Bad Motherfucker

steht in gotischen Lettern am Rücken des schwarzen T-Shirts des stämmigen Mannes, in dessen dunklem Vollbart ein paar Silbersträhnen fließen. Soeben hat er eine flinke, fast anmutige Drehbewegung vollzogen und eine herbeigezauberte Banane bis zur Mitte des Schafts in drei Streifen geschält. Ein Ohr beim Blues des Schwergewichtigen – »ein Schrank von einem Mann«, dazu die winzige Gitarre – hebt der Motherfucker sein Kleinkind hoch, welches mit Zuneigung, fast mit Begeisterung »Papa, Papa!« ruft und ruckartig die Bananenkuppe abbeißt, während die leuchtend grünen Blattwedel über ihren – ja, unseren – Köpfen eine zitternde Wölbung in die Luft zeichnen und die beleibte oder schwangere Mutter in eine Gasse abseits aller vorstellbaren Interessen schielt.

© Leopold Federmair

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3 Kommentare zu »Bad Motherfucker«:

  1. die Worte »Bad Motherfucker…« passen irgendwie nicht in einen Deutschen Mund.

    #1

  2. Leopold Federmair sagt:

    Das ist ein Ready-Made, geschrieben und nicht gesprochen (»Mund«). Das T-Shirt kann ja durchaus aus den USA stammen, zum Beispiel.

    #2

  3. Man ahnt ja nicht, mit welchen T-Shirts Menschen zuweilen herumlaufen…

    #3

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