Pu­bli­kums­preis als Far­ce

Mein Tweet an den Mo­de­ra­tor Chri­sti­an An­ko­witsch und den ORF, dass es un­sin­nig sei, den Pu­bli­kums­preis bei den Ta­gen der deutsch­spra­chi­gen Li­te­ra­tur­kri­tik ab der er­sten Le­sung frei­zu­ge­ben, fand im­mer­hin ein Echo:

Der knap­pe Hin­weis auf die »Em­pi­rie« dürf­te dem Twit­ter-For­mat ge­schul­det sein. Die Ar­gu­men­ta­ti­on ist aber höchst amü­sant, da sie da­von aus­geht, dass die »Ko­hor­ten« der On­line­ak­ti­vi­sten nur fä­hig sei, in ei­nem hal­ben Tag (dem Sams­tag Nach­mit­tag) ihr kon­spi­ra­ti­ves Spiel zu spie­len.

Dass dies be­sten­falls na­iv ist, muss je­dem ein­leuch­ten, der sich die Zah­len ver­ge­gen­wär­tigt, die in den An­fangs­jah­ren noch ver­öf­fent­licht wur­den:

2007 wur­den ins­ge­samt 1155 Stim­men ab­ge­ge­ben; der Ge­win­ner sieg­te »knapp«

2008 ge­wann Till­mann Ramm­stedt mit 20% vor Mar­tin von Arndt mit 13% und Selg 12% (mit­ge­schrie­ben von der Fern­seh­sen­dung)

2009 sieg­te man mit 268 Stim­men

2010 ge­nüg­ten schon 170 Stim­men (wie im­mer mit Be­grün­dung).

Den na­he­lie­gen­den Hin­weis von Ste­fan Möl­ler, dass im letz­ten Jahr dann ei­gent­lich Tex Ru­bi­no­witz den Pu­bli­kums­preis hät­te be­kom­men müs­sen, lässt An­ko­witsch als »Mut­ma­ßung« ab­pral­len.

Zur Merk­wür­dig­keit, dass mit der Mög­lich­keit ab Le­sung 1 ab­zu­stim­men, die als 13. oder 14. Le­sen­den Nach­tei­le er­lei­den und ei­ne rich­ti­ge Be­wer­tung den Wett­be­werbs nicht mög­lich ist, wenn man nicht al­le Tex­te zu­min­dest ein­mal ge­hört oder ge­le­sen hat, feh­len dann die em­pi­ri­schen Da­ten.

Auf dass der Pu­bli­kums­preis dann wei­ter zur Far­ce wer­de.

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