Gün­ter Grass: Beim Häu­ten der Zwie­bel

Fast ge­nau in der Mit­te von Beim Häu­ten der Zwie­bel fragt der Au­tor (und mit ihm der bis da­hin ge­dul­dig ge­folg­te Le­ser): Was noch ist mir vom Krieg und aus der Zeit des La­ger­le­bens au­ßer Epi­so­den ge­blie­ben, die zu An­ek­do­ten zu­sam­men­ge­schnurrt sind oder als wah­re Ge­schich­ten va­ria­bel blei­ben wol­len? Ei­ne schö­ne und tref­fen­de Cha­rak­te­ri­sie­rung des ge­sam­ten Bu­ches. Dass es im ver­gan­ge­nen Som­mer über­haupt ei­nen der­art gro­ssen Fu­ror aus­lö­ste, ist dem ver­stoh­len auf Sei­te 126 wie bei­läu­fig er­wähn­ten Tat­be­stand ge­schul­det, mit dem Gün­ter Grass sei­ne Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner Ein­heit der Waf­fen-SS er­wähnt (ja, er­wähnt; nicht er­zählt). Und weil dies bis Mit­te Au­gust kaum je­mand be­merkt hat­te (die Kri­ti­ker hat­ten wohl so ge­nau die Re­zen­si­ons­ex­em­pla­re nicht ge­le­sen), kam es im be­rühm­ten FAZ-In­ter­view zur Vor­ab-Beich­te.

End­lich hat­ten die­je­ni­gen, de­nen Grass jahr­zehn­te­lang die Le­vi­ten oder an­de­res ge­le­sen hat­te, ei­nen He­bel ge­fun­den, mit dem sie das Denk­mal stür­zen woll­ten oder glaub­ten, es zu kön­nen. Vie­les von dem, was an­ge­führt wur­de, war wohl­feil, an­de­res pu­re Heu­che­lei – sehr vie­les auch schlicht ei­ne Frech­heit. Spä­te­stens nach Zu­er­ken­nung des Li­te­ra­tur­no­bel­prei­ses war Grass li­te­ra­risch ge­adelt; nur Päp­ste oder gänz­lich vom Be­trieb un­ab­hän­gi­ge Gei­ster wag­ten noch Kri­tik am Werk des Schrift­stel­lers. Jetzt hat­ten sie ei­nen He­bel aus des Mei­sters Hand per­sön­lich be­kom­men, der ih­nen ei­ne De­kon­struk­ti­on des po­li­ti­schen Gei­stes er­mög­lich­te und über die­sen Um­weg auch noch treff­lich das Werk be­schä­di­gen konn­ten (letz­te­res läuft ge­ra­de an). Wie jäm­mer­lich, ei­ne sol­che Ge­le­gen­heit ab­zu­war­ten und sich nicht vor­her mit der Kraft des Wor­tes zu mes­sen. So be­hielt Grass in die­ser Dis­kus­si­on sei­ne Wür­de, und zwar in dem Mas­se, je län­ger er die Sal­ven der »Wir-haben-es-schon-immer-gewusst«-Kleingeister aus­hielt. Viel­leicht (s)eine Lehr­stun­de, es sei­nem gro­ssen Wi­der­sa­cher Kohl im Aus­sit­zen gleich zu tun.

Aber wer hat tat­säch­lich da­nach noch das Buch ge­le­sen? Die Kri­tik – auch hier ge­spal­ten. Und es war deut­lich zu be­ob­ach­ten, dass je­ne jün­ge­ren und jun­gen Kri­ti­ker, die 30 oder 40 Jah­re nach Grass ge­bo­ren wur­den, ei­ne deut­lich dif­fe­ren­zier­te­re und di­stan­zier­te­re Be­trach­tung wag­ten, als je­ne, die Grass’ Ge­nera­ti­on an­ge­hö­ren. Die em­pha­ti­sche und zau­ber­haf­te Kri­tik ei­nes Fritz J. Rad­datz bei­spiels­wei­se blieb dann eher die Aus­nah­me. Ich will aber nicht ver­schwei­gen, dass ge­ra­de sie zu ei­nem gro­ssen An­teil mein Le­se­be­dürf­nis an­sta­chel­te – wenn auch Ver­glei­che von Grass’ (an­geb­li­cher) »Scho­nungs­lo­sig­keit« im Um­gang mit sich selbst mit zum Bei­spiel Jor­ge Sem­prúns Er­in­ne­rungs­bü­cher schon ei­ne ge­wis­se Pi­kan­te­rie dar­stel­len (um nicht ein an­de­res, här­te­res Wort zu ge­brau­chen) – hier der Kriegs­frei­wil­li­ge 17jährige, der wie auch im­mer zur SS ge­kom­men war und dort der ak­ti­ve Wi­der­stands­kämp­fer, der 1943 in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald in­ter­niert wur­de. (Es ist schon ein Elend mit dem Ver­glei­chen, oder?)

Da­bei muss ein­ge­stan­den wer­den, dass ich nicht der re­gel­mä­ssi­ge und auf­merk­sa­me Grass-Le­ser war. Die drei, vier Bü­cher des Au­tors (al­le­samt Pro­sa­wer­ke; nicht ei­ne Zei­le sei­ner Ge­dich­te), die ich bis­her ge­le­sen hat­te, ge­nüg­ten dem Di­let­tan­ten. Die letz­te Lek­tü­re, Ein wei­tes Feld, ein ful­mi­nant ge­schrie­be­nes An­ti-Ein­heits­buch mit teil­wei­se aben­teu­er­li­chen hi­sto­ri­schen Kon­struk­tio­nen, von der Kri­tik im gro­ssen und gan­zen ver­ris­sen, emp­fand ich ent­ge­gen des Li­te­ra­tur­main­stream als ei­ne hei­te­re, in­ter­es­san­te und en­ga­gier­te Streit­schrift – die im üb­ri­gen die Vor­be­hal­te der deutsch-deut­schen »Ver­ei­ni­gung« vie­ler lin­ker bzw. links­in­tel­lek­tu­el­ler Krei­se (vor al­lem West­deutsch­lands) wi­der­spie­gel­te. Die­se Vor­be­hal­te wur­den – das war die Schwä­che des Bu­ches – da­hin­ge­hend fast aus­schliess­lich in der hi­sto­ri­schen Schuld Deutsch­lands an­ge­sie­delt. Wer – das die sehr ver­kürz­te und grob ver­ein­fa­chen­de The­se – Bis­marck und Hit­ler he­vor­ge­bracht ha­be, dür­fe nicht in Frie­den wie­der­erstar­ken. An­de­re Ar­gu­men­te – vor al­lem das öko­no­mi­sche – gab es nicht. Aber ist wohl im­mer so, dass der­je­ni­ge, der sich mo­ra­lisch über­le­gen wähnt, glaubt von Be­grün­dungs­zwän­gen frei zu sein. In­so­fern hat Grass (aber bei­lei­be nicht er al­lei­ne) die Dis­kus­sio­nen in den 70er bis in die 90er-Jah­re hin­ein sel­tenst ar­gu­men­ta­tiv ge­führt, son­dern im­mer als Letzt­be­grün­der agiert, der jeg­li­cher Recht­fer­ti­gung ent­ho­ben ist.

Zu­rück zum Buch – hin zum Buch. Ob­wohl: Die oben ge­nann­ten Be­trach­tun­gen er­ge­ben sich aus die­sem Buch nach der Lek­tü­re fast wie von selbst. We­nig­stens et­was. Grass woll­te – das ist ver­ständ­lich – über Kind­heit, Ju­gend und Wer­dung bis Mit­te der 50er Jah­re selbst re­den – be­vor an­de­re aus den Ar­chi­ven Ma­te­ri­al her­vor­kra­men und es kei­ne Mög­lich­keit mehr gibt, ei­ne Re­plik an­zu­brin­gen. Dies ge­schieht in ge­wohn­tem Grass-Plau­der­ton mit ge­le­gent­lich weit­schwei­fi­gen Bil­dern und As­so­zia­tio­nen, fa­bu­lier­lu­sti­gen Me­ta­phern (die dann manch­mal ein biss­chen arg ge­drech­selt er­schei­nen, wie die tur­nen­den Spat­zen; die Woll­müt­ze, die oliv­grün wärmt; ei­ne rund­li­che Kü­chen­non­ne, die rollt da­von, als sie den Raum ver­lässt; oder die Ro­sen, die nach Kernseife...rochen), dem ins­be­son­de­re auf den er­sten rund 200 Sei­ten über­bor­den­den Ge­brauch der Zwie­bel-Me­ta­pher (an­ge­lehnt an die Cha­rak­te­ri­sie­rung der Mut­ter von Grass, die ihn als Ju­gend­li­chen als ei­ne Art Peer Gy­nt sah), in dem die Zwie­bel als wahr­sa­ge­ri­sche Glas­ku­gel Ver­wen­dung fin­det (spä­ter im Buch as­si­stiert der in Bern­stein ein­ge­schlos­se­ne Kä­fer oder die Mücke) – al­le­samt Hilfs­mit­tel von Grass, die er im­mer und im­mer wie­der be­schwört.

Und noch et­was prägt die Ka­pi­tel bis zum En­de des Krie­ges: Un­ab­än­der­lich be­teu­ert Grass sei­ne Scham, oh­ne Un­ter­lass das mea-cul­pa, nicht ge­fragt zu ha­ben (et­wa, als je­mand »ver­schwin­det« und dann ei­ni­ge Mo­na­te wie­der­kommt; man mun­kel­te, er sei für ei­ni­ge Zeit im La­ger Stutt­hof ge­we­sen) und den Be­teue­run­gen des Na­zi-Pro­ga­d­an­da glü­hend ge­folgt zu sein. Da­bei ist Grass zum er­zähl­ten Zeit­punkt zehn, zwölf oder vier­zehn Jah­re alt – da wir­ken die ge­bets­müh­len­ar­tig wie­der­hol­ten rhe­to­ri­schen Selbst­gei­sse­lun­gen arg wohl­feil. Und auch wenn Grass von sei­ner wei­te­ren Zeit be­rich­tet, als Luft­waf­fen­hel­fer oder zum Reichs­ar­beits­dienst kommt und über sei­nen Fu­ror, sich selbst als Kriegs­frei­wil­li­ger zu mel­den, er­zählt, wenn er von sei­nem da­ma­li­gen Füh­rer­glau­ben klagt und sich der Dumm­heit zeiht, so wir­ken die bei je­der klein­sten Ge­le­gen­heit vor­ge­brach­ten, fast schon ins ri­tu­el­le ab­ge­lei­ten­den Schuld­be­kennt­nis­se und Selbst­be­schimp­fun­gen ir­gend­wann auf­ge­setzt und na­he­zu rou­ti­niert – und dem kri­ti­schen Le­ser kommt es, als wür­de Grass wohl­kal­ku­liert mit­tels der per­ma­nent vor­ge­tra­ge­nen Schuld­auf­nah­men ei­nen Ab­lass für das spä­te Ge­ständ­nis ein­kau­fen wol­len. In dem er sich selbst er­nied­rigt, bie­tet er dann kei­ne An­griffs­flä­che mehr; viel­leicht ein Trick (dem dann ein­zig je­mand wie Pe­ter Hand­ke nicht folg­te und reich­lich barsch re­agier­te).

Ein­mal blät­tert der müh­sam auf­ge­tra­ge­ne Lack ein biss­chen ab, als er von der Teil­nah­me an ei­nem Auf­satz­wett­be­werb er­zählt und sich rück­blickend er­leich­tert zeigt, dass er da­mals kei­nen Preis ge­won­nen ha­be, in dem er die hä­mi­schen Kom­men­ta­re des Feuil­le­tons ima­gi­niert, die ei­ne Prä­mie­rung in ei­nem Auf­satz­wettb­werb zu Zei­ten des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus si­cher­lich wol­lü­stig kom­men­tiert hät­ten. Lei­der fehlt Grass in die­sem Mo­ment die Re­fle­xi­ons­fä­hig­keit, die er an­der­wei­tig so li­ta­nei­haft her­vor­bringt – schliess­lich be­schreibt er nur ein Ver­fah­ren, was er sel­ber oft ge­nug prak­ti­ziert hat­te.

Wenn die Er­in­ne­rung nicht mehr zwei­fels­frei her­vor­zu­ho­len ist, be­nutzt Grass Wort­ge­tü­me (»Un­be­stimmt­heits­flos­keln« – Gre­gor Dotzau­er) wie weiß­nicht­mehrwo, weiß­nicht­mehr­wann, weiß­nicht­mehr­wie­viel, weiß­nicht­mehrwo, weiß­nicht­wieoft oder weiß­nicht­wo­mit. Das ist nicht im­mer schlimm, ver­leiht dem oh­ne die­se Ein­schrän­kun­gen Ge­sag­ten aber ei­nen zu­sätz­li­chen Wahr­heits- und Au­then­ti­zi­täts­an­spruch. Und nur Grass weiss, was von dem mit dem Brust­ton der Über­zeu­gung vor­ge­tra­ge­nen dann Wahr­heit ist und was nicht – auf den Ge­dan­ken kommt er Le­ser im­mer dann, wenn ge­nau da­mit im ein oder an­de­ren Fall schmun­zelnd ko­ket­tiert wird (be­son­ders am An­fang wenn von der Ver­füh­rung zu den Lü­gen­ge­schich­ten die Re­de ist).

Ir­gend­wann dann, wenn sich der Le­ser dem woh­li­gen Par­lan­do des Er­zäh­lers Grass (wie das wohl wir­ken mag, wenn er es mit sei­ner so­no­ren Stim­me vor­liest?) kur­ze Zeit aus­lie­fert (al­so in den schwa­chen Mo­men­ten), er­tappt man sich da­bei, sich mit ihm an ei­ner ge­die­ge­nen Kaf­fee­ta­fel sit­zend zu se­hen und zwi­schen zwei Ka­pi­teln legt die Da­me des Hau­ses dem Zu­hö­rer dann noch ein Stück But­ter­creme­tor­te auf den Tel­ler, wel­ches der Gast nur an­fangs (um die Ver­geb­lich­keit wis­send) mit ei­ner ab­leh­nen­den Ge­ste kom­men­tiert, um dann mit mil­dem Lä­cheln zu dan­ken. Hier liegt ei­ne gro­sse Schwä­che, wenn nicht die Schwä­che des Bu­ches: Grass er­zählt al­les oh­ne me­lo­di­sche sprach­li­che Un­ter­schie­de; es gibt kei­ne Hö­he­punk­te. Der Le­ser wird mit die­sem gleich­mä­ssi­gen Er­zähl­duk­tus fast ein­ge­wickelt. Und auch – man muss es sa­gen – manch­mal ist der Kitsch nicht weit. Soll man – ver­kür­zend – sa­gen, dass das Pa­thos fehlt?

Al­les ist gleich ge­wich­tet im Er­zähl­strom: Wenn dem Ka­me­ra­den bei ei­nem An­griff bei­de Bei­ne vom Rumpf ab­ge­trennt wer­den wird dies mit glei­cher Em­pa­thie er­zählt, als vor­her die Lek­tü­re­er­leb­nis­se des Jun­gen (er­staun­lich, mit vier­zehn schon den Hy­pe­ri­on zu le­sen!). Und wenn Grass 1954 sei­ne Mut­ter be­sucht, die ster­bens­krank in ei­nem Kran­ken­haus liegt, fin­den sich ne­ben der Schil­de­rung der letz­ten in­ni­gen Mo­men­te des Soh­nes mit der Mut­ter, Ba­na­li­tä­ten wie Ab und zu ka­men Kran­ken­schwe­stern und Non­nen, be­hü­tet von Flügelhauben...Später ha­be ich, der Hau­ben we­gen, Vin­zen­ti­ne­rin­nen fron­tal und im Pro­fil mit Blei, Koh­le und Fe­der ge­zeich­net. Im­mer hat Grass sein Werk, sei­ne Ma­le­rei, sei­ne Dicht­kunst, sein Le­ben im Fo­kus. Zur Not als Ab­schwei­fung. Men­schen die­nen ihm als Per­so­nal; sie ge­ben die Ku­lis­se für das Werk des Mei­sters ab. Ganz sel­ten gibt es epi­sche Mo­men­te – am En­de des Ka­pi­tels ge­lingt Grass im­mer­hin ein wun­der­ba­rer Nach­ruf auf sei­ne Mut­ter. Grass ist – das wird hier deut­lich – kein Dich­ter; kein Ver-Dich­ter.

Na­tür­lich ist das Buch sei­ne Au­to­bio­gra­fie. Und na­tür­lich steht Grass im Mit­tel­punkt sei­ner Be­trach­tun­gen – wie soll­te es auch an­ders sein. Aber die eit­len Selbst­in­sze­nie­run­gen des Er­zäh­lers sto­ssen den Le­ser ge­le­gent­lich ab. Dann wä­re we­ni­ger mehr ge­we­sen. Und kaum je­mand fin­det Gna­de vor der ul­ti­ma­ti­ven Be­wer­tung bzw. Ru­bri­zie­rung. Al­les, was nicht in Grass’ Le­bens­ent­wür­fe passt, al­les, was an­de­ren In­ten­tio­nen folgt, wird pau­schal des­avou­iert. Weil sei­ne Schwe­ster in ei­nem Klo­ster psy­chisch nicht be­stehen kann, ist das ge­sam­te Klo­ster­le­ben plötz­lich or­ga­ni­sier­te Heu­che­lei. Und der aufkommende[r] Ekel An­fang der 50er Jah­re, mit dem er die neu­rei­chen Ty­pen in Düs­sel­dorf gei­sselt, die vom Wirt­schafts­wun­der pro­fi­tie­ren und sein Ge­schimp­fe auf den ver­hass­ten Kanz­ler Ade­nau­er – al­les das wirkt nicht nur als auf­ge­setz­te Er­re­gung, son­dern im Lau­fe des Bu­ches wi­der­spricht der dann sel­ber neu­reich-wer­den­de Grass sel­ber.

Dif­fe­ren­zie­rungs­ver­mö­gen ist Grass’ Stär­ke nicht. Ganz sel­ten fin­det er ein Wort für sei­ne För­de­rer. Das dem Buch vor­an ge­stell­te Mot­to Al­len ge­wid­met, von de­nen ich lern­te mu­tet in An­be­tracht des­sen fast ko­misch an. Wenn man die Mut­ter aus­nimmt, die ei­ne fast he­roi­sche Stel­lung ein­nimmt, bleibt nur der Ober­ge­frei­te, der sich dem um­her­streu­nen­den Sol­da­ten (mit den bei­den Ru­nen auf den Kra­gen­spie­geln) in den letz­ten Ta­gen des Krie­ges an­nahm – und der bei ei­nem Ra­ke­ten­an­griff bei­de Bei­ne ein­büss­te, der Koch­leh­rer, der in ei­nem Ge­fan­ge­nen­la­ger un­mit­tel­bar nach En­de des Krie­ges, den Ge­fan­ge­nen oh­ne jeg­li­che Zu­ta­ten vom Ko­chen er­zählt, die un­er­füll­te Lie­be ei­ner ge­wis­sen Ro­san­na und der er­ste Kunst­leh­rer an der Aka­de­mie in Düs­sel­dorf üb­rig, der ihm den Rat gab, ei­ne Stein­metz­leh­re vor ei­nem Stu­di­um zu ab­sol­vie­ren (die Aka­de­mie war 1947 noch ge­schlos­sen). Die­sen Per­so­nen wird ei­ne ge­wis­se Dank­bar­keit ent­ge­gen­ge­bracht – al­le an­de­ren (auch der Va­ter, die Schwe­ster, Grass’ er­ste Frau) blei­ben selt­sam blass – hier er­zählt je­mand, der sich für ziem­lich aut­ark hält, ins­be­son­de­re, was mensch­li­che Bin­dun­gen an­geht.

Ja, es gibt da noch ei­ne frü­he Fi­gur. Der jun­ge Grass, der als Luft­waf­fen­hel­fer ein­ge­zo­gen wird, macht Be­kannt­schaft mit ei­nem Ju­gend­li­chen, der in al­lem vor­bild­lich sei­nen Dienst ab­sol­viert – nur, so­bald er ei­ne Waf­fe in die Hand be­kommt, lässt er die­se fal­len. Al­le mög­li­chen Straf­ak­tio­nen ver­mö­gen nicht, die­sen Jun­gen zu bre­chen, der im Buch Wir­t­un­so­was­nicht ge­nannt wird. Grass ar­bei­tet sich und sei­ne Schuld aus­gie­big an die­sem Bei­spiel ab – und ein we­nig merkt man, wie Grass aus heu­ti­ger Sicht ger­ne ge­we­sen wä­re (oh­ne frei­lich zu re­ka­pi­tu­lie­ren, was aus die­sem Men­schen dann ge­wor­den ist, der als Zeu­ge Je­ho­vas »ver­däch­tigt« wur­de).

Und wie ger­ne phan­ta­siert er je­ne Sze­ne aus dem Ge­fan­ge­nen­la­ger, als er mit ei­nem Geist­li­chen mit dem Na­men Jo­seph um das wei­te­re Le­ben kno­bel­te (= wür­fel­te). Nicht mü­de wird der Ego­zen­tri­ker Grass zu sug­ge­rie­ren, dass es sich um eben je­nen Jo­seph Ratz­in­ger han­delt, der viel spä­ter Papst wur­de.

Dem auf­merk­sa­men Le­ser wird spür­bar, mit wel­cher Ver­ve Grass nach En­de des Krie­ges auch in sei­nen Er­in­ne­run­gen zu­kunfts­ori­en­tiert ist; die Schuld­be­kennt­nis­se ver­stum­men und wei­chen suk­zes­si­ve bei­spiels­wei­se den leicht schlüpf­rig-ero­ti­schen Er­leb­nis­sen des 18- 19jährigen. Rasch be­ginnt auch bei ihm das, was man bei so vie­len be­merkt ha­ben dürf­te: Die Flucht vor der Ver­gan­gen­heit. Hun­ger, Käl­te und das täg­li­che Über­le­ben mö­gen ein Üb­ri­ges da­zu ge­tan ha­ben. Aber wer bei­spiels­wei­se vor ei­ni­gen Jah­ren Mar­tin Wal­ser in sei­nem Buch »Ein sprin­gen­der Brun­nen« vor­ge­wor­fen hat­te, die Haupt­fi­gur des Kin­des Jo­hann ha­be nicht po­li­tisch kor­rekt und pflicht­ge­mäss die Sho­ah in sei­nen Er­in­ne­run­gen the­ma­ti­siert (ob­wohl sie viel­leicht tat­säch­lich da­mals kei­ne Rol­le in der Er­le­bens­welt des Er­zäh­lers ge­spielt ha­ben mag) – der wird auch bei Grass Grund zur Kri­tik fin­den; frei­lich, die Ent­rü­stung hier­über hielt sich in Gren­zen. Wäh­rend man je­doch bei Wal­ser auf die Kind­lich­keit der Fi­gur re­kur­rie­ren und dies als »Ent­schul­di­gung« gel­tend ma­chen kann, so ist bei Grass’ Zwie­bel-, Bern­stein- und Gra­nat­split­ter-Pro­sa schwie­ri­ger re­den. Im­mer­hin: Grass gibt zu, den Fil­men und Fo­tos von er­mor­de­ten Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger­op­fern lan­ge Zeit skep­tisch ge­gen­über ge­stan­den zu ha­ben. Ah ja.

Die po­li­ti­sche Nach­kriegs­prä­gung wird nur an­ge­deu­tet. Zur Zeit, als Grass im Ka­li­berg­bau schuf­te­te, be­merk­te er un­ter den Kum­pels drei fast gleich star­ke po­li­ti­sche La­ger: Kom­mu­ni­sten; üb­rig ge­blie­be­ne, mit den Na­tio­nal­so­zia­li­sten im­mer noch lieb­äu­geln­de und So­zi­al­de­mo­kra­ten. Ei­ne Schlüs­sel­sze­ne, die auch ein­dring­lich ge­rät, ist, wenn er fest­stellt, dass sich – bei al­ler Un­ter­schied­lich­keit – in be­stimm­ten Si­tua­tio­nen An­hän­ger von Na­zis und Kom­mu­ni­sten vor­über­ge­hend ge­gen die So­zi­al­de­mo­kra­ten ver­bün­de­ten. Die­se si­cher­lich ein biss­chen ein­fa­che Be­ob­ach­tung, wird von Grass als prä­gend emp­fun­den (ne­ben­bei glaubt er da­mit, den Un­ter­gang der Wei­ma­rer Re­pu­blik zu­sam­men­fas­sen zu kön­nen). Wie in den Jah­ren dar­auf die wert­kon­ser­va­ti­ven Kräf­te dann von der CDU ge­bün­delt wer­den konn­ten, be­han­delt er üb­ri­gens nicht.

In­ter­es­sant, wenn er über sein Den­ken An­fang der 50er Jah­re er­zählt – und gleich­zei­tig viel auch noch über den heu­ti­gen Grass aus­sagt:

Wäh­rend nächt­li­cher Ge­sprä­che, bei de­nen viel Tee ge­trun­ken und ge­raucht wur­de, sind zu­gleich all je­ne Phra­sen in­ha­liert wor­den, die der Exi­sten­tia­lis­mus im An­ge­bot hat­te. Schon wie­der ging es ums Gan­ze, doch, wie wir glaub­ten, auf hö­he­rem Ni­veau. Und wenn wir an­ein­an­der­ge­rie­ten, ent­zün­de­ten sich die Wi­der­sprü­che nicht an den Ver­bre­chen des zu­rück­lie­gen­den Krie­ges und noch we­ni­ger am Par­tei­en­gezänk der Ge­gen­wart, viel­mehr plansch­ten wir im be­griff­li­chen Un­ge­fähr.

Viel­leicht wä­re dem nächt­li­chen Wör­ter­ver­schleiß ein va­ger An­ti­fa­schis­mus und ge­gen­stands­lo­ser Phi­lo­se­mi­tis­mus ab­zu­hö­ren ge­we­sen. Im Nach­hol­ver­fah­ren hat­te ver­säum­ter Wi­der­stand nun auf­trump­fen­den Mut und je­nes Hel­den­tum zur Fol­ge, das sich nicht be­wei­sen muß­te. Und auch ich wer­de wohl ei­ner je­ner tap­fe­ren Maulfech­ter ge­we­sen sein, de­ren Phra­sen das Ge­dächt­nis, die­ser Müll­schlucker, dan­kens­wer­ter­wei­se nicht ge­spei­chert hat.

Nur we­ni­ge hel­le Stel­len am En­de des Bu­ches. Die »Be­frei­ung« der Schwe­ster aus dem Klo­ster; der Tod der Mut­ter. Und Grass’ Wer­de­gang bei der Grup­pe 47; sein Sei­ten­hieb auf al­le Päp­ste; die Selbst­sti­li­sie­rung als Ein­zel­gän­ger (er spricht – leicht über­trie­ben – von der Rand­stän­dig­keit sei­nes künst­le­ri­schen Wer­kes; ge­meint wohl vor al­lem ist das zeich­ne­ri­sche). Statt­des­sen viel amou­rö­ses; ei­ne aus­führ­li­che Er­zäh­lung ei­ner Ita­li­en­rei­se; die er­ste Hei­rat; Kin­der.

Na und? sagt da der so­viel jün­ge­re Le­ser. Wo bleibt das Epi­sche? Ei­ne klei­ne Epi­so­de – als Grass mit zwei an­de­ren Freun­den An­fang der 50er Jah­re im Düs­sel­dor­fer Alt­stadt­lo­kal »Csi­kós« mu­si­zier­te (ein Nepp­lo­kal mit pseu­do­un­g­a­ri­schem Flair und neu­rei­chem Pu­bli­kum und un­ver­söhn­lich be­tont Grass mehr­fach, wie schlecht be­zahlt die­se Auf­trit­te wa­ren – aber muss man den Na­men des Lo­kals des­halb im Buch falsch schrei­ben?) und ir­gend­wann stösst für ei­nen klei­nen Auf­tritt von fünf oder sie­ben Mi­nu­ten (wann dau­ert Glück län­ger?) ein Mann na­mens Lou­is Arm­strong da­zu (der auf ei­ner Tour­nee weil­te und zu­fäl­lig Gast im Lo­kal war) und macht aus dem Trio ein Quar­tett. Und dann et­was, was wir im gan­zen Buch nur hier fin­den: den Men­schen Grass, ei­nen Au­gen­blick un­ge­fil­tert und un­ge­pan­zert.

...mir ist die­ser Auf­tritt, von dem kein Blitz­licht­fo­to Zeug­nis gibt, noch im­mer im Ohr und vor Au­gen. Als Eh­rung un­se­rer un­ter­halt­sa­men Be­mü­hun­gen will sie ge­wich­ti­ger sein als al­le mir spä­ter ver­lie­he­nen Prei­se, so­gar als der höchst­do­tier­te, des­sen Ver­lei­hung mir in bi­bli­schem Al­ter zu iro­nisch di­stan­zier­ter Freu­de ver­half...

Da macht es wohl auch nichts, wenn sich her­aus­stellt, dass die­se Ge­schich­te so nicht stimmt und der Phan­ta­sie des Zwie­bel­schä­lers ent­springt.

Aber vie­le Re­fe­ren­zen und Re­kur­se auf sein Oeu­vre gibt es. Der Werk­ken­ner (und mit ihm auch der Ger­ma­nist) be­kommt et­li­ches Neu­es mit­ge­teilt – wor­auf sich die­ser oder je­ne Na­me stützt; wer oder was als Vor­la­ge für die­ses oder je­nes Er­leb­nis dient, usw. Manch­mal scheint Grass auch ein biss­chen ver­gess­lich, et­wa wenn er meint, dass er in Kopf­ge­bur­ten oder Die Deut­schen ster­ben aus den Ego­kult der Kin­der­lo­sen auf- und an­greift – in Wirk­lich­keit ist die­ses Buch doch durch­setzt von der hy­ste­risch ver­dich­te­ten (!) Furcht, Franz-Jo­sef Strauß kön­ne 1980 Bun­des­kanz­ler wer­den und in Er­war­tung des­sen le­ge man sich doch viel­leicht erst ein­mal kein Kind zu. Grass war doch in Wirk­lich­keit ein Ver­fech­ter die­ses Welt­un­ter­gangs­sze­na­ri­os und zäh­ne­knir­schen­der Un­ter­stüt­zer des von ihm nicht son­ders ge­lieb­ten Hel­mut Schmidt. Und wenn er dann Sei­ten­hie­be auf die von ihm (an­geb­lich) seit je­her am­bi­va­lent be­trach­te­ten Päd­ago­gen ver­teilt, so wirkt das auch reich­lich wie ein »Nach­tre­ten« aus dann ir­gend­wann un­er­hör­ter Lie­be.

Ich ge­ste­he, dass die­ses Buch in sei­ner Ein­di­men­sio­na­li­tät nicht be­son­ders be­ein­druckend war. Un­ter­halt­sam war es, ja. Aber Bü­cher wie Her­mann Lenz’ »Neue Zeit«, die Die­ter For­te-Te­tra­lo­gie (be­son­ders »In der Er­in­ne­rung«), Jo­seph W. Jan­kers »Zwi­schen zwei Feu­ern«, ja auch das be­tu­li­che »Bil­lard um halb­zehn« von Hein­rich Böll, nicht zu ver­ges­sen die »Tri­lo­gie des Schei­terns« von Wolf­gang Ko­ep­pen oder die be­rühm­ten Bü­cher von Wal­ter Kem­pow­ski, die so kon­ge­ni­al von Eber­hard Fech­ner ver­filmt wur­den und auch sei­ne in den 90er Jah­ren her­aus­ge­brach­te Text­samm­lung »Echo­lot« – all die­se Wer­ke, die – das muss ge­sagt wer­den – un­ter­schied­li­che In­ten­tio­nen ver­fol­gen und na­tur­ge­mäss an­ders er­zählt sind, ha­ben dem Le­ser mehr Auf­schlüs­se ge­ge­ben, ha­ben mehr auf­ge­rüt­telt und ha­ben den Hun­ger mehr ge­stillt als Grass’ ego­zen­trisch auf­ge­la­de­ne Plau­de­rei.

Dieser Beitrag wurde unter Literatur abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Permalink zum Artikel

4 Kommentare zu »Gün­ter Grass: Beim Häu­ten der Zwie­bel«:

  1. rosenherz sagt:

    »Da macht es wohl auch nichts, wenn sich her­aus­stellt, dass die­se Ge­schich­te so nicht stimmt und der Phan­ta­sie des Zwie­bel­schä­lers ent­springt.« Zi­tat En­de.

    Ich grei­fe die­sen Satz mit dem Ver­weis auf die Fan­ta­sie des Zwie­bel­schä­lers her­aus, da er mich zu­gleich an ein Er­leb­nis am gest­ri­gen Tag er­in­nert. In der Psy­cho­lo­gie gibt es die Aus­sa­ge, Er­in­ne­run­gen sei­en kein Ab­bild der Wirk­lich­keit, son­dern ei­ne sub­jek­ti­ve Ver­zer­rung zu Gun­sten ei­nes ver­an­ker­ten Wunsch­bil­des. Ich kann mir vor­stel­len, dass Grass es sich im Ge­hei­men ge­wünscht hät­te, mit Arm­strong auf­zu­tre­ten und dies ihm je­ne in­ner­see­li­sche Be­deut­sam­keit zu ge­ben glaub­te, die er sich er­sehnt hat­te.

    Es mag da mit der Fanstasie von Grass ähn­lich oder gleich ge­la­gert sein, wie es sich ge­stern mit mei­nem Mann und mir zu­ge­tra­gen hat­te. Ich hat­te ei­ne Packung But­ter aus dem Kühl­schrank ge­holt, um sie in den näch­sten Stun­den auf Zim­mer­tem­pe­ra­tur er­wär­men zu las­sen, da ich et­was zu zu­be­rei­ten ge­dach­te, bei der ich flau­mig ge­rühr­te But­ter brauch­te. Auf An­fra­ge mei­nes Man­nes, ant­wor­te­te ich »ich wer­de et­was ma­chen.« Spä­ter be­haup­te­te mein Mann, ich hät­te vor­ge­habt und ge­sagt, et­was zu backen, was dem aber nicht war. Er hat­te an­statt dem Wort »ma­chen« in sei­ner Er­in­ne­rung »backen« ge­spei­chert ge­habt. Hier hat sein Wunsch­bild (Ku­chen) die Wirk­lich­keit in der Er­in­ne­rung um­ge­färbt zu dem, was er sich er­träumt hat­te: backen. Dass ich in dem Zu­sam­men­hang von »er­träumt« schrei­be, er­lau­be ich mir, da ich von sei­ner Vor­lie­be nach süß Ge­backe­nem weiß.

    Mich er­in­nert ihr Satz auch ein In­ter­view mit ei­nem Über­le­ben­den ei­nes Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers. Das In­ter­view, das im Rah­men ei­nes Stu­di­en­auf­ent­halts per Vi­deo auf­ge­nom­men wur­de und mir als Zeit­zei­gen­ge­spräch als sol­ches vor­liegt, macht deut­lich, dass Vor­ge­hen­wei­sen des Arz­tes (dem der über­le­ben­de Er­zäh­ler as­sis­si­tiert hat­te) in mil­der­en­den Wor­ten ge­schil­dert wer­den, als die Wirk­lich­keit ge­we­sen war (du­kom­en­tiert).
    Auch hier er­füllt Ver­zer­rung in der Er­in­ne­rung die Funk­ti­on, das Ge­sche­hen in Rich­tung Wunsch­bild zu ver­än­dern. Das heißt kon­kret, Mensch bil­det in der Spei­che­rung von Er­in­ne­rung nicht zwangs­läu­fig die all­ge­mei­ne Wirk­lich­keit ab, son­dern ei­ne sub­jek­tiv ge­färb­te.

    #1

  2. Das ist na­tür­lich rich­tig: Er­in­ne­run­gen sind oft­mals (oder im­mer?) sub­jek­tiv.

    Im Buch er­scheint die zi­tier­te Stel­le als ei­ne Art Epi­pha­nie. Grass kom­men­tiert es sel­ber so. Und dann stellt sich her­aus, dass es gar nicht so ge­we­sen ist. Und das, ob­wohl Grass an vie­len an­de­ren Stel­len, wo er sich sei­ner Er­in­ne­rung nicht mehr si­cher ist, die­se weiß­nicht­mehr...-Flos­keln ver­wen­det. Hier­durch er­hal­ten die an­de­ren Stel­len per se ei­ne Au­then­ti­zi­tät, die of­fen­sicht­lich so nicht stimmt. Grass hät­te ge­ra­de das be­schrie­be­ne Er­leb­nis leicht re­cher­chie­ren bzw. sei­nen da­ma­li­gen Mu­sik­er­freund her­an­zie­hen kön­nen. War­um hat er es nicht ge­macht?

    Ne­ben­bei stellt sich die Fra­ge, in­wie­weit selbst die Be­haup­tung, ein schrift­stel­le­ri­sches Werk (= Buch) sei au­to­bio­gra­fisch, d. h. da­mit im­pli­ziert wird, es sei au­then­tisch, schlicht­weg falsch ist und das Buch über­for­dert. Viel­leicht soll­te man sich Grass’ Buch nur als Fik­ti­on ei­ner Fi­gur le­sen, die mit ich er­zählt. Da­ge­gen spricht wie­der, dass vie­les stimmt.

    #2

  3. rosenherz sagt:

    Ich muss­te jetzt un­wei­ger­lich an den Ti­tel des Bu­ches den­ken und das kon­kre­te Zwie­bel schä­len: Da kom­men ei­nem die Trä­nen.
    Fa­zit: Viel­leicht soll­te ich eher nach ei­nem Buch grei­fen, das sich mit dem Schä­len von Knob­lauch be­ti­telt.

    #3

  4. deeli sagt:

    ich bin lei­der jetzt erst auf die­sen text ge­sto­ßen. ich be­schäf­ti­ge mich im mo­ment aus­führ­lich ge­ra­de mit die­sem buch und bin be­gei­stert: ei­ne der­art aus­führ­li­che und dif­fe­ren­zier­te kri­tik da­zu ha­be ich kaum ge­le­sen.

    toll!

    #4