Zu­kunft

Der Song von Da­vid Bo­wie, der sich in mei­nem Kopf dreh­te, mit Wor­ten in der Art von wir stan­den vor der Wand und küß­ten uns, als könn­te nichts fal­len wäh­rend die Ge­wehr­ku­geln über un­se­ren Köp­fen pfif­fen aber die Schan­de (Scham?) fiel auf ih­re Sei­te... weck­te Bil­der von Go­ya im Kopf. Wor­te und Tö­ne und Bil­der ...

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Just for two weeks

Nie­mand be­ach­tet sie mehr, die Kirsch­bäu­me, seit sie ih­re Blü­ten ver­lo­ren ha­ben. Da­mals, in der kur­zen Blü­te­zeit, wa­ren sie die Stars: in Scha­ren dräng­ten sich die Leu­te um ih­re Stäm­me, lie­ßen sich nie­der un­ter der – what you’d say? – wei­ßen Pracht, lach­ten, tran­ken aus Bier­do­sen, lach­ten... Einst bil­de­ten sie ei­ne Al­lee, jetzt ste­hen sie ...

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In­ter­tex­tua­li­tät

. . . seht ihr ei­nen von vie­len Zu­flüs­sen. Das Rinn­sal der Exi­stenz, das Bäch­lein des Werks wird grö­ßer, wird zum Fluß, strömt breit und trä­ge, lang­sam, stockend, san­dig und schlam­mig (»Sand im Ge­trie­be«), von »Werk« kann nicht mehr die Re­de sein, aus dem Fluß geht nichts mehr her­vor, auch in der Tie­fe kei­ne Le­be­we­sen, ...

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Sack­gas­se

Sack­gas­se, in die sich der streu­nen­de Dich­ter ver­lor und zu­rück­zog, um sei­ne aus Stra­ßen­zü­gen und Baum­kro­nen auf­ge­le­se­nen Ver­se auf­zu­schrei­ben, mit oder oh­ne Pa­pier. Spä­ter zer­bra­chen ihm die Ver­se un­ter der Hand, wie Wind­ge­bäck in ei­ner zu gro­ßen Schach­tel. Sack­gas­sen, com­pa­ñe­ro, gibt es auch hier, auf dem Land, in den Wäl­dern – meist mün­den sie in ...

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Re­zen­si­on

Die­ses dün­ne Buch mit dem schmuck­lo­sen, frü­her viel­leicht lachs­ro­sa­far­be­nen, jetzt nur noch ver­jähr­ten Ein­band hat ein hal­bes Jahr­hun­dert in den schwach be­lüf­te­ten Tie­fen ei­ner Bi­blio­thek auf dich ge­war­tet, in frem­der, ver­ständ­nis­lo­ser Um­ge­bung, Tau­sen­de Ki­lo­me­ter von sei­nem Ent­ste­hungs­ort ent­fernt. Aus der Gruft be­freit, ge­winnt es im Hand­um­dre­hen sei­ne kind­li­che Spiel­freu­de zu­rück: »Fang mich, such mich, ich ...

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Noch ein­mal über Fuß­ball

Ge­ra­de hat­te man sich mit den Hof­fen­heim-Bu­ben ar­ran­giert, da stür­men die Brau­se-Bul­len von Leip­zig durch die Fuß­ball­li­gen und er­drei­sten sich ei­nen bis­he­ri­gen zwei­ten Platz in der Bun­des­li­ga. Der Fuß­ball droht, so die gän­gi­ge Mei­nung un­ter de­nen, die sich »Fans« nen­nen, sei­ne Un­schuld zu ver­lie­ren. In Dort­mund konn­te man neu­lich se­hen, wie das Fuß­ball­volk da­zu steht: RB Leip­zig wird in ei­ner Mi­schung aus Co­me­dy und Trum­pis­mus für al­le Un­ge­mach des Fuß­balls ver­ant­wort­lich ge­macht. Das ist wirk­lich lu­stig, wenn es nicht so ernst ge­meint wä­re. Aus­ge­rech­net von de­nen, die of­fen­sicht­lich ver­ges­sen ha­ben, das Bo­rus­sia Dort­mund zu­letzt 100 Mil­lio­nen Eu­ro Trans­fer Ein- und Aus­ga­ben tä­tig­te und dass es ihr hei­li­ger BVB war, der als er­ster (und bis­her ein­zi­ger) Ver­ein in Deutsch­land die Profiabteilung(en) in ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft um­wan­del­te. ich weiß nicht, ob es Dumm­heit oder ein­fach nur Nai­vi­tät ist, die den Span im Au­ge des an­de­ren sieht, aber den ei­ge­nen Bal­ken wahr­zu­neh­men nicht be­reit ist.

Der Fuß­ball war und ist auch oh­ne Hof­fen­heim und Leip­zig längst durch­kom­mer­zia­li­siert bis hin zur Per­ver­si­on. Die Fuß­ball­ver­bän­de tun ihr üb­ri­ges da­zu. Da­mit ist nicht nur der Grö­ßen­wahn­sinn kor­rup­ter Or­ga­ni­sa­tio­nen wie UEFA und FIFA ge­meint. Der DFB ist sel­ber zur Pro­fit­ma­schi­ne ge­wor­den und ein En­de ist nicht ab­zu­se­hen. Ge­ra­de wird an der Ver­än­de­rung des DFB-Po­kals ge­schraubt, da­mit man noch mehr Ein­nah­men ge­ne­rie­ren kann und ver­meint­lich un­at­trak­ti­ve Spie­le für die »Gro­ßen« mi­ni­miert wer­den.

Ich kom­me aus Mön­chen­glad­bach und ha­be die Hoch­zeit die­ses Fuß­ball­ver­eins er­lebt. Mön­chen­glad­bach war tief­ste Pro­vinz; kein Mensch kann­te die­sen Ort und es gab auch we­nig Ver­an­las­sung da­zu. Bis es die Bo­rus­sia schaff­te. Das Iden­ti­fi­ka­ti­ons­po­ten­ti­al war groß; vie­le Spie­ler ka­men tat­säch­lich da­mals aus der Re­gi­on. Bei der Mei­ster­fei­er fuhr der Bus an un­se­rem Haus vor­über. Es wa­ren die Bos­se der Bo­rus­sia und von Bay­ern Mün­chen, die dann an­de­re We­ge gin­gen. Mön­chen­glad­bach war ge­zwun­gen, Spie­ler zu ver­kau­fen. Aber man kauf­te auch ein. Plötz­lich kam zum Bei­spiel ein dä­ni­scher Spie­ler nach Mön­chen­glad­bach, den wir be­staunt ha­ben wie ein Wun­der­werk. Nach ein paar To­ren lieb­ten wir ihn.

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FDR

»Das ame­ri­ka­ni­sche Au­ßen­mi­ni­ste­ri­um ver­kün­de­te, man be­fürch­te, dass eu­ro­päi­sche Im­mi­gran­ten dem Land ge­fähr­lich wer­den könn­ten. Es war der 17. Ju­ni 1941. Falls sie An­ge­hö­ri­ge zu­rück­ge­las­sen hät­ten, mut­maß­te das Sta­te De­part­ment, könn­ten die Na­zis sie zwin­gen, Ame­ri­ka aus­zu­spio­nie­ren, in­dem sie ih­ren Fa­mi­li­en Fol­ter an­droh­ten. Die Ver­einigten Staa­ten wür­den da­her kei­ne Vi­sa mehr an Flücht­lin­ge aus­ge­ben, die Familien­angehörige ...

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Drei klei­ne Hin­wei­se...

...falls noch Le­se­stoff be­nö­tigt wer­den soll­te.

Zum ei­nen auf Frank Ja­kub­ziks Er­zäh­lun­gen »In der mitt­le­ren Ebe­ne«. Statt des dä­mo­ni­schen oder geld­gie­ri­gen Bank­sters und/oder CEO steht hier die mitt­le­re An­ge­stell­ten­ebe­ne im Mit­tel­punkt, die Ver­trieb­ler und Kun­den­dienst­ler in ei­nem (fik­ti­ven) mit­tel­stän­di­schen (aber glo­ba­li­sier­ten) Un­ter­neh­men. Ja­kub­zik ge­lingt es den Fal­len der Iro­nie und des Rea­lis­mus zu ent­kom­men. Er be­schreibt nicht, er er­zählt. Viel­leicht ist es auch fast schon ein Ab­ge­sang auf ei­ne Welt, die es in die­ser Form bald nicht mehr ge­ben wird (Stich­wort: »In­du­strie 4.0«). Und so be­kom­men man­che Ge­schich­ten auch ei­ne leich­te Me­lan­cho­lie. An­de­re hin­ge­gen sind fast (alp-)traumhaft. Ja­kub­zik ver­fügt über ei­ne ve­ri­ta­ble sti­li­sti­sche Spann­brei­te. Mehr dar­über hier.

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