Mar­kus Sch­lein­zer: Ro­se

Markus Schleinzer: Rose - © Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz
Mar­kus Sch­lein­zer: Ro­se
© Schu­bert, ROW Pic­tures, Walker+Worm Film,
Ge­rald Ker­kletz

Ex­akt 250 Jah­re vor sei­ner Ge­burt, so be­rich­tet der Re­gis­seur Mar­kus Sch­lein­zer zur Ent­ste­hung des Films Ro­se (oder, wie er bis­wei­len ge­schrie­ben wird, ROSE) sei in Hal­ber­stadt ei­ne Frau hin­ge­rich­tet wor­den, die sich als Mann aus­ge­ge­ben hat­te und der »So­do­mie« (gleich­ge­schlecht­li­cher Lie­be) schul­dig ge­spro­chen wur­de. Es war nicht ganz so sel­ten, dass sich durch die Jahr­hun­der­te hin­weg Frau­en min­de­stens zwi­schen­zeit­lich als Män­ner ver­klei­de­ten, gab es doch durch­aus so­zia­le und ge­sell­schaft­li­che Vor­tei­le. Auch konn­te man da­mit der Ge­fahr ei­ner Ver­ge­wal­ti­gung ent­kom­men.

Sch­lein­zer ver­la­gert die ihm zu­ge­tra­ge­ne Ge­schich­te von 1721 in die un­mit­tel­ba­re Nach­kriegs­zeit des »30-jäh­ri­gen Krie­ges« (sic!). Ro­se be­schloss, so die Er­zäh­le­rin zu Be­ginn, »dem Sol­da­ten­da­sein den Rücken zu keh­ren«, kommt als »Herr« kommt in ein Dorf und legt Pa­pie­re vor, die be­le­gen, dass »er« der recht­mä­ßi­ge Er­be des Ho­fes ist, auf dem er sei­ne Kind­heit ver­bracht hat­te. Die Pa­pie­re sind echt, aber Skep­sis ist groß, man will ihn aus­zah­len, aber er will blei­ben, er­zählt, er sei lan­ge im Krieg ge­we­sen und möch­te sich jetzt in die­ser »herr­li­chen Ge­mein­de« nie­der­las­sen.

Der Hof ist in ei­nem schlech­ten Zu­stand, muss her­ge­rich­tet wer­den. Man hilft dem »Son­der­ling«, das »Geld nahm man ger­ne«, wie die Er­zäh­le­rin kon­sta­tiert. Sie sagt nicht, wo das Geld her­kommt. Ro­ses Ge­sicht ist ent­stellt und sie po­siert da­mit, dass man ihr »durchs Maul« ge­schos­sen ha­be und zeigt die Ge­schoss­hül­se, die sie um den Hals trägt.

Mit zwei Er­eig­nis­sen ge­lingt es, die Ak­zep­tanz im Dorf zu fe­sti­gen. Zum ei­nen stellt Ro­se bei ei­nem Un­wet­ter groß­zü­gig den Hof als Un­ter­stell­platz für die flüch­ten­den Scha­fe zur Ver­fü­gung. Und schließ­lich er­schießt sie/er ei­ne Bä­rin, die ei­ne Dorf­be­woh­ne­rin an­ge­grif­fen hat­te. Aus dem Fell fer­tigt man »dem Her­ren« Um­hang, Kra­gen und Kap­pe.

Wei­ter­le­sen ...