Der Rück­gang, der kei­ner ist

Die Weis­hei­ten der werk­täg­li­chen Bör­sen­sen­dung in der ARD sind zu­meist eh nur von be­schei­de­nem Rang. Da wird mit Zah­len jon­gliert und auch schon mal Sta­ti­sti­ken falsch aus­ge­wer­tet. Haupt­sa­che, die ge­ra­de gän­gi­ge Mei­nung (es sei al­les »grau und trost­los«) in den »Er­war­tungs­ba­ro­me­tern« wird ent­spre­chend be­bil­dert.

So ging es auch am 17.07., als das der­zeit sin­ken­de Wachs­tum Chi­nas halb tri­um­phal, halb re­si­gna­tiv ver­mel­det wur­de. Im zwei­ten Quar­tal wach­se die Wirt­schaft dort »nur« noch um 7,6% (was zwar im Ver­hält­nis zu Eu­ro­pa »mär­chen­haf­te« Zu­stän­de sei­en, aber im Ver­gleich zum durch­schnitt­li­chen Wachs­tum Chi­nas im Jahr 2007 mit 14% ein Rück­gang vom 46%. Die­se Aus­sa­ge wird mit ei­ner Gra­phik un­ter­stützt und wört­lich sagt der Be­richt­erstat­ter Mar­kus Gür­ne: »Bin­nen fünf Jah­ren ging es al­so um 46% berg­ab.«

Screenshot  "Börse im Ersten" 17.07.2012

Screen­shot »Bör­se im Er­sten« 17.07.2012

Gra­phik und Ton sug­ge­riert, die Wirt­schaft sei vom da­ma­li­gen Wachs­tum von 14% auf 7,6% ge­schrumpft. Das ist falsch. Zu­rück­ge­gan­gen ist da gar nichts. Das Wirtschafts­wachstum ist nur lang­sa­mer ge­wor­den. Wenn ei­ne Wirt­schaft um 14% wächst und da­nach um 7% be­zie­hen sich die 7% auf die um 14% ge­wach­se­ne Wirt­schaft. Die Gra­phik hät­te ad­di­tiv sein müs­sen. Das ist un­ge­wöhn­lich. Aber der Pfeil nach un­ten ist – mit Ver­laub – un­se­ri­ös.

Halb­sei­den ist auch das Vor­ge­hen, aus­ge­rech­net das Jahr des höch­sten Wachs­tums als Re­fe­renz­grö­sse her­an­zu­zie­hen. Im Ver­gleich mit den Jah­ren 2009–2011 fällt die Ver­lang­sa­mung des Wirt­schafts­wachs­tums durch­aus ver­hal­te­ner aus. Die Gra­phik, die man min­de­stens zu­sätz­lich hät­te zei­gen müs­sen, ist die des BIP in Chi­na. Aber dann hät­te man ge­se­hen, dass es ei­gent­lich im­mer noch nach oben geht. Das hät­te nicht zur Re­gen­stim­mung ge­passt.

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32 Kommentare zu »Der Rück­gang, der kei­ner ist«:

  1. Marcuccio sagt:

    So wie man sa­gen kann: Glau­be kei­ner Sta­ti­stik die du nicht selbst ge­fälscht hast, so müss­te man heu­te er­gän­zen: Miss­traue je­der In­fo­gra­fik die du nicht selbst ge­malt hast. Zur Ver­tei­di­gung des Pfeils nach un­ten sei aber ge­sagt, dass je­des Kon­junk­tur­pro­gno­se so ar­bei­tet. 7,6% – das wä­re mit eu­ro­päi­schen Maß­stä­ben üb­ri­gens im­mer noch deut­sches Wirt­schafts­wun­der, aka »Auf­hol­wachs­tum« in den FÜnf­zi­gern.

    #1

  2. Nein, lie­ber Mar­cuc­cio, ich mag den Pfeil nicht ver­tei­di­gen. Selbst dass sol­che Dar­stel­lun­gen üb­lich sind, recht­fer­tigt sie nicht in Ver­bin­dung mit der Aus­sa­ge »Bin­nen 5 Jah­ren ging es al­so um 46% berg­ab«. Das ist kom­plet­ter Un­sinn. Zwi­schen 2008 und 2011 ad­dier­te sich das Wirt­schafts­wachs­tum um mehr als 38%. Für 2012 wird im Schnitt ir­gend et­was um 8% er­war­tet. Tat­säch­lich sind es al­so 46% mehr und nicht 46% we­ni­ger (schon klar, dass die­se Be­rech­nung auf der Dif­fe­renz zwi­schen 14 und 7,6 be­ruht). Dass da et­was »berg­ab« führt, ist ei­ne be­wuß­te Täu­schung des Zu­schau­ers um ei­ne Ent­wick­lung zu skan­da­li­sie­ren, die nicht skan­da­li­sier­bar ist.

    Ich ver­lan­ge ja von ei­ner 3-Mi­nu­ten-Sen­dung gar nicht die Fra­ge nach der in­fla­ti­ons­be­rei­nig­ten Zahl zu stel­len (das sä­he dann tat­säch­lich »schlech­ter« aus). Ge­schwei­ge denn die »Sy­stem­fra­ge« nach der Sinn­haf­tig­keit des BIP als Maß­stab für »Wachs­tum«.

    Aber ein Min­dest­maß an Se­rio­si­tät... Ja, ich bin ja schon still.

    #2

  3. Tim sagt:

    Was will man von ei­nem Bou­le­vard­sen­der schon er­war­ten ...

    #3

  4. Matthias sagt:

    Es ist – wie so oft – ei­ne Fra­ge der rich­ti­gen Wor­te. Tat­säch­lich ist der An­stieg des Wachs­tums (neh­men wir mal an, dass die ge­nann­ten Zah­len stim­men) um 46% zu­rück­ge­gan­gen (aber nicht das Wachs­tum selbst). Die Gra­fik dürf­te aber auch nicht ‘ad­di­tiv’ sein, wie im Text sug­ge­riert. Viel­mehr wur­den die 100% die da wa­ren zu­nächst um 14% ge­stei­gert und dann noch mal um 7,6%. Das wür­de ei­nen ‘mul­ti­pli­ka­ti­ven’ Zu­sam­men­hang ge­ne­rie­ren (100 * 1,14 * 1,076). Tat­säch­lich scheint es aber so zu sein, wenn man sich die Zah­len ge­nau­er an­schaut und die Un­ter­ti­tel, dass hier ein Durch­schnitts­wert von 2007 mit ei­nem Quar­tals­wert von 2012 ver­gli­chen wird. Letz­te­rer dürf­te sich auf das glei­che Quar­tal 2011 be­zie­hen, al­so auch nichts mit den 14% aus der er­sten Säu­le zu tun ha­ben. Con­clu­sio: Kri­tik an der Gra­fik ist be­rech­tigt aber sach­lich falsch und Ma­the­ma­tik ist ein schö­nes Fach. :-)

    #4

  5. Philip sagt:

    Mat­thi­as: Im­mer noch nicht ganz rich­tig. Nicht der An­stieg des Wachs­tums ist zu­rück­ge­gan­gen, das Wachs­tum ist zu­rück­ge­gan­gen, der An­stieg des Wachs­tums al­so ne­ga­tiv, das Wachs­tum po­si­tiv, aber rück­läu­fig, die Wirt­schafts­kraft ins­ge­samt wach­send, aber lang­sa­mer als frü­her.

    Und ma­the­ma­tisch am schön­sten wä­re ein log-sca­le-Dia­gramm, in dem dann 14% (ge­nau log(1,14) = 13,11%) und 7,6% (ge­nau log(1,076)=7,33%) tat­säch­lich ad­di­tiv dar­ge­stellt wür­den. Bei die­sen re­la­tiv klei­nen Zah­len fällt der Un­ter­schied nicht so ins Au­ge.

    Wie we­nig die Me­di­en da­von ver­ste­hen, kann man zur Zeit dar­an se­hen, dass so­wohl der Deutsch­land­funk als auch die Ta­ges­schau be­haup­ten, 374 (Eu­ro im Mo­nat) sei­en 40% mehr als 225. Es geht um die Asyl­be­wer­ber­lei­stun­gen im Ver­gleich zu Hartz IV, und dass 40 Pro­zent we­ni­ger eben nicht 40 Pro­zent mehr be­deu­tet, scheint da den Re­dak­tio­nen ein­fach deut­lich zu viel Ma­the­ma­tik zu sein.

    #5

  6. TG sagt:

    Be­zo­gen auf die »Mess­grö­ße« Wirt­schafts­wachs­tum scheint der Be­richt rich­tig zu sein (sie­he http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswachstum. Das pro­zen­tua­le Wachs­tum ist tat­säch­lich klei­ner ge­wor­den. Da muss auch nichts ad­di­tiv dar­ge­stellt wer­den. Was Du ver­mut­lich meinst, ist das Brut­to­in­lands­pro­dukt, wel­ches dau­er­haft ge­stie­gen ist, nur zu­letzt et­was lang­sa­mer.
    Die­se Be­trach­tung von Dif­fe­ren­zen ist für den nor­ma­len Zu­schau­er, ins­be­son­de­re in der kur­zen Zeit, nicht ver­ständ­lich. Zu­dem sind es auch noch pro­zen­tua­le Wer­te, de­ren Be­zugs­grö­ße sich de­fi­ni­ti­ons­ge­mäß re­gel­mä­ßig än­dert (hier wohl jähr­lich).
    Je­den­falls ist das kei­ne be­wuss­te Täu­schung des Zu­schau­ers, denn dann müss­te die ARD mit selbst­er­fun­de­nen, ver­wir­ren­den Grö­ßen ar­bei­ten. Sie ar­bei­tet al­ler­dings mit fach­lich an­er­kann­ten, ver­wir­ren­den Grö­ßen.
    Der ARD kannst Du be­sten­falls vor­wer­fen, dass sie sich ei­nen be­lie­bi­gen Ver­gleich­zeit­punkt (be­son­ders ho­hes Wachs­tum?) raus­ge­sucht hat und den Ver­lauf in den Jah­ren da­zwi­schen igno­riert hat (lang­sa­mer Rück­gang ist was an­de­res als ein plötz­li­cher Rück­gang).

    #6

  7. @Matthias
    Ja, Ma­the­ma­tik ist ein schö­nes Fach. Ei­ne ad­di­ti­ve Dar­stel­lung wä­re tat­säch­lich nicht kor­rekt, wür­de aber zu­min­dest das Ver­fah­ren da­hin er­läu­tern, dass im­mer wie­der neu Be­zug auf die ak­tu­el­le Grö­ße ge­nom­men wird. Ei­ne mul­ti­pli­ka­to­ri­sche Dar­stel­lung (qua­si al­so Zin­ses­zins-Rech­nung) er­war­te ich ja erst gar nicht.

    Es ist wohl da­von aus­zu­ge­hen, dass der ge­nann­te Quar­tals­wert sich auf den Quar­tals­wert des ver­gan­ge­nen Jah­res be­zieht. Da­bei kann man sehr wohl den Jah­res­wert als Ver­gleichs­grö­ße her­an­zie­hen, wenn man da­von aus­geht, dass die Wirt­schaft sich ten­den­zi­ell im Rah­men des Q2/2012 be­wegt. Die­ses pro­gno­sti­sche Ver­fah­ren ist nicht un­se­riö­ser wie al­le an­de­ren Pro­gno­sen und Ta­bel­len auch. Prä­zi­ser wä­re es ge­we­sen wie der »Spie­gel« vor­zu­ge­hen. Der schreibt, dass das Wachs­tum im 1. Quar­tal 2012 bei 8,1 % ge­le­gen ha­be, in Q2/2012 bei 7,6 %. Dem­nach wä­re der »Rück­gang« ge­mäss der ARD-Rech­nung 6,5%. Aber ich be­har­re auf der Dar­stel­lung, dass es kein Rück­gang ist, son­dern nur ei­ne Ver­lang­sa­mung des Wachs­tums­pro­zes­ses. Der Duk­tus ist falsch.

    #7

  8. JJPreston sagt:

    Da lässt sich über Ma­the­ma­tik und Bör­sen­tech­ni­sches pri­ma strei­ten, das se­he ich ein, aber Ihr al­le über­seht et­was:
    Die­se Vi­sua­li­sie­rung ist nichts an­de­res als die Ab­bil­dung des Bör­sia­ner-Selbst­ver­ständ­nis­ses. Wenn die Wirt­schaft im Vor­jahr um 14 Pro­zent ge­wach­sen ist und für das Fol­ge­jahr mit 7 Pro­zent Plus pro­gno­sti­ziert wird, dann sind das für ei­nen Bör­sia­ner aus­ge­spro­chen schlech­te Nach­rich­ten. Pas­siert das ei­nem DAX-Un­ter­neh­men, dann er­klärt der net­te Mick Knauff auf N24 freund­lich, dass das Un­ter­neh­men hin­ter den be­reits ein­ge­preis­ten Ge­winn­erwar­tun­gen zu­rück­bleibt und es da­für mit ei­nem deut­li­chen Kurs­rutsch ab­ge­straft wird. Und das ist seit min­de­stens 20 Jah­ren im­mer das glei­che. Nur der Grad des ver­nunft­be­frei­ten und gier­ge­steu­er­ten Den­kens hat mit glei­cher In­ten­si­tät zu­ge­nom­men wie die mög­li­che Han­dels­ge­schwin­dig­keit. Bes­ser ge­sagt: Da wird – wie Knauff und Co. im­mer so schön aus­drücken – schnell »re­agiert« an­statt nach­ge­dacht, und das ist die größt­mög­li­che Be­dro­hung für die Ak­ti­en­märk­te.
    Das ei­gent­li­che Dra­ma ist doch, dass sich das dort, wo es je­den be­trifft, eben­so fort­setzt: In der Po­li­tik. Die ver­schie­de­nen Bun­des­re­gie­run­gen fin­gen und fan­gen an zu ju­beln, wenn sie die Neu­ver­schul­dung um 10 Pro­zent sen­ken konnten/können. Neu­ver­schul­dung! Das heißt, der Schul­den­berg wird trotz­dem grö­ßer – nur nicht mehr ganz so schnell. Aber da­mit hat man ja die ei­ge­nen Schul­den im Griff, gel­le?
    Was ha­ben sol­che Leu­te noch mit dem ech­ten Le­ben zu tun?

    #8

  9. @JJPreston
    Ja, »Neu­ver­schul­dung«! Auch so ein Wort aus ei­nem Par­al­lel­uni­ver­sum. (Schlägt aber im­mer noch nicht das »Mi­nus­wachs­tum«.)

    #9

  10. Dodo sagt:

    In mei­nen Au­gen ist die Gra­fik rich­tig ge­wählt. Da die Über­schrift klar an­zeigt, dass die Wachs­tums­ra­ten ver­gli­chen wer­den, muss der Bal­ken für 2012 na­tür­lich halb so groß sein wie der von 2007. Die Aus­sa­ge ist in dem Bei­trag ei­gent­lich auch recht deut­lich ge­wor­den. Ich kann die Kri­tik nicht nach­voll­zie­hen.

    #10

  11. Philip sagt:

    Üb­ri­gens sind Wachs­tums­zah­len für die Ge­samt­wirt­schaft im­mer »in­fla­ti­ons­be­rei­nigt« zu ver­ste­hen. Das sagt nie­mand, ist aber so Tra­di­ti­on. (Das heißt, die In­fla­ti­on wird her­aus­ge­rech­net, was ei­ne tol­le Ge­le­gen­heit zum Schum­meln ist, weil man im Zwei­fels­fall tech­ni­sche Ver­än­de­run­gen als tol­les Wirt­schafts­wachs­tum und nicht als doo­fe In­fla­ti­on ab­rech­nen kann—auch wenn man sich dar­über strei­ten kann, ob die Ver­än­de­rung ei­ne wirk­li­che Ver­bes­se­rung dar­stellt). Fast im­mer, wie auch in die­sem Fall, wird auf das gan­ze Jahr hoch­ge­rech­net.

    Auf gar kei­nen Fall ist das Re­al­wachs­tum in Chi­na ne­ga­tiv oder auch nur un­ge­fähr null: die In­fla­ti­ons­ra­te liegt zwar auch so um die 7% p.a., aber die 7,6%-Zahl ist halt schon in­fla­ti­ons­be­rei­nigt.

    #11

  12. c sagt:

    Über die Aus­wahl der zu ver­glei­chen­den Zeit­räu­me lässt sich strei­ten.

    Gra­fik und Ton aber sug­ge­rie­ren kei­nes­wegs, die Wirt­schaft sei ge­schrumpft! Es ist al­lein die Re­de vom Wachs­tum und die­ses ist zwi­schen den be­trach­te­ten Zeit­räu­men of­fen­bar sehr wohl ge­schrumpft.
    Der Feh­ler liegt hier bei dem­je­ni­gen, der dar­aus den Schluss zieht, die Wirt­schaft selbst sei ge­schrumpft. Ich schlie­ße mich Do­do an.

    #12

  13. @Dodo @c
    Es heißt aus­drück­lich: »Bin­nen fünf Jah­ren ging es...um 46% berg­ab.« Und das ist und bleibt Blöd­sinn.

    #13

  14. @Philip
    Dan­ke für den Hin­weis. Hier sieht es ja noch so aus, als sei die In­fla­ti­on auf dem Rück­zug. Tat­säch­lich – und das sa­gen mir auch chi­ne­si­sche Ge­schäfts­part­ner – stei­gen die Prei­se auch für exi­sten­ti­el­le Din­ge (Wohn­raum, Le­bens­mit­tel) im­mer noch ra­sant. SZ und Die »New York Times« se­hen hier ei­ne gro­ße Ge­fahr für die Welt­wirt­schaft. Dort steht ja auch, dass die of­fi­zi­el­len Zah­len nicht un­be­dingt stim­men. Sie er­schei­nen recht se­lek­tiv er­ho­ben.

    #14

  15. c sagt:

    @Gregor Keu­sch­nig
    Aber es ging doch wirk­lich um 46% berg­ab, es, das Wirt­schafts­wachs­tum (nicht die Wirt­schaft selbst, aber das be­haup­tet der Bei­trag auch nicht)! Hier wur­de das Wachs­tum von 2007 als Be­zugs­punkt ge­wählt. 6,4 Pro­zent­punk­te berg­ab sind re­la­tiv zu 14% ein Schrump­fen von 46%.

    Be­trach­te die Wirt­schaft als Funk­ti­on und das Wachs­tum als de­ren Ab­lei­tung. Ein fal­len­des Wachs­tum im­pli­ziert kei­ne Ab­nah­me der Wirt­schaft.

    #15

  16. Max sagt:

    Sor­ry, aber wo ist das Pro­blem? Es geht hier nicht um die Wirt­schaft, son­dern um das Wachs­tum der Wirt­schaft.
    Grund­la­ge: Wirt­schaft im Jahr A = 100%
    Ver­gleich im Jahr B: um 14% zum Vor­jahr ge­wach­sen = 114%
    Ver­gleich im Jahr C (Grund­la­ge hier Jahr B = 100%): um 7% zum Vor­jahr ge­wach­sen = 107%

    Im Jahr 2 ist die Wirt­schaft

    #16

  17. @ c
    Na­tür­lich be­deu­tet ein »fal­len­des Wachs­tum« (was ist das?) kei­ne »Ab­nah­me« der Wirt­schaft. Aber ex­akt dies wird so­wohl mit dem Dia­gramm als auch mit der Aus­sa­ge sug­ge­riert. Wachs­tum bleibt Wachs­tum – ob dies nun 14% oder 7,6% be­trägt. Hier ging es dar­um, mit der Zahl »46%« ei­nen Ab­stieg zu do­ku­men­tie­ren, der in die­ser Form gar nicht exi­stiert. Da­her wer­den die Grö­ßen 14% und 7,6% in ei­ne Re­la­ti­on ge­bracht, die ich min­de­stens als frag­wür­dig be­trach­te. Hin­zu kommt, dass man sich aus­ge­rech­net den Zeit­raum als Re­fe­renz­grö­ße aus­ge­sucht hat, in der pro­zen­tu­al das höch­ste Wachs­tum der letz­ten 20 Jah­re er­reicht wur­de

    Wenn, dann hät­te man viel­leicht die­se Gra­phik zei­gen kön­nen, die min­de­stens das Ni­veau auf­zeigt. Oder, noch bes­ser, ei­ne Gra­phik wie hier vor­ge­schla­gen wird. Bei­des eig­net sich je­doch nicht be­son­ders gut für die im Kon­text des ge­sam­ten Bei­trags ste­hen­de The­se, dass es ir­gend­wie im Mo­ment berg­ab geht.

    Hin­zu kommt noch et­was an­de­res: Ich kann mich noch dar­an er­in­nern, dass in den Me­di­en (und auch in die­ser Sen­dung) vor noch nicht ein­mal an­dert­halb Jah­ren auf die Ge­fahr ei­nes zu gro­ßen Booms in der chi­ne­si­schen Kon­junk­tur be­han­delt wur­de hier oder hier. Der Staat re­gu­lier­te mit fi­nanz­po­li­ti­schen Mit­teln, dass das Wachs­tum nicht zu schnell an­stieg.

    #17

  18. Birnen&Aepfel sagt:

    Ich muss das Fol­gen­de mal los­wer­den, weil das noch kei­ner an­ge­merkt hat (und zu sol­chen Sta­ti­sti­ken sel­ten je­mand er­wa­ehnt): -46% ist ein re­la­ti­ver Wert! Und zwar wer­den hier das ja­ehr­lich Wachs­tum im Ver­gleich zum Vor­jahr von 2007 mit dem 2012 ver­gli­chen. Das kann man ma­chen, hat aber nicht viel Aus­sa­ge­kraft, wenn man sich nicht im Kla­ren daru­e­ber ist, was die­se Zah­len ei­gent­lich aus­sa­gen!
    Ba­sie­rend auf Zah­len von http://de.statista.com/statistik/daten/studie/14560/umfrage/wachstum-des-bruttoinlandsprodukts-in-china/ aus den letz­ten Jah­ren seit 2007 sah/sieht das Wachs­tum des BIP wie folgt aus: der Start­wert aus 2006 sei 1 (es war wohl da­mals ein BIP von 2.713 MrdUSD, aber wie schon je­mand rich­tig ge­schrie­ben hat, kann man die ab­so­lu­ten Zah­len der Jah­re nicht mit­ein­an­der ver­glei­chen, da dann In­fla­ti­on sich am Wachs­tum be­tei­li­gen wu­er­de: z.B. in 2007 war das BIP 3.494 MrdUSD, al­so ein »An­stieg« von mehr als 28% (»Geld von ge­stern« ver­gli­chen mit »Geld von heu­te«)). Al­so: +14,16% in 2007 gibt 1,1416, +9.64% in 2008 gibt 1,2516 (das sind 11% mehr als 2007 im Ver­gleich zum Start­wert 1 in 2007), +9,21% in 2009 gibt 1,3669 (11,5% mehr als 2008 im Ver­gleich zum Start­wert von 2007), +10,45% in 2010 gibt 1,5098 (14,3% mehr als 2009 im Ver­gleich zum Start­wert 1 von 2007), +9,24% in 2011 gibt 1,6493 (13,9% mehr als 2010 im Ver­gleich zum Start­wert 1 von 2007), +7,6% in 2012 (die Schaet­zung fu­er 2012 ist ue­b­ri­gens 8,2%) gibt 1,7746 (12,5% mehr als 2011 im Ver­gleich zum Start­wert 1 von 2007). So­mit: ab­so­lut wu­er­de das Wachs­tum nur un­merk­lich zu­ru­eck­ge­hen; um­so »un­merk­li­cher«, nimmt man die Schaet­zung fu­er 2012: 8,2% gibt 1,7845 und das sind 13,5% mehr als 2011 im Ver­gleich zum Start­wert in 2007, so­mit in na­he­zu gleich gro­sses ab­so­lu­tes Wachs­tum wie von 2006 auf 2007.

    #18

  19. Hans sagt:

    Ich kann Ih­re Kri­tik nur teil­wei­se nach­voll­zie­hen. Tat­säch­lich hat ein Rück­gang des Wachs­tums statt­ge­fun­den (Wachs­tum = 1. Ab­lei­tung d. Wirt­schafts­lei­stung, Rück­gang des Wachs­tums = 1. Ab­lei­tung sin­kend / 2. Ab­lei­tung ne­ga­tiv / »Rechts­kur­ve«, was na­tür­lich nicht heisst, dass die Wirt­schafts­lei­stung selbst eben­falls sinkt). Es bleibt al­so an Kri­tik le­dig­lich die ten­den­tiö­se Aus­wahl von Kenn­zahl und Ver­gleichs­jahr, die von Men­schen mit man­geln­dem Zah­len­ver­ständ­nis leicht fehl­in­ter­pre­tiert wer­den kann. Die­se Kri­tik lässt sich aber bei na­he­zu je­der Ver­wen­dung von Zah­len in den Mas­sen­me­di­en an­wen­den.

    #19

  20. JJPreston sagt:

    »Der Staat re­gu­lier­te mit fi­nanz­po­li­ti­schen Mit­teln, dass das Wachs­tum nicht zu schnell an­stieg.«

    Was ge­nau mei­nen Sie jetzt wie­der da­mit?
    – Dass nicht im Jahr n 10% Wachs­tum herr­sche, im Jahr n+1 11%, im Jahr n+2 12% usw. (so dass die Wirt­schaft im Jahr n+5 im Ver­gleich zum Jahr n-1 um 102,589 % ge­stie­gen ist – al­so mehr als ei­ne Ver­dop­pe­lung der Wirt­schafts­lei­stung bin­nen 6 Jah­ren, in die­sem Bei­spiel), oder
    – dass DIE WIRTSCHAFT nicht zu schnell an­steigt (d.h. bei­spiels­wei­se im Jahr n 14%, n+1 7%, n+2 4%, n+3 6%, n+4 2%, n+5 3% – da­mit wä­re die Wirt­schafts­lei­stung im Jahr n+5 im Ver­gleich zu n-1 »nur« um 41,275% ge­stie­gen)

    #20

  21. @Hans
    Mir ist die­se Pau­schal­kri­tik ein biss­chen zu ein­fach. Na­tür­lich wer­den Sta­ti­sti­ken auch als ten­den­ziö­se In­stru­men­ta­ri­en miß­braucht. In »Pay­back« gibt Frank Schirr­ma­cher ein Bei­spiel. Ärz­te und Kran­ken­kas­sen de­kla­mier­ten mit Au­to­ri­tät, dass das Brust­krebs­ri­si­ko bei ei­ner be­stimm­ten Vor­sor­ge­un­ter­su­chung (dem Scree­ning) um 20% sin­ken wür­de. Die Zahl sug­ge­riert, dass durch recht­zei­ti­ge Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen 20 von 100 Frau­en so­zu­sa­gen »ge­ret­tet« wer­den könn­ten. Das ist je­doch falsch. »Es heißt nur«, so Schirr­ma­cher, »dass von tau­send Frau­en, die sich kei­nem Scree­ning un­ter­zie­hen, fünf ster­ben, und von tau­send Frau­en, die ei­nes ma­chen, vier ster­ben wer­den. Der Un­ter­schied von vier zu fünf er­gibt die zwan­zig Pro­zent.«

    Die Si­tua­ti­on ist im vor­lie­gen­den Fall ähn­lich. Es soll mit ei­ner mas­si­ven Zahl et­was vor­ge­täuscht wer­den.

    Noch ein Bei­spiel: Hier wird das Wirt­schafts­wachs­tum der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land seit 1970 gra­phisch dar­ge­stellt. Die kri­sen­haf­te Del­le von 2009 fällt na­tür­lich be­son­ders stark ins Au­ge. Da­nach geht es dann wie­der ra­sant nach oben. Be­trach­tet man je­doch das Brut­to­in­lands­pro­dukt ins­ge­samt, so fällt nicht nur die Del­le (na­tur­ge­mäß) klei­ner aus. Tat­säch­lich ist der rea­le Wert für 2010 so­gar noch nied­ri­ger als 2009 (3,2589 vs. 3.2986). Die vor­he­ri­ge Gra­phik zeigt je­doch ein »Wachs­tum« an. Das Ge­heim­nis liegt wohl dar­in, dass das BIP je­weils in US-Dol­lar um­ge­rech­net wur­de. Die Zah­len in Eu­ro stel­len sich so dar.

    @ JJ­Pres­ton
    Voll­kom­men be­rech­tig­ter Ein­wand zu mei­nem Kom­men­tar. Dan­ke.

    #21

  22. semper idem sagt:

    Wenn zwei Pro­zent­zah­len (die auf un­ter­schied­li­chen Ba­sis­grö­ßen be­ru­hen) mit­ein­an­der wie­der­um mit Hil­fe ei­ner Pro­zent­zahl ver­gli­chen wer­den, so ist das schon ei­ne ziem­lich ge­wag­te Kon­struk­ti­on.

    Das wird m.E. je­den­falls den ein­fa­chen Zu­schau­er eher ver­wir­ren als schlau­er ma­chen.

    #22

  23. Kontext ist alles sagt:

    Die Ab­lei­tung (Wachs­tum) und manch­mal zwei­te Ab­lei­tung (die -46%) wird vom Pro­fi ge­nutzt um an­hand der Vor­zei­chen Din­ge zu wis­sen.
    Nor­ma­le Leu­te oder Pres­se soll­te so­was mit Vor­sicht nut­zen oder wenn, dann kor­rekt und den laut De­fi­ni­ti­on »ober­fläch­li­chen (nied­rig ge­bil­de­ten) Ge­le­gen­heits­le­ser« un­ter­stel­len da­mit die schlau­en Leu­te aber auch die un­ge­bil­de­ten klar und kor­rekt Be­scheid wis­sen.

    Oh­ne Ab­mah­nun­gen, Tri­vi­al­pa­ten­te und an­de­re Re­gu­la­ri­en hät­te ich längst ein Er­klär-Wi­ki auf­ge­setzt wel­ches frü­her oder spä­ter auch Re­por­ter und Jour­na­li­sten nut­zen wür­den um sinn­vol­ler zu er­klä­ren.

    Bei den Zin­sen von den Mi­cro­kre­dit­ban­ken des No­bel­preis­trä­gers wird auch im­mer be­haup­tet, die­se wä­ren viel zu hoch. Al­ler­dings muss man ei­nen Teil des Ei­gen­ka­pi­tals sel­ber an­spa­ren und kriegt dar­auf ho­he Zin­sen und die In­fla­ti­on in die­sen Län­dern ist hoch aber auch das Wirt­schafts­wachs­tum.
    Es ist al­so gar nicht re­le­vant ob Chi­na um 20 oder 2% wächst son­dern wie viel Be­völ­ke­rung und po­ten­ti­el­le Ar­bei­ter zu ver­sor­gen sind. Sta­gnie­ren­de Län­der oh­ne Über­völ­ke­rung sind mit 2% al­so viel­leicht gut be­dient. Die BRICs mit 20% Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit und Groß­fa­mi­li­en bräuch­ten viel­leicht 20–50% Wachs­tum um al­len an­stän­di­ge Ar­beit und Le­bens­be­din­gun­gen zu ver­schaf­fen.

    Bei Formel1 wird bes­ser be­rich­tet als bei ARD. Da wird näm­lich ab­ge­schätzt ob die Geg­ner schnel­ler oder lang­sa­mer sind und ob man in­clu­si­ve Rei­fen­wech­seln sei­ne Po­si­ti­on hal­ten oder ver­bes­sern oder ver­lie­ren wird und man wür­de sich ei­ne App wün­schen wo man das krass se­hen kann wie in ei­ner Crow­der­stell­ten Run­den-Speed-Ex­cel-Ta­bel­le mit gra­phisch ein­leuch­ten­den Dar­stel­lun­gen. Fuß­ball mit den Punk­ten und wel­che Kom­bi­na­tio­nen man für den Sieg der Bun­des­li­ga (oder ei­nen si­che­ren Nicht-Ab­stiegs­platz) braucht wird weit­aus schlech­ter er­klärt und kei­ner scheint sel­ber mal hin­zu­ge­hen und mit Blei­stift die Op­tio­nen mal durch­zu­rech­nen. Wirt­schafts­pres­se ist oft noch viel schlech­ter. Das The­ma scheint wohl nicht so wich­tig zu sein. Für Stimm­ver­tei­lun­gen nach Wah­len ha­be ich mir in­zwi­schen sel­ber was ge­schrie­ben weil die Wäh­ler­wan­de­run­gen gut dar­ge­stellt wer­den, die mög­li­chen Ko­ali­tio­nen aber für mich völ­lig nichts­sa­gen­de Gra­fi­ken sind und man­che mög­li­che Ko­ali­tio­nen auch feh­len.

    Sol­che Din­ge könn­te man als Wi­ki pro­blem­los or­ga­ni­sie­ren und bes­ser dar­stel­len. Lei­der feh­len Or­ga­ni­sa­tio­nen (nicht Wi­ki­pe­dia die ih­re Pro­ble­me we­nig er­kennt) die dar­an In­ter­es­se ha­ben und schüt­zen.

    Bei TV, Ra­dio und Print hat man nur ein paar Se­kun­den oder Wor­te und pickt die re­le­van­ten In­fos her­aus. Bei On­line-Be­rich­ten müss­te man kor­rek­ter­wei­se aber al­le Zah­len in $ und Eu­ro und Ge­win­ne, Vor­quar­ta­le, in Ab­so­lut und Pro­zent usw. als net­te (ger­ne tem­pla­te­ba­sier­te) Ta­bel­le dar­stel­len wo­zu in Print kein Platz ist und man sich dann Din­ge fra­gen und sel­ber rech­nen muss. On­line ist Voll­kost mit Platz und al­len re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen (ggf. per Klick er­reich­bar) und Print nur klei­nes, kur­zes, schnel­les Fast­food-Bröt­chen.
    Trotz­dem recht­fer­tigt Kür­ze (hier bei TV-Be­rich­ten) kei­ne mis­ver­ständ­li­che Dar­stel­lung.

    Die Fra­ge ist, wie man so­was knapp und kor­rekt dar­stellt. Die Wirt­schaft wuchs um 14% und jetzt nur noch um 7%. Man be­kam frü­her je­des Jahr ei­ne Be­för­de­rung (oder Fir­men-ipho­ne oder Fir­men-Au­to) und jetzt nur noch al­le zwei Jah­re oder die Stör­che war­fen je­des Jahr zwei Ba­bies und jetzt nur noch ei­nes. Die Hun­de­ta­feln wach­sen nur noch halb so schnell. Das Wachs­tum hat sich al­so hal­biert. Wie man sieht ge­hört auch noch Kon­text da­zu. Bei Chi­na die Be­völ­ke­rungs­zahl-Ent­wick­lung der Ar­bei­ter. Ein Ipho­ne kriegt län­ger Up­dates als ein An­dro­id wel­ches nach ei­nem Jahr oft schon »ab­ge­hängt« ist. Bei ei­nem Fir­men­au­to ist es nicht scha­de wenn man es län­ger nutzt. Bei den Hun­de­ta­feln wä­re re­le­vant wie vie­le Hart­z4-Hun­de da­zu­kom­men oder ent­fal­len bzw. für wie viel Ta­ge die Ra­tio­nen pro Hund rei­chen um zu se­hen was das lang­sa­me­re Wachs­tum be­deu­tet.
    Kon­text ist al­les.

    #23

  24. poochiee sagt:

    Hal­lo zu­sam­men,

    Die­se Kri­tik ist ein­fach nur al­bern und pein­lich. Sämt­li­che Zah­len der ARD Sen­dung sind zwar auf das al­ler­nö­tig­ste be­schränkt aber nun­mal rich­tig. Egal ob dir das ge­fällt oder nicht!

    Beim gan­zen Ar­ti­kel und so man­chem Kom­men­tar­schrei­ber wun­dert man sich nur noch über die zur Schau ge­stell­te Ar­ro­ganz. Frei nach dem Mot­to : »Al­le (Dep­pen) au­ßer mir ha­ben es wahr­schein­lich falsch interpretiert...sind die doof«. We­der die Fein­hei­ten der Volks­wirt­schaft­leh­re noch die der Sta­ti­stik las­sen mal so eben in 5 Mi­nu­ten er­klä­ren. Kon­se­quenz kann aber doch nicht sein sämt­li­che In­for­ma­ti­ons­sen­dun­gen auf das Ni­veau ei­nes Grund­schü­lers ab­zu­sen­ken oder bei der­ar­ti­gen Sen­dun­gen ein um­fas­sen­des Stu­di­um der o.g. Fach­rich­tun­gen gleich mit­zu­lie­fern.

    Kopf­schüt­teln­de Grü­ße
    poo­chiee

    #24

  25. @ poo­chiee
    Es gibt nur ei­nes, was noch schlim­mer ist als Ar­ro­ganz: Igno­ranz.

    #25

  26. poochiee sagt:

    @Gregor
    In dei­nem letz­ten Kom­men­tar hät­test du bei glei­chem Aus­sa­ge­ge­halt auch »so jung komm mer nim­ma zam« schrei­ben kön­nen.

    #26

  27. @poochiee
    Wä­re jetzt wie­der um sach­ge­rech­te Kom­men­ta­re dank­bar. Du­zen schät­ze ich nicht so. Dan­ke.

    #27

  28. poochiee sagt:

    @Gregor
    Kri­tik die ei­nem nicht passt kann man na­tür­lich auch ein­fach igno­rie­ren. Ver­mut­lich passt der Kom­men­tar von 15:00 doch. Viel Glück beim näch­sten Mal.

    #28

  29. @poochiee
    Die Tat­sa­che, dass Sie Ih­ren Kom­men­tar #24 als »Kri­tik« be­grei­fen, zeigt das Di­lem­ma deut­lich.

    #29

  30. Nils sagt:

    Und trotz­dem hat poo­chiee Recht: In der Gra­fik steht doch ganz klar die Über­schrift: Wirt­sch­fafts­WACHS­TUM – und nicht Wirt­schaft. Und das Wachs­tum hat eben ab­ge­nom­men von 14,0% auf 7,6%, da­her der Pfeil nach un­ten. Die Dar­stel­lung ist al­so voll­kom­men kor­rekt.

    Dei­ne Spe­ku­la­ti­on was an­de­re sich fal­ches da­bei den­ken, ist doch ab­surd.

    #30

  31. kienspan sagt:

    Da­von ab­ge­se­hen, dass Keu­sch­nig völ­lig zu­tref­fend die ten­den­ziö­se Dar­stel­lung des ARD-Re­dak­teurs kri­ti­sier­te, soll­ten ein­mal die Kon­se­quen­zen die­ser Wachs­tums­ra­ten ima­gi­niert wer­den. !4% jähr­li­ches Wachs­tum be­deu­te­te ei­ne Ver­dopp­lung der Wirt­schafts­lei­stung je fünf Jah­re. In zehn Jah­ren wür­de sie sich al­so ver­vier­facht ha­ben. In 20 Jah­ren wä­re die Wirt­schafts­lei­stung um ca. das 16-fa­che ge­stie­gen. Bei ei­ner jähr­li­chen Wachs­tums­ra­te von 7% wä­re die Wirt­schafts­lei­stung nach 20 jah­ren erst – aber im­mer­hin auch – ver­vier­facht. Res­sour­cen­ver­brauch (in­cl. En­er­gie) und Um­welt­be­la­stung wohl an­nä­hernd eben­so. Wol­len wir das? Geht das über­haupt? DAS sind die bren­nen­den Fra­gen, um de­ren Ant­wor­ten wir mit der­ar­ti­gen Bei­trä­gen lei­der be­tro­gen wer­den.

    Zu­wachs­ra­ten wer­den als li­ne­ar wahr­ge­nom­men und oh­ne jeg­li­che Vor­stel­lung von den Aus­wir­kun­gen auf die zu­grun­de lie­gen­de Grö­ße an­ge­wandt, wel­che aber tat­säch­lich ex­po­nen­ti­ell sind. Ich be­zeich­ne­te das als Per­fi­die der Son­der­klas­se, wä­re es Mar­kus Gür­ne, dem Mo­de­ra­tor je­nes ARD-Bei­tra­ges, be­wusst ge­we­sen, was er da ver­zapf­te. Viel eher hiel­te ich je­doch als zu­tref­fend, dass Gür­ne sich nicht vor­stel­len kann, dass sich li­nea­res Wachs­tum in ab­neh­men­den, sich je­weils auf das Vor­jahr be­zie­hen­den Zu­wachs­ra­ten aus­drückt. Des­halb wird der Rück­gang des Wachs­tums als be­droh­lich er­lebt und eben so be­rich­tet. Wer das für an­ge­bracht hält, hat kei­nen Blick für’s Gan­ze.

    #31

  32. @kienspan
    Sie ha­ben mit Ih­rem Ein­wand na­tür­lich voll­kom­men recht. Al­ler­dings er­war­te ich von ei­ner sol­chen Bör­sen­sen­dung (die zwi­schen 2 und 3 Mi­nu­ten dau­ert) sol­che Be­fra­gun­gen eher nicht. Hier wird eben sy­stem­im­ma­nent »ar­gu­men­tiert«. – Im üb­ri­gen ist die­se Form der ten­den­ziö­sen Aus­le­gung von Da­ten in­zwi­schen längst von der Fi­nanz- und Ge­schäfts­welt in an­de­re Funk­ti­ons­be­rei­che über­ge­schwappt.

    #32