»Frü­her wuss­te der Adel, was an so ei­ner Stel­le zu tun ist ...«

Es wur­de und wird viel ge­schrie­ben und ge­sagt zum Come­back-Ver­such von Karl Theo­dor zu Gut­ten­berg und mit der Zeit (und viel­leicht auch mit der »Zeit«) wer­den die im In­ter­view ge­nann­ten Be­haup­tun­gen suk­zes­si­ve ei­ner Über­prü­fung un­ter­zo­gen wer­den.

Mit ei­ner ha­be ich schon mal be­gon­nen.

Im In­ter­view heißt es:

ZEIT: Dietmar Bartsch von der Linkspartei hat gesagt: »Früher wusste der Adel, was an so einer Stelle zu tun ist.«

Gut­ten­berg: Bartsch hat sich am näch­sten Tag per Hand­schlag im Bei­sein von Kol­le­gen bei mir ent­schul­digt.

ZEIT: Ha­ben Sie die Ent­schul­di­gung an­ge­nom­men?

Gut­ten­berg: Ja.

Die Dar­stel­lung von Diet­mar Bartsch ist ei­ne leicht an­de­re. Er schrieb mir:

...der Satz »Frü­her wuss­te der Adel, was an so ei­ner Stel­le zu tun ist ...« war und ist auch von mir ge­nau­so ge­meint. Al­ler­dings gab es das Miss­verständnis, dass ein Teil, ins­be­son­de­re Ad­li­ge, die mir Zu­schrif­ten ge­sandt ha­ben, in­ter­pre­tier­ten, ich hät­te Gut­ten­berg den Selbst­mord emp­foh­len. Das ist nicht der Fall, denn der Adel hat­te sehr un­ter­schied­li­che Möglich­keiten, Schluss­fol­ge­run­gen bei Ver­ge­hen zu zie­hen, z.B. die, sich in ein Klo­ster (was hier sym­bo­lisch ge­meint ist) zu­rück­zu­zie­hen und Bu­ße zu lei­sten. Die­ses ha­be ich ge­meint und das ha­be ich im Üb­ri­gen dann auch zu Herrn von Gut­ten­berg ge­sagt, dass ich na­tür­lich nicht mei­ne, dass er sich er­mor­den soll. Wenn Herr zu Gut­ten­berg dies als Ent­schul­di­gung wer­tet, ist dies mei­nes Er­ach­tens über­trie­ben...

Mö­ge je­der sel­ber ur­tei­len.

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26 Kommentare zu »»Frü­her wuss­te der Adel, was an so ei­ner Stel­le zu tun ist ...««:

  1. blackconti sagt:

    Ei­gent­lich woll­te ich mir das ja schen­ken, aber nach Dei­nem Bei­trag ha­be ich mir das „ZEIT“-Interview dann doch an­ge­tan. Ge­lohnt hat sich das nicht, denn Gut­ten­berg prä­sen­tier­te Gut­ten­berg, wie wir ihn un­gu­ter Er­in­ne­rung ha­ben. Cha­rak­ter­li­che Män­gel wer­den durch ei­ne Sua­da von Wort­ge­klin­gel in zwar „un­ge­heu­er­li­che“, aber läss­li­che „Feh­ler“ um­ge­münzt und an­son­sten wird die un­ge­rech­te Be­hand­lung lar­mo­yant be­klagt.
    Dei­ne Re­cher­che ver­an­schau­licht nur noch mal auf’s Fein­ste, was von frei­herr­li­chen Er­klä­run­gen zu hal­ten ist. Der Mann kann nicht an­ders und man konn­te das vom er­sten Tag sei­nes öf­fent­li­chen Auf­tritts zu­min­dest ah­nen.

    #1

  2. Norbert sagt:

    @Gregor Keu­sch­nig
    Dem ist nichts hin­zu­zu­fü­gen. Ich ha­be tat­säch­lich nie et­was von Karl Theo­dor von Gut­tem­berg ge­hal­ten, was we­ni­ger mei­ner Hell­sich­tig­keit ge­schul­det ist als mei­ner Ab­nei­gung ge­gen die, die ihn hoch­ju­bel­ten, wie Bild, die Bou­le­vard­pres­se ins­ge­samt etc.
    Des­halb kann ich über­haupt nicht ver­ste­hen, war­um die »Zeit«, G. di Lo­ren­zo war ja schon da­mals der Mei­nung, er müs­se nicht zu­rück­tre­ten, sich wie­der so ein­span­nen lässt. Man soll­te wirk­lich ein­mal ei­ne Um­fra­ge ma­chen, wer über­haupt die po­li­ti­sche Zie­le und In­hal­te des Frei­herrn kennt, falls es sie gibt.. Oder wer ei­ne wich­ti­ge po­li­ti­sche Re­de von ihm kennt. Wie­der Leer­stel­le. Gut­tem­berg ist die mo­der­ne Ver­si­on von An­der­sens Märchen»Des Kai­sers neue Klei­der«.
    Man kann nur hof­fen, dass er nie­mals mehr ei­ne wich­ti­ge po­li­ti­sche Funk­ti­on be­kommt. Er ist ein Blen­der und Be­trü­ger, wie die Uni Bay­reuth völ­lig zu Recht fest­stell­te.

    #2

  3. Phorkyas sagt:

    @Keuschnig: Schön dass Sie es so ge­nau neh­men. Wä­re man in der Zei­tung mal so ak­ku­rat, wä­re es viel­leicht nicht mehr so leicht die Spal­ten zu fül­len, aber viel­leicht müss­te ich mir dann nicht so viel Mü­he mit dem Weg­hö­ren und Weg­se­hen ge­ben.

    Mir ist’s zwar auch schon zu­wi­der noch auf den Herrn Gut­ten­berg ein­zu­dre­schen, aber wie das Herr Kau­be tat, fand ich noch er­hei­ternd.

    #3

  4. @Phorkyas
    Kau­be hat­te schon im Fe­bru­ar ei­ne kom­pro­miß­lo­se Po­si­ti­on zum Fall Gut­ten­berg ein­ge­nom­men. Sei­nen Ar­ti­kel da­mals fand ich – ge­nau wie den von Ih­nen ver­link­ten von vor ein paar Ta­gen- sehr gut und pla­stisch. We­ni­ger ge­fal­len mir sei­ne In­si­nua­tio­nen hier.

    Ge­stern gab es in der »Phoe­nix-Run­de« ei­ne in­ter­es­san­te Be­mer­kung von Hu­go Mül­ler-Vogg über die Rol­le der FAZ. Er mein­te sinn­ge­mäss, die Ve­he­menz in der Re­dak­ti­on ge­gen Gut­ten­berg wä­re wohl dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass ei­ni­ge ih­re Pro­mo­ti­on nicht ge­schafft hät­ten. Mül­ler-Vogg, seit ge­rau­mer Zeit u. a. Ko­lum­nist der »Bild«-Zeitung, war ja im­mer­hin bis 2001 Mit­her­aus­ge­ber der »FAZ«. Viel­leicht sub­li­mier­te er mit die­ser Aus­sa­ge auch nur sei­ne ei­ge­nen Min­der­wer­tig­keits­kom­ple­xe...

    #4

  5. A.L. Dreyfus sagt:

    So, so, zu Gut­ten­berg stellt Tat­sa­chen falsch dar! Na, das soll­te uns nach den Er­eig­nis­sen des Jah­res 2011 ja nicht all­zu sehr wun­dern...
    Es ist im­mer das­sel­be Mu­ster, in al­len sei­nen Aus­sa­gen: ihm ge­bührt die Eh­re, ihm wur­de Un­recht ge­tan, es wird sich bei ihm ent­schul­digt (na­tür­lich nimmt er an, ist ja Eh­ren­sa­che). Das ist nun mal sein Selbst­bild, und es scheint un­zer­stör­bar zu sein, vor al­lem nicht durch Tat­sa­chen. Ei­ne span­nen­de Fra­ge ei­gent­lich: was müss­te pas­sie­ren, um selbst die­ses Selbst­bild end­gül­tig zu bre­chen oder zu­min­dest dau­er­haft zu­recht­zu­rücken? Ei­ne Men­ge, das ist klar.

    #5

  6. @A.L. Drey­fus
    Man kann sich die­sen Nar­ziss­mus präch­tig vor­neh­men und fast in je­der Zei­le do­ku­men­tiert fin­den – wie ei­ne Wand­lung ein­tre­ten kann, weiss ich nicht.

    #6

  7. Phorkyas sagt:

    We­ni­ger ge­fal­len mir sei­ne In­si­nua­tio­nen hier.
    An das er­in­ne­re ich mich auch – da ei­ert er mir auch zu sehr her­um, bzw. ist mir da schon zu viel po­ten­ti­el­le Dif­fa­mie­rung zwi­schen den Zei­len.

    Zur Psy­cho­lo­gie der FAZ: Bis­her dach­te ich, dass sei mehr ei­ne ent­täusch­te Lie­be, weil sie an der Hoch­glanz­be­richt­erstat­tung doch auch Teil hat­ten (lei­der ha­be ich jetzt nicht mehr ge­fun­den, wo es ur­sprüng­lich herr­rühr­te, aber ei­nen der Hö­he­punk­te fand ich, dass er an­gab zur Ent­span­nung im Kriegs­ge­biet, Pla­to im Ori­gi­nal zu le­sen – ). Und sie muss­ten ihn ja auch has­sen, weil er of­fen­sicht­lich al­le bür­ger­li­chen Wer­te, die man ihm zu­vor auf die Fah­nen ge­schrie­ben hat­te, so in den Dreck zog. – (Dass FAZ und Pro­mo­ti­on aber auch ein sen­si­bles The­ma ist, wür­de ich eben­falls ver­mu­ten.. – s. http://web.archive.org/web/20120611073732/http://www.culture.hu-berlin.de/verstaerker/vs001/hueser_stoff.html ?)

    #7

  8. deesse sagt:

    @ Nor­bert

    Al­so nur in­halt­li­che Leer­stel­len bei KTG? Was war mit der hef­ti­gen Kri­tik an ge­plan­ten Hil­fen für den ma­ro­den Opel-Kon­zern? Was war mit der Ab­schaf­fung der Wehr­pflicht, die ge­gen die ei­ge­ne Par­tei und die Kanz­le­rin durch­ge­setzt wer­den muß­te? In dem Zu­sam­men­hang fin­de ich es ja lu­stig, dass in­zwi­schen die sei­ner­zei­ti­gen Wehr­pflicht­geg­ner zu hef­ti­gen Be­für­wor­tern ge­wor­den sind, nur weil Gut­ten­berg sie ab­ge­schafft hat.

    #8

  9. Norbert sagt:

    @deesse
    Was war das Er­geb­nis in der Opel­de­bat­te? Er ist um­ge­fal­len mit sei­ner Mei­nung, Opel kön­ne auch ge­ord­net in die In­sol­venz ge­hen, sei­ne Ab­leh­nung wur­de kas­siert. Wer sich so in der Sa­che ex­po­niert, wie er da­mals, hät­te zu­rück­tre­ten müs­sen, als ge­gen ihn ent­schie­den wur­de. Er hat dann aber brav die Ent­schei­dung für Hil­fen mit­ge­tra­gen.
    Dann zur Ab­schaf­fung der Wehr­pflicht. Wann ist über die Vor- und Nach­tei­le bzw. über die Fol­gen dis­ku­tiert wor­den? Nie! Sei­ne voll­mun­di­ge An­kün­di­gung über die ein­zu­spa­ren­den Ko­sten muss­te er nur we­ni­ge Ta­ge spä­ter zu­rück­neh­men.
    Die Re­form selbst war doch über­haupt nicht in ih­ren Aus­wir­kun­gen durch­dacht. Als er zu­rück­trat, ver­kün­de­te er wie­der­um voll­mun­dig. »Ich hin­ter­las­se ein be­stell­tes Haus.« Dies ha­ben dann sein Nach­fol­ger de Mai­zie­re, der Bun­des­wehr­ver­band als In­ter­es­sen­ver­tre­tung und ho­he Mi­li­tärs ganz an­ders ge­se­hen.
    Al­so auch hier, sieht man von der Ent­schei­dung zur Ab­schaf­fung ab, nur Leer­stel­len.
    Was war mit sei­ner Ent­schei­dung in der Kun­dus­af­fä­re. Er hat kei­ne Feh­ler ge­macht, son­dern an­de­re. Der un­zu­rei­chen­den In­for­ma­ti­on wi­der­spre­chen heu­te noch die ent­las­se­nen Mi­li­tärs. Wie hat er in der Gorch­Fock Af­fä­re agiert. Nach Bild­über­schrift wur­de der Ka­pi­tän oh­ne An­hö­rung vom Po­sten ent­bun­den. Sei­ner spä­te­ren Ein­las­sung, er ha­be ihn schüt­zen wol­len, wi­der­spra­chen die Best­zung und der Ka­pi­tän. All dies focht ihn nicht an. Er mach­te al­les rich­tig. Die Selbst­kri­tik ist nicht mal in An­sät­zen bei dem Frei­herrn vor­han­den.
    Las­sen wir ihm die Ab­schaf­fung der Wehr­pflicht. Wer weiß denn, für wel­che po­li­ti­schen In­hal­te der Mann steht? Es wur­de im­mer sein Cha­ris­ma be­müht. Hit­ler, Sta­lin, Mao oder Mus­so­li­ni hat­ten auch Cha­ris­ma für vie­le Leu­te, da­mit will ich ihn nicht mit die­sen Ver­bre­chern ver­glei­chen, son­dern nur dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass Cha­ris­ma in un­se­rer De­mo­kra­tie kein Kri­te­ri­um mehr für Po­li­ti­ker sein soll­te.

    #9

  10. @Norbert
    Ich hal­te das Her­bei­zi­tie­ren von »Hit­ler, Sta­lin, Mao und Mus­so­li­ni« für voll­kom­men ab­we­gig. Muss man ei­gent­lich bei je­der un­pas­sen­den Ge­le­gen­heit mit sol­chen Ka­no­nen­ku­geln los­bal­lern? War­um hat man nur so we­nig Ver­trau­en in sei­ne Ar­gu­men­te? (Sie brin­gen doch ge­nug da­von in Ih­rem Kom­men­tar.)

    Na­tür­lich ist »Cha­ris­ma« kein »Kri­te­ri­um« für die Qua­li­tät ei­nes Po­li­ti­kers. Aber es ist in ei­ner »Me­di­en­de­mo­kra­tie« durch­aus ein Plus­punkt. De­mo­kra­ti­en zie­len näm­lich auf Mehr­heits­ent­schei­dun­gen. Dass KTGs po­li­ti­sches Welt­bild re­la­tiv un­klar ist, dürf­te kaum mehr ein Nach­teil sein. Ich se­he ihn in die­sem Punkt mit Mer­kels Prag­ma­tis­mus kon­form. Wo­bei dies schon Teil der Fas­zi­na­ti­on sein dürf­te: Die un­ideo­lo­gi­sche Her­an­ge­hens­wei­se – die na­tür­lich die Ge­fahr des Op­por­tu­nis­mus birgt.

    (Um es gleich zu sa­gen: Ich glau­be, dass er sich mit die­ser Form des »Come­backs« mehr ge­scha­det hat, als ge­nutzt.)

    #10

  11. judas thomas kuhl sagt:

    der mann ist nicht ganz dicht

    ein nar­ziss wie aus dem bu­che

    in­so­fern im dop­pel­bö­di­gen sin­ne ein »füh­rer«

    daß die hälf­te der deut­schen den ha­ben will zeigt daß man lang­sam mal mit der auf­ar­bei­tung des na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­gin­nen soll­te – in der cdu und an­ders­wo

    di lo­ren­zo war rich­tig klas­se als er der fa­rah di­ba ta­che­les in sa­chen ben­no oh­nes­org ge­sagt hat

    an­son­sten ist er bei 3nach9 so­was von ekel­haft schlei­mig und po­si­ti­ons­los daß ei­nem übel wird

    der ist über­an­ge­paßt und hat so­mit selbst ein psy­cho-pro­blem

    als chef­re­dak­teur der zeit ge­nau­so fehl­be­setzt wie gut­ten­berg als po­li­ti­ker

    da wächst zu­sam­men was uns kot­zen macht

    #11

  12. ju­das tho­mas kuhl
    Ihr Kom­men­tar ist von ei­ner ver­blüf­fen­den Blöd­heit. Ich las­se ihn den­noch ste­hen, bit­te Sie je­doch, zu­künf­tig die­se Platt­form ent­we­der zu mei­den, oder sach­be­zo­ge­ner zu ar­gu­men­tie­ren. Dan­ke­schön.

    (PS: Sie kön­nen da­mit be­gin­nen, in dem Sie über­le­gen, wie man denn die Auf­ar­bei­tung des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in Ih­rem Sin­ne zu ge­stal­ten hat. Fü­gen sie bit­te auch an, wie­vie­le Mit­glie­der der CDU/CSU Ih­rer Mei­nung nach be­trof­fen sind.)

    #12

  13. Norbert sagt:

    @ Gre­gor Keu­sch­nig
    Ein­ver­stan­den, aber manch­mal muss man auch ein­mal ex­tre­me Bei­spie­le zi­tie­ren. Aber es ist wirk­lich mit Ka­no­nen auf Spat­zen geschossen.Ich se­he dem mer­kel­schen Prag­ma­tis­mus eben­so ne­ga­tiv wie die Mo­ral- und An­stand­sat­ti­tu­de des Frei­herrn. Wer ver­mag denn noch zu er­mes­sen, was Deutsch­land und Eu­ro­pa die­ses Hin- und Her « in der Fi­nanz­kri­se ko­stet« (nicht nur pe­ku­när ge­meint)? Nur nach den Um­fra­gen zu schie­len, macht wirk­lich kei­nen Sinn. Da­ge­gen wa­ren ja Schmidt und Kohl di­rekt noch Kanz­ler mit Rück­grat, wenn sie von ei­ner Sa­che über­zeugt wa­ren. Sie­he NA­TO-Dop­pel­be­schluss.
    Ehr­lich ge­sagt, ich ver­ste­he aber die gan­ze De­bat­te um die Per­son Gut­tem­bergs nicht. Je­de Talk­show hat ihn eben­so als The­ma wie Phö­nix , sind denn al­le durch­ge­kanll? Es gibt doch wahr­haf­tig wich­ti­ge­re The­men im Mo­ment.

    #13

  14. @Norbert
    Gut­ten­berg eig­net sich als The­ma zum Durch­at­men. Man darf nicht un­ter­schät­zen, dass bei die­sem The­ma fast kei­ne Sach­kennt­nis be­nö­tigt wird, um ei­ne »Mei­nung« zu ha­ben. Je­der hat hier­zu ei­ne. Und zwar so­fort. Se­hen Sie sich die Kom­men­ta­re auf zeit-on­line an – es sind über 700 un­ter dem In­ter­view-Bei­trag. Es ist Po­li­tik-Bou­le­vard.

    #14

  15. Köppnick sagt:

    Das Bartsch-Zi­tat hat­te ich sei­ner­zeit auch ge­le­sen und tat­säch­lich als Auf­for­de­rung zum Sui­zid ver­stan­den, wahr­schein­lich hat oder hät­te das je­der. Da er­scheint mir die nach­träg­li­che Bartsch-Kor­rek­tur schon ein biss­chen ge­kün­stelt.

    Über das, was Gut­ten­berg nach­träg­lich dar­aus macht, braucht man nicht zu dis­ku­tie­ren. Das Be­un­ru­hi­gen­de an Gut­ten­berg ist, dass es ei­ne Men­ge Leu­te gibt, die ihn noch im­mer gut fin­den und ei­ne mög­li­che Gut­ten­berg­par­tei wäh­len wür­den. Un­ab­hän­gig von sei­nen po­li­ti­schen An­sich­ten tun Per­so­nen, die stark po­la­ri­sie­ren, der Po­li­tik nicht gut, weil sie die Kon­sens­bil­dung er­schwe­ren.

    #15

  16. blackconti sagt:

    @Köppnick: Na­tür­lich weiß man bei dem be­sag­ten Satz so­fort, was der Adel frü­her zu tun hat­te. Nun aber zu un­ter­stel­len, dies sei in der heu­ti­gen Zeit nicht als iro­ni­sche Me­ta­pher, son­dern wört­lich ge­meint, um dann Em­pö­rung zu heu­cheln, passt zum Ba­ron wie die Faust aufs Au­ge. Ich glau­be, dass Bartsch sich bei sei­ner „End­schul­di­gung“ bzw. Er­klä­rung das La­chen kaum ver­knei­fen konn­te.

    #16

  17. Ich ha­be die Äu­ße­rung von Bartsch hier zum er­sten Mal ge­le­sen, hät­te sie aber an­ders ver­stan­den, all­ge­mei­ner, mehr in der Rich­tung, dass die Mo­ral­vor­stel­lun­gen des Adels frü­her auch für ihn ge­gol­ten und er im Zwei­fels­fall die Kon­se­quen­zen ge­zo­gen hät­te.

    #17

  18. Jeeves sagt:

    #14
    Da kann man wun­der­bar Ste­ve Mc­Queen zi­tie­ren:
    »Mei­nun­gen sind wie Arsch­lö­cher, je­der hat eins!«

    #18

  19. @Jeeves
    ...und ent­schei­dend ist, was hin­ten raus­kommt?

    #19

  20. @Phorkyas #7
    Sehr in­ter­es­san­ter Ar­ti­kel, den Sie da ver­linkt ha­ben; der ver­dient ei­gent­lich ir­gend­wann ei­ne ei­ge­ne Be­trach­tung. (Al­lei­ne die­se bei­den Sät­ze »Ge­for­dert sind ge­neh­me Stof­fe. Weil man Form nicht zu be­ob­ach­ten ge­lernt hat.« sind von ei­ner ge­ra­de­zu ver­blüf­fen­den Prä­zi­si­on.)

    Wich­tig für die Be­trach­tung und die ve­he­men­te Ab­leh­nung Kau­bes und der FAZ ist wohl die­se klei­ne Pas­sa­ge:

    Die enor­me Sog­wir­kung, die ei­ne Pro­mo­ti­on in der FAZ-Welt hat, und der Druck, der von ihr aus­geht, spie­gelt sich in den bio­bi­blio­gra­phi­schen An­ga­ben der Re­dak­teu­re wi­der: »In Mün­chen ar­bei­te­te [xy] als wis­sen­schaft­li­che Hilfs­kraft für Fried­rich Seng­le und für Wer­ner Betz, bei dem er ei­ne Dis­ser­ta­ti­on zu Me­tho­den der Sprach­kri­tik be­gann, die er nach des­sen all­zu frü­hem Tod nicht fort­setz­te.« Das ist ein biß­chen mehr In­for­ma­ti­on, als ich brau­che. (Die Leh­rer-Schü­ler-Ki­ste, auf dem Grab sit­zen­ge­blie­ben, ist aber auch wirk­lich die ein­zi­ge Ent­schul­di­gung.) Treu­er Knap­pe, gu­tes Kind.

    #20

  21. Norbert sagt:

    # 20
    Der Ar­ti­kel ist wirk­lich sehr aus­führ­lich und auch stel­len­wei­se in­ter­es­sant, ist aber doch über 15 Jah­re alt. Nicht nur in­so­fern mei­ne ich, dass man so­wohl Kau­be als auch der FAZ Un­recht tut, die Ab­leh­nung nur auf die­ser Schie­ne zu se­hen. Nicht je­der, der kei­nen ei­nen Dok­tor­ti­tel hat und ge­gen den Frei­herrn ist, ist ein Nei­der. Im Ge­gen­teil, ich glau­be dass durch die gan­ze De­bat­te der Wert der Pro­mo­ti­on deut­lich ge­lit­ten hat. Vie­le fra­gen sich doch, was da ei­gent­lich von den Pro­fes­so­ren al­les ab­ge­nickt wird.

    #21

  22. @Norbert
    Auch wenn der Ar­ti­kel von 1996 ist: Er ent­hält et­li­che noch heu­te gül­ti­ge Be­ob­ach­tun­gen. Und es ist nicht zu leug­nen, dass die For­mal­qua­li­fi­ka­ti­on ei­nes uni­ver­si­tä­ren Ab­schlus­ses – und ins­be­son­de­re der Dok­tor­ti­tel mehr als nur ein Di­stink­ti­ons­ge­winn dar­stellt. Hier wer­den Vor­aus­set­zung im­ple­men­tiert, um in be­stimm­te Krei­sen über­haupt erst agie­ren zu kön­nen. Im üb­ri­gen hat nie­mand Kau­bes Ab­leh­nung aus­schließ­lich auf die­se »Schie­ne« be­zo­gen; das ist Ih­re In­ter­pre­ta­ti­on. Ich zi­tier­te nur Mül­ler-Vogg, der dies in ei­ner Dis­kus­si­on in den Raum stell­te.

    Es könn­te im üb­ri­gen fast um­ge­kehrt ein Schuh draus wer­den. Denn tat­säch­lich wird die Pra­xis an den Uni­ver­si­tä­ten in­zwi­schen durch­aus be­fragt. Ich stel­le die (un­be­weis­ba­re) Be­haup­tung auf, dass je­der »Dok­tor­va­ter« Gut­ten­bergs Ar­beit durch­ge­wun­ken hät­te. Nie­mand hät­te sich ge­traut, Kor­rek­tu­ren ein­zu­for­dern. In­so­fern funk­tio­nie­ren hier (im­mer noch) ge­wis­se Seil­schaf­ten. Es gab ja – wenn auch über Ban­de – fi­nan­zi­el­le Zu­wen­dun­gen. Die­ser As­pekt ist ein biss­chen in der Dis­kus­si­on un­ter­ge­gan­gen, was nicht zu­letzt an der fast ag­gres­si­ven Frech­heit mit der Gut­ten­berg die­se Sa­che klein­re­den woll­te (und im­mer noch klein­re­det) liegt.

    #22

  23. Norbert sagt:

    @ Gre­gor Keu­sch­nig
    Ich ha­be Ih­nen die Ar­gu­men­ta­ti­ons­schie­ne nicht vor­ge­hal­ten, son­dern ich ha­be le­dig­lich all­ge­mein vor die­ser Schie­ne ge­warnt. Wie von Ih­nen er­wähnt, be­zog sich ja Mül­ler-Vogg dar­auf.
    Ja, ich stim­me durch­aus zu, dass die Dis­ser­ta­ti­on an vie­len Unis, ob an al­len weiß ich nicht, durch­ge­wun­ken wor­den wä­re. Dies macht die Sa­che aber für die Uni Bay­reuth nicht we­ni­ger pein­lich.
    Wie man am Wo­chen­en­de ja le­sen konn­te, re­det der Frei­herr sich ja wei­ter­hin um Kopf und Kra­gen. So in der Ver­tei­dung sei­nes pla­gi­ier­ten Auf­sat­zes in der »Welt«. Trotz­dem gibt es an­geb­lich im­mer noch über 40% der Be­frag­ten, die ihn in der Po­li­tik zu­rück­wol­len.

    #23

  24. Wenn ihn der­zeit (an­geb­lich) 40% in die Po­li­tik zu­rück­wol­len (ich hal­te die­se Um­fra­gen ei­gent­lich für lä­cher­lich), dann wä­ren es ja 60%, die da­ge­gen wä­ren. Zu­mal die 40% ja nicht ge­sagt ha­ben, an wel­cher Stel­le sie ihn zu­rück­ha­ben wol­len.

    #24

  25. Norbert sagt:

    @ Gre­gor Keu­sch­nig
    Sie wis­sen doch ge­nau, dass die Fra­ge­stel­lung und der Um­fang der Stich­pro­be ent­schei­dend sind. Da­her hü­tet man sich wohl­weis­lich, dies eben­falls zu ver­öf­fent­li­chen. Aber zu­min­dest ist ein Mehr­heit ge­gen ei­ne Rück­kehr, das sah noch vor ei­nem hal­ben Jahr ganz an­ders aus. Da war er doch schon der Kanz­ler im War­te­stand.

    #25

  26. judas thomas kuhl sagt:

    @12 herr keu­sch­nig

    ich wer­de die­se sei­te in zu­kunft mei­den

    und sa­ge ih­nen auch war­um

    mein iq von 146 mein di­plom als po­li­to­lo­ge so­wie mein re­gel­mä­ßi­ger kon­takt in sol­chen fra­gen mit mei­nem vä­ter­li­chen freund ralph gior­da­no le­gen ih­nen in sa­chen auf­ar­bei­tung sein buch »die zwei­te schuld – von der last, deut­scher zu sein«

    da steht erst­mal was über­haupt auf­zu­ar­bei­ten wä­re und war­um das sein müß­te – ger­ne über­se­he­ne ab­so­lu­te ba­sis­lek­tü­re über die po­li­ti­sche kul­tur hier

    über die wis­sen­schaft­lich ein­schlä­gi­gen na­tio­naso­zi­li­stes­ken tra­d­idion­s­strän­ge vom ka­tho­li­schen zen­trum in die cdu über die ade­nau­er­gang den nun­ti­us pacel­li und den in­du­strie­club bis zu kochs »ju­den­geld« und stoi­bers »durch­rass­te ge­sell­schaft« müs­sen wir nicht wei­ter re­den nach­dem mer­kel die stein­bach aus eben­die­sem grun­de ab­ge­mei­ert hat

    bin mir mit mei­nen be­rufs­kol­le­gen pis­pers und schmick­ler auch da ei­nig

    für tra­di­ti­ons­er­hal­tung ist nicht wich­tig wie vie­le in der cdu so den­ken son­dern wie wik­mäch­tig sol­che sind – per­zep­ti­ons­for­schung!

    un­ter »kuhls ko­lum­ne« fin­den sie im netz »der na­zi in mir«

    wei­te­re un­be­zahl­te nach­hil­fe möch­te ich je­man­dem dem die hö­he­re in­tel­li­genz an­de­rer zu blöd ist nicht ge­ben

    viel­leicht wird ja mal was aus ih­rer sei­te hier

    #26