schen Sport­lers (der Ver­lo­bungs­ring!) und dann wech­sel­te er – zum Rin­gen. Was hab’ ich ge­lacht.

Beim ZDF ist es et­was bes­ser. Ru­di Cer­ne er­in­nert aus der Fer­ne an Die­ter Kür­ten. Er mo­de­riert ein­fach al­les weg, ist im Ver­gleich zu den Clowns Del­ling und Bom­mes fast wohl­tu­end pro­fes­sio­nell. Bei Kat­rin Mül­ler-Ho­hen­stein hat man das Ge­fühl, dass sie sich selbst am mei­sten lang­weilt ob des sich wie Kau­gum­mi zie­hen­den Pro­gramms. »Wir wol­len Ih­nen Live-Sport zei­gen« sa­gen sie al­le, aber das ge­nau ma­chen sie oft ge­nug nicht. Zwar wird zwi­schen den Sport­ar­ten oh­ne Un­ter­lass hin- und her­ge­zappt. Zu­wei­len scheint es ge­ra­de­zu ei­ne Ma­sche zu sein, die Live-Über­tra­gung in Sport­art A zu be­en­den um ei­ne Auf­zeich­nung von Sport­art B zu sen­den. Um 14.25 Uhr soll­te am Sams­tag Mar­tin Kay­mer im Golf be­gin­nen; der Re­por­ter wies zwei Mal dar­auf hin. Um 14.23 Uhr muss­te er dann al­ler­dings ab­ge­ben; die An­kün­di­gung ver­puff­te ins Lee­re. Das Vier­tel­fi­nal­spiel der deut­schen Fuß­ball-Män­ner wur­de für ein Hockey-Spiel un­ter­bro­chen, das voll­kom­men be­deu­tungs­los war. So gibt es für den Zu­schau­er kei­ne Mög­lich­keit, sich in die Stim­mung der je­wei­li­gen Sport­art, die man viel­leicht nicht so ge­nau kennt, hin­ein­zu­be­ge­ben. Die Re­por­ter be­mü­hen sich zwar in den kur­zen Schal­tun­gen die Re­geln zu er­klä­ren und Le­bens­läu­fe zu skiz­zie­ren aber wenn man das ge­hört hat, sind sie auch schon meist weg. Kein Pro­blem, sa­gen die Sen­der, wie ha­ben ja die Live­streams. Man muss al­so tech­nisch auf dem neu­esten Stand sein, um die Lieb­lo­sig­keit von ARD und ZDF er­tra­gen zu kön­nen.

Stun­den vor ver­meint­li­chen Groß­ereig­nis­sen zeigt man lä­cher­li­che Vor­be­rich­te. Ob Ru­der-Ach­ter oder Usain Bolt, des­sen 100 m Lauf so­gar in der drei-Mi­nu­ten-Ta­ges­schau sechs Stun­den vor dem Start an­ge­kün­digt wur­de. Das Spring­rei­ten or­che­strier­te man mit ei­nem »olym­pi­sche Momente«-Filmchen, in dem stür­zen­de und stol­pern­de Pfer­de und Rei­ter ge­zeigt wur­den. Drol­lig.

Da­bei ist an­geb­lich fast al­les »hi­sto­risch«. Na­he­zu je­der »schreibt Ge­schich­te« oder wird zur »Le­gen­de«. Su­per­la­ti­ve im Stun­den­takt. Die Da­ten­ban­ken spucken un­ab­läs­sig Ein­ma­lig­kei­ten aus, die zu zeit­ge­schicht­li­chen Er­eig­nis­sen hoch­ge­jazzt wer­den, die in zwei Jah­ren ver­ges­sen sind.

We­he man ver­wei­gert sich den me­dia­len In­sze­nie­run­gen. Als Chri­stoph Har­ting ein In­ter­view und den kum­pel­haf­ten Hand­schlag mit dem ZDF-Re­por­ter ab­lehn­te, war die Auf­re­gung groß. So­fort schal­te­te sich ZDF-Sport­chef Die­ter Gru­sch­witz ein, der das Ver­hal­ten »ein­ma­lig« nann­te und man wuss­te nicht ge­nau, ob es ei­ne Dro­hung war oder ei­ne Fest­stel­lung. Im­mer­hin: Zu­letzt hat­te sich Gru­sch­witz 2010 wäh­rend ei­nes Sport-Events zu Wort ge­mel­det, als KMH bei Mi­ros­lav Klo­se ei­nen »in­ne­ren Reichs­par­tei­tag« kon­sta­tier­te.

Wie man sich bei ARD und ZDF den me­di­en­kom­pa­ti­blen Sport­ler vor­stellt, konn­te man am Sonn­tag bei ei­ner Schal­tung zum »Deut­schen Haus« se­hen. Elf Me­dail­len­ge­win­ner sa­ßen da ne­ben­ein­an­der und nun woll­te der Re­por­ter von je­dem wis­sen, wie sie ge­fei­ert ha­ben, was es zu trin­ken gab, wie die Nacht­ru­he war, usw. Die Sze­ne­rie war an Pein­lich­keit kaum zu über­bie­ten; die Sport­ler, noch ge­zeich­net von den Fei­ern, als Pö­ni­ten­ten. Und dann wun­dert man sich, wenn kei­ne Olym­pia-Stim­mung vor dem Fern­se­her auf­kommt.

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  1. Da kann ich mich ja rich­tig glück­lich schät­zen, dass die Live­streams der Öf­fent­lich-Recht­li­chen hier im Tie­fen Sü­den we­gen feh­len­der Sen­de­rech­te nicht funk­tio­nie­ren. Die nor­ma­len TV-Über­tra­gun­gen von ARD oder ZDF darf, bzw. muss ich mir wg. feh­len­der Ein­schalt­rech­te sei­tens Frau Black­con­ti auch nicht an­tun. Doch es fehlt mir an nichts, fin­de ich doch bei In­ter­es­se je­de Men­ge funk­tio­nie­ren­de Live­streams im In­ter­net, die mich oh­ne un­säg­li­ches deutsch­tü­meln­des Mo­de­ra­to­ren- oder Kom­men­ta­to­ren­ge­brab­bel ein­fach das Fußball‑, Hand­ball- oder Ten­nis­match an­schau­en las­sen. Und ob da noch Irgendeine/r ei­ne Me­dail­le im Hal­len-Jo­Jo oder Zwer­gen-Weit­wurf ge­won­nen hat ist mir ein­fach egal, oh­ne die si­cher auch da­hin­ter­stecken­de Trai­nings­quä­le­rei her­ab­wür­di­gen zu wol­len.
    Wir hat­ten uns ja vor acht Jah­ren schon ein­mal zum The­ma sport­li­che Su­pere­vents aus­ge­tauscht ( http://blackconti.twoday.net/stories/5114474/) und in der Zwi­schen­zeit ist die Ab­fol­ge eher noch en­ger ge­wor­den. Die 7/24-sen­den­den Sport­ka­nä­le brau­chen Fut­ter und wir ha­ben das im­mer Glei­che schon bis zum Ab­win­ken ge­se­hen. Wie soll da ir­gend­ei­ne Stim­mung auf­kom­men, zu­mal uns in­zwi­schen auch der per­ver­se fi­nan­zi­el­le Auf­wand für den 14-tä­gi­gen Tal­miglanz be­son­ders in Ent­wick­lungs­län­dern be­wusst ist. Den wei­ßen Ele­phan­ten, d.h.den un­ge­nutz­ten Sta­di­en der WM 2010, kann man hier in Süd­afri­ka ex­em­pla­ri­sche beim Ver­rot­ten zu­se­hen.

  2. Zu­stim­mend: Bin auch in ei­ne Vor­kom­men­tie­rung ei­nes Schwimm­wett­be­werbs ge­ra­ten und der Kom­men­ta­tor re­de­te sich rich­tig in Ra­ge über die »Do­ping-Rus­sin«, die al­lei­ne mit ih­rem Start schon dem Schwim­men gro­ßen Scha­den zu­fü­ge usw. usf. – Es scheint, die Kom­men­ta­to­ren be­grei­fen sich nur als »Ein­hei­zer«, ob da nun die all­ge­mei­ne Ideo­lo­gie ver­kün­det oder die Stim­mung des deut­schen Me­dail­len­spie­gel (we­ni­ger meist: die am Wett­kampf­ort) ir­gend­wie ver­brämt wer­den muss. Sehr ek­lig.

    Was »mei­nen« Sport, das Tisch­ten­nis, an­geht, war der Kom­men­ta­tor wohl of­fen­bar we­nig­stens vom Fach und meist auch nicht so pein­lich oder ner­vig. – Aber das ist viel­leicht auch so ein Bei­spiel für die Ver­zer­rung durch Öf­fent­lich­keit, die in Jour­na­li­sten­tä­tig­keit ein­fach ein­dringt. Die Be­richt­erstat­tung hier­zu­lan­de fo­kus­siert sich im­mer noch auf Ti­mo Boll. Das liegt wohl an die­sem klei­nen Na­tio­nal­my­thos, dass er zu ei­ner ge­wis­sen Zeit der ein­zi­ge Eu­ro­pä­er ge­we­sen sei, der der chi­ne­si­schen Do­mi­nanz ein we­nig Pa­ro­li ge­bo­ten ha­be (Bob­by-Fi­sher-Nar­ra­tiv?). Schaut man sich ein we­nig um, dann gibt es in Eu­ro­pa aber ei­nen Hau­fen an­de­rer Spie­ler, die ähn­lich gut oder wich­tig sind und die un­se­re Na­tio­nalblind­heit dann ein­fach über­geht (Vla­di­mir Sam­so­nov, Wer­ner Schla­ger, Mi­cha­el Ma­ze, Mar­cos Frei­tas z.B.). Wä­re es nicht mög­lich ob­jek­ti­ver und mit wei­te­rem Blick von ei­ner Sport­art zu be­rich­ten, an­statt im­mer wie­der und wie­der zu er­klä­ren, dass die Spie­ler nach je­weils 6 ge­spiel­ten Punk­ten ei­ne Hand­tuch­pau­se neh­men dür­fen?

    Was das Do­ping­the­ma an­geht: Ist der Ru­bi­kon nicht schon da über­schrit­ten, wo aus Ama­teur- Pro­fi­sport wird, bzw. sind da nicht schon an­de­re Vor­läu­fer von »Do­ping«: Näm­lich dass man In­di­vi­du­en zu­ge­steht, sich aus­schließ­lich mit die­ser ei­nen Sa­che zu be­schäf­ti­gen und ih­ren Le­bens­un­ter­halt da­mit zu be­strei­ten, so­zu­sa­gen »Zeit­do­ping« im Ver­gleich zum Ama­teur. Oder »Ma­te­ri­al­do­ping«, z.B. Ro­deln, Ski,..

    Dass un­se­re Ge­sell­schaft das nicht un­ter­bin­det, son­dern so­gar in irr­sin­ni­ger Wei­se för­dert, liegt wohl an vie­len Din­gen. Am Spiel­trieb, vllt. sind die Sport­events auch so et­was wie sä­ku­la­re Er­set­zun­gen re­li­giö­ser Groß­fe­ste, s. In­sze­nie­rung, Or­che­strie­rung und Vo­ka­bu­lar: »hei­li­ger Ra­sen« etc. – Der mensch­li­chen Na­tur nach wird man den »Groß­sport« ein­fach nicht los wer­den. Die Fra­ge ist wohl, ob man den oder was man dar­an noch ge­nie­ßen will und kann; mö­gen an­de­re das auch für Hal­len-Jo­jo hal­ten.

  3. Hi,

    kam über Bild­blog hier­her.

    Was mich stört ist die na­tio­na­le Zen­trie­rung auf deut­sche Sport­ler, das war frü­her de­fi­nitv aus­ge­wo­ge­ner.
    Und die­se ewi­ge Do­ping-Dis­kus­si­on bei je­dem aus­län­di­schen Sport­ler, der es wag­te, schnel­ler, bes­ser oder wei­ter als der deut­sche Kon­kur­rent ge­we­sen zu sein, ob­wohl nie ein Do­ping-Be­weis er­bracht wur­de, macht die­ses Olym­pia wirk­lich schwer an­zu­schau­en.
    Es ist na­tür­lich klar, dass wenn die mei­sten Wett­kämp­fe in der deut­schen Nacht statt­fin­den, dass man tags­dar­auf vor al­lem die deut­schen Er­geb­nis­se prä­sen­tiert – im In­ter­es­se der Mas­ser der Zu­schau­er.
    Aber man könn­te das be­stimmt aus­ge­wo­ge­ner ma­chen, wenn man nicht auf die na­tio­na­le Quo­te schau­en, son­dern sich an dem ei­ge­nen An­spruch ei­ner aus­führ­li­chen und aus­ge­wo­ge­nen BE­richt­erstat­tung im Sin­ne des Sports mes­sen wür­de.

    Aber auch der Um­gang mit dem Dis­kus­wurf-Sie­ger und sei­ne Be­schei­den­heit fin­de ich är­ger­lich: Ein Hand­schlag und kur­ze Wor­te müs­sen doch heu­te im­mer noch aus­rei­chend sein, denn die Olym­pi­schen Spie­le mit Leicht­ath­le­tik sind ja im­mer noch Ama­teur­ver­an­stal­tun­gen, da darf und soll man nicht Pro­fi-Fuß­bal­ler-Ge­schwätz nach dem Wett­be­werb er­war­ten. Und nicht je­der LEicht­ath­let (vor al­lem die im Staats­dienst) müs­sen oder wol­len sich selbst pro­mo­ten, um an Spon­so­ren­gel­der zu kom­men.

    Ich ver­mis­se Olym­pia auf Eu­ro­sport 1

  4. Dass die na­tio­na­le Bril­le bei den deut­schen Re­por­tern stär­ker ge­wor­den ist, glau­be ich nicht. Die Fra­ge ist im­mer, ob die Na­tio­na­li­tät do­mi­nant ist und das sport­li­che Mo­ment da­bei in den Hin­ter­grund tritt. Ku­ri­os wa­ren al­ler­dings zwei Schal­tun­gen zum Ge­wicht­he­ben. Bei­de Ma­le zeig­te man deut­sche Ge­wicht­he­ber; vor ein paar Ta­gen ei­ne jun­ge Frau und ge­stern ei­nen Mann. In Ne­ben­sät­zen (bei der Frau am En­de) kam dann her­aus, dass es ein B‑Finale war; man wur­de dann Zehn­te. Von den Me­dail­len­ge­win­nern wur­de der Zu­se­her ver­schont. Viel­leicht ist das aber auch so ei­ne Art Chro­ni­sten­pflicht: Schließ­lich sol­len die deut­schen Zu­schau­er se­hen, wo­hin die För­der­gel­der flie­ßen.

    »Na­tio­na­li­sti­sche« Ex­zes­se bei den Re­por­tern gibt es bis­her über­haupt nicht; eher im Ge­gen­teil. Man sieht so­gar bei an­de­ren dar­über hin­weg. Als ein ame­ri­ka­ni­scher Tur­ner droh­te, die bei­den auf Platz 2 und 3 lie­gen­den bra­si­lia­ni­schen Tur­ner zu ver­drän­gen, be­ju­bel­ten die bra­si­lia­ni­schen Zu­schau­er in der Hal­le je­den noch so klei­nen Feh­ler des Ame­ri­ka­ners. Auf die­ses un­fai­re Ver­hal­ten hat­te der Re­por­ter dann aber auch nicht hin­ge­wie­sen.

    Bei Eu­ro­sport liegt der Fo­kus auf den deutschspra­chi­gen Raum, da­her wer­den dort z. B. bei der Leicht­ath­le­tik auch die öster­rei­chi­schen und schwei­zer Sport­ler mehr ge­wür­digt. Tat­säch­lich ver­mis­se ich be­son­ders bei der Leicht­ath­le­tik Eu­ro­sport...

    @Phorkyas
    Mit Kri­stin Ot­to hat das ZDF ja ei­ne Frau als Kom­men­ta­to­rin am Start, die 1988 in Seo­ul sechs Gold­me­dail­len für die DDR ge­wann. Wie man das dort da­mals mach­te, ist in­zwi­schen hin­läng­lich be­kannt. Aber Frau Ot­to hat sich früh dar­auf zu­rück­ge­zo­gen, von Do­ping nichts ge­wusst zu ha­ben. Das reicht dem ZDF und qua­li­fi­ziert sie nun sich über das Do­ping der an­de­ren aus­zu­las­sen. Das ist Heu­che­lei.

    Ja, My­then fei­ert man über­all und es stimmt, dass Sport­ver­an­stal­tun­gen zu­wei­len re­li­giö­se Di­men­sio­nen an­neh­men. Bob­by Fi­scher war ja der ein­zi­ge Schach­spie­ler in den 60er/70ern, der der so­wje­ti­schen Pha­lanx dau­er­haft Pa­ro­li bie­ten konn­te. Lar­sen war zu flat­ter­haft...

  5. »Tat­säch­lich ver­mis­se ich be­son­ders bei der Leicht­ath­le­tik Eu­ro­sport…«

    Weiß­gott! Was hab ich mich wäh­rend des sen­sa­tio­nel­len und sen­sa­tio­nell span­nen­den letz­ten Durch­gangs im Dis­kus­wer­fen der Män­ner nach der Stim­me von Dirk Thie­le ge­sehnt!

  6. (Bin über Bild­blog ge­kom­men.) Ge­stern abend beim Frau­en­tur­nen ha­ben die bei­den Her­ren nicht viel ge­re­det, so dass man in ih­ren Re­de­pau­sen un­über­hör­bar, aber lei­der nicht wirk­lich ver­ständ­lich mit­be­kam, dass in der Ka­bi­ne ne­ben­an ein an­de­rer deutsch­spra­chi­ger Re­por­ter of­fen­bar sehr de­tail­liert die ein­zel­nen Fi­gu­ren kom­men­tier­te. Wenn un­se­re Hel­den des ö‑r Fern­se­hens dann ge­re­det ha­ben, war es auch nicht so schön, denn im Ver­gleich zu Über­tra­gun­gen vom Män­ner­tur­nen ha­ben die bei­den Her­ren halt eher über Frau­en als sol­che und nicht über Tur­ne­rin­nen ge­re­det...

    Ob­wohl – beim Män­ner­tur­nen durf­te ab und zu Mar­cel Ngu­y­en et­was sa­gen: »Mar­cel, was sa­gen Sie zu den Pro­ble­men von XY?« – »Ja, das sind na­tür­lich sehr schwe­re Übun­gen, da kann man schon Pro­ble­me ha­ben.« Oha.

  7. @Andreas: Ich mei­ne dass es sich bei der Stim­me um den Co-Kom­men­ta­tor des ZDF han­del­te, des­sen Mi­kro nicht ord­nungs­ge­mäß funk­tio­nier­te.

    Auch Ich ge­hö­re zu de­nen den die Deutsch­land-Fo­kus­sie­rung der Öf­fent­li­chen am mei­sten stört, vor al­lem die Tat­sa­che das gan­ze Sport­ar­ten zu Gun­sten mei­stens be­deu­tungs­lo­ser Sport­ar­ten mit deut­scher Be­tei­li­gung nicht ge­zeigt wur­den, be­son­ders ge­merkt hat man das beim Fech­ten, wel­ches vor 4 Jah­ren, als die Deut­schen noch über Me­dail­len­chan­cen in die­ser Sport­art ver­füg­ten, re­gel­mä­ßig ge­zeigt wur­de, wäh­rend es die­ses Jahr, als sich kaum Deut­sche über­haupt qua­li­fi­ziert ha­ben, so gut wie über­haupt nicht ge­zeigt wur­de. Gan­ze Me­dail­len­ent­schei­dun­gen sind da­durch un­ter den Tisch ge­fal­len. Und dar­an merkt man auch ei­ne zu­neh­men­de »Na­tio­na­li­sie­rung« der Öf­fent­li­chen, wäh­rend die Kom­men­ta­to­ren sich noch in ei­nem ak­zep­ta­blen Be­reich be­we­gen, fo­kus­siert sich die Pro­gramm­pla­nung ex­trem auf die deut­schen Ath­le­ten, zu La­sten von Sport­ar­ten, für die ei­ne Über­tra­gung bei den Olym­pi­schen Spie­len die ein­zi­ge Chan­ce ist, sich zu pro­fi­lie­ren. Und selbst in ih­rem »um­fas­sen­den« Live­stream-Pro­gramm feh­len manch­mal Me­dail­len­ent­schei­dun­gen.
    Was bleibt ist die Vor­freu­de dar­auf, dass ab Olym­pia 2018 Eu­ro­sport die Ex­klu­siv-Rech­te be­sitzt.

  8. Ach ja, der Wort­akro­bat Ger­hard Del­ling be­glückt uns schon lan­ge. Wie be­en­de­te er an­no dun­ne­mals (1994) ei­ne Über­tra­gung von der Leicht­ath­le­tik-EM in Finn­land? »Jetzt wird aus Hel­sin­ki lang­sam ein Dun­kel­sin­ki.«

  9. Ich war vor lan­ger Zeit mal wäh­rend der olym­pi­schen Win­ter­spie­le in Öster­reich und war völ­lig per­plex, dass im Fer­se­hen nur die Platz­ie­run­gen der hie­si­gen Sport­ler ge­nannt wur­de. Für mich da­mals ei­ne sehr pein­li­che Dar­stel­lung. Heu­te ist das auch in Deutsch­land völ­lig nor­mal, selbst der Ge­samt­sie­ger wird nicht mehr im­mer be­nannt. Es war al­so tat­säch­lich ein­mal an­ders.

    Oder »Ma­te­ri­al­do­ping«, z.B. Ro­deln, Ski,..

    ... oder Bob­fah­ren oder... Völ­lig rich­tig. Nicht je­des Land hat ein In­sti­tut für For­schung und Ent­wick­lung von Sport­ge­rä­ten (üb­ri­gens ein Re­likt der DDR, das Gu­te hat man über­nom­men), dass vom In­nen­mi­ni­ste­ri­um mit Mil­lio­nen ali­men­tiert wird.

  10. Na­ja, es ist schon ir­gend­wie nor­mal, dass das deut­sche Fern­se­hen (oder Ra­dio) die Er­geb­nis­se der deut­schen Sport­ler be­rich­tet. Man kann jetzt na­tür­lich über­le­gen, ob man ein Ach­tel­fi­na­le im Hand­ball oder Fuß­ball mit deut­scher Be­tei­li­gung zei­gen soll oder die Ent­schei­dung in meh­re­ren Klas­sen im Ge­wicht­he­ben, Rin­gen oder Ju­do mit us­be­ki­schen oder süd­ko­rea­ni­schen Fa­vo­ri­ten. Ich kann dar­an nichts Schlim­mes er­ken­nen. Dumm wird es le­dig­lich, wenn (wie ich oben schon mal aus­ge­führt hat­te) ein deut­scher Sport­ler in ei­ner Sport­art ge­zeigt und im Ne­ben­satz dann ge­sagt wird, dass er oder sie Platz 10 er­reicht hat.

    »Ma­te­ri­al­do­ping« ist kein spe­zi­fisch deut­sches Phä­no­men. Ich er­in­ne­re mich noch an die Schwimm­an­zü­ge vor ei­ni­gen Jah­ren, die wohl zu­nächst Au­stra­li­er oder Ame­ri­ka­ner be­nutz­ten. Jah­re­lang wa­ren bei­spiels­wei­se die Schwei­zer Bobs füh­rend. Jetzt ha­ben die deut­schen auf­ge­holt. Die Öster­rei­cher ha­ben ih­re spe­zi­el­len Skis.

    Das Ab­schnei­den in Rio bei ei­ni­gen Sport­ar­ten zeigt, dass das FES al­lei­ne kei­ne Er­fol­ge bringt. Es kommt auch schon noch ein biss­chen auf den/die Sport­ler an.

  11. Noch­mal zum Na­tio­nal­zen­triert­sein.
    Bis zu ei­nem ge­wis­sen Grad ist es ver­ständ­lich, die deut­schen Er­geb­nis­se zu zei­gen, aber ei­ni­ge durch aus in­ter­es­san­te Wett­be­wer­be wer­den fast kom­plett aus­ge­blen­det, weil kei­ne deut­sche Be­tei­li­gung vor­han­den ist, z.B der Eh­ren­sport Rug­by oder Män­ner-Ten­nis
    Man stel­le sich vor, die 100m Sprint der Frau­en wür­de igno­riert wer­den, weil kei­ne Deut­sche mit­rennt
    Aber ich kann die Sen­der lei­der auch ver­ste­hen. Wenn die Hun­der­te Mil­lio­nen Eu­ro aus­ge­ben, muss das durch Quo­te wie­der rein­kom­men. Wenn man nur den Sport zei­gen wür­de (z.B. Fi­fa WM), dann wür­den nur die Sport­in­ter­es­sier­ten schau­en.
    Macht man da­ge­gen dar­aus ei­nen na­tio­na­len Aus­nah­meevebt schau­en auch je­ne, die mit dem Sport sonst nichts am Hut ha­ben.

    Ich schaue mir die Wie­der­ho­lung der Spie­le dem­nächst auf Eu­ro­sport an

  12. @ Ma­rei­ke Kaa No. 9 u Gre­gor Keu­sch­nig No. 10

    wg. Del­ling u Hel­sin­ki – Duns­lin­ki – - viel­leicht woll­te er da hin­steu­ern und sei­ne Zun­ge kam nicht mit. Ich mei­ne: So wä­re es doch ge­gan­gen, wä­re es nicht?
    Ich soll­te viel­leicht noch sa­gen, dass ich bis­her kaum 10 Mi­nu­ten ge­se­hen ha­be – 1 da­von war je­den­falls am En­de ei­nes Über­tra­gungs­ta­ges – ei­ne schon rüh­rend aus­ge­power­te Mo­de­ra­to­rin saß auf ei­nem Bänk­chen ir­gend­wo, sehr al­lein, wie es schien, und sprach vor sich hin von Be­gei­ste­rung, und von Olym­pia und noch so paar gu­te Lau­ne Sät­ze – die aber sicht­lich nicht zu dem Kör­per­chen pass­ten, das da bei­na­he vorn- oder hin­ten­über kipp­te in Rio, wäh­rend es sich dem Fei­er­bend ent­ge­gen­ar­bei­te­te, auf der vor­letz­ten Ril­le. Ehr­li­che Ar­beit, im­mer­hin. – Un­ge­dopt, ver­mut­lich.
    Jetzt fal­len mir auch noch die mü­den Au­gen ein. Klein, und fast starr. Wie die der Al­lein­er­zie­hen­den manch­mal, die hier auch spä­ter abends noch im Net­to die Kas­se macht.

  13. Lie­ber @Dieter Kief, Sie ken­nen of­fen­sicht­lich die­sen wan­deln­den Ka­lau­er-Mann Del­ling nicht. Ich ge­he fest da­von aus, dass »Dun­kel­sin­ki« als Witz ge­dacht war.

    Die Mo­de­ra­to­ren wech­seln sich ja ab und ha­ben da­her Acht- manch­mal viel­leicht Neun­stun­den-Ta­ge vor der Ka­me­ra. Ähn­lich wie die Kas­sie­re­rin...