Pro­zent­rech­nung

Pro­zess­ko­sten bei Zi­vil­ver­fah­ren sind nach ei­nem neu­en Ur­teil des Bun­des­fi­nanz­ho­fes jetzt steu­er­lich ab­setz­bar. Die »ta­ges­schau« be­rich­te­te in ih­rer 20-Uhr-Aus­ga­be dar­über und woll­te zei­gen, wie die Er­stat­tung, die nach dem Ein­kom­men ge­staf­felt ist, aus­se­hen könn­te.

Man nahm ei­nen un­ver­hei­ra­te­ten Ar­beit­neh­mer mit ei­nem Jah­res­ein­kom­men von 70.000 Eu­ro an. Das Ur­teil sieht wohl in die­sem Fall ei­ne Selbst­be­tei­li­gung von 7% vor. Erst wenn die Ko­sten hö­her sein soll­ten, kann dies steu­er­lich ab­ge­setzt wer­den. Die »ta­ges­schau« blen­de­te ei­ne Gra­fik ein, in der 7% von 70.000 mit »un­ge­fähr« 10.000 Eu­ro an­ge­setzt wur­de.

Das ist na­tür­lich falsch, denn 7% von 70.000 sind 4.900. Ich woll­te noch ein­mal nach­se­hen, ob ich in der Ei­le da et­was nicht rich­tig ver­stan­den ha­be. Aber im Zu­sam­men­schnitt auf »tagesschau.de« fehlt die­se Se­quenz ein­fach.

Ein Schelm, wer Bö­ses da­bei denkt.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Seit der skan­da­lö­sen Be­richt­erstat­tung über die Saa­ka­schwi­li/­Bush-Con­nec­tion schaue ich die Ta­ges­schau nur noch sel­ten und wenn, mit spit­zen Fin­gern. Hier noch­mal zum nach­rech­nen bei You­Tube.

  2. @blackconti
    Ich hab’s ge­merkt, weil ich die­sen Feh­ler frü­her in der Schu­le oft sel­ber ge­macht ha­be, zu­mal es ein be­lieb­ter Trick von Leh­rern war – 7% von 700 bei­spiels­wei­se. In­tui­tiv ha­be ich in die­sem Mo­ment erst ein­mal di­vi­diert (das gilt auch für 8% von 80, usw).

  3. Ja, ge­nau. Bis da­hin hat­te ich et­was na­iv die Ta­ges­schau als so ob­jek­tiv wie mög­lich an­ge­nom­men. Im Zu­ge die­ser Ge­schich­te re­cher­chier­te ich dann bis zum Ab­schluss des UNO-Be­rich­tes mög­lichst vie­le Quel­len und ver­glich sie mit der Dar­stel­lung der Öf­fent­lich-Recht­li­chen. Schon der er­zwun­ge­ne Chat mit Tho­mas Roth war nur noch hilf­los. Aber das un­ter­drücken bzw. re­la­ti­vie­ren des UNO-Be­rich­tes hät­te En­ver Hox­ha zur Eh­re ge­reicht. Seit dem bin ich sehr vor­sich­tig und fühl­te mich viel­fach be­stä­tigt. Oh­ne die Kon­sul­ta­ti­on vie­ler mög­lichst un­ter­schied­li­cher (auch aus­län­di­scher Quel­len) bleibt das Nach­rich­ten­bild im­mer dif­fus. Sie­ben Pro­zent von 70.000 kann ich sel­ber nach­rech­nen, aber bei der Be­ur­tei­lung der La­ge in Süd­os­se­ti­en muss/müsste ich Ver­trau­en auf­brin­gen.