An­ge­blie­be­ne Lam­pe

                                 An­ge­blie­ben­de Lam­pe

                       Die Nacht­tisch­lam­pe wirft den hel­len Kreis
                       noch im­mer an die Zim­mer­decke,
                       als sei Man­te­gnas Ton­do dort
                       so­eben leer­ge­ru­fen wor­den.
                       Da­von ge­flat­tert sind
                       zu leich­ter Pflicht bei Ho­fe
                       die Put­ti und der Pfau,
                       und mehr als ei­ne Kam­mer­zo­fe.
                       Ich bin er­wacht — Kalk, der Pla­fond,
                       und nah-ge­zeigt, die Stun­de.
                       Die oben hat­ten bald ge­nug
                       vom Schau­spiel, das ich ab­gab:
                       Mund of­fen, und die Au­gen zu,
                       be­trach­tend ih­re brun­nen­tie­fe Run­de.

Andrea Mantegna: Camera degli Sposi - Ausschnitt

An­drea Man­te­gna: Ca­me­ra de­gli Spo­si – Aus­schnitt – © Wiki­me­dia

© für den Text: San­der Ort

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Lie­ber San­der Ort,
    mit Freu­de las ich ge­ra­de Ihr Ge­dicht und fühl­te mich mit­ge­nom­men in ei­ne an­de­re Welt, be­schloss für heu­te, wie­der mit dem »Schau­en« an­zu­fan­gen, zu be­trach­ten, was da an Schön­heit, Witz und Lust in die­ser Welt zu fin­den sei ...
    Dan­ke!
    P.S. Mir ge­fiel be­reits Ih­re Über­set­zung von Phil­ip­pe Jac­cot­tets »Flie­gen­de Saat« sehr gut. Das Buch le­se ich im­mer wie­der mit gro­ßer Freu­de.
    Auch für die­se Über­set­zung sa­ge ich Dan­ke!!!

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