Ein Rück­zie­her der NZZ

Mar­kus Spill­mann, Chef­re­dak­teur der NZZ, ent­schul­dig­te sich via Face­book für ei­nen ver­öf­fent­lich­ten Kom­men­tar zum Co­m­ing-out von App­les CEO Cook:

»Ich be­dau­re, dass Print/online das Re­fle­xe »Von Mis­sio­nen, Macht und de­ren Miss­brauch« pu­bli­ziert wor­den ist. Hier ha­ben sämt­li­che in­ter­nen Kon­troll­me­cha­nis­men ver­sagt. […] Die Ar­gu­men­ta­ti­on, dass Ap­ple-Chef Cook »Macht­miss­brauch« be­ge­he, wenn er sich zu sei­nem Schwul­sein be­kennt, ist ab­surd. Es gibt kei­nen Hin­weis dar­auf, dass als Fol­ge die­ses Be­kennt­nis­ses sich die Ge­schäfts­pra­xis von Ap­ple ver­än­dern wür­de. […] Die Kri­tik an die­sem Schritt, wie im­mer sie be­grün­det sein mag, zeugt da­ge­gen von man­geln­der To­le­ranz und ei­nem nach wie vor stig­ma­ti­sie­ren­den Um­gang mit Schwu­len und Les­ben. Das aber ist de­fi­ni­tiv nicht die Hal­tung ei­ner auch ge­sell­schaft­lich li­be­ra­len Stim­me wie je­ne der NZZ.«

Der an­ge­spro­che­ne Kom­men­tar ist ein Mei­nungs­text, der in ei­nem li­be­ra­len Me­di­um, als Ent­spre­chung zur frei­en Mei­nungs­äu­ße­rung ver­stan­den wer­den darf (die An­sprü­che sind ge­rin­ger als sonst, un­kon­ven­tio­nel­les ist ge­stat­tet, ein ge­wis­ser Qua­li­täts­stan­dard soll­te ein­ge­hal­ten wer­den, ei­ne so­li­de Ar­gu­men­ta­ti­on ist ent­behr­lich); Wi­der­spruch wä­re in der­sel­ben Form und an der­sel­ben Stel­le zu er­war­ten: Ei­ne Mei­nung steht ge­gen ei­ne an­de­re (wo­mit die Gren­zen der Mei­nungs­äu­ße­rung auf­ge­zeigt wä­ren). Der Rück­zie­her des Chef­re­dak­teurs wirkt selt­sam, weil er ei­nen halb­of­fi­zi­el­len Ein­druck hin­ter­lässt: Nicht im Blatt, son­dern via Face­book und im Kom­men­tar­be­reich un­ter dem Text. Man hat den Ein­druck, dass man ei­nem Shitstorm und ei­ner öf­fent­li­chen An­pran­ge­rung ent­ge­hen und nicht auf die näch­ste Aus­ga­be war­ten möch­te. Und noch et­was an­de­res lässt auf­hor­chen, der vor­letz­te Satz: „Die Kri­tik an die­sem Schritt, wie im­mer sie be­grün­det sein mag, zeugt da­ge­gen von man­geln­der To­le­ranz und ei­nem nach wie vor stig­ma­ti­sie­ren­den Um­gang mit Schwu­len und Les­ben.“ — War­um soll­te ei­ne ar­gu­men­tier­te Kri­tik, die die­ser Satz mit ein­schließt, per se von ei­nem stig­ma­ti­sie­ren­dem Um­gang zeu­gen? Ein et­wai­ger Macht­miss­brauch ist im Zwei­fels­fall, aber eben nicht im Mei­nungs­text, zu be­le­gen und ist un­ab­hän­gig von ei­ner spe­zi­fi­schen The­ma­tik. Hier setzt je­mand Höf­lich­keit und Kor­rekt­heit, ei­ne Er­war­tung, ein Sol­len, an die Stel­le der Of­fen­heit des Dis­kur­ses; er be­schä­digt ihn, in dem er die Pflicht zu ar­gu­men­tie­ren, ver­letzt.

Der kur­ze Text des Chef­re­dak­teurs wirkt wie ein Hüft­schuss, er scheint der Mög­lich­keit ei­ner ra­schen Ver­öf­fent­li­chung im Zeit­al­ter des Net­zes ge­schul­det und ist in sich we­nig kon­si­stent. Oder ist der NZZ da tat­säch­lich ein Lap­sus pas­siert? Se­hen wir uns al­les der Rei­he nach an:

Zu­nächst Cooks Be­kennt­nis: Er spricht von sei­ner Pri­vat­sphä­re, dem Un­ter­neh­men Ap­ple und da­von, dass er die Auf­merk­sam­keit ei­gent­lich auf des­sen Pro­duk­te ge­rich­tet wis­sen möch­te. Al­ler­dings fühlt er sich Mar­tin Lu­ther Kings Fra­ge »What are you do­ing for others?« ver­pflich­tet. Cook stellt fest, dass ihn die Pri­vat­heit von Wich­ti­ge­rem zu­rück­ge­hal­ten hat; er ha­be zwar nie ein Hehl um sei­ne se­xu­el­le Ori­en­tie­rung ge­macht, doch von ei­ner öf­fent­li­chen Äu­ße­rung stets Ab­stand ge­nom­men; dann folgt der Satz: »I’m proud to be gay, and I con­si­der being gay among the grea­test gifts God has gi­ven me.« Er geht dar­auf ein was Ho­mo­se­xua­li­tät für ihn be­deu­tet und war­um es be­rei­chernd, aber kei­nes­falls ein­fach ist. Er spricht von ge­sell­schaft­li­chen Fort­schrit­ten, die ge­macht wur­den und be­stehen­den (ge­setz­li­chen) Dis­kri­mi­nie­run­gen. Er hofft durch sein Be­kennt­nis et­was Gu­tes be­wir­ken zu kön­nen (»bring com­fort to an­yo­ne who feels alo­ne, or in­spi­re peop­le to in­sist on their equa­li­ty«). Sei­ne Ent­schei­dung war nicht ein­fach; er ver­weist dar­auf, dass die Iden­ti­tät des Ein­zel­nen nicht auf ei­ner ein­zi­gen Ka­te­go­ri­sie­rung (Ras­se oder Ge­schlecht) be­ru­he, son­dern viel­fäl­tig be­dingt sei (In­ter­es­sen und so­zia­le Rol­len) und stellt ab­schlie­ßend sein Be­kennt­nis in den An­spruch von Ap­ple, das für Gleich­heit und Men­schen­rech­te ste­he. Er ver­steht die­ses Be­kennt­nis als ei­ne Hil­fe für an­de­re, ei­ne klei­ne, im Lich­te gro­ßer Vor­bil­der.

Der Kom­men­tar von Chri­stia­ne Hen­kel sieht die Be­ru­fung auf King und Ken­ne­dy als il­le­gi­tim an und es nicht als Cooks Auf­ga­be, al­so die Auf­ga­be ei­nes CEO, sei­ne se­xu­el­le Ori­en­tie­rung zu ei­nem The­ma in der Öf­fent­lich­keit zu ma­chen. Er kri­ti­siert den Satz, dass er stolz auf sei­ne Ho­mo­se­xua­li­tät sei und dass er sie als Ge­schenk Got­tes se­he (Ho­mo­se­xua­li­tät ist kein Ver­dienst). — Cook ge­bär­de sich ar­ro­gant.

Da Frau Hen­kels Text ei­ne Mei­nungs­äu­ße­rung dar­stellt, wer­den Ar­gu­men­te nicht ex­pli­zit ge­macht: Der Vor­wurf des Macht­miss­brauchs, sie­he oben, kann als »nicht sach­li­cher« (al­so nicht ex­pli­zit auf die Ho­mo­se­xua­li­tät ge­münzt) ver­stan­den wer­den; er ist auf die Po­si­ti­on von der aus das Be­kennt­nis er­folgt, ge­rich­tet (nicht die Mo­ra­li­tät des Wol­lens zählt, son­dern die Po­si­ti­on, die eben­die­ses ver­bie­tet; ein Bei­spiel aus der Po­li­tik: Ist et­wa die par­tei­po­li­ti­sche ge­färb­te Ein­mi­schung ei­nes Bun­des­prä­si­den­ten in die Be­lan­ge von Län­dern und ge­wähl­ten Ver­tre­tern von Amts we­gen le­gi­tim?): Die Macht, die ihm sei­ne Po­si­ti­on ver­leiht, ist für die­sen Ein­satz nicht vor­ge­se­hen, des­halb wird er als Miss­brauch an­ge­se­hen, die Über­schrei­tung, die Cook selbst the­ma­ti­siert, wä­re in die an­de­re Rich­tung, zur Pri­vat­heit hin, auf­zu­lö­sen. Ob sich die Ge­schäfts­pra­xis von Ap­ple dar­über ver­än­dert ist für ei­ne sol­che Ar­gu­men­ta­ti­on, wie das Chef­re­dak­teur Spill­mann an­führt, ir­rele­vant, es zäh­len die Auf­ga­ben ei­nes CEO; Aus­sa­gen über pri­va­tes, hat der Pri­vat­mann zu tä­ti­gen (man kann, um das Ar­gu­ment zu ver­deut­li­chen, an die Stel­le der Ho­mo­se­xua­li­tät ein Ein­tre­ten für ein li­be­ra­les Waf­fen­recht setz­ten).

Man kann die ge­äu­ßer­ten Vor­wür­fe im Licht von Cooks Text als über­zo­gen an­se­hen, ar­gu­men­tier­bar sind sie und da es sich um ei­nen Mei­nungs­text han­delt, dür­fen per­sön­li­che Wer­tun­gen und Be­dingt­hei­ten ei­ne grö­ße­re Rol­le spie­len (wer weiß: viel­leicht be­gei­stert sich die Au­torin für Mar­tin Lu­ther King und meint ihn ge­gen ei­ne un­zu­läs­si­ge Ver­ein­nah­mung ver­tei­di­gen zu müs­sen?). In­wie­weit die Auf­re­gung ge­recht­fer­tigt ist, kann je­der selbst be­ur­tei­len, ei­ne ex­pli­zi­te Stig­ma­ti­sie­rung von Ho­mo­se­xu­el­len lässt sich durch den Text nicht be­le­gen; er mag un­ge­schickt for­mu­liert, dem me­dia­len Ar­beits­all­tag ge­schul­det oder zu rasch ver­fasst wor­den sein (letzt­lich eben Mei­nung, die be­rühm­ten »two cents«, die man nicht über­be­wer­ten soll­te; dass es den­noch ge­tan wird, ist ei­ne häu­fig an­zu­tref­fen­de Pra­xis). Min­de­stens ge­nau­so »be­denk­lich« sind die Kon­se­quen­zen, die manch ein Kom­men­tar un­ter dem Face­bookein­trag ent­hält: »Ich fra­ge mich nur noch, was mit der fehl­ba­ren jour­na­li­stin ge­schieht. Sie ist für ei­ne li­be­ra­le zei­tung wie die NZZ un­trag­bar. Ent­spre­chen­de mass­nah­men müss­ten selbs­ver­ständ­lich sein.«

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  1. Spill­manns Text ist be­denk­lich, wenn er schreibt, dass die Kri­tik an der Öf­fent­lich­ma­chung von Cooks Ho­mo­se­xua­li­tät »von man­geln­der To­le­ranz« zeu­ge. Er über­sieht da­bei, dass Me­dia­li­sie­rung und Ori­en­tie­rung zwei ver­schie­de­nen Din­ge sind. Selbst­ver­ständ­lich ist die Ori­en­tie­rung nicht zu kri­ti­sie­ren. Mei­nes Er­ach­tens soll­te sie gar nicht in­sze­niert wer­den, da sie da­durch im­mer noch et­was Be­son­de­res dar­stellt. Dem gibt Spill­mann üb­ri­gens in­di­rekt Recht, wenn er schreibt, dass Cooks Ou­ting von »Mut»zeuge. Wenn aber in ei­ner li­be­ra­len Ge­sell­schaft Ho­mo­se­xua­li­tät kein Stig­ma mehr dar­stellt, dann kann sie auch nicht von »Mut« zeu­gen. Sie dürf­te dann auch gar nicht Ge­gen­stand ei­ner Be­trach­tung sein, da es ja voll­kom­men un­er­heb­lich ist, wie Cook sein Pri­vat­le­ben ge­stal­tet. Aber Cook hat sich nicht nur »ge­outet«, er hat auch noch von »Stolz« ge­spro­chen. Das ist nun schwer ver­steh­bar, da die se­xu­el­le Ori­en­tie­rung da­mit als ei­ne Art Lei­stung dar­ge­stellt wird. Das hat Hen­kel kri­ti­siert und, wie ich fin­de, durch­aus zu Recht. Den Schluss, den sie dann ge­zo­gen hat (»Macht­miss­brauch«), kann ich wie­der nicht nach­voll­zie­hen. Aber das woll­te sie ver­mut­lich, um ih­rer Kri­tik ei­nen ge­wis­sen Bo­den zu ga­ben. Das ist aber nun wirk­lich blü­hen­der Un­sinn.

    In deut­schen öf­fent­lich-recht­li­chen Me­di­en hat es sich ja längst ein­ge­bür­gert, dass zu al­len mög­li­chen innen‑, au­ßen und so­zi­al­po­li­ti­schen Fra­gen Re­dak­teu­re ih­re »Kom­men­ta­re« (vul­go: Mei­nun­gen) ab­ge­ben. Da wer­den dann ganz schnell die Pro­ble­me der Welt mit wohl­fei­len Rat­schlä­gen ge­löst – na­tür­lich nur un­ter Aus­las­sung al­ler mög­li­chen Kom­ple­xi­tä­ten. In der Re­gel fal­len ei­nem schnell ein oder zwei Ge­gen­ar­gu­men­te so­fort ein, die man dann auch – welch ein Wun­der – spä­ter in ei­ner Art Ge­gen­kom­men­tar ei­nes an­de­res Re­dak­teurs fin­det. Das fin­det man dann ver­mut­lich noch als be­son­ders »aus­ge­wo­gen«.

    Kom­men­ta­re ma­chen m. E. nur Sinn, wenn sie in sich ei­ne gänz­lich neue Sicht der Din­ge an­re­gen. Lei­der sind die­se Tex­te in­zwi­schen nur noch »pro« oder »con­tra« Ster­be­hil­fe, Bo­den­trup­pen, Waf­fen­lie­fe­run­gen oder Bahn­hof. Das ist fast im­mer un­end­lich lang­wei­lig. Der Ge­winn für den Le­ser, Hö­rer, Zu­se­her liegt bei ex­akt null. Aber ir­gend­wo müs­sen die Jour­na­li­sten ja ih­re Exi­stenz­be­rech­ti­gung her­neh­men...

  2. Ja, Hen­kel nimmt die Ru­brik qua­si beim Wort und wird ge­nau da­für ab­ge­straft.

    Ich hät­te das Wort Macht­miss­brauch nicht ver­wen­det, aber im Mei­nungs­text, wenn er noch da­zu als Re­flex ver­stan­den wird, ist das to­le­rier­bar (oder man sagt eben, dass das Un­sinn ist). Was m.E. da­hin­ter steckt, ist die Fra­ge, was in die Kom­pe­tenz des CEO fällt und was Pri­vat­sa­che ist, war­um Din­ge me­dia­li­siert wer­den und in­wie­weit Un­ter­neh­men sich mit ge­sell­schaft­li­chen Fra­gen über­haupt schmücken soll­ten, da das im­mer das Ge­schäft, die Pro­duk­te und das Un­ter­neh­men selbst be­schö­nigt (die Rea­li­tä­ten sind meist kom­ple­xer und we­ni­ger an­hei­melnd). — Dass hier ein Ge­flecht aus Macht, ge­sell­schaft­li­chen The­men, An­se­hen und (un­ter­neh­me­ri­schen) In­ter­es­sen be­steht ist kaum von der Hand zu wei­sen, Ap­ple ist da kein Ein­zel- und Son­der­fall (es ist aber ty­pisch für ei­nen Ka­pi­ta­lis­mus, des­sen Pro­duk­te im­mer mehr als bloß Pro­duk­te sein sol­len). Die Fra­ge in­wie­weit Un­ter­neh­men Trä­ger oder Ver­hand­ler ge­sell­schaft­li­cher Fra­gen sein soll­ten, ist be­rech­tigt, auch hin­sicht­lich de­mo­kra­tie­po­li­ti­scher Fra­gen (Un­ter­neh­men sind Ver­tre­ter von In­ter­es­sen und be­sit­zen kei­ne de­mo­kra­ti­sche Le­gi­ti­ma­ti­on).

  3. Das Pro­blem ist ja, dass Ap­ple ei­gent­lich kei­ne Wer­bung mehr zu schal­ten braucht, da de­ren Neu­pro­dukt­ein­füh­run­gen stets mit me­dia­lem Pomp be­rich­tet wer­den, und das auch noch von öf­fent­lich-recht­li­chen Me­di­en. Der »Macht­miss­brauch« liegt aber viel eher auf sei­ten der Me­di­en.

  4. Wenn man ver­sucht, den gan­zen Vor­gang aus ge­büh­ren­dem Ab­stand zu be­trach­ten, so stellt sich für mich die Fra­ge, wie es kommt, dass ge­ra­de bei den längst ge­ges­se­nen The­men die Hy­ste­ri­sie­rung am zu­ver­läs­sig­sten klappt.
    Zu­nächst: Was den Mut von Mr. Cook an­geht, so wür­de ich den nicht klei­ner re­den, als er ist – sei­ne Äu­ße­rung hat buch­stäb­lich welt­wei­te Be­deu­tung und wie je­der weiß, ist das The­ma Gleich­stel­lung von an­ders ge­pol­ten Men­schen in ei­ni­gen be­völ­ke­rungs­rei­chen Märk­ten von Ap­ple nicht so durch­ge­kaut wie hier­zu­lan­de. In­so­fern ist sein State­ment durch­aus mehr als ei­ne Lap­pa­lie, viel­leicht so­gar ei­ne Äu­ße­rung mit dem Cha­rak­ter ei­ner »Tat«.
    Wenn dann aber Zei­tun­gen in Eu­ro­pa mei­nen, an die­sem State­ment gä­be es ir­gend­et­was zu wür­di­gen oder zu be­wer­ten, dann sind das Zei­chen ei­ner merk­wür­di­gen Hy­ste­ri­sie­rung, wie dann noch mehr die Ent­schul­di­gung, dass die Be­wer­tung mög­li­cher­wei­se bei ein­zel­nen Le­sern Ge­füh­le ver­letzt ha­ben könn­te, statt nur Ge­läch­ter aus­zu­lö­sen. Da wird erst das Er­eig­nis, dann der Kom­men­tar um meh­re­re Le­vel zu wich­tig ge­nom­men.
    War­um ei­gent­lich? Es er­in­nert ei­nen an frü­he­re Emp­find­lich­kei­ten ge­gen­über schmut­zi­gen Wör­tern, die ja nie ech­te Emp­find­lich­keit wa­ren, son­dern nur ein auf­ge­zwun­ge­nes gu­tes Be­neh­men. Die­ses her­kömm­li­che gu­te Be­neh­men ist in­zwi­schen weit­ge­hend ver­schwun­den bzw. es stellt nur noch ei­ne alt­frän­ki­sche Sku­ri­li­tät dar, vul­gär sind wir längst al­le und die ver­ba­le Frei­heit soll le­ben, wie sie mag — au­ßer eben bei den nach­no­mi­nier­ten Hy­ste­rie-The­men wie Schwul­sein, Frau­en­för­de­rung, »Men­schen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund«, Is­lam etc. Die Hy­ste­rie muss nicht völ­lig un­be­grün­det sein, sie ist aber ei­ne Art ver­ord­ne­ter Sen­si­bi­li­tät, so wie man frü­her ge­fäl­ligst sen­si­bel ge­gen­über »Schei­ße« sein soll­te.
    Es fällt nur auf, dass die hy­ste­ri­schen Sprach­zucht­mei­ster ein Stück _hinter_ der all­ge­mei­nen Ent­wick­lung zu­rück sind. Die Ge­sell­schaft ist wei­ter, als die Sprach­peit­schen­schwin­ger mei­nen. Er­in­nert sich noch je­mand an das spek­ta­ku­lä­re Co­m­ing-out von Hitzl­sper­ger? Das galt im­mer als ein un­be­rühr­ba­res The­ma, dass ech­te Pro­fi­fuß­bal­ler schwul sein könn­ten. Und dann ... war nicht viel. Auf­re­gung in der brei­ten Be­völ­ke­rung nicht an­nä­hernd so viel wie in den Krei­sen der Hy­ste­ri­ker.
    So dürf­te es auch hier sein. Das ge­mei­ne Volk regt sich kei­ne Se­kun­de lang auf, gähnt und wen­det sich in­ter­es­san­te­ren The­men zu – die Hy­ste­ri­ker in den Zei­tun­gen er­ör­tern »Macht­miss­brauch«, ent­schul­di­gen sich, ent­schul­di­gen sich für die Ent­schul­di­gung in die­ser Form, ent­schul­di­gen sich, dass es über­haupt zu die­ser Ent­schul­di­gung in die­ser Form kom­men konn­te, wol­len zu­künf­tig be­her­zi­gen, ste­hen dem Ap­ple Chef EMEA ger­ne für ein klä­ren­des Ge­spräch zur Ver­fü­gung, wer­den ins Mi­ni­ste­ri­um für Gleich­stel­lung und Sprach­ver­wal­tung zi­tiert, ge­ben sich neue Leit­li­ni­en, etc.
    P.S. Am mei­sten fällt ja – das ist für uns Li­te­ra­tur­in­ter­es­sier­te in­ter­es­sant – in dem Hel­den­text von Cook die Wen­dung »ich bin stolz« auf. Das ist ei­gent­lich so un­sin­nig wie zu sa­gen, ich bin stolz dar­auf zwei Fü­ße zu ha­ben. Mei­ne Ver­mu­tung ist, dass hier ei­ne un­lös­ba­re sprach­li­che Schwie­rig­keit steckt. Der Ge­dan­ke, der ge­sagt sein soll, lässt sich nur ne­ga­tiv for­mu­lie­ren: »Ich schä­me mich nicht ...« Aber wie so mar­ke­ting­ori­en­tier­te Re­den­tex­ter sind, ra­ten sie na­tür­lich von der ne­ga­ti­ven For­mu­lie­rung ab – »Herr Cook, das müs­sen wir po­si­tiv aus­drücken«. Und dann kau­en Cook und 3 Re­den­schrei­ber im klei­nen Kon­fi am Blei­stift und über­le­gen, mit wel­chem Sprach­de­sign sich das lö­sen lässt. »Ich freue mich ...« wä­re zu­viel. Und so lan­det man bei die­sem auch nicht be­son­ders glück­li­chen »stolz sein«, dass den Vor­teil hat, dass das Wort schä­men nicht ge­äu­ßert wer­den muss. Viel­leicht wä­re ei­ne bes­se­re und we­ni­ger Fra­gen auf­wer­fen­de Lö­sung ge­we­sen: »Ich bin stolz dar­auf, hier und heu­te zu sa­gen, dass ich gay bin.« Das wä­re ei­ne net­te Am­bi­va­lenz.

  5. Dan­ke für den Kom­men­tar. Ei­ne Art neue Höf­lich­keit für die es kein In­ter­es­se und kei­ne Not­wen­dig­keit gibt. Gut mög­lich (das in­ter­es­siert mich auch noch in ei­nem an­de­ren Kon­text, viel­leicht kom­me ich noch dar­auf zu­rück). Es passt recht gut zu mei­nem Re­zep­ti­ons­ver­hal­ten: Auf Cooks Text wur­de ich zu­nächst per Twit­ter hin­ge­wie­sen; ich lies ihn al­ler­dings links lie­gen (ich in­ter­es­sie­re mich we­der für Ap­ple noch für die se­xu­el­le Ori­en­tie­rung an­de­rer Men­schen; ich bin erst über das De­men­ti wie­der dar­auf ge­sto­ßen).

    Der Text ist grund­sätz­lich in Ord­nung und mu­tig; der ge­äu­ßer­te Stolz ist zu kri­ti­sie­ren, der Vor­wurf des Macht­miss­brauchs (von Frau Hen­kel) er­scheint über­zo­gen, al­ler­dings bleibt da et­was, das be­den­kens­wert ist, auch wenn man die­sen Ge­gen­kom­men­tar in der Zeit liest: Für mich stellt sich die Fra­ge, ob es gut sein kann, dass vie­le ge­sell­schaft­lich re­le­van­te The­men der­art stark von nicht de­mo­kra­tisch le­gi­ti­mier­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen for­ciert wer­den (führt das nicht auf Dau­er zu ei­ner Schwä­chung oder Aus­höh­lung der In­sti­tu­tio­nen, die über die­se An­ge­le­gen­hei­ten ent­schei­den soll­ten?). Ich zi­tie­re ei­ne Stel­le aus dem Kom­men­tar aus der Zeit aus­führ­li­cher (Aus­gangs­punkt ist Frau Hen­kels Kom­men­tar):

    »Wer ih­re Zei­len liest, traut sei­nen Au­gen kaum. Man fühlt sich in Zei­ten zu­rück­ver­setzt, in de­nen Wirt­schafts­füh­rer al­lein dem Man­tra folg­ten: »The busi­ness of busi­ness is busi­ness« (Mil­ton Fried­man). Ge­sell­schaft­li­che Ver­or­tung und ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung von Un­ter­neh­men sind in die­sem ver­irr­ten Ma­nage­ment­den­ken voll­kom­men aus­ge­blen­det.

    Ein sol­ches Ver­ständ­nis von Un­ter­neh­mens­welt kön­nen wir nicht wol­len. Über die­sen Geist des so­ge­nann­ten Share­hol­der-Va­lue soll­ten wir mitt­ler­wei­le hin­aus sein.

    Doch nichts da. Ge­nau in die­sem Geist ar­gu­men­tiert Hen­kel, wenn sie sagt, sie re­spek­tie­re Cooks Lei­stung als Ap­ple-Chef, er sei aber kein Po­li­ti­ker oder Bür­ger­recht­ler – und ha­be da­her, so der Sub­text, ge­fäl­ligst zu sei­ner Ho­mo­se­xua­li­tät zu schwei­gen. Die NZZ-Chef­re­dak­ti­on di­stan­zier­te sich zwar mitt­ler­wei­le von Hen­kels Kom­men­tar, doch ih­re Wor­te blei­ben aus­ge­spro­chen und fin­den nicht we­ni­ge An­hän­ger.

    Da­bei ist das Ge­gen­teil ih­rer Auf­fas­sung rich­tig. Ein Un­ter­neh­mens­boss – ob Mit­tel­ständ­ler oder Ap­ple-Chef – ist nicht nur Chef, son­dern Teil der Ge­sell­schaft und in die wirkt er hin­ein. So oder so. Das gilt für ei­nen he­te­ro­se­xu­el­len Dax-Vor­stand, der mit sei­ner Frau zu ei­nem Ga­la­abend geht, eben­so wie für Tim Cook, wenn er über sei­ne Ho­mo­se­xua­li­tät spricht.

    Und bei­de sind in dem, was sie tun, auch im­mer po­li­tisch. Bei­de sind Bür­ger in her­aus­ge­ho­be­ner Stel­lung, die ih­re Rech­te aus­üben und zu­dem Pflich­ten und Ver­ant­wor­tung ha­ben. So ge­se­hen ist Tim Cook selbst­ver­ständ­lich auch po­li­tisch und bür­ger­recht­le­risch un­ter­wegs. Ge­ra­de weil er mit sei­nen Äu­ße­run­gen zu sei­ner Ho­mo­se­xua­li­tät zu ver­ste­hen ge­ge­ben hat, dass das Un­ter­neh­men und er selbst – als Boss und Mensch – Teil der Ge­sell­schaft sind, ist er auch ein gu­ter, wahr­haft en­ga­giert-bür­ger­li­cher Boss.«

    Un­ter­neh­men als po­li­ti­sche Sub­jek­te und Ak­teu­re? Ist das ge­meint? In Zei­ten in de­nen Frei­han­dels­ab­kom­men hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren ver­han­delt wer­den und Un­ter­neh­men Ab­ge­ord­ne­ten Ge­set­zes­vor­schlä­ge un­ter­ju­beln? Un­ter­neh­men ha­ben sich an Ge­set­ze zu hal­ten und die­se um­zu­set­zen und – um beim kon­kre­ten Fall zu blei­ben – da­für zu sor­gen, dass auch ho­mo­se­xu­el­le Mit­ar­bei­ter nicht be­lä­stigt wer­den. Sie tra­gen dar­über hin­aus Ver­ant­wor­tung, agie­ren po­li­tisch, weil sie In­ter­es­sen ha­ben, ja, auch weil sie durch ihr öko­no­mi­sches Han­deln au­to­ma­tisch The­men set­zen, aber ih­nen wird kei­ne po­li­ti­sche Macht zu­ge­spro­chen, die­se geht vom Volk aus, es wäh­len im­mer noch Bür­ger und kei­ne Un­ter­neh­men; und Ge­set­ze wer­den von de­ren Ver­tre­tern in Par­la­men­ten be­schlos­sen. Das wur­de wahr­schein­lich aus ei­nem ein­zi­gen Grund so for­mu­liert: Weil die Sa­che die rich­ti­ge ist. Und wei­ter ge­dacht wird dann nicht mehr (Ethik scheint neu­er­dings zu be­deu­ten, dass die fal­schen Mit­tel für die rich­ti­ge Sa­che er­laubt sind).

  6. War­um in Klam­mern?: « Ethik scheint neu­er­dings zu be­deu­ten, dass die fal­schen Mit­tel für die rich­ti­ge Sa­che er­laubt sind«. Das ist ei­ne kon­zi­se Be­schrei­bung für die ge­sin­nungs­äs­the­ti­schen An­wand­lun­gen der selbst­er­nann­ten Vier­ten Ge­walt.

    Ein ähn­li­ches Bei­spiel: Der deut­sche Bun­des­prä­si­dent Gauck be­zeich­ne­te in ei­nem In­ter­view die Mit­glie­der bzw. Sym­pa­thi­san­ten der NPD als »Spin­ner«. Die­se zog da­mals vor das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, wel­ches ein­deu­tig fest­stell­te, dass die­se Mei­nungs­äu­ße­rung des Bun­des­prä­si­den­ten zu­läs­sig ist. Na­he­zu al­le Par­tei­en und Po­li­ti­ker be­grüß­ten das Ur­teil.

    Seit Sonn­tag weht nun Gauck für ei­ne un­gleich mil­de­re Aus­sa­ge der Wind ins Ge­sicht. In ei­nem In­ter­view hat­te er zu der Mög­lich­keit ei­nes Mi­ni­ster­prä­si­den­ten der Lin­ken in Thü­rin­gen ge­sagt, nein: ge­fragt: »Ist die Par­tei, die da den Mi­ni­ster­prä­si­den­ten stel­len wird, tat­säch­lich schon so weit weg von den Vor­stel­lun­gen, die die SED einst hat­te bei der Un­ter­drückung der Men­schen hier, dass wir ihr voll ver­trau­en kön­nen? Und es gibt Tei­le in die­ser Par­tei, wo ich – wie vie­le an­de­re auch – Pro­ble­me ha­be, die­ses Ver­trau­en zu ent­wickeln. Und wir er­le­ben ge­ra­de in Thü­rin­gen ei­nen hef­ti­gen Mei­nungs­streit: Ja, was ist denn die­se Par­tei nun wirk­lich?«

    Und prompt ge­hen die Rat­schlä­ge aus Po­li­tik und Pu­bli­zi­stik los. Sie zei­hen Gauck fast schon ei­nen Amts­miß­brauch; »Ober­schieds­rich­ter« wür­den nicht be­nö­tigt, so ein be­son­ders ekel­haf­tes Sub­jekt aus der SPD.

    Las­sen wir die fach­li­che Dis­kus­si­on (Lin­ker als MP ja oder nein) mal weg. In der Pu­bli­zi­stik scheint die Ma­xi­me zu herr­schen: Je­der kann ei­ne Mei­nung ha­ben – aber es soll­te schon mei­ne Mei­nung ha­ben. Auf den Ge­dan­ken, dass sich der Re­zi­pi­ent sei­ne Mei­nung, sein ur­teil sel­ber bil­den kann, kommt man kaum noch. Statt­des­sen wird mit pa­ter­na­li­sti­schen Pa­ro­len Stim­mung er­zeugt.

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  9. Ich fin­de die Art der Di­stan­zie­rung das be­fremd­lich­ste. Was hät­te denn da­ge­gen ge­spro­chen, ein­fach ein Re­plik zu ver­öf­fent­li­chen? Dann hät­te man ei­ne in­ter­es­san­te De­bat­te um die Funk­ti­on von Star-Un­ter­neh­mern in der öf­fent­li­chen De­bat­te etc. etc. So sieht das für mich so aus, als wä­re es den NZZ-Obe­ren pein­lich, mit so ei­ner re­ak­tio­nä­ren Schnal­le zu­sam­men ge­se­hen zu wer­den. Aber wir sind doch hier nicht auf dem Schul­hof.

  10. @Gregor
    Die Klam­mern kann man na­tür­lich weg­las­sen (ich hat­te das mehr auf den kon­kre­ten Fall hin for­mu­liert).

    Zwi­schen Gaucks Äu­ße­run­gen ist nicht ein­mal viel Zeit ver­gan­gen ... schö­nes Bei­spiel, dan­ke. Der »Ober­schieds­rich­ter« fügt sich gut in die an­ge­wand­te Tak­tik: Die Me­tho­de ist un­wich­tig, das Ziel al­les; es exi­stiert ei­ne Rei­he von Be­grif­fen und For­mu­lie­run­gen, die man je nach Be­darf ver­wen­den kann: »es macht mich be­trof­fen«, »das er­in­nert an«, »das geht gar nicht«, »... ist un­trag­bar«, usw., Haupt­sa­che man muss ei­nes nicht: Ein Ar­gu­ment for­mu­lie­ren (und vor al­lem: ein Ar­gu­ment macht ver­wund­bar).

    Die Mas­sen­me­di­en (die so­zia­len und di­gi­ta­len be­son­ders) be­loh­nen so ei­ne Stra­te­gie: Die Da­ten­men­ge ist groß, das Zeit­fen­ster klein, die Ver­brei­tung, Ver­viel­fäl­ti­gung und Ver­stär­kung ist pro­blem­los mög­lich: Ein knacki­ger Tweet, ein Mei­nungs­ar­ti­kel, ei­ne rhe­to­risch ge­schick­te For­mu­lie­rung kann so gro­ße Wir­kun­gen er­zie­len: Mei­nungs­ho­heit und ‑kampf sind über die all­ge­gen­wär­ti­gen Quan­ti­fi­zie­run­gen sy­stem­im­ma­nent (oder ‑lo­gisch; aber nicht zwin­gend im stren­gen Sinn).

    @Doktor D
    Mei­ne Hy­po­the­se ist, dass das öko­no­mi­sche Grün­de im wei­te­sten Sinn hat (zu­nächst aber geht es um das An­se­hen des Me­di­ums [das eben öko­no­misch von Be­deu­tung ist]). Ein paar Hin­wei­se las­sen sich leicht fin­den: Der Au­tor des Kom­men­tars in der Zeit, hat un­ter Frau Hen­kels Kom­men­tar auf sei­nen ei­ge­nen ver­wie­sen (und gleich zu ver­ste­hen ge­ge­ben von wel­cher War­te aus er schreibt); jetzt kann man über­le­gen: Was hät­te er ge­schrie­ben, wenn Spill­mann an­ders (oder eben: nicht) re­agiert hät­te? Oder wie wä­re das The­ma dort wei­ter be­han­delt wor­den (in ei­nem mit Smi­ley ver­se­he­nem Kom­men­tar un­ter Spill­manns Face­book-Ein­trag steht man wer­de das Schieß­pul­ver weg­packen)? Das passt zu dem was ich in der Ant­wort an Gre­gor schon ge­schrie­ben ha­be: All die­se Ka­nä­le kön­nen sehr gut für Kam­pa­gnen, Lob­by­ing, u.ä. ver­wen­det wer­den, es geht dann wie­der um Ho­hei­ten, nicht um Über­le­gun­gen und Ar­gu­men­te.

  11. Noch ein Nach­trag: Die­ser Face­book-Kom­men­tar der Hen­kels Text ei­gent­lich wi­der­spre­chen möch­te for­mu­liert und be­stä­tigt ih­re hin­ge­wor­fe­ne The­se des Macht­miss­brauchs (und der Au­tor scheint das nicht ein­mal zu be­mer­ken). — Das ist ver­rückt. Bei­na­he.

  12. Tja, da­mit ha­ben wir ein wei­te­res Bei­spiel für die In­to­le­ranz der To­le­ran­ten, der Li­be­ra­len, oder wie auch im­mer sich die­se Me­di­en­ma­cher-Cli­que apo­stro­phiert. Wer die Keu­len der Mei­nungs­vor­herr­schaft un­sach­ge­mäß ge­braucht, in­dem er et­wa den pri­vat-schwu­len Fir­men­chef Cook schräg von der Sei­te an­geht, der muss sei­nen Hut neh­men. Man soll­te ge­ge­be­nen­falls so­fort sein Abon­ne­ment kün­di­gen. Heuch­ler­ban­de.

  13. Ich glau­be nicht, dass es da ei­nen Zu­sam­men­hang gibt; da geht es wohl um ver­schie­de­ne Ein­schät­zun­gen wo­hin man sich pu­bli­zi­stisch und öko­no­misch ori­en­tie­ren soll (wo­mög­lich ist es aber sym­pto­ma­tisch für man­geln­de Kon­flikt­lö­sungs­kom­pe­tenz).