Zwi­schen den Stüh­len

Nach rund 16 Jah­ren ist der neue An­ti­po­de des We­stens end­gül­tig ge­fun­den: es ist der Is­lam. Re­spek­ti­ve das, was wir da­für hal­ten.

Mehr als 40 Jah­re leb­ten die Eu­ro­pä­er in ei­nem bi­po­la­ren Den­ken, NATO oder War­schau­er Pakt – ver­dich­tet im däm­li­chen deut­schen Wahl­kampf­slo­gan von 1976: Frei­heit oder So­zia­lis­mus.

An­nä­he­rung
Ins­be­son­de­re in den er­sten Wahl­kämp­fen der jun­gen Bun­des­re­pu­blik ver­stand es Kon­rad Ade­nau­er per­fekt, die durch jah­re­lan­ge, ras­si­sti­sche Na­zi­pro­pa­gan­da ein­ge­trich­ter­ten an­ti­so­wje­ti­schen Res­sen­ti­ments in der Be­völ­ke­rung neu zu wecken, in­dem er die SPD mit dem Kom­mu­nis­mus in ideo­lo­gi­sche Nä­he brach­te. Be­kannt ist sein flam­men­der Ap­pell an­läss­lich der Wie­der­be­waff­nungs­de­bat­te 1953 als er sug­ge­rier­te, nur ei­ne neu er­stark­te deut­sche Ar­mee kön­ne vor der Be­dro­hung durch „So­wjet­russ­land“ schüt­zen. Die wah­ren Grün­de ver­schwieg der Al­te.

Erst mit der so­zi­al-li­be­ra­len Ko­ali­ti­on in Deutsch­land und de­ren neu­er Ost­po­li­tik („Wan­del durch An­nä­he­rung“) be­kam der „Kom­mu­nist“ wie­der Kon­tur. Ein schmal­zi­ges Lied drück­te An­fang der 80er Jah­re die Ver­wun­de­rung vie­ler aus: „Der Mann aus Russland...konnte la­chen, konn­te wei­nen...“. Da leb­ten ja tat­säch­lich Men­schen! Die letz­te Er­in­ne­rung an so­wje­ti­scher Po­li­tik bei der Be­völ­ke­rung in West­eu­ro­pa ver­knüpf­te man haupt­säch­lich an den mit den Schu­hen auf dem Tisch trom­meln­den Chrust­schow in den Ver­ein­ten Na­tio­nen. Und bei Ja­mes Bond taug­ten die rus­si­schen Agen­tin­nen al­len­falls nur kurz­fri­sti­gen Be­frie­di­gung des Hel­den.

Kein Zwei­fel: Die An­nä­he­rung war kei­ne Ein­bahn­stra­sse. Zwar kam der An­griff in Plan­spie­len bei der Bun­des­wehr wei­ter­hin im­mer aus dem Osten (aber es war ja nur ei­ne Übung, bit­te­schön) und der Welt­frie­den wur­de im­mer von dem an­de­ren be­droht. Und man konn­te zu Weih­nach­ten die Päck­chen schicken. So sah man sich doch ger­ne: In der Rol­le des gross­zü­gi­gen Spen­ders; die Tü­re blieb zu (Gott sei Dank).

Den­noch nahm auch all­ge­mein die To­le­renz ge­gen­über kom­mu­ni­sti­schen Re­gi­men zu. Der War­schau­er Pakt wur­de ein stück­weit als Feind­bild „ent­zau­bert“. Der „ei­ser­ne Vor­hang“ ro­ste­te und wur­de po­rö­ser.

In die­sen Zei­ten das Wort Wie­der­ver­ei­ni­gung nur in den Mund zu neh­men, galt schon als „rechts“; als ei­ne Be­dro­hung für den Welt­frie­den. Man hat­te sich mehr oder we­ni­ger mit den Ver­hält­nis­sen ar­ran­giert. Die Krie­ge um das je­weils do­mi­nie­ren­de Sy­stem wur­den weit­ge­hend au­sser­halb der Wahr­neh­mung ge­führt – in Afri­ka, Mit­tel- und Süd­ame­ri­ka; selbst Krie­ge und Kon­flik­te im Na­hen und Mitt­le­ren Osten – im­mer wie­der auf­flam­mend oder dro­hend – lie­ssen uns höch­stens um das Öl und den Sonn­tags­aus­flug ban­gen.

Als An­fang der 80er Jah­re der We­sten ei­ne Dop­pel­stra­te­gie ver­folg­te, die u. a. vor­sah, dass Deutsch­land im Fal­le ei­nes Krie­ges zum nu­klea­ren Schlacht­feld ge­wor­den wä­re, be­grif­fen die mei­sten Po­li­ti­ker nicht, dass vie­le Bür­ger plötz­lich die ei­ge­ne Mi­li­tär­macht als be­droh­li­cher emp­fan­den, als die des po­ten­ti­el­len Geg­ners.

Der Pyr­rhus­sieg
Um­so über­ra­schen­der kam der po­li­ti­sche und öko­no­mi­sche Zu­sam­men­bruch der sich so­zia­li­stisch nen­nen­den Staa­ten 1989/90. Na­tür­lich wur­de er po­li­tisch durch Gor­bat­schows un­struk­tu­rier­te Po­li­tik, die ei­ne weit­ge­hend fried­li­che Trans­for­ma­ti­on mög­lich mach­te, be­för­dert, ob­wohl das Re­sul­tat nicht das war, was er an­streb­te; we­ni­ge Jah­re spä­ter war Gor­bat­schow be­reits sel­ber Ge­schich­te.

Ge­wis­ser­ma­ssen ha­ben Kohl und Telt­schik Deutsch­land 1990 mit dem Scheck­buch wie­der­ver­ei­nigt. Die Zu­ge­ständ­nis­se, die man mach­te, wa­ren fast al­le öko­no­mi­scher Art; die Ak­zep­tanz der Oder-Nei­sse-Li­nie als end­gül­ti­ge Ost­gren­ze Deutsch­lands stell­te nur für ul­tra­rech­te Ver­trie­be­nen­ver­bän­de ein Pro­blem dar. Im Ge­gen­zug er­hielt man ei­ne Art Frie­dens­ver­trag und die vol­le Sou­ve­rä­ni­tät.

Die Ver­su­chung, den Ka­pi­ta­lis­mus (oder, wie es eu­phe­mi­stisch ge­nannt wird, die Markt­wirt­schaft) als „Sie­ger“ im jahr­zehn­te­lan­gen Kal­ten Krieg zu fei­ern, war gross. Die Vä­ter wa­ren auch auf ein­mal zahl­reich. Rech­te Hi­sto­ri­ker sa­hen in Ade­nau­ers Stand­haf­tig­keit und Ein­ord­nung in ei­ner West­bin­dung den ent­schei­den­den Schritt, der sich nun, nach 40 Jah­ren, aus­ge­zahlt ha­be. An­de­re glaub­ten, mit dem NA­TO-Dop­pel­be­schluss An­fang der 80er Jah­re das öst­li­che Mi­li­tär­bünd­nis „tot­ge­rü­stet“ zu ha­ben. Und end­lich wur­de auch die Ost­po­li­tik von Wil­ly Brandt und Egon Bahr An­fang der 70er Jah­re als An­fang vom En­de des re­al exi­stie­ren­den So­zia­lis­mus ge­se­hen.

Über­gangs­zeit
Die Epo­che, die nun be­gann, wur­de ent­we­der als Be­ginn ei­ner Art dau­er­haf­ten Frie­dens ge­se­hen (Fran­cis Fu­ku­ya­ma – »Das En­de der Ge­schich­te«) oder von dü­ste­ren Er­ah­nun­gen sich neu kon­sti­tu­ie­ren­der glo­ba­ler, eth­ni­scher oder re­li­giö­ser Kon­flik­te be­glei­tet (Sa­mu­el Hun­ting­ton – »Der Kampf der Kul­tu­ren«).

Der eher kon­ser­va­ti­ve Hun­ting­ton sah vor al­lem die is­la­mi­sche Welt und Chi­na als ei­nen neu­en Kon­tra­punkt zu un­se­rer Wer­te­ge­mein­schaft. Den 2. Golf­krieg1990 sah er als Kenn­zei­chen ei­nes Krie­ges in ei­nem Epo­chen­über­gang.

Der ira­ki­sche Dik­ta­tor Sad­dam Hus­sein (jah­re­lang ein USA-Ver­bün­de­ter im Krieg ge­gen den Iran, der 1988 nach end­los zä­hem Kampf und über 1 Mio. To­ten von bei­den Sei­ten er­schöpft und aus­ge­laugt be­en­det wur­de) über­fiel das klei­ne Emi­rat Ku­wait, um es in sein Staats­ge­biet zu in­te­grie­ren. Mit den zu­sätz­li­chen Öl­ein­nah­men hät­te sich der Irak wie­der schnell er­holt und wä­re ei­ne Re­gio­nal­gross­macht ge­wor­den. Die Grün­de wur­den mit al­ten Be­sitz­an­sprü­chen aus der Ko­lo­ni­al­zeit mas­kiert.

In ei­nem ein­zig­ar­ti­gen Pro­pa­gan­da­feld­zug (reich un­ter­malt mit Lü­gen) ver­stand es der da­ma­li­ge US-Prä­si­dent Bush sr. ei­ne fast glo­ba­le Ko­ali­ti­on zu­sam­men zu stel­len, die über die Ver­ein­ten Na­tio­nen Druck auf den Irak aus­üben soll­te und den Krieg als Ul­ti­ma ra­tio vor­sah. Selbst Staa­ten wie Sy­ri­en und Sau­di-Ara­bi­en ge­hör­ten die­ser Ko­ali­ti­on an.

Als das Ul­ti­ma­tum an Sad­dam Hus­sein ab­lief, be­gann un­ter dem Kom­man­do der USA der Krieg – so­wohl Bom­bar­de­ments als auch Bo­den­trup­pen. In­ner­halb we­ni­ger Wo­chen war das ne­po­ti­sti­sche Re­gime in Ku­wait wie­der ein­ge­rich­tet; ei­nen Feld­zug gen Bag­dad, d. h. den Sturz Sad­dam Hus­seins, un­ter­liess man. Bush woll­te sich an die Re­so­lu­tio­nen der UNO hal­ten, schon um sei­ne Ko­ali­ti­on nicht plat­zen zu se­hen. Au­sser­dem be­fürch­te­te man, dass das fra­gi­le Staats­ge­bil­de Irak durch ein plötz­li­ches Macht­va­ku­um aus­ein­an­der­fal­len und in ei­nen lan­gen Bür­ger­krieg stür­zen wür­de (wie Jah­re zu­vor der Li­ba­non) – mit viel­leicht fa­ta­len Ent­wick­lun­gen auf die Öl­för­de­rung.

Der Krieg hat­te ei­ne vom We­sten gar nicht wahr­ge­nom­me­ne Wir­kung: Die Sta­tio­nie­rung ame­ri­ka­ni­scher Trup­pen in Sau­di Ara­bi­en – dem Land, in dem die wich­tig­sten Pil­ger­stät­ten des Is­lam sind, dem „hei­li­gen Land“ – war für kon­ser­va­ti­ve Mus­li­me (fälsch­li­cher­wei­se als „Fun­da­men­ta­li­sten“ be­zeich­net) ein Fre­vel – ei­ne Be­lei­di­gung. Zu­mal die Trup­pen aus stra­te­gi­schen Grün­den dort blei­ben soll­ten, wenn auch re­du­ziert.

In ei­ner ver­stärkt glo­ba­li­sier­ten Welt, d. h. si­mul­tan und zeit­nah wahr­ge­nom­me­ner In­ter­ak­tio­nen, pral­len kul­tu­rel­le Dif­fe­ren­zen di­rekt auf­ein­an­der. Das ist per se nicht schlimm. In dem Mo­ment je­doch, in dem ei­ne Sei­te ei­ne He­ge­mo­nie, al­so ei­ne Über­nah­me der ei­ge­nen kul­tu­rel­len und ge­sell­schaft­li­chen Le­bens­mo­del­le durch den an­de­ren be­an­sprucht, und ihm die­se Wert­vor­stel­lun­gen so­gar auf­zwin­gen möch­te, wird der Kon­flikt sel­ber iden­ti­täts­stif­tend und be­kommt ei­ne Dy­na­mik, die sich oft ge­nug vom ei­gent­li­chen Ge­gen­stand ent­fernt (man könn­te es mit der Mi­cha­el Kohl­haas-Ge­schich­te von Kleist ver­glei­chen).

Nach 1990 wur­den zu­nächst die ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten (be­son­ders schmerz­haft in Ju­go­sla­wi­en, in dem ins­be­son­de­re auch Deutsch­land dort se­zes­sio­ni­sti­sche Kräf­te un­ter­stütz­te) mit dem markt­wirt­schaft­li­chen Sy­stem kon­fron­tiert und dies prak­tisch wi­der­stands­los dort im­ple­men­tiert. Die Er­geb­nis­se vor Ort sind je­doch für vie­le Ge­sell­schafts­schich­ten in­zwi­schen er­nüch­ternd.

Chi­na
In der Volks­re­pu­blik Chi­na wur­de 1988 die po­li­ti­sche De­mo­kra­tie­be­we­gung bru­tal zer­schla­gen. Wirt­schaft­lich prak­ti­zier­te man in Son­der­wirt­schafts­zo­nen be­reits län­ger den pu­ren Ka­pi­ta­lis­mus; dies wur­de suk­zes­si­ve aus­ge­baut. Heu­te kann Chi­na als ka­pi­ta­li­sti­scher Staat gel­ten, der po­li­tisch nach wie vor das Ide­al des Kom­mu­nis­mus ver­fech­tet; in Wahr­heit han­delt es sich je­doch um ei­ne Funk­tio­närs­dik­ta­tur.

Frei­lich über­la­gern die öko­no­mi­schen In­ter­es­sen auch hier die Po­li­tik. Ei­ne in den 90er Jah­ren durch den We­sten in­iti­ier­te Wer­te­dis­kus­si­on wird nicht mehr wei­ter­ge­führt; die Chi­ne­sen be­stan­den dar­auf, ih­re Vor­stel­lun­gen nicht zu Gun­sten west­li­cher Wer­te (De­mo­kra­tie, Men­schen­rech­te) auf­zu­ge­ben, in dem sie schlicht­weg den uni­ver­sa­len An­spruch der west­li­chen Wer­te in Ab­re­de stell­ten. Auf­grund der sehr gro­ssen öko­no­mi­schen Po­tenz Chi­nas wur­de dies weit­ge­hend ak­zep­tiert; kein Staats­mann wür­de heu­te ernst­haft auf die Idee kom­men, zur Durch­set­zung de­mo­kra­ti­scher Wah­len in Chi­na ei­nen Wirt­schafts­boy­kott aus­zu­ru­fen. Längst ist Chi­na der­ar­tig stark in die Welt­öko­no­mie ein­ge­bun­den, dass man eher die Sta­bi­li­tät des Re­gimes wünscht.

Der ein­zi­ge Grund, war­um Chi­na der­zeit noch nicht als Welt­macht ne­ben den USA er­scheint, liegt in sei­ner fa­ta­len Ab­hän­gig­keit von En­er­gie­res­sour­cen, die im­por­tiert wer­den müs­sen. Die Volks­wirt­schaft Chi­nas ist be­reits jetzt der zweit­gröss­te En­er­gie­nach­fra­ger der Welt (hin­ter den USA). Im Ge­gen­satz zu den USA, die ih­re En­er­gie­ver­sor­gung mit­tel­fri­stig in ei­ner Art Ko­lo­ni­al­po­li­tik im Kau­ka­sus und Na­hen Osten ab­si­chern wol­len, fehlt Chi­na wei­test­ge­hend der po­li­ti­sche Druck, den sie auf ih­re Roh­stoff­lie­fe­ran­ten aus­üben kön­nen.

Welt­macht USA
Die­sen Zu­stand so lan­ge wie mög­lich zu er­hal­ten, ist das Ziel der Bush-Ad­mi­ni­stra­ti­on. In­zwi­schen weiss je­des Kind, dass die mei­sten Staa­ten, die grö­sse­re Erd­öl- oder Erd­gas­vor­kom­men ha­ben, Dik­ta­tu­ren oder po­li­tisch sehr fra­gi­le (und auch frag­wür­di­ge) Ge­bil­de sind.

Es gibt nun im­mer zwei Mög­lich­kei­ten: Der je­wei­li­ge Macht­ha­ber er­mög­licht dem We­sten auf ka­pi­ta­li­sti­sche Art die För­de­rung der Roh­stof­fe – al­le ver­die­nen da­bei viel Geld und die Fa­mi­lie des Dik­ta­tors auch – dann wird die­ser Staat wohl­wol­lend be­trach­tet (Bei­spie­le sind Sau­di-Ara­bi­en, Ku­wait, die Ver­ei­nig­ten Emi­ra­te, Us­be­ki­stan, Aser­bei­dschan; Äqua­to­ri­al Gui­nea). In die­sen Fäl­len spie­len dann über­ra­schen­der­wei­se die Men­schen­rechts­ver­hält­nis­se kei­ne Rol­le. Der Drang nach De­mo­kra­ti­sie­rung en­det für den We­sten mei­stens dort, wo es im Zen­trum des Spiels ein paar Fäss­chen Öl gibt.

Oder die Län­der tre­ten selbst­be­wusst auf, stre­ben gar die Ver­staat­li­chung der Öl­aus­beu­tung an – dann wer­den die je­wei­li­gen Re­gie­run­gen mit al­len Mit­teln be­kämpft (Bei­spiel hier Ve­ne­zue­la; das sich nicht viel ge­än­dert hat in den letz­ten 50 Jah­ren zeigt das Bei­spiel Mos­sa­deghs).

Die drit­te Al­ter­na­ti­ve be­steht in der Ko­lo­nia­li­sie­rung der ent­spre­chen­den Län­der – das ak­tu­el­le Bei­spiel ist na­tür­lich der Irak.

Die Her­aus­for­de­rung
Ne­ben dem seit 2000 wie­der es­ka­lie­ren­den Is­ra­el-Pa­lä­sti­na-Kon­flikt sorg­ten die Ter­ror­an­schlä­ge des 11. Sep­tem­ber 2001 für den Aus­bruch ei­nes grund­le­gen­den, un­ter­schwel­lig lan­ge schwe­len­den Kon­flikts: Un­be­dach­te Äu­sse­run­gen der Bush-Ad­mi­ni­stra­ti­on, die vom „Kreuz­zug ge­gen den Ter­ror“ spra­chen und ein­deu­tig re­li­gi­ös-welt­an­schau­li­che Kon­no­ta­tio­nen aus­drück­ten, schür­ten in der is­la­mi­schen Welt an­ti­ame­ri­ka­ni­sche und an­ti-west­li­che Stim­mun­gen. Zwar war die ge­walt­sa­me Ent­fer­nung der Ta­li­ban-Re­gie­rung in Af­gha­ni­stan nebst an­schlie­ssen­der Ko­lo­nia­li­sie­rung noch weit­ge­hend mit still­schwei­gen­der Dul­dung der mus­li­mi­schen Massen auf­ge­nom­men wor­den, aber die seit Mit­te 2002 ziel­ge­rich­tet an­lau­fen­de Pro­pa­gan­da wi­der den Irak des Sad­dam Hus­sein konn­te durch den pan-ara­bi­schen Fern­seh­sen­der Al-Dscha­si­ra auch von ra­di­kal-is­la­mi­schen Krei­sen in­stru­men­ta­li­siert wer­den.

Längst wa­ren Osa­ma bin-La­den und an­de­re Al-Qaida-„Funktionäre“ zu Volks­hel­den der Massen auf­ge­stie­gen. Bin La­den, der als In­stru­ment des Kal­ten Krie­ges dem We­sten lan­ge ge­nug dien­te, ging nun mit der glei­chen Ve­he­menz, mit dem er den Kom­mu­nis­mus der So­wjets in Af­gha­ni­stan be­kämpft hat­te, an die Be­kämp­fung des He­ge­mons USA und der „Ma­rio­net­ten“ in Eu­ro­pa.

Nah­rung be­kommt die­se Hal­tung auch durch zwie­späl­ti­ge Ver­mitt­lungs­be­mü­hun­gen des We­stens im is­rae­lisch-pa­lä­sti­nen­si­schen Kon­flikt. Die USA und an­de­re west­li­che Staa­ten kön­nen nur sehr schwie­rig den neu­tra­len Ver­mitt­ler spie­len, wenn sie gleich­zei­tig bei­spiels­wei­se in den Ver­ein­ten Na­tio­nen mehr­fach ein­sei­tig Par­tei für Is­ra­el ein­neh­men – so die Wahr­neh­mung in der nah­öst­li­chen Welt, die nach dem bel­li­zi­sti­schen Durch­set­zen der UN-Re­so­lu­tio­nen ge­gen den Irak ein ähn­li­ches En­ga­ge­ment hin­sicht­lich der Um­set­zung der Re­so­lu­tio­nen ge­gen Is­ra­el an­mahn­te.

Über den fa­ta­len Ein­druck, was die Glaub­wür­dig­keit des We­stens an­geht, braucht man nach dem Irak­krieg 2002 und den da­mit ver­bun­de­nen Er­eig­nis­sen (Gu­an­tá­na­mo; Fol­te­run­gen ira­ki­scher Ge­fan­ge­ner; nach­träg­lich sich her­aus­stel­len­de ein­deu­ti­ge Lü­gen, die zur Le­gi­ti­ma­ti­on des Krie­ges dien­ten) si­cher­lich nicht wei­ter ein­ge­hen.

Ver­stö­run­gen
Der neue Feind ist al­so ge­fun­den: Der is­la­mi­sche Fun­da­men­ta­list („Kom­pa­ra­tiv“: is­la­mi­sti­sche Fun­da­men­ta­list). So be­zeich­nen wir Men­schen, die den Ko­ran, das Wort Got­tes, nicht nur für ei­nen re­li­giö­sen Text, son­dern auch für ei­nen all­um­fas­sen­den Hand­lungs­ka­non hal­ten, ihn ent­spre­chend in­ter­pre­tie­ren (wo­bei es – im Ge­gen­satz bei­spiels­wei­se zum christ­li­chen Glau­ben – kei­ne in­sti­tu­tio­na­li­sier­te Deu­tungs­ho­heit gibt), und, das ist wich­tig, Men­schen, die die­sen Glau­ben nicht be­sit­zen, dif­fa­mie­ren und so­gar un­ter Um­stän­den be­kämp­fen.

Die Ver­stö­rung, die uns in den im­mer glei­chen Bil­dern be­ten­der Mus­li­me be­schleicht, re­sul­tiert ei­ner­seits aus ei­ner dif­fu­sen Angst vor dem Un­be­kann­ten, an­de­rer­seits aus ei­ner uns un­be­kann­ten Gläu­big­keit, de­ren Quell für uns nicht nach­voll­zieh­bar ist.

Wir sind Ver­fech­ter ei­nes sä­ku­la­ren Ka­nons, des­sen Speer­spit­ze wir De­mo­kra­tie und Men­schen­rech­te nen­nen und der uns selbst­ver­ständ­lich ge­wor­den ist – teil­wei­se schon bis zum Über­druss. Das Di­lem­ma liegt al­ler­dings dar­in, dass wir un­se­ren Ka­non zwar ex­por­tie­ren wol­len (weil wir uns öko­no­misch neue Märk­te er­schlie­ssen möch­ten), die Kon­se­quen­zen je­doch nicht be­reit sind, zu tra­gen.

Wahl­er­geb­nis­se, die nicht un­se­rem Gu­sto ent­spre­chen, wer­den sa­bo­tiert. Der er­ste Sün­den­fall in die­ser Hin­sicht war Al­ge­ri­en 1991, als die als ra­di­kal ein­ge­stuf­te „FIS“ die Wah­len ge­wann und die EU (un­ter der Füh­rung der ehe­ma­li­gen Ko­lo­ni­al­macht Frank­reich) ei­nen Mi­li­tär­putsch in­iti­ier­te bzw. ge­stat­te­te, um ein is­la­misch ori­en­tier­tes „Ab­drif­ten“ des Lan­des zu ver­hin­dern. Das Er­geb­nis war ein Bür­ger­krieg, der vor­sich­ti­gen Schät­zun­gen nach rund 100.000 Men­schen das Le­ben ge­ko­stet hat. Spä­ter ent­rü­sten sich die Brand­stif­ter in gut in­sze­nier­ten Me­di­en­kam­pa­gnen, als hät­ten sie von nichts ge­wusst. Noch gut ent­sin­ne ich mich der all­täg­li­chen Be­richt­erstat­tung, in der stets „Is­la­mi­sten“ für die gröss­ten Mas­sa­ker ver­ant­wort­lich ge­macht wur­den; spä­ter wur­de pu­blik, dass es oft­mals Ge­met­zel der Ge­gen­sei­te wa­ren.

Das Wahl­er­geb­nis im Iran oder in den pa­lä­sti­nen­si­schen Ge­bie­ten ge­fällt uns auch nicht. In selt­sa­mer Ar­ro­ganz ne­gie­ren wir auch Ver­mitt­lungs­be­mü­hun­gen bei­spiels­wei­se Russ­lands oder der Tür­kei. Man stel­le sich nur vor, Ge­or­ge W. Bush hät­te 2002 die Wie­der­wahl von Ger­hard Schrö­der nicht ak­zep­tiert und in al­ler Öf­fent­lich­keit vor­ge­schla­gen, Neu­wah­len aus­zu­schrei­ben.

Es wird im­mer von dem Un­ter­le­gen­heits­ge­fühl der ara­bi­schen Welt (und Massen) ge­re­det. Dies ist si­cher­lich rich­tig. Aber der Grund, war­um wir statt uns wie Ko­lo­ni­al­mäch­te auf­zu­spie­len, kei­ne Ko­exi­stenz su­chen, son­dern nur po­li­ti­sche, ge­sell­schaft­li­che (und auch teil­wei­se) re­li­giö­se Deu­tungs­macht be­an­spru­chen (war­um soll­te ein Staats­we­sen Re­li­gi­on und Po­li­tik ei­gent­lich ge­mäss un­se­rem Mu­ster tren­nen?), liegt auf der Hand: Die is­la­mi­schen Staa­ten, ins­be­son­de­re die­je­ni­gen, in der der Ko­ran ei­ne ho­he (auch ju­ri­sti­sche) Macht aus­übt, kon­fron­tiert uns mit ei­ner tran­szen­den­ten De­mut, die uns spä­te­stens seit der Auf­klä­rung ver­lo­ren ge­gan­gen ist.

Die­se In­brunst, die das Ge­gen­teil des­sen dar­stellt, wie wir Kul­tur und Le­ben nach 1648 be­grei­fen, ver­ste­hen wir nicht. Sie fin­det ih­ren per­ver­sen Aus­druck im Selbst­mord­at­ten­tä­ter, der das, was uns als das höch­ste Gut gilt, op­fert um ei­ner Sa­che wil­len und da­für mit dem „himm­li­schen Lohn“, ei­nem Heils­ver­spre­chen auf die Zu­kunft, zu­frie­den ist. Par­al­lel hier­zu stel­len wir fest, dass un­ser ge­sam­ter Sank­ti­ons­ap­pa­rat ver­sagt; die Bil­der la­chen­der Ter­ro­ri­sten, de­nen vor Ge­richt die To­des­stra­fe droht, dürf­ten in gu­ter Er­in­ne­rung sein.

Nicht, dass es ein Miss­ver­ständ­nis gibt: Das ist kein Plä­doy­er für ei­ne „neue Re­li­gio­si­tät“. Un­se­re eu­ro­päi­sche Kul­tur kennt das schon. Aber das in­zwi­schen weit­ge­hen­de Ver­schwin­den re­li­giö­ser Be­zü­ge in un­se­rer Ge­sell­schaft lässt auch so et­was wie Em­pa­thie an­de­ren Hand­lungs­ma­xi­men ge­gen­über erst gar nicht auf­kom­men. Re­li­gio­si­tät wird als be­fremd­lich auf­ge­fasst; Agno­sti­ker zu sein, ist in­tel­lek­tu­ell chic.

Die Früch­te des Ka­pi­ta­lis­mus schmecken nicht mehr al­len
In den USA wird un­ter­des­sen eben­falls ei­ne neue In­brunst her­aus­ge­bil­det; die Evan­ge­li­ka­len be­gin­nen, ei­ne Art Ge­gen­kul­tur zu er­rich­ten. Ihr pro­mi­nen­te­ster Ver­tre­ter ist der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent. Sie sind schon recht weit ge­kom­men; die Evo­lu­ti­ons­theo­rie – Gip­fel­punkt sä­ku­la­rer Wis­sen­schaft­lich­keit – grei­fen sie be­reits an. Die Re­gres­si­on ist in den USA in vol­lem Gang. Nur ei­ne Fra­ge der Zeit, wann die Wel­le nach Eu­ro­pa schwappt, denn dau­er­haft be­frie­di­gen die (in­zwi­schen auch wei­ten Tei­len der Ge­sell­schaft ver­schlos­se­nen) Früch­te des Ka­pi­ta­lis­mus die Men­schen nicht mehr.

Der Streit um die Re­zep­ti­on der so­ge­nann­ten Mo­ham­med-Ka­ri­ka­tu­ren do­ku­men­tiert die Sprach- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­lo­sig­keit der sich un­ver­söhn­lich ge­gen­über­ste­hen­den Prot­ago­ni­sten. Hier wird Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit mit der Be­lei­di­gung re­li­giö­ser Sym­bo­le ver­wech­selt und mass­los Öl ins Feu­er ge­schüt­tet, aber dort wird ur­plötz­lich auf die Uni­ver­sa­li­tät is­la­mi­scher Sym­bo­le und de­ren Un­an­tast­bar­keit re­kur­riert – ein schwe­rer Irr­tum. Bei­den fehlt nicht nur Ver­ständ­nis für­ein­an­der, son­dern zu­se­hends Be­reit­schaft an ei­nem Dia­log auf glei­cher Au­gen­hö­he.

Denn wenn Pa­ki­stan, ein fra­gi­les, dik­ta­to­risch re­gier­tes Land, durch die au­gen­blick­li­che Nä­he zu den USA fast pro­blem­los als Atom­macht an­er­kannt wird (nie­mand fragt mehr, wie man die Bom­be be­kom­men hat), der un­säg­li­che ira­ni­sche Prä­si­dent je­doch mit al­len „Op­tio­nen“ an ei­ner ato­ma­ren Be­waff­nung ge­hin­dert wer­den soll (sei­ne Zu­stim­mung in der Be­völ­ke­rung steht in di­rek­tem Ver­hält­nis zum Sank­tio­nie­rungs­ge­re­de west­li­cher Po­li­ti­ker), so ist dies nicht nur tö­richt, son­dern auch un­glaub­wür­dig. Die pa­ki­sta­ni­sche Atom­bom­be kann bei ei­nem Re­gime­wech­sel ka­ta­stro­pha­le Fol­gen für die Re­gi­on ha­ben. In der is­la­mi­schen Welt ist die ato­ma­re Be­waff­nung in Hin­blick auf die is­rae­li­schen Atom­bom­ben nur ei­ne Wie­der­her­stel­lung des Gleich­ge­wichts. War­um uns dies stört, ist dort un­be­greif­lich.

Eu­ro­pa sitzt der­zeit zwi­schen den Stüh­len. Die Hin­wen­dung zu ul­tra-or­tho­do­xen re­li­giö­sen Wer­ten aus den USA lehnt man ge­nau so ab wie die Ka­no­ni­sie­rung des Ko­ran für die hier le­ben­den Mus­li­me. Die sä­ku­lar sich ge­ben­den Ge­sell­schaf­ten Eu­ro­pas ge­ra­ten in ei­ne Sinn­kri­se. Ihr Rück­zug in die öko­no­mi­sche Po­tenz (wie in der Ver­gan­gen­heit) ist ih­nen ver­stellt; Ar­beits­lo­sig­keit und Per­spek­tiv­lo­sig­keit brei­ter Schich­ten nimmt zu.

Die An­ge­le­gen­heit ist ern­ster als wäh­rend des Kal­ten Krie­ges. Bei al­ler welt­an­schau­li­chen Ver­blen­dung schie­nen die kom­mu­ni­sti­schen Staa­ten spä­te­stens seit En­de der 70er Jah­re be­re­chen­bar. Die Stell­ver­tre­ter­krie­ge fan­den nicht bei uns statt. Das ist der ent­schei­den­de Un­ter­schied: Wenn der Dia­log zur Ko­exi­stenz zwi­schen dem Is­lam und dem We­sten schei­tert, tre­ten die hier­aus re­sul­tie­ren­den Kon­flik­te bei uns auf. Dies gilt es zu ver­mei­den.

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4 Kommentare zu »Zwi­schen den Stüh­len«:

  1. blackconti sagt:

    Mei­ne Hoch­ach­tung, Herr Keu­schig, für die­se her­vor­ra­gend ge­schrie­be­ne Ana­ly­se der po­li­ti­schen Groß­wet­ter­la­ge. „Lei­der“ fin­de ich kei­nen An­satz zur Kri­tik, da ich mit Ih­rer Sicht der Din­ge wei­test­ge­hend über­ein­stim­me. Bleibt mir al­so nur, Ih­nen vie­le Le­ser zu wün­schen.
    Noch­mals: Her­vor­ra­gend!

    #1

  2. Köppnick sagt:

    Kopf-an-Kopf­ren­nen
    Ich wür­de mich noch nicht fest­le­gen, wer in den näch­sten 50 Jah­ren den größ­ten Ein­fluss auf die Welt­po­li­tik ha­ben wird, Chi­na oder die Is­la­mi­sten. Sprich, wer für die grö­ße­re Zahl an To­ten ver­ant­wort­lich zeich­nen wird. Chi­nas Mau­er­tak­tik ha­ben wir schließ­lich zu ver­dan­ken, dass es H5N1 jetzt ge­schafft hat, in Eu­ro­pa Fuß zu fas­sen. Den er­sten Aus­bruch 1997 in Hong­kong hat­te man ja noch in den Griff be­kom­men.

    Chi­na ist aus west­li­cher Sicht leich­ter aus­re­chen­bar, weil es ein Staat ist, mit ei­ni­gen da­mit uns gut be­kann­ten Pro­ble­men. Die chi­ne­si­sche Ex­pan­si­on wird ir­gend­wann von selbst zum Still­stand kom­men, wenn die jetzt von ih­nen igno­rier­ten Pro­ble­me groß ge­nug ge­wor­den sind, z.B. die Um­welt­sün­den oder der Drang der ei­ge­nen Be­völ­ke­rung nach Mit­spra­che. Dann be­kom­men sie spä­te­stens um 2050 ge­wal­ti­gen Är­ger mit der De­mo­gra­fie, weil sie mit ih­rer Ein-Kind-Po­li­tik ei­ne noch schreck­li­che­re Al­ters­py­ra­mi­de pro­du­zie­ren als wir.

    Un­ser Pro­blem mit dem Is­la­mis­mus ist, dass er sich nicht geo­gra­fisch ein­gren­zen lässt. Mus­li­me gibt es über­all. Und auch ih­re Ideo­lo­gie ist flie­ßend von ge­mä­ßig­ten, fast sä­ku­la­ren Po­si­tio­nen bis zu ei­nem mit­tel­al­ter­li­chen Dog­ma­tis­mus. Auch des­halb ist die »Me­di­zin« des Herrn Bush so fa­tal. Er ver­sucht ei­ne geo­gra­fi­sche Lö­sung, in­dem er Krieg ge­gen Län­der führt. Er pro­vo­ziert da­mit aber nur die wei­te­re Di­ver­si­fi­zie­rung der ent­spre­chen­den Ideo­lo­gie.

    #2

  3. Chi­na
    Ich glau­be, dass Chi­na ir­gend­wann ein­mal im­plo­die­ren wird. Be­reits jetzt wächst die Zahl der un­zu­frie­de­nen »Wan­der­ar­bei­ter«; die Klas­sen­un­ter­schie­de neh­men dra­ma­tisch zu. Vom Wirt­schafts­boom pro­fi­tie­ren nicht al­le. Re­li­giö­se Eth­ni­en müs­sen schon lo­kal un­ter­drückt wer­den; der Is­lam tritt in ei­ni­gen Pro­vin­zen selbst­be­wusst auf. Die Ge­schich­te zeigt, dass sol­che Ver­än­de­run­gen in Chi­na im­mer recht blu­tig ver­lau­fen sind.

    Dann bricht u. U. das ge­sam­te Welt­wirt­schafts­sy­stem zu­sam­men, da sehr vie­le mul­ti­na­tio­na­le Kon­zer­ne ih­re Pro­duk­tio­nen in­zwi­schen grö­ssen­teils in Chi­na ste­hen ha­ben oder dort Joint-Ven­tures be­trei­ben (min­de­stens ist mir dies von der che­mi­schen In­du­strie be­kannt).

    Die is­la­mi­schen Län­der sind viel zu he­te­ro­gen, um als »ge­ball­te Macht« auf­tre­ten zu kön­nen. Eu­ro­pa wird gro­sse Pro­ble­me mit Mi­gran­ten­strö­men be­kom­men, wenn Län­der wie Ma­rok­ko oder Ägyp­ten »ent­sä­ku­la­ri­siert« wer­den; auch der Li­ba­non ist in­sta­bil. Das be­völ­ke­rungs­mä­ssig gröss­te is­la­mi­sche Land ist In­do­ne­si­en.

    #3

  4. Er­gän­zung – Fran­cis Fu­ku­ya­mas neue The­sen...
    fin­det man hier.

    Die Dia­gno­se tei­le ich – die Rat­schlä­ge fin­de ich teil­wei­se ein we­nig höl­zern.

    Ich bin auch nicht si­cher, ob die In­te­gra­ti­ons­lei­stun­gen in den USA so vor­bild­haft sind, wie Fu­ku­ya­ma die­se aus­macht. Das ame­ri­ka­ni­sche Na­tio­nal­ge­fühl als Vor­bild dar­zu­stel­len, ist in Eu­ro­pa und spe­zi­ell in Deutsch­land schwer­lich mög­lich und auch kaum an­zu­stre­ben.

    #4