Er­kennt­nis

Ein Reh nä­hert sich, um­kreist mich lang­sam, schaut mich von ver­schie­de­nen Stand­punkten an. Die auf­ge­stell­ten Oh­ren be­we­gen sich vor­sich­tig, mit win­zi­gen Rucken, fast wie ein Zit­tern, aber es ist kein Zit­tern, es sind vor­sätz­li­che Rucke. An den Oh­ren – mehr als an den fra­gen­den Au­gen – er­ken­ne ich, wie es von mir denkt. Das Reh voll­zieht ei­ne gei­sti­ge An­nä­he­rung, An­nä­he­rung und Ent­fer­nung, Will­kom­men und Ab­schied. Nach ei­ner Wei­le hat es ge­nug er­kannt und zieht sich zu­rück in den Wald, geht sei­ner We­ge. Ein Gong­klang steigt aus der grü­nen, rot ge­spren­kel­ten Tie­fe her­auf, schwebt in der Klar­heit hoch über dem Mee­res­spie­gel und ver­bin­det das Reh und mich für ei­ne wei­te­re (letz­te) Wei­le, als wür­de sich der Klang im Sicht­ba­ren re­flek­tie­ren.

Kennst du den Kon­junk­tiv, Reh, die Mög­lich­keits­form?