Cat­weaz­le beim Fern­seh­preis

In den 70er Jah­ren wur­de im deut­schen Fern­se­hen die Se­rie »Cat­weaz­le« aus­ge­strahlt. Ein Zau­be­rer – eben je­ner Cat­weaz­le – wur­de vom 11. Jahr­hun­dert in die 70er Jah­re des 20. Jahr­hun­derts »ver­setzt«. Die Ko­mik be­stand dar­in, dass er all die uns selbstver­ständlich ge­wor­de­nen Er­run­gen­schaf­ten der Tech­nik (Strom, Te­le­fon, Au­tos) an­fangs für Teu­fels­zeug hielt, ver­such­te mit Zau­ber­sprü­chen zu ban­nen und spä­ter dann zur Ma­gie er­klär­te.

Mar­cel Reich-Ra­nicki muss sich am Sams­tag bei der Ga­la zum Deut­schen Fern­seh­preis wie Cat­weaz­le ge­fühlt ha­ben. Was dort für preis­wür­dig be­fun­den wur­de, hat ihm ver­mut­lich ei­nen Kul­tur­schock grö­sse­ren Aus­ma­sses be­schert. Wie es heisst, woll­te der für sein Le­bens­werk preis­wür­dig emp­fun­de­ne Reich-Ra­nicki ir­gend­wann ein­fach ge­hen. Da­mit er nicht zu sehr lei­den muss­te, zog man sei­ne Preis­ver­ga­be vor. Der Rest ist be­kannt.

Wei­ter­le­sen ...

Das Hei­den­reich-Kaf­fee­kränz­chen: »Le­sen!« im ZDF

Ge­stern wie­der „Le­sen!“ im ZDF mit El­ke Hei­den­reich, der Frau mit dem „gro­ssen Herz für schlech­te Bü­cher“ (Iris Ra­disch).

Die­se Sen­dung zeigt das Elend der Ver­mitt­lung von Li­te­ra­tur durch / im Fern­se­hen. In drei­ssig Mi­nu­ten nu­delt Frau Hei­den­reich ih­re höchst­per­sön­li­che Aus­wahl von Bü­chern her­un­ter. Es sind meist um die 20 – de­zi­dier­te Be­spre­chun­gen sind da na­tür­lich nicht mög­lich. Haupt­sa­che „Le­sen“! (Der läng­ste Part der Ru­he in der Sen­dung ist das Vor­le­sen aus ei­nem Hör­buch – dies­mal Scott Fitz­ge­rald.)

Ih­re Kri­te­ri­en blei­ben da­bei im Dun­keln bzw. sind (ver­mut­lich) an ei­ner vul­gär-äs­the­ti­schen Li­nie zwi­schen Un­ter­hal­tungs­ro­man und po­li­tisch-kor­rek­ter Mi­lieu­pro­sa fest­zu­ma­chen.

Wei­ter­le­sen ...