Archiv des Autors: Leopold Federmair

Sackgasse

Sackgasse, in die sich der streunende Dichter verlor und zurückzog, um seine aus Straßenzügen und Baumkronen aufgelesenen Verse aufzuschreiben, mit oder ohne Papier. Später zerbrachen ihm die Verse unter der Hand, wie Windgebäck in einer zu großen Schachtel. Sackgassen, compañero, … Weiterlesen

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Rezension

Dieses dünne Buch mit dem schmucklosen, früher vielleicht lachsrosafarbenen, jetzt nur noch verjährten Einband hat ein halbes Jahrhundert in den schwach belüfteten Tiefen einer Bibliothek auf dich gewartet, in fremder, verständnisloser Umgebung, Tausende Kilometer von seinem Entstehungsort entfernt. Aus der … Weiterlesen

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Auslöschung (3)

< --- Teil 2 3 Ich habe von Kultur gesprochen. Genauer, von kulturellen Produkten als wirtschaftlichem Einsatz, Existenzgrundlage weltweit tätiger Firmen. Deshalb der Eifer und Übereifer, mit dem heute Eigentumsrechte an letztlich immateriellen Dingen wie Filme und Popsongs, Figuren und … Weiterlesen

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Auslöschung (2)

< --- Teil 1 2 Kidzania ist ein vorsintflutlicher Spielkontinent, errichtet und betrieben mit den Mitteln modernster Technik und Kommunikation. Die Kinder gehen dort hin, um spielend zu arbeiten, also die Tätigkeiten der Erwachsenen zu imitieren, darunter solche, für die … Weiterlesen

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Auslöschung (1)

1 Das Prinzip des Mainstreams, der anschwellenden, Zuflüsse sich einverleibenden und immer weiter anschwellenden Ströme, entspricht der viralen Ausbreitung von Inhalten im Internet, ist aber nicht nur dort vorzufinden, sondern auch anderswo, in wirklichen Welten, zum Beispiel hier, in dieser … Weiterlesen

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Wiederspruch

»Inanimate I know I am and I will remain« Lloyd Cole: Period Piece Die Frage ist wie immer, wer spricht. Der Sänger, ja, aber er spricht im Namen der Mauer, von der nichts übrig ist als mineralische, also unbelebte, erfundene, … Weiterlesen

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Die Schachtel

Seit zehn Jahren steht sie unter der Abwasch, hört das Wasser über sich und dem Topf und der Pfanne röcheln und schwappen. Entschlossen umfunktioniert, damals, von einer Frau, die sich als Ordnerin bei Umzügen ein Zubrot zur schmalen Rente verdiente. … Weiterlesen

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Neujahrslied

Die Sonne ist aufgegangen, der Mond steht irgendwo. Die Vögel hocken auf den Schnüren. Asphalt vereist, bevor die Laster kommen. Viel weißer Rauhreif ziert die Felder mit starren Stalaktiten, die in den Himmel reichen, auffliegen werden, denken sie. Abweisend glänzt … Weiterlesen

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