Po­li­ti­ker (schon wie­der aus ak­tu­el­lem An­lass)

Die Po­li­ti­ker, die ich bis jetzt er­lebt ha­be (in Fleisch und Blut) er­schie­nen mir fleisch­los und blut­leer, im Brust­ton ge­spiel­ter Über­zeu­gung quä­ken­de Pup­pen; in im­mer­wäh­ren­der, ge­sti­ku­lie­ren­der, lip­pen­be­we­gen­der Kom­mu­ni­ka­ti­on be­fan­gen wie De­bi­le, der Mund und die Au­gen vom per­ma­nen­ten Vor­täu­schen von Auf­merk­sam­keit für im­mer zu schie­fen Par­al­le­lo­gram­men ver­krüp­pelt, von Leib­wäch­tern grun­diert, de­ren stumpflau­ern­de Teil­nahms­lo­sig­keit eher an Ir­ren­wär­ter den­ken ließ, wäh­rend die von ih­nen Be­auf­sich­tig­ten wei­ter­hin der fre­chen Be­teue­rung ih­rer wohl­wol­len­den Of­fen­heit nach­ka­men, vom Selbst­mord so un­end­lich weit ent­fernt wie vom Le­ben


Pe­ter Hand­ke: Das Ge­wicht der Welt. Ein Jour­nal. – 1977, S. 256/57, Suhr­kamp-Ver­lag



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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. hat­te hand­ke sich noch nicht un­ter die leu­te ver­lo­ren
    die da auf der welt bueh­ne des QUODLIBET her­um mun­keln.
    m.r