Hans Ma­gnus En­zens­ber­ger: Ei­ne Hand­voll An­ek­do­ten

Hans Magnus Enzensberger: Eine Handvoll Anekdoten - auch Opus incertum

Hans Ma­gnus En­zens­ber­ger:
Ei­ne Hand­voll An­ek­do­ten – auch Opus in­cer­tum

»Ei­ne Hand­voll An­ek­do­ten« nennt Hans Ma­gnus En­zens­ber­ger sein neu­estes Buch und da ist auch schon das er­ste von so vie­len Un­der­state­ments. Denn es sind ins­ge­samt 107 Ge­schich­ten, Fund­stücke (der Un­ter­ti­tel: »Opus In­cer­tum«!). Ex­kur­sio­nen in die Ver­gan­gen­heit ei­ner Kind­heit und Ju­gend. Die Aus­flü­ge wer­den ein­hundertzwanzig Mal kon­ge­ni­al be­bil­dert; sehr viel aus dem »FAE«, dem Fa­mi­li­en­ar­chiv En­zens­ber­ger (nur man­ches ist über­flüs­sig – ei­nen Schä­fer­hund kennt man schon heut­zu­ta­ge noch). Ge­le­gent­lich ver­lässt En­zens­ber­ger die Er­eig­nis­se, er­zählt vom Schick­sal der Per­so­nen oder lei­tet aus dem Ge­sche­hen Prä­gun­gen für sein wei­te­res rest­li­che Le­ben ab.

Die Haupt­fi­gur heißt »M.«, wo­mit na­tür­lich der Ver­fas­ser ge­meint ist. Oder, et­was ge­nau­er: M. ist die Fi­gur, wie sich En­zens­ber­ger heu­te an sei­ne Kind­heit und Ju­gend er­in­nert. Die drit­te Per­son Sin­gu­lar ist da­bei die kleinst­mög­li­che Dis­kre­ti­ons­stu­fe, wenn es um sich und sei­ne Fa­mi­lie geht. »Wenn er über sich sel­ber schreibt,//schreibt er über ei­nen an­dern.«, so heißt es denn auch in ei­nem vier­zei­li­gen »En­voi« am En­de. Den­noch: Ein So-tun-als-ob gibt es für den 89jährigen nicht. En­zens­ber­ger ver­sucht erst gar nicht, die kind­li­che oder ju­gend­li­che Er­zähl­per­spek­ti­ve zu si­mu­lie­ren. Da­für weiß er zu ge­nau wie es (mit und oh­ne ihn) wei­ter geht.

Es be­ginnt chro­no­lo­gisch (in den er­sten Jah­ren noch leicht in­ter­mit­tie­rend). Vom Ge­burts­jahr 1929 hat der Er­zäh­ler des Er­zäh­lers na­tur­ge­mäß nur we­nig in Er­in­ne­rung. Ir­gend­wann je­doch ei­ne nicht en­dend wol­len­de Schlan­ge von gel­ben Post­au­tos – pas­send zum »Post­as­ses­sor« des Va­ters, der auch noch als Kom­par­se in Stumm­fil­men und als Ra­dio­an­sa­ger tä­tig war. Un­ter­for­dert sei er in sei­ner Tä­tig­keit ge­we­sen. In sei­ner Frei­zeit bau­te er ei­ne Hol­zei­sen­bahn, zeich­ne­te Ent­wür­fe zu Bau­wer­ken und pho­to­gra­phier­te.

Ja, Mit­glied in der Par­tei war er schon, der Va­ter. Weil er sei­nen Sta­tus als Be­am­ter nicht ver­lie­ren woll­te (er stieg auf zum »Te­le­gra­phen­di­rek­tor«). Jah­re spä­ter lauscht M. ei­nem Ge­spräch des Va­ters mit ei­nem Freund. Ei­ne bes­se­re Po­si­ti­on ha­be man ihm an­ge­bo­ten, in Ber­lin. Aber das woll­te er nicht, die­ses Sich-ge­mein-Ma­chen. Und als der ei­gent­lich ZbV ein­ge­stuf­te 1940 für den Neu­auf­bau des Pa­ri­ser Te­le­fon­net­zes für ei­ni­ge Mo­na­te zum »Etap­pen­ha­sen« wird, abon­niert er nach sei­ner Rück­kehr wei­ter­hin die »Brüs­se­ler Zei­tung«, die et­was un­ab­hän­gi­ger als der »Völ­ki­sche Be­ob­ach­ter« be­rich­tet. Am En­de des Krie­ges sitzt er im Ge­fäng­nis we­gen »Wehr­kraft­zer­set­zung«. Kon­tak­te zum Wi­der­stand wer­den ver­mu­tet. Aber die An­klä­ger sind schon so klug, die Ak­ten ver­schwin­den zu las­sen. Was da­zu führt, dass die »Per­sil­schei­ne« des Va­ters den Ame­ri­ka­nern zu glatt vor­kom­men.

Recht früh be­ginnt der M. ge­nann­te sein Un­zu­ge­hö­rig-Sein zu kul­ti­vie­ren. Sei es als er sich beim Spa­zier­gang durch sei­ne Hei­mat­stadt Nürn­berg »wie ein Tou­rist« vor­kommt. Oder im Turn­un­ter­richt. Ir­gend­wann be­schließt er nicht mehr zu den zwei Mal die Wo­che statt­fin­den­den HJ-Ver­an­stal­tun­gen zu ge­hen. Um sei­ne El­tern nicht zu be­un­ru­hi­gen, zieht er die ver­hass­te Uni­form an und geht aus dem Haus. Die Zeit ver­bringt er vor­zugs­wei­se in Bü­che­rei­en. Ein Bi­blio­theks­di­rek­tor wird zum Wel­ten­öff­ner. Er liest fast al­les, Kolonial­schriften, aber auch Spio­na­ge- und Kri­mi­nal­ro­ma­ne. Von dem all­ge­gen­wär­ti­gen Warn­pla­kat »Feind hört mit« lässt er sich in­spi­rie­ren und be­lauscht Front­rück­keh­rer in Zü­gen. Da­bei er­hält er über­ra­schen­de In­for­ma­tio­nen (ein 12jähriger galt als unver­dächtig), was ihm Zeit sei­nes Le­bens den Re­spekt vor auf­ge­bläh­ten Ge­heim­dienst­ap­pa­ra­ten ver­sagt. Oder er be­tä­tigt sich als Spreng­stoff­bau­er. Als die Wun­den ei­ner un­be­ab­sich­tig­ten Ex­plo­si­on sicht­bar sind, steigt sei­ne An­er­ken­nung bei den Mit­schü­lern; der Spitz­na­me ist von nun an »Ti­to Spreng«. Schließ­lich sieht er sich als »Idi­ot der Fa­mi­lie« (und das, ob­wohl er die bil­dungs­bür­ger­li­chen Zie­le des Va­ters wei­ter ver­folgt).

Auch vie­le Ent­täu­schun­gen: Als der gott­gleich an­ge­se­he­ne Füh­rer die Stadt be­sucht, ist er fast schockiert. Auch die Ob­la­te bei der Kom­mu­ni­on bringt nicht die ge­wünsch­te Er­leuch­tung. Vom all­jähr­li­chen Ein­fall der Par­tei­ge­nos­sen er­in­nert er das Her­um­ge­grö­le Be­trun­ke­ner und den Ge­stank von Pis­se und Er­bro­che­nem. Den Nach­barn, Herrn Strei­cher, hat er auch nur in un­an­ge­neh­mer Er­in­ne­rung.

En­zens­ber­ger sieht sich zu­rück­blickend im »mo­ral luck«. Als die SS an der Schu­le neue Mit­glie­der sucht, ver­steckt er sich im Schwei­gen (und ent­deckt Jahr­zehn­te da­nach sein Mit­leid für Gün­ter Grass, der un­ter­schrie­ben hat­te). Maß­geb­li­chen An­teil dar­an hat­te aber auch der Va­ter und des­sen un­auf­ge­reg­te Er­zie­hung. Als er ein Wör­ter­buch stiehlt und er­wischt wird, bleibt es bei ei­ner Er­mah­nung. Beim näch­sten Mal schließ­lich läßt sich M. nicht mehr er­wi­schen.

M. ist der äl­te­ste, nach­ein­an­der kom­men Chri­sti­an und Mar­tin und 1944 noch der Nach­züg­ler Ul­rich. Im­mer wie­der wird die Chro­no­lo­gie des Er­zähl­stroms un­ter­bro­chen, wenn es um Per­so­nen der Fa­mi­lie geht. Et­wa die Brü­der. Da ist der früh ver­stor­be­ne Mar­tin, der schweig­sa­me »Re­bell«, spä­ter als Ty­po­graph und Gra­phi­ker er­folg­reich. Und Chri­sti­an, der spä­ter­kann­te, 2009 ver­stor­be­ne, von des­sen Ge­dicht­vor­trag aus­gie­big er­zählt wird. Es gibt Lieb­lings­tan­ten und –on­kels, wie Tan­te The­res, On­kel Fred (der Fi­lou), dem Arzt On­kel Ri­chard. Oder die Groß­el­tern, die in 71jährigem Dau­er­ehe­krieg leb­ten (mit im­mer­hin sechs Kin­dern). Hier schweigt der iro­nisch-kühl Bi­lan­zie­ren­de zu Gun­sten des war­men und fast zärt­li­chen Er­zäh­lens ob ih­rer zum Teil ent­setz­li­chen Schick­sa­le, un­ter­stützt das Er­zäh­len mit »se­pia­far­be­nen« Pho­tos wie wei­land der Chro­nist in Ed­gar Reitz’ »Hei­mat«.

Na­tur­ge­mäß ist das kei­ne »nor­ma­le« Ju­gend. Re­kru­tie­rung zu letz­ten Kom­man­dos, ei­ne klei­ne Fah­nen­flucht, Her­um­ir­ren. Dann das Ge­nie­ßen der Frei­heit nach dem Krieg, das kur­ze In­ter­re­gnum oh­ne jeg­li­che Herr­schaft oder Re­gie­rungs­ge­walt. Schnell fin­det sich M. zu­recht, wird ein »be­den­ken­lo­ser Schwarz­händ­ler« (des­sen Zi­ga­ret­ten­mil­lio­när­stum sich mit der Wäh­rungs­re­form pul­ve­ri­siert). Er an­tich­am­briert bei den Be­sat­zern, zu­erst den Ame­ri­ka­nern (die er auch pro­blem­los be­stiehlt, wenn es mög­lich ist), spä­ter mit den Bri­ten, be­schafft ei­ner Gar­ni­son bei­spiels­wei­se Ori­gi­nal-Kuckucks­uh­ren. Tief blicken lässt ei­ne Ra­che­ak­ti­on des Ge­kränk­ten, die vom heu­ti­gen HM im­mer noch mit gro­ßem Ver­gnü­gen be­rich­tet wird.

Aus dem küh­len, zu­wei­len et­was eit­len Er­zäh­len ent­ste­hen auch in­ter­es­san­te Hy­po­the­sen. Et­wa wenn er die Fol­gen des (Bomben-)Krieges für Kin­der gar nicht so schlimm fin­det. Die Schu­le fällt aus, Ord­nun­gen wer­den auf­ge­ho­ben. Und er sieht in den Bom­ben­näch­ten haut­nah die Er­bärm­lich­keit der nack­ten Über­le­bens­angst der Er­wach­se­nen (teil­wei­se so­gar in SS-Uni­form). So bröckel­ten die Au­to­ri­tä­ten im Luft­schutz­kel­ler zu­erst. Gleich­zei­tig schil­dert er ei­ne Epi­so­de von ei­nem Ein­satz als Pimpf in den letz­ten Ta­gen des Krie­ges, in dem er dem Rausch des Plün­derns an­heim fiel. Die Ver­ro­hung setzt mit der Ge­wohn­heit ein. Der Krieg kann, so in fast Jünger’scher Dik­ti­on (frei­lich an­ders kon­no­tiert), »un­heim­li­che En­er­gi­en« wecken. Und so kann En­zens­ber­ger die heu­ti­gen Kin­der­sol­da­ten und de­ren für uns zum Teil rät­sel­haf­te Bru­ta­li­tät nach­voll­zie­hen.

Von gro­ßer Un­er­bitt­lich­keit ist M.s Ur­teil über die Schu­le in all­ge­mei­nen und die Leh­rer im Be­son­de­ren – so­wohl wäh­rend der NS-Zeit als auch spä­ter. »Mit der Ver­mitt­lung ih­rer be­schei­de­nen Lehr­stof­fe be­schäf­tigt und in chro­ni­scher Über­schät­zung ih­rer Päd­ago­gik wuß­ten sie eben­so­we­nig wie die El­tern von den grau­sa­men und sub­ti­len Pro­zes­sen, die sich Tag für Tag un­ter ih­ren Au­gen ab­spiel­ten«. Nur ganz sel­ten gab es un­ter ih­nen Auf­rech­te von de­nen zu ler­nen war und die spä­ter all­zu oft un­ter­for­dert als Dorf­schulmeister ar­bei­ten durf­ten. Die »aus­ge­brann­ten Grei­se« mit ih­rem im­mer noch vi­ru­lent-un­ter­drück­tem Na­zis­mus be­äug­te er von nun an mit Arg­wohn. Erst recht nach je­nem Er­eig­nis, dass ihn noch ein­mal ver­än­dern soll­te. Ei­ne Film­vor­füh­rung der Ame­ri­ka­ner über die KZ-Ver­bre­cher lässt ihn für lan­ge Zeit, wo­mög­lich bis heu­te, zum »hoffnungslose[n] Deutsch­land­neu­ro­ti­ker« wer­den.

Zü­gig wer­den die 1950er Jah­re bis zur Mit­te er­zählt. Stu­di­um; Au­to­stop-Rei­sen. Sei­ne er­ste rich­ti­ge Lie­be Na­ta­scha. Er be­sucht Lon­don, lernt die un­ge­schrie­be­nen Ge­set­ze eng­li­scher Le­bens­art (die er mit Be­dau­ern ver­misst), knüpft Freund­schaf­ten und kommt mit ei­nem Sti­pen­di­um für sechs Mo­na­te nach Pa­ris. Läs­sig wie er über sei­ne Pro­mo­ti­on re­det (die an­dern­orts als bril­lant gilt). Dann en­det das Buch mit dem la­pi­da­ren Schluß­satz: »Sonst ist in sei­nen jun­gen Jah­ren nicht viel pas­siert«. Da war M.s Me­ta­mor­pho­se zum In­tel­lek­tu­el­len, der nur sei­ne ei­ge­ne Au­to­ri­tät an­er­kennt, »fau­te de mieux« voll­zo­gen.

In Ina Hart­wigs In­ge­borg-Bach­mann-Bio­gra­phie wird En­zens­ber­ger zi­tiert, der mit dem Glück ko­ket­tiert, kein Ro­man­schrift­stel­ler zu sein. Da­für be­nö­ti­ge man ei­ne »un­glück­li­che Kind­heit«. Aus der »Hand­voll An­ek­do­ten« er­kennt man jetzt deut­lich, dass M. sei­ne Kind­heit nicht un­glück­lich sieht. Es gab al­so ein rich­ti­ges Le­ben im fal­schen. Und es wird sou­ve­rän er­zählt, viel­leicht manch­mal ein biss­chen zu ele­gant. Fort­set­zung? Ja, bit­te. Un­be­dingt!

Dieser Beitrag wurde unter Literatur abgelegt und mit verschlagwortet. Permalink zum Artikel

3 Kommentare zu »Hans Ma­gnus En­zens­ber­ger: Ei­ne Hand­voll An­ek­do­ten«:

  1. Wolfgang Hanspach sagt:

    mag sein ich sa­ge das aus Neid: er ist halt – ge­fühlt -im­mer und über­all der In­tel­li­gen­te­ste, Be­ste, Über­le­ge­ne. Ei­ner, der – war das nicht er? die ver­lo­re­ne Dok­tor­ar­beit schnell mal aus­wen­dig noch­mal schrieb. Man kommt sich im­mer et­was dumm vor. Wie soll­te er nicht als Schrift­stel­ler und Auf­sät­ze­schrei­ber ei­ne Au­to­ri­tät sein? Ge­wor­den sein. Weil er so bril­li­ant ist. Ich ha­be auch vie­le sei­ner Auf­sät­ze ge­le­sen. Das Buch über Mit­tel­eu­ro­pa. wo die Ita­lie­ner su­per weg­kom­men mit ih­ren zig Re­gie­run­gen. Es sei im­mer noch gut ge­gan­gen. Und Deutsch­land- hat den schlimm­sten Krieg an­ge­zet­telt und ge­führt (schreibt er da)und jetzt geht es Deut­schen bei­nah bes­ser als den an­de­ren. Für mich sind das ty­pi­sche En­zen­ber­ge­ri­sche Klug­schei­ße­rei­en. Oder dass er die Kin­der­sol­da­ten ver­steht, weil das auch was Aben­teu­r­li­ches ha­be. Ja und? sonst noch was? Und die Leh­rer in den 50igern. Mag schon sein. Das hat was Rich­ti­ges und gleich­zei­tig – das stört mich – et­was Her­blas­sen­des. Wer kann es – auch mit mehr Wis­sen und und Ein­sich­ten – so ei­nem schon recht ma­chen?

    #1

  2. Die Sa­che mit der Dok­tor­ar­beit steht im Buch...

    Et­was Her­ab­las­sen­des? Mag sein. Aber wel­cher In­tel­lek­tu­el­le ist das nicht? Wer von all den In­ter­ven­tio­ni­sten wuss­te (und weiss!) nicht, wie ein bes­se­res Le­ben geht? War ein Grass nicht un­end­lich her­ab­las­sen­der mit all sei­nem »Wis­sen«, sei­nen Be­leh­run­gen, sei­nen zum Schluß hin po­li­ti­sches Ese­lei­en? (Wo­bei: Nichts ge­gen po­li­ti­sche Ese­lei­en – sie müs­sen wo­mög­lich sein und auch HME hat sie oft ver­bro­chen. Aber ist nicht ent­schei­dend, dass man sich ab und an we­nig­stens die Mü­he ei­ner Selbst­re­fle­xi­on un­ter­zieht?)

    In­tel­lek­tu­el­len ist es nicht in die Wie­ge ge­legt in Kon­junk­ti­ven zu for­mu­lie­ren. Das er­mög­licht ih­nen al­len mög­li­chen Sinn und Un­sinn zu fa­bri­zie­ren, zu for­dern, zu ma­ni­fe­stie­ren. Ihr Bo­nus ist, dass sie nie wirk­lich ge­fragt wer­den. Po­li­tik ist für sie Ali­ce im Won­der­land. HME hat das im­mer­hin auch ver­sucht es­say­istisch zu den­ken. Es gibt nie­man­den, der den Li­te­ra­tur­be­trieb der­art se­ziert hat wie er – wohl wis­send, dass er sel­ber mit im Sand­ka­sten sitzt. Auch spä­ter. Sein Bür­ger­kriegs-Sze­na­rio, sei­ne »Schreckens Män­ner« (die ich in­zwi­schen an­ders se­he). Furcht­bar manch­mal sei­ne Schnell­schüs­se; im Über­schwang. Aber doch mehr als so manch ei­ner.

    #2

  3. Der Fall “His Ma­jes­ty En­zens­ber­ger – HME“ er­for­dert so et­was wie ei­ne „Kri­tik der Rei­nen In­tel­li­genz“ – von ei­nem Feld zum an­de­ren jagd sie, we­der Wind­hund not me­ne­te­kel Dackel er­wischt

    https://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Magnus_Enzensberger#Bibliography_(English)
    mit der ich zum er­sten mal bei Ruth Lands­hof-York

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ruth_Landshoff

    ei­ner die­sen in­tel­li­gen­ten Ber­li­ner Freun­din­nen mei­ner Mut­ter Alex­an­dra – Le­xi – von Al­vens­le­ben, 1961 in New York Be­kannt­schaft mach­te – ein gu­ter Zuhoe­rer be­merk­te ich – der Ver­wand­te Graf York, der für Cha­se Bank ar­bei­te­te, hat­te die les­bi­sche Jü­din ge­hei­ra­tet um ihr in der USA zum Über­le­ben zu hel­fen – ei­ne Be­kannt­schaft an die sich die En­zens­ber­ge­ri­sche In­tel­li­genz aber ge­gen­über Blubach‘s Die vie­len Le­ben der Ruth Lands­hoff-Yorck. In­sel Ver­lag, Ber­lin 2015, ISBN 978–3-458–17643-5
    nicht er­in­nern woll­te – ei­ne In­tel­li­genz des­sen Er­in­ne­rungs­ver­mö­gen sich manch­mal un­glaub­lich dumm ein­schränkt wa­eh­rend sie von ziem­lich weit Links bei­na­he zur Re­ak­ti­on ge­wan­dert ist.

    Beim 1966 Prince­ton Tref­fen der Grup­pe 47 be­merk­te ich dass die In­tel­li­genz ganz schnell noch Chi­ne­sisch zu ih­rer Sprach­kennt­nis­sen ad­dier­te; und auf mei­ner be­rühm­ten 1971–2 halb­jäh­ri­gen Frach­ter Hel­le­nic Sple­ndor Rei­se halb um die Welt war die In­tel­li­genz die

    https://archive.org/details/consciousnessind00hans

    https://www.kirkusreviews.com/book-reviews/hans-magnus-enzensberger-3/politics-and-crime/

    ver­fasst hat­te wahr­haft ein an­ge­neh­mer Com­pad­re, trotz­dem die Mann­schaft ei­nes sol­chen Frach­ters al­les an­de­res als dumm ist. Trotz der Freund­schaft von Ro­bert Sil­vers und HME und ih­rer Zu­sam­men­kunft in Cu­ba mach­te nur New Left Re­view Vor­ab­drucke die­ser bri­san­ten Es­says – ach, ja auch sein schö­nes Nel­ly Sachs Es­say hab ich als Ein­füh­rung von mei­ner Nel­ly Sachs OH THE CHIMNEYS über­setz; so­wie die schö­ne Ein­füh­rung zu der Neu­aus­ga­be von de Las Ca­sas Short Hi­sto­ry of the In­dies. Als Ge­schenk da­für be­kam ich bei der Grün­dung von Uri­zen Books

    https://artscritic.blogspot.com/2018/08/urizen-2-more-intimate-look.html

    sei­ne Mau­so­le­um Bal­la­den die zur 1075 New Yor­ker Zeit Ar­beit in New York Pu­blic Li­bra­ry er­for­der­te.

    https://www.amazon.com/Mausoleum-Thirty-seven-Ballads-History-Progress/dp/0916354059

    auch hier woll­te kein Schwein was vor­ab­drucken oder re­zen­sie­ren

    https://www.nytimes.com/search?query=enzensberger
    aber sein Ver­hö­re von Ha­va­na hat­te ich we­nig­sten ans BAM ge­bracht.

    https://www.nytimes.com/1971/12/26/archives/play-about-bay-of-pigs-to-run-here.html

    https://timesmachine.nytimes.com/timesmachine/1968/08/18/89344427.html?action=click&contentCollection=Archives&module=ArticleEndCTA&region=ArchiveBody&pgtype=article&pageNumber=104

    Es dau­er­te bis 2017 bis das NYRB No­tiz von En­zens­ber­ger so­wie von der Frank­fur­ter Schu­le nahm

    https://www.nybooks.com/articles/2017/10/26/hans-magnus-enzensberger-corrective-affinities/

    fasst sie!

    und es gibt Leu­te wie Eliza­beth Ru­ge für die Ro­bert Sil­vers so­wie NYRB vor­bild­lich sind – nur aus gro­ßer Wei­te ist das mög­lich.

    https://artscritic.blogspot.com/2017/03/a-comment-on-nyrb-robert-silvers.html

    Das die In­tel­li­genz dann ihr Ti­ta­nic Ge­dicht an ei­nen an­de­ren ame­ri­ka­ni­schen Ver­lag gab oh­ne mich da­von zu be­nach­rich­ti­gen nahm ich ihr Übel – und nur der Wunsch dass je­mand Dr. Char­lot­te Pom­mer für mich in Mün­chen auf­fin­den ko­enn­te
    http://www.lukasverlag.com/ebooks/titel/317-gestapo-im-op.html
    hat uns wie­der in Ver­bin­dung ge­bracht, die Frau die zu­sam­men mit Dr. Al­brecht Tiet­ze mei­nem Va­ter das Le­ben ret­te­ten als die Ge­sta­po ihn im Ber­li­ner Po­li­zei Ho­spi­tal ein­lie­fer­te. Dar­an und dies be­rühm­te Pom­mer Ma­nu­skript woll­te HME sich dann nicht er­in­nert als es zur Fra­ge ei­nes En­dor­se­ments kam. Auch dem Ca­stro­schen Cu­ba war er ja nicht lang treu – al­so ei­ne er hu­schen­de treu­lo­se In­tel­li­genz, dem Hand­ke Neid ganz ekel­haft ver­hasst. Aber ei­ner mei­ner Leh­rer! Er und ich tra­fen ei­nen Ame­ri­ka­ni­schen ex-Ju­stiz­mi­ni­ster beim PEN so um 1977 her­um der mit Hand­ke dann im Karst noch auf Ju­stiz für Ser­bi­en in der Mo­ra­wi­schen Nacht war­te­ten!

    #3

Kommentar abgeben:

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Angaben sind mit * markiert.