Tho­mas Kunst: Mas­le­boi

Thomas Kunst: Masleboi
Tho­mas Kunst: Mas­le­boi

Ich hät­te die Ger­man Dia­ries von Sa­mu­el Beckett le­sen kön­nen. Ich hät­te mich in ei­nen Kri­mi­nal­ro­man ver­sen­ken kön­nen. Ich hät­te ein Kreuz­wort­rät­sel lö­sen kön­nen. Ich hät­te die er­ste Staf­fel Strom­berg schau­en kön­nen. Ich hät­te ein Fuß­ball­spiel ein­schal­ten kön­nen. Ich hät­te der Ex­per­tin bei Ba­res für Ra­res sa­gen kön­nen, dass es sich nicht um ei­nen Bern­stein­ein­schluss han­delt, son­dern um ei­ne in Ep­oxid­harz ein­ge­schlos­se­ne Trau­er­mücke, die in ei­ner schwie­ri­gen Pro­ze­dur von ei­nem Flie­gen­fän­ger ent­fernt wur­de. Ich hät­te den Schmuck­her­stel­ler Ma­sah­le­na in Na­tu­re, von dem Tho­mas Kunst in Mas­le­boi er­zählt, ent­lar­ven kön­nen.

Ich könn­te Red Ri­ver schau­en, ich könn­te Ian Haw­good hö­ren, ich könn­te mich bei Jack­son C. Frank ent­span­nen, ich könn­te was von Ul­rich Zie­ger le­sen, ich könn­te Bran­dig von Gerd Pe­ter Eig­ner le­sen, nein: ich hat­te Bran­dig von Gerd Pe­ter Eig­ner schon ge­le­sen. Ich könn­te den gan­zen Film‑, Mu­sik- und Li­te­ra­tur­kos­mos, den Tho­mas Kunst in Mas­le­boi nennt, kon­su­mie­ren.

Ich müss­te auf­hö­ren, Tho­mas Kunst nach­zu­ma­chen, sagt mei­ne Frau. Ich müss­te be­gin­nen, ei­ne se­riö­se Kri­tik zu Mas­le­boi zu schrei­ben. Ich müss­te be­gin­nen, mei­ne No­ti­zen noch ein­mal zu le­sen. Ich müss­te auf­hö­ren, das Darts-Tur­nier an­zu­schau­en. Ich müss­te noch ein­mal Rom, Blicke le­sen. Ich müss­te noch ein­mal den Film über Max Ernst an­schau­en. Ich müss­te noch ein­mal Ez­ra Pound igno­rie­ren. Ich müss­te end­lich ein­mal Pe­ter Kurz­eck wei­ter­le­sen. Ich müss­te end­lich ein­mal Zan­dschower Klin­ken sa­gen statt Zan­dschower Kli­ni­ken.

Wei­ter­le­sen ...