
Manfred Osten war seit 1970 im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland tätig (am Ende Legationsrat I. Klasse) und von 1995–2004 Generalsekretär der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Ab Mitte der 1990er Jahre erschienen bei dctp einige Gespräche Ostens mit Alexander Kluge vor allem über Johann Wolfgang Goethe, aber auch über die japanische Kultur. Osten gilt als autodidaktisch geschulter Goethe Kenner. Große Aufmerksamkeit erreichte er mit seiner großartigen Studie Alles veloziferisch, in dem der Goethes Vorbehalte gegen eine zunehmend moderne und geschwindigkeitsorientierte Welt kommentierte.
Weniger bekannt ist Ostens Affinität zum Werk von Peter Handke. Die beiden lernten sich 1970 in Paris kennen; es war ein kurioses Treffen, zunächst ohne weitere Auswirklungen. 1979 nahm Osten erstmals brieflich Kontakt mit Handke auf und schickte ihm seine im Selbstverlag publizierten Hefte mit Gedichten. Der hieraus entstandene Briefwechsel wurde jetzt unter dem poetischen Titel »Sterne glänzend im angebissenen Apfel« (einem Zitat von Handke auf ein Gedicht Ostens) bei Wallstein in der Edition Petrarca-Reihe publiziert, herausgegeben von Katharina Pektor, die ein kundiges Nachwort beisteuert. Ein knappes Vorwort gibt es von Michael Krüger.
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