Ja­na Pu­glie­rin: Wer ver­tei­digt Eu­ro­pa?

Jana Puglierin: Wer verteidigt Europa?
Ja­na Pu­glie­rin:
Wer ver­tei­digt Eu­ro­pa?

Wer ver­tei­digt Eu­ro­pa? be­ginnt mit ei­nem Sze­na­rio. Es ist 2029, in Deutsch­land ist ei­ne schwarz-ro­te Re­gie­rung nur noch ge­schäfts­füh­rend im Amt. Die AfD hat­te 29,6% Stim­men­an­teil bei der letz­ten Wahl; es gibt, wie es scheint, kei­ne Mehr­heit mehr oh­ne sie. Die Ukrai­ne muss­te grö­ße­re Ge­bie­te an Russ­land ab­tre­ten, in Frank­reich sitzt ein Prä­si­dent des RN und die USA hat­te un­ter Prä­si­dent Van­ce ih­re Trup­pen in Ost­eu­ro­pa re­du­ziert. In Ber­lin ist man über­rascht und hilf­los: Russ­land greift über den Su­wal­ki-Kor­ri­dor das Bal­ti­kum an. Und nun?

Oh­ne sol­che Sze­na­ri­en geht es nicht mehr. Ja­na Pu­glie­rin, Lei­te­rin des Ber­li­ner Bü­ros des Eu­ro­pean Coun­cil of For­eign Re­la­ti­ons, ei­nes Thinktank, will ver­deut­li­chen, was ge­sche­hen könn­te, wenn jetzt nichts ge­schieht. Ih­re Kron­zeu­gen sind die Ent­wick­lun­gen der Ver­gan­gen­heit, die Be­schwich­ti­gun­gen der Eu­ro­pä­er 2014 und noch 2021, als Russ­land die Trup­pen vor der Ukrai­ne mas­sier­te und al­le an ein Ma­nö­ver glaub­ten. Be­son­ders Deutsch­land ver­wei­ger­te lan­ge, sich den Rea­li­tä­ten zu stel­len. Zu wich­tig war das rus­si­sche Gas. Und dann die nai­ven Be­ur­tei­lun­gen 2024, als Do­nald Trump aber­mals zum Prä­si­den­ten der USA ge­wählt wur­de und al­le glaub­ten, ihn ir­gend­wie ein­he­gen zu kön­nen und nicht wahr­ha­ben woll­ten, dass Trump sich Pu­tin an­nä­hern könn­te. Schmei­che­lei­en, Ver­bie­gun­gen, Schön­re­den – das macht Pu­glie­rin mehr als deut­lich – hel­fen höch­stens kurz­fri­stig.

Ganz oh­ne die­se Aus­flü­ge in die Ver­gan­gen­heit kommt das Buch nicht aus. In­ter­es­sant wird es, wenn es in die Zu­kunft weist. Da­bei wird die zwei­te Prä­si­dent­schaft Trumps als Be­ginn ei­ner Epo­che ge­se­hen, nicht als Aus­rei­ßer. Nach Trump dürf­te mit J. D Van­ce je­mand be­reit­ste­hen, der noch we­ni­ger In­ter­es­se an der NATO und der Si­cher­heit und Ver­tei­di­gung Eu­ro­pas zeigt. Her­fried Mün­k­ler mein­te neu­lich, Van­ce sei noch ge­fähr­li­cher als Trump, weil in­tel­li­gen­ter. Mit Van­ce über­neh­me, so Pu­glie­rin, ei­ne Ge­ne­ra­ti­on die po­li­ti­schen Ge­schicke, die ge­se­hen ha­be, wie In­ter­ven­tio­nen bei­spiels­wei­se in Af­gha­ni­stan oder dem Irak ge­schei­tert wa­ren. Bi­den sei der letz­te Trans­at­lan­ti­ker als Prä­si­dent ge­we­sen. Und schon Bi­dens Amts­zeit hät­te sich an­ders ent­wickelt, wenn nicht der rus­si­sche Über­fall auf die Ukrai­ne pas­siert wä­re.

Die Kern­fra­ge: Was macht Russ­land, wenn der Krieg in der Ukrai­ne be­en­det ist? Wird man ver­su­chen, wei­te­re Ge­bie­te der ehe­ma­li­gen So­wjet­uni­on wie Ge­or­gi­en, Mol­dau oder gar die NA­TO-Län­der des Bal­ti­kum un­ter sei­ne Kon­trol­le zu brin­gen? Die Schät­zun­gen von er­neu­ten, mög­li­chen krie­ge­ri­schen In­ter­ven­tio­nen Russ­lands, schwan­ken zwi­schen drei und zehn Jah­ren. Wäh­rend­des­sen mo­der­ni­siert sich die rus­si­sche Ar­mee fort­lau­fend; nicht nur die Nu­kle­ar­streit­macht wird auf den neue­sten Stand ge­bracht. Es gibt ei­ne Part­ner­schaft Russ­lands mit Chi­na; oh­ne Chi­na könn­te Pu­tin den Krieg in der Ukrai­ne nicht fort­set­zen. Den­noch wird die­se Al­li­anz im Buch nüch­tern als Zweck­ge­mein­schaft an­ge­se­hen. Russ­land be­gibt sich mit­tel­fri­stig in die Hän­de Chi­nas. Die von Russ­land be­gon­ne­ne Kriegs­wirt­schaft kann man, so die The­se, nicht so rasch ab­stel­len. Viel­leicht wen­det man sich auch der Ark­tis zu (Sval­bard)? Pu­glie­rin deu­tet an, dass auch ein Wech­sel an der Spit­ze Russ­lands zu­nächst kaum Ver­än­de­run­gen brin­gen dürf­te. Si­cher­lich, zwin­gend sind mi­li­tä­ri­sche Sze­na­ri­en nicht – aber: sie­he oben!

Die In­ter­es­sen der USA ver­la­gern sich schon seit der Oba­ma-Ära auf den In­do­pa­zi­fik. Man ist auf der Su­che nach ei­nem Um­gang mit der neu­en Groß­macht Chi­na. Aber Pu­glie­rin zeigt deut­lich, dass die NATO und da­mit die eu­ro­päi­sche Si­cher­heit oh­ne die USA nicht funk­tio­niert. So­mit gilt es für Eu­ro­pa, so schnell wie mög­lich die Ba­lan­ce zu fin­den, ei­ge­ne Struk­tu­ren auf­zu­bau­en, oh­ne den Ame­ri­ka­nern An­lass zu ge­ben, sich vor­zei­tig aus Eu­ro­pa zu­rück­zu­zie­hen. Das gilt so­wohl für die kon­ven­tio­nel­le Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit aber vor al­lem für die Ab­schreckung durch die so­ge­nann­te »nu­klea­re Teil­ha­be«. Sie be­sagt, dass im Ernst­fall von Luft­waf­fen­stütz­punk­ten in Bel­gi­en, Deutsch­land, Ita­li­en, den Nie­der­lan­den oder der Tür­kei spe­zi­ell aus­ge­rü­ste­te ame­ri­ka­ni­sche Kampf­flug­zeu­ge mit tak­ti­schen Atom­waf­fen be­stückt als Un­ter­stüt­zung kon­ven­tio­nel­ler Ver­tei­di­gungs­maß­nah­men ein­ge­setzt wer­den könn­ten (die Ent­schei­dung über den Nu­kle­ar­waf­fen­ein­satz liegt beim ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten). Die­se Teil­ha­be bil­det ei­nen we­sent­li­chen Kern der Ab­schreckungs­dok­trin, ist aber voll­kom­men ab­hän­gig von ame­ri­ka­ni­scher Mi­li­tär­lo­gi­stik.

Ge­zeigt wird, dass die not­wen­di­ge Ab­schreckung ge­gen­über ei­nem re­vi­sio­ni­sti­schen Russ­land aus mi­li­tär­lo­gi­sti­schen und ‑stra­te­gi­schen Grün­den al­lei­ne mit bri­ti­schen und/oder fran­zö­si­schen Atom­waf­fen nicht mög­lich ist. Die Au­torin ent­zau­bert en pas­sant Macrons Of­fen­si­ve von 2020, in der Frank­reich ei­ne en­ge­re eu­ro­päi­sche Zu­sam­men­ar­beit auf nu­klea­rem Sek­tor an­bot. Auch die Ideen ei­ner »EU-Bom­be« oder der nu­klea­ren Be­waff­nung an­de­rer Län­dern wie bei­spiels­wei­se Po­len wird gut be­grün­det ei­ne Ab­sa­ge er­teilt.

Zwar ha­ben die USA die nu­klea­re Teil­ha­be bis­lang nicht in­fra­ge ge­stellt. Die stän­dig wech­seln­den Aus­sa­gen der ak­tu­el­len Re­gie­rung hin­sicht­lich der Bünd­nis­treue der USA be­trifft vor al­lem den kon­ven­tio­nel­len Be­reich, in­klu­si­ve der Sta­tio­nie­rung von US-Sol­da­ten in Eu­ro­pa, ge­ben je­doch An­lass zur Be­sorg­nis. Trump stellt hier bis­wei­len die Ko­sten­fra­ge in den Vor­der­grund, ver­mit­telt den Ein­druck, die NATO sei ein Kauf­la­den und de­gra­diert mi­li­tä­ri­schen Schutz zur »Ver­hand­lungs­mas­se«. Das gilt auch für die von den USA zur Ver­fü­gung ge­stell­ten In­for­ma­tio­nen di­ver­ser Nach­rich­ten­dien­ste, die un­er­läss­lich sind.

Die vor­der­grün­dig gu­ten Zah­len der eu­ro­päi­schen Streit­kräf­te und de­ren Aus­rü­stun­gen klin­gen bes­ser, als sie sind. Et­li­che Län­der ha­ben ih­re Ar­meen zah­len­mä­ßig ge­schrumpft. Es gibt kei­ne ein­heit­li­chen Waf­fen­sy­ste­me; na­he­zu je­de Na­ti­on be­harrt auf ih­re Ver­sio­nen. Es herrscht bis­wei­len Un­ei­nig­keit über Prio­ri­tä­ten, Zie­le und Res­sour­cen. Län­der wie Spa­ni­en oder Por­tu­gal hal­ten die Äng­ste der bal­ti­schen Staa­ten un­ter Um­stän­den für über­trie­ben. Be­schaf­fungs­sy­ste­me sind häu­fig dys­funk­tio­nal, Ma­te­ri­al ist ver­al­tet, Waf­fen oft nicht mehr funk­ti­ons­fä­hig, Mu­ni­ti­ons­vor­rä­te aus­ge­dünnt. Bei Neu­käu­fen ver­lässt man sich wei­ter auf ame­ri­ka­ni­sche Pro­duk­te. 64% der in den letz­ten fünf Jah­ren ein­ge­kauf­ten Rü­stungs­gü­ter der Eu­ro­pä­er stam­men aus den USA. Das Ziel in der kon­ven­tio­nel­len Aus­stat­tung muss aber sein, un­ab­hän­gi­ger von den USA zu wer­den, den eu­ro­päi­schen Bei­trag in den Lie­fer­ket­ten zu er­hö­hen.

Pu­glie­rin for­mu­liert die stra­te­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen der Eu­ro­pä­er, ar­bei­tet sie Punkt für Punkt ab und legt die Fin­ger in die zahl­rei­chen Wun­den. Al­te Ge­wiss­hei­ten und Ab­läu­fe müs­sen auf dem Prüf­stand. »Um ver­tei­di­gungs­fä­hig zu wer­den, brau­chen die Eu­ro­pä­er durch­hal­te­fä­hi­ge Streit­kräf­te, schlag­kräf­ti­ge mi­li­tä­ri­sche Fä­hig­kei­ten, ei­ne wett­be­werbs­fä­hi­ge Rü­stungs­in­du­strie und die fi­nan­zi­el­len Mit­tel, um all dies lang­fri­stig zu si­chern.« Aber es geht noch wei­ter: »Mi­li­tä­ri­sche und zi­vi­le Ver­tei­di­gung sind nicht zu tren­nen.« Es geht um den »Aus­bau kri­ti­scher Ver­kehrs­we­ge«, ei­nen ro­bu­sten Schutz ge­gen hy­bri­de An­grif­fe wie Cy­ber­at­tacken und die Si­cher­heit so­ge­nann­ter kri­ti­scher In­fra­struk­tur. All dies soll, so das Ide­al, in kon­zer­tier­ten, mög­lichst eu­ro­pä­isch an­ge­leg­ten Ak­tio­nen um­ge­setzt wer­den; »na­tio­na­le Sou­ve­rä­ni­täts­vor­be­hal­te« müs­sen ab­ge­baut wer­den. Und vor al­lem: es muss in ei­nem über­schau­ba­ren zeit­li­chen Rah­men ge­sche­hen.

Pu­glie­rin trennt Eu­ro­pa und Eu­ro­päi­sche Uni­on, be­tont, dass stra­te­gisch wich­ti­ge Län­der wie Groß­bri­tan­ni­en und Nor­we­gen mit ins Boot ge­hö­ren, was es aber nicht ein­fa­cher macht. Je mehr sie ins De­tails geht, um­so häu­fi­ger fragt sich der Le­ser, wie dies mit bzw. – in gro­ßen Tei­len – in bzw. mit die­ser Eu­ro­päi­schen Uni­on funk­tio­nie­ren soll. Zum ei­nen um­geht sie de­zent die Fi­nan­zie­rungs­fra­ge. Schät­zun­gen zu­fol­ge sind rund »250 Mil­li­ar­den Eu­ro er­for­der­lich, da­mit sich die EU oh­ne Un­ter­stüt­zung der USA ver­tei­di­gen könn­te – und zwar jähr­lich«, so ein Ar­ti­kel in der Welt. Und dann die Si­tua­tio­nen, in de­nen sich EU und NATO im­mer wie­der sel­ber im Weg ste­hen, was sich zum Bei­spiel im Kon­flikt zwi­schen dem EU-Mit­glied Zy­pern und dem NA­TO-Mit­glied Tür­kei zeigt. Kei­ne Er­wäh­nung fin­det die Fra­ge, wie man ein sich »neu­tral« ge­ben­des Öster­reich in ei­ne EU-Si­cher­heits- und Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie ein­bin­den will.

Aus­drück­lich be­grüßt Pu­glie­rin klei­ne­re, eher in­for­mel­le Bünd­nis­se, wie die »NB8« (fünf nor­di­sche Län­der mit den drei bal­ti­schen Staa­ten) oder die »E5« (Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en, Ita­li­en, Frank­reich und Po­len) – warnt je­doch gleich­zei­tig vor Zer­split­te­rung von Kräf­ten und Res­sour­cen. Nur am Ran­de wer­den die Pro­ble­me mit Län­dern wie Un­garn, der Slo­wa­kei und Tsche­chi­en, die ak­tu­ell eher blockie­ren­de Funk­tio­nen ein­neh­men, ar­ti­ku­liert. Kaum spricht die Au­torin die mög­li­chen Re­gie­rungs­wech­sel in Frank­reich (RN) oder Groß­bri­tan­ni­en an, was nach dem Ein­gangs­sze­na­rio er­staunt. Die po­li­ti­schen Ge­mein­sam­kei­ten sind in de­mo­kra­tisch ver­fass­ten Staa­ten im­mer nur Mo­ment­auf­nah­men auf Zeit und vo­la­til. Lang­fri­sti­ge Pla­nun­gen wer­den er­schwert, weil je­de Wahl gra­vie­ren­de au­ßen- und si­cher­heits­po­li­ti­sche Fol­gen ha­ben kann und so­mit lang­fri­sti­ge Pro­jek­te er­schwert.

Über­haupt kei­ne Be­rück­sich­ti­gung fin­den je­ne Strö­mun­gen in den zu­meist west­eu­ro­päi­schen Ge­sell­schaf­ten, die für der­ar­ti­ge Mam­mut­pro­jek­te so­wohl aus fi­nan­zi­el­len wie aus ge­sell­schaft­li­chen Grün­den we­nig bis kein Ver­ständ­nis zei­gen. Sie zei­gen sich so­wohl im rech­ten, li­ber­tä­ren und na­tür­lich auch im lin­ken Mi­lieu. Letz­te­res er­lebt ge­ra­de ei­ne Re­nais­sance, nicht zu­letzt weil der ur­alte lin­ke Traum ei­nes sich aus Eu­ro­pa zu­rück­zie­hen­den Ame­ri­ka Wirk­lich­keit wer­den könn­te. Die an­ge­spro­che­nen Si­cher­heits­maß­nah­men, in­klu­si­ve per­so­nel­ler Auf­rü­stung der Streit­kräf­te kön­nen nur im brei­ten Kon­sens mit der Be­völ­ke­rung er­reicht wer­den. Aber der fehlt häu­fig.

Dass die­se Über­le­gun­gen im Buch kei­ne Rol­le spie­len, zeigt sich auch in der Be­wer­tung der »Zeitenwende«-Rede von Kanz­ler Scholz kurz nach der In­va­si­on Russ­lands. Pu­glie­rin schreibt, dass die po­si­tiv­ste Re­so­nanz auf die­se Re­de aus dem Aus­land kam. End­lich glaub­te man, Deutsch­land ha­be sei­ne Rol­le er­kannt. Dann je­doch rasch die Ent­täu­schung, als, wie es heißt, »Ber­lin an­schlie­ßend wie­der in der ei­ge­nen Na­bel­schau ver­sank«. Die »Na­bel­schau« be­stand vor al­lem dar­in, die im­mer noch ak­ti­ven russ­land­freund­li­chen Prot­ago­ni­sten vor al­lem in der SPD, de­ren un­heil­vol­les Han­deln der letz­ten Jahr­zehn­te kaum auf­ge­ar­bei­tet wur­de, in die »Zeitenwende«-Politik ein­zu­bin­den.

Es ist sym­pto­ma­tisch, dass das fünf­te Ka­pi­tel des Buch mit der Über­schrift »Die Rol­le Deutsch­lands« nur vier­ein­halb der rund 250 Sei­ten um­fasst. »Füh­rung be­deu­tet, vom blo­ßen Re­gie­ren weg­zu­kom­men« lau­tet der Kern­satz in die­sem Ka­pi­tel. Er klingt ge­ra­de wenn man den ins­ge­samt zu­rück­hal­ten­den Duk­tus von Ja­na Pu­glie­rin nimmt, wie ein Hil­fe­schrei. In den letz­ten rund zwan­zig Jah­ren in Deutsch­land wur­de selbst das Re­gie­ren ent­we­der durch Ad­mi­ni­stra­ti­on oder, in der »Am­pel« durch hek­ti­sche, ideo­lo­gie­ge­trie­be­ne Maß­nah­men er­setzt. Stra­te­gi­sche Füh­rung war in den mei­sten Po­li­tik­fel­dern Fehl­an­zei­ge. Wei­ter­wur­steln war und ist an­ge­sagt. In­zwi­schen exi­stiert in der Eu­ro­päi­schen Uni­on ein un­ge­heu­re­rer Bü­ro­kra­tie­ap­pa­rat, der längst al­le Le­bens­be­rei­che der Bür­ger bis hin zum Ab­stand zwi­schen den Stä­ben ei­nes Grill­rosts nor­miert und be­stimmt. Es ist nicht aus­zu­ma­chen, wie so­wohl die In­sti­tu­tio­nen der EU wie auch das Per­so­nal die von der Au­torin vor­ge­schla­ge­nen, not­wen­di­gen und an­spruchs­vol­len Si­cher­heits- und Ver­tei­di­gungs­maß­nah­men um­set­zen kön­nen.

Wer ver­tei­digt Eu­ro­pa? lau­tet die al­les ent­schei­den­de Fra­ge. Man sieht die po­li­ti­schen Ver­ant­wort­li­chen förm­lich, wie sie mit dem Fin­ger auf den je­weils an­de­ren zei­gen. Es geht ei­nem nach der Lek­tü­re die­ses Bu­ches von Ja­na Pu­glie­rin nicht un­be­dingt bes­ser, was der Au­torin nicht an­zu­la­sten ist. Ich stel­le es jetzt ins Re­gal und wer­de es von Jahr zu Jahr in die Hand neh­men, um zu se­hen, was sich ge­tan hat.

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