Rein­hard Kai­ser-Mühlecker: Wil­de­rer

Reinhard Kaiser-Mühlecker: Wilderer

Rein­hard Kai­ser-Mühlecker: Wil­de­rer

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Der neue Ro­man von Kai­ser-Mühlecker, »Wil­de­rer«, führt den Le­ser er­neut in die länd­li­che Welt. Haupt­fi­gur ist Ja­kob Fi­scher, den der Le­ser be­reits aus dem 2016 er­schie­ne­nem Ro­man »Frem­de See­le, dunk­ler Wald« kennt. Kai­ser-Mühlecker schreibt die Sa­ga um Ja­kob Fi­scher wei­ter. Man er­in­nert sich an den Bru­der Alex­an­der in Wien, in ir­gend­ei­ner ge­ho­be­nen Be­am­ten­po­si­ti­on, ver­hei­ra­tet mit Li­lo, der Ex-Frau ei­nes sei­ner Vor­ge­setz­ten. Da ist die Schwe­ster Lui­sa, in Ham­burg le­bend, nach­dem ih­re Ehe in Schwe­den schei­ter­te; ih­re An­we­sen­heit auf dem Hof ist für Ja­kob ei­ne Tor­tur. Ja­kobs Va­ter, der Um­trie­bi­ge, ei­ne Art Hans-im-Glück, frei­lich eher ei­ner im Un­glück. Und die Groß­mutter, die nach dem Tod ih­res Man­nes auf dem Ver­mö­gen sitzt, nichts in den Hof in­ve­stiert, son­dern dar­auf war­tet, das Geld der »rech­ten Par­tei« zu ver­er­ben.

Ja­kob ist wort­karg, zu­rück­hal­tend, men­schen­scheu. Er hält prak­tisch al­lei­ne den Hof halb­wegs am Lau­fen, be­schäf­tigt sich mit Hüh­nern, ver­sucht, Tei­che und Fisch­zucht an­zu­le­gen, was miss­lingt (spä­ter ver­pach­tet er die Tei­che an Städ­ter). Er be­tä­tigt sich noch eh­ren­amt­lich als »Schul­wart«, streicht Ge­bäu­de neu, rich­tet sie wie­der her. Und wenn es sein muss, hilft Ja­kob noch bei an­de­ren Bau­ern aus. »Er schuf­te­te wie kei­ner sonst, zu­gleich nicht an­ders als zu Hau­se, mach­te kür­ze­re Pau­sen als die an­de­ren und re­de­te nur das Al­ler­nö­tig­ste, und als Max nach der Fer­tig­stel­lung zu ei­nem klei­nen Fest lud, ging Ja­kob nicht hin, er ha­be kei­ne Zeit, sag­te er, und auch das an­ge­bo­te­ne Geld lehn­te er ab – em­pört.« Er will kein Geld, son­dern An­er­ken­nung. Die gibt es je­doch kaum; im­mer häu­fi­ger fühlt er sich aus­ge­beu­tet. Aber sein Pflicht­ge­fühl ist grö­sser als sei­ne Ver­zweif­lung.

Den voll­stän­di­gen Text »Un­ver­söhn­lich­keits­ro­ma­ne« bei Glanz und Elend le­sen.

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