ZEIT-Le­ser­bei­trag: Ein Flop

Al­les in al­lem ent­täu­schend: ei­nen »Le­ser­bei­trag« auf zeit.de zu po­sten. Man sie­he hier.

Si­cher, der Bei­trag ist lang. Und das The­ma des Mehr­heits­wahl­rechts schein­bar lang­wei­lig (ob­wohl es in Öster­reich im ver­gan­ge­nen Jahr dis­ku­tiert wur­de); un­at­trak­tiv. Und es ist als FDP-, Grü­nen- oder Lin­ke-An­hän­ger ein Af­front. Viel­leicht auch, weil man vom Ge­wohn­ten nicht ab­wei­chen will. Im Prin­zip hat es mit man­geln­dem Selbst­be­wusst­sein der ei­ge­nen po­li­ti­schen Kraft zu tun. Auch das: ver­zeih­lich.

Aber die Le­ser die­ses Fo­rums ma­chen sich of­fen­sicht­lich kei­ne gro­sse Mü­he. Ver­all­ge­mei­nern. Le­sen nicht. Pau­scha­li­sie­ren. Dann ganz schnell – na­tür­lich! – der Hit­ler-Ver­gleich. Wo ist die po­li­ti­sche Bil­dung die­ser Men­schen da­hin? Kein ein­zi­ges sach­li­ches Ge­gen­ar­gu­ment (es gä­be ja wel­che, so ist das ja nicht). Statt­des­sen: Schlech­te Be­wer­tun­gen. So­viel Lan­ge­wei­le war nie.

Web 0.0 in Rein­kul­tur. Macht we­nig Lust auf wei­te­res. Ge­nau­er ge­sagt: gar kei­ne.

Wer will den Bei­trag hier le­sen und kom­men­tie­ren?

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15 Kommentare zu »ZEIT-Le­ser­bei­trag: Ein Flop«:

  1. Rose sagt:

    In ei­ner Zeit und ei­nem Me­di­um, in dem es um schnel­le In­for­ma­ti­on geht, wel­che Per­so­nen neh­men sich da die Zeit, um sich ei­ne hal­be Stun­de oder län­ger mit dem The­ma Wahl­recht aus­ein­an­der zu set­zen?

    Ich den­ke, der Bei­trag ist auf ei­nem ho­hen Ni­veau ge­schrie­ben, von dem sich ei­ne re­la­tiv klei­ne Grup­pe der In­ter­net­be­nut­ze­rIn­nen an­ge­spro­chen fühlt.

    Mich wür­de es auch nicht wun­dern, wenn die Wäh­ler und Wäh­le­rin­nen mü­de ge­wor­den sind. Was kön­nen Staats­po­li­ti­ke­rIn­nen (egal wech­ler Coleur be­wir­ken), wo die EU Po­litk sich gänz­lich dem Knie­fall vor der WTO hin­ge­ge­ben hat? Was in den eu­ro­päi­schen Län­dern ge­schieht, wird längst nicht mehr in den Län­dern ent­schie­den. Der welt­wei­te Mo­bil­sie­rung des Frei­han­dels (oh­ne ver­pflich­ten­den Um­welt­schutz in der In­du­strie, So­zi­al­stan­dards und Res­sorcen­schutz) un­ter­gräbt die Staats­po­li­tik in mehr­fa­cher Hin­sicht, sei es auf dem Dienst­lei­stungs­sek­tor oder in der Agrar­po­li­tik.

    #1

  2. Aber ja!
    Kann nur in den näch­sten Ta­gen nicht kom­men­tie­ren, da ich off­line bin.

    #2

  3. Peter sagt:

    Ich!
    Ich kann mir schon vor­stel­len wie fru­strie­rend es ist, wenn man merkt, dass der er­ste Kom­men­tie­ren­de den Bei­trag schon nicht ge­le­sen hat, nur sei­nen Stand­punkt ab­son­dert.

    Je­der hat wohl mitt­ler­wei­le ge­merkt, dass das Sy­stem, dass bis­her (na­ja) sta­bi­le Po­li­tik in Deutsch­land er­mög­lich­te, nicht mehr funk­tio­niert. Das The­ma ist auf je­den Fall heiß.

    #3

  4. JayWalker sagt:

    So ist’s
    Über die Mo­ti­ve und das Ver­hal­ten von Kom­men­tie­rern könn­te man gan­ze Dok­tor­ar­bei­ten schrei­ben. Ich muss aber auch dem er­sten Kom­men­ta­tor hier recht ge­ben. Es wird ein­fach zu viel ge­po­stet, als dass man das noch auf­merk­sam le­sen könn­te. Ge­ra­de wenn es et­was tie­fer Ge­hen­des ist.

    #4

  5. @Jay Wal­ker – Das ist na­tür­lich rich­tig.
    Der Glau­be, dass die gan­ze Welt aus­ge­rech­net auf mei­nen Ar­ti­kel ge­war­tet hat, ist al­ler­dings im­ma­nent was das Blog­gen an­geht. An­son­sten sind Blogs und auch In­ter­net­fo­ren ja gar nicht denk­bar. Je­der meint, was be­son­de­res mit­tei­len zu müs­sen – wir al­le wis­sen: es ist oft das Ge­gen­teil der Fall.

    Und um nicht even­tu­el­le »Roh­dia­man­ten« an die Blo­go­sphä­re zu »ver­schen­ken«, hat die ZEIT wohl die­se Le­ser­bei­trä­ge er­fun­den: Es dient als Re­kru­tie­rungs­po­ten­ti­al für »neue« Schrei­ber. Ein wei­te­res, be­kann­tes Bei­spiel ist die Re­aders Edi­ti­on.

    Das, was da ge­sucht wird, ist al­ler­dings mei­stens an be­stimm­ten Kri­te­ri­en an­ge­dockt, dass es letzt­lich nur zu ei­ner wei­te­ren Tri­via­li­sie­rung füh­ren wird. Grob ge­sagt: Fas­se Dich kurz. Kom­pli­zier­te Sach­ver­hal­te wer­den in der Po­li­tik­be­richt­erstat­tung ent­we­der per­so­na­li­siert oder ein­fach ba­na­li­siert (die­se ak­tu­el­le »Far­ben­dis­kus­si­on« ist ein gu­tes Bei­spiel da­für).

    Die zwei­te Mög­lich­keit (be­zo­gen auf mei­nen Bei­trag): Er ist ein­fach schlecht.

    #5

  6. #1 Ro­se – Es gibt
    zur »Mo­bi­li­sie­rung des Frei­han­dels« gar kei­ne Al­ter­na­ti­ve (aber die­se Mo­bi­li­sie­rung exi­stiert in die­ser Form ja gar nicht). Sie muss nur in be­stimm­ten Rah­men­be­din­gun­gen ab­lau­fen. War­um das nicht ge­schieht, hat vie­le Grün­de – u. a. auch na­tio­na­le Ego­is­men. Statt­des­sen wer­den Un­sum­men in die Sub­ven­tio­nie­rung der ei­ge­nen Märk­te an­ge­legt, die ei­nen tat­säch­li­chen Frei­han­del gar nicht er­mög­li­chen.

    #6

  7. rosenherz sagt:

    #6
    Ge­nau, es braucht pas­sen­de Rah­men­be­din­gun­gen für die Men­schen, nicht ein­zig nur für die Markt­in­ter­es­sen die welt­größ­ten Che­mie- und Saat­gut­kon­zer­ne.
    Es ist be­schä­mend für uns Eu­ro­pä­er: zwei Drit­tel (!) des eu­ro­päi­schen Ge­mü­se­be­darfs wird aus Spa­ni­en (Re­gi­on Al­me­ria) im­por­tiert. Dort wer­den die Ar­bei­ter und Ar­bei­te­rin­nen als Ska­ven ge­hal­ten – un­ter ka­ta­stro­pha­len, men­schen­un­wür­di­gen Le­bens- und Ar­beit­be­din­gun­gen. So ent­ste­hen die schö­nen ro­ten Pa­pri­ka, die lech­ten­den To­ma­ten und die Ba­by­möhr­chen in un­se­ren Su­per­markt­re­ga­len!

    Die Sub­ven­ti­ons­för­de­run­gen sind nur ein win­zi­ger Teil der Mi­se­re in der Agrar­po­li­tik. Die wür­den sich bald er­üb­ri­gen, wenn wir als ein­kau­fen­de Men­schen be­vor­zugt zu den re­gio­na­len und sai­so­na­len Pro­duk­te grei­fen, an­statt die Men­schen in Bil­lig­lohn­län­dern für un­ser täg­li­ches Brot aus­zu­beu­ten. Was für ein Un­sinn, sich auf Bio­sprit ein­zu­schie­ßen, als Lö­sung des Kli­ma­pro­blems ein­zu­schie­ßen, wo da­bei in Asi­en und Bra­si­li­en un­vor­stell­bar rie­si­ge Ro­dun­gen von Re­gen­wald ge­macht wer­den, um Öl­plan­ta­gen in Mo­no­lu­tur an­zu­le­gen, auf de­nen in­ten­sivst mit Han­dels­dün­ger und Pe­sti­zi­den ge­ar­bei­tet wird für den Hun­ger eu­ro­päi­scher Au­tos.

    Von den Ma­chen­schaf­ten der Gen­tech­nik-In­du­strie ganz zu schwei­gen: Per­cy Schmei­ser Saat­gut­züch­ter aus Ka­na­da kämpft seit über 10 Jah­ren ge­gen Gen­tech­nik­mul­ti Mon­san­to.

    Die Nach­barn von Schmei­ser bau­ten gen­tech­nisch ver­än­der­ten Raps an, bei der Ern­te im Herbst weh­te der Wind Saat­kör­ner über die Grund­stücks­gren­zen. Von den Ern­te­fahr­zeu­gen und Trans­port­fahr­zeu­gen fiel Ern­te­gut her­ab, lan­de­te im Stra­ßen­gra­ben und an den Feld­rän­dern. Im Jahr dar­auf keim­te die­ses gen­tech­nisch ver­än­der­te Saat­gut auf Schmei­sers Fel­dern, sei­ne Ern­te war zu ei­nem ge­rin­gen Pro­zent­satz mit die­sen Gen­pflan­zen kon­ta­mi­niert. Mon­san­to un­ter­stell­te Per­cy Schmei­ser, er wür­de il­le­gal GVO Saat­gut an­bau­en und da­mit das Pa­tent­recht ver­let­zen. Mon­san­to klag­te Per­cy Schmei­ser auf 1 Mio Dol­lar Scha­den­er­satz. Und so be­gann der lan­ge Weg durch al­le In­stan­zen bis zum Ober­sten ka­na­di­schen Ge­richts­hof. Das un­glaub­li­che ge­schah: Mon­san­to er­hielt Recht, Schmei­ser ha­be die Pa­tent­an­sprü­che Mon­san­tos ver­letzt, le­dig­lich die Scha­den­er­satz­zah­lung an Mon­san­to wur­de ihm er­las­sen. Die Ge­richts­ko­sten von im­mer­hin € 250.000,- muss­te Per­cy Schmei­ser sel­ber tra­gen. Doch er gibt nicht auf und klagt dem­nächst Mon­san­to auf Scha­den­er­satz.

    Die Fol­gen des Gen­tech­nik­ein­sat­zes in Ka­na­da:
    Durch Ver­kreu­zung meh­re­rer gen­tech­nisch ver­än­der­ter Raps­sor­ten ent­wickel­te sich ein so­ge­nann­tes Su­pe­runkraut, das die Che­mie­in­du­strie noch nicht in den Griff be­kom­men hat. Das heißt, der Che­mie­ein­satz hat sich mas­siv er­höht. Wei­ters sind die Er­trä­ge, wie ur­sprüng­lich von Mon­san­to ver­spro­chen nicht ge­stie­gen, son­dern bei Raps um 10% und bei So­ja um 15% ge­sun­ken. Per­cy Schmei­ser be­rich­tet auch da­von, dass es in Ka­na­da der­zeit nicht mehr mög­lich ist, Bio-Raps bzw. Bio-So­ja an­zu­bau­en, da die gen­tech­ni­sche Ver­un­rei­ni­gung der­art hoch an­ge­stie­gen ist.

    Ap­pell von Schmei­ser an die eu­ro­päi­schen Bau­ern:
    Lasst euch die Gen­tech­nik nicht auf­zwin­gen. Ein Ne­ben­ein­an­der (Ko­exi­stenz) von gen­tech­nisch ver­än­der­tem Saat­gut ist nicht mit Bio-Bau­ern und kon­ven­tio­nell gen­tech­nik­frei­er Land­wirt­schaft mög­lich.

    Kne­bel­ver­trä­ge mit Mon­san­to:
    Ver­wen­det ein Bau­er gen­tech­nisch ver­än­der­tes Saat­gut der Fa. Mon­san­to hat er fol­gen­de Auf­la­gen:
    1. Kein ei­ge­nes Saat­gut darf ver­wen­det wer­den
    2. Aus­schließ­lich che­mi­sche Pflan­zen­schutz­mit­tel der Fa. Mon­san­to kom­men zum Ein­satz
    3. Auch noch 3 Jah­re nach Be­en­di­gung ei­nes Ver­trags­an­bau­es dür­fen die Kon­trol­leu­re von Mon­san­to den ge­sam­ten Hof durch­su­chen
    4. Die Li­zenz­ge­büh­ren be­tra­gen Dol­lar 40,- pro Hekt­ar und Jahr
    5. Bei Pro­ble­men mit Mon­san­to darf öf­fent­lich nicht dar­über ge­re­det wer­den und auch nicht ge­richt­lich ge­gen Mon­san­to vor­ge­gan­gen wer­den

    Kon­troll­me­tho­den der
    Fa. Mon­san­to:
    Per­cy Schmei­ser be­rich­tet da­von, dass Sprüh­bom­ben per He­li­ko­pter ab­ge­wor­fen wer­den. Die Sprüh­bom­ben ent­hal­ten Pflan­zen­schutz­mit­tel, de­ren Wir­kung nur gen­tech­nisch ver­än­der­tes Saat­gut über­steht. Das heißt, wenn z.B. die So­ja­pflan­ze den Sprüh­bom­ben­ein­satz ge­sund über­lebt hat, ist der Fa. Mon­san­to der Nach­weis ge­lun­gen, dass GVO Saat­gut ver­wen­det wor­den ist und der Be­trieb wird an­ge­zeigt. Wei­ters wird das so­ge­nann­te Ter­mi­na­tor­gen ein­ge­setzt, das ei­nen Nach­bau von Saat­gut so­wie­so ver­hin­dert, da die Keim­fä­hig­keit des Sa­mens zer­stört wird. Neu­er­dings gibt es laut Per­cy Schmei­ser auch das so­ge­nann­te Schum­mel­gen. Die Wir­kung: Wenn kei­ne che­mi­schen Pflan­zen­schutz­mit­tel der Fa. Mon­san­to ein­ge­setzt wer­den, trägt die Kul­tur kei­ne Frucht bzw. hat kei­ne Sa­men­ent­wick­lung. Dies al­les liest sich wie ein Kri­mi und soll­te den Öster­rei­chern und auch der EU zu den­ken ge­ben.

    Re­sü­mee von Per­cy Schmei­ser:
    Die Ko­exi­stenz von Gen­tech­nik­an­bau und Gen­tech­nik­ver­zicht ist selbst in Ka­na­da, in ei­nem so gro­ßen Land un­mög­lich, das heißt so­bald Gen­tech­nik­an­bau ge­neh­migt wird, ist die Ver­seu­chung ga­ran­tiert. Der Ein­satz der Gen­tech­nik in Ka­na­da hat­te auch wirt­schaft­lich ver­hee­ren­de Fol­gen: So z.B. ist die ge­sam­te Ho­nig­ern­te in Ka­na­da mit Gen­tech­nik kon­ta­mi­niert und kaum ab­setz­bar. Die­se mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­ne wol­len zu 100% die Kon­trol­le über das Saat­gut und so­mit über die Welt­ernäh­rung er­lan­gen. Eu­ro­pa hat noch die Chan­ce zur Gen­tech­nik groß­teils Nein zu sa­gen.
    Per­cy Schmei­ser meint ab­schlie­ßend, wenn die­sen Saat­gut­kon­zer­nen Pa­ten­te für Saat­gut zu­ge­spro­chen wer­den, dann müs­sen sie zwin­gend auch die Haf­tung für sämt­li­che Fol­ge­schä­den über­neh­men.

    #7

  8. rosenherz sagt:

    Wer hat die De­fi­na­ti­ons­macht dar­über, ei­nen Ar­ti­kel als schlecht zu be­wer­ten?

    #8

  9. @Rosenherz (#8)
    De­fi­ni­ti­ons­macht braucht man kei­ne, Kri­tik und Ar­gu­ment rei­chen aus.

    #9

  10. @rosenherz
    Wenn es um »De­fi­ni­ti­ons­macht« geht, dann be­darf es vor der Kri­tik an ei­nen Ar­ti­kel, ein Buch, ei­ne Re­zen­si­on ei­nes ir­gend­wie ge­ar­te­ten Aus­wei­ses. Das ist ge­nau das, was die Blog­ge­rei ad ab­sur­dum füh­ren woll­te.

    Wenn ich Kri­tik an et­was übe, dann ist da­mit noch lan­ge nicht ge­sagt, dass ich das, was ich kri­ti­sie­re, bes­ser ma­chen muss. Was ich aber in je­dem Fall zu tun ha­be, ist ei­ne sub­stan­ti­el­le Kri­tik zu üben. Aus­sa­gen wie »das ist Mist« oder »falsch« oder ein ge­wis­ses Wort­ge­klin­gel ist letzt­lich kei­ne Kri­tik, son­dern nur Ab­wehr­ver­hal­ten. Das kann ich an je­dem Stamm­tisch er­le­ben.

    Qua­li­tät ent­schei­det sich letzt­lich – hier­von bin ich ziem­lich über­zeugt – auf dem »Markt«. Zu be­rück­sich­ti­gen wä­re was man bei Fern­seh­ein­schalt­quo­ten als »Markt­an­teil« nimmt. Dies, um die Zah­len in ei­ne ver­nünf­ti­ge Re­la­ti­on zu set­zen. Da­her sind ir­gend­wel­che »Charts« mei­stens ver­zer­rend – sie ver­mi­schen die Gen­res und lie­fern ein fal­sches Bild.

    Im Ge­gen­satz zu an­de­ren glau­be ich, dass sich auf Dau­er Qua­li­tät im­mer auf dem Be­reich auch »durch­setzt«, den sie an­spricht. Ist das nicht der Fall, tritt bei ei­ni­gen der Gei­ster­fah­rer­ef­fekt auf: Man glaubt nicht, dass man sel­ber der­je­ni­ge ist, der in der fal­schen Rich­tung fährt, son­dern meint, es sei­en al­le.

    #10

  11. Köppnick sagt:

    Ich ha­be ge­stern oder vor­ge­stern ei­nen Bei­trag ge­le­sen, in dem das Wahl­recht in den USA mit dem in Deutsch­land ver­gli­chen wur­de. (Da gab es auch ei­nen Be­zug auf ei­nen Ver­glei­chen­den vor 160 Jah­ren.) Lei­der fin­de ich den Ar­ti­kel jetzt nicht mehr.

    Ich ha­be kei­ne rich­ti­ge Mei­nung, ob man mit ei­nem Mehr­heits­wahl­recht wirk­lich bes­ser fah­ren wür­de. Es än­dern sich ein­fach zu vie­le Pa­ra­me­ter, als das man ein­fach ver­glei­chen kann.

    Aber ei­nen an­de­ren in­ter­es­san­ten Vor­schlag ha­be ich hier ge­fun­den. Grund­idee: Die Par­tei mit den mei­sten Stim­men er­hält N/2+1 Sit­ze im Par­la­ment, wenn N die Ge­samt­zahl der Sit­ze ist. Die ver­blei­ben­den N/2–1 Sit­ze wer­den pro­por­tio­nal zu den Wäh­ler­stim­men an die an­de­ren Par­tei­en ver­teilt. Fa­zit: Es hat im­mer ge­nau ei­ne Par­tei ei­ne knap­pe ab­so­lu­te Mehr­heit, kann al­so theo­re­tisch al­lein re­gie­ren. Um sich aber ge­gen prak­ti­sche Pro­ble­me zu wapp­nen, ist das Ein­ge­hen auf Bünd­nis­part­ner sinn­voll.

    Aber: Ei­ne Än­de­rung des Wahl­rechts er­for­dert doch ei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung, oder? Wel­chen Grund soll­ten die klei­ne­ren Par­tei­en ha­ben, die man da­für be­nö­tigt, dem zu­zu­stim­men?

    #11

  12. Dan­ke für den Hin­weis
    Das ha­be ich glatt in mei­nen Ar­ti­kel noch ein­ge­baut; sie­he hier

    #12

  13. stripe sagt:

    Im­mer­hin zeigt sich, dass der kom­men­tie­ren­de Teil der zeit.de-Leserschaft be­stimmt nicht qua­li­fi­zier­ter ist als die schrei­ben­den Blog­le­ser hier.

    Qua­li­tät ent­schei­det sich letzt­lich – hier­von bin ich ziem­lich über­zeugt – auf dem »Markt«.

    Das glaubst Du doch wohl sel­ber nicht. VHS hat sich be­stimmt nicht durch Qua­li­tät durch­ge­setzt.

    #13

  14. Wahnsinn Deutschland sagt:

    Mehr den­ken, we­ni­ger kom­men­tie­ren
    Sie soll­ten nicht aus ein­zel­nen Kom­men­ta­ren auf »die Le­ser« schlie­ßen. Es gibt vie­le Grün­de, nicht zu kom­men­tie­ren. Z.B. weil man das Pro­blem so völ­lig an­ders sieht, dass sich kein Dis­kus­si­ons­an­fang bie­tet. Z.B. weil es zum The­ma gu­te, aus­führ­li­che Bü­cher gibt (ak­tu­ell et­wa der Weyh). Z.B. weil man sich (durch den Bei­trag) gut in­for­miert fühlt und kei­nen Senf ab­zu­ge­ben hat. Ob in Blogs oder Ver­samm­lun­gen, aus der Ta­ges­zei­tungs­le­ser­schaft oder sonst­wo: es er­grei­fen im­mer nur ei­ni­ge we­ni­ge das Wort.

    #14

  15. Sie soll­ten nicht aus ein­zel­nen Kom­men­ta­ren auf »die Le­ser« schlie­ßen.
    Sie ha­ben recht.

    weil man das Pro­blem so völ­lig an­ders sieht, dass sich kein Dis­kus­si­ons­an­fang bie­tet
    Die Mehr­zahl der Kom­men­tie­rer sah es ja an­ders und hat das ar­ti­ku­liert – was nicht schlimm ist. Aber nur ar­ti­ku­liert – und nicht ar­gu­men­tiert.

    weil es zum The­ma gu­te, aus­führ­li­che Bü­cher gibt
    Dann braucht man das auch nicht le­sen; stimmt.

    Ei­nes ist aber si­cher­lich rich­tig: Mei­ne Ere­ar­tungs­hal­tung ist zu hoch. Als kön­ne ein sol­ches Pam­phlet »die Welt ver­än­dern«.

    #15