Archiv des Autors: Leopold Federmair

Die letzte Buchbesprechung (und Buchbesprechungsbesprechung) meines Lebens

Inzwischen gelesen (im Shinkansen): Die Kieferninseln. Mit leichter Hand hingeworfener Kaiserschmarren. Vulgo Aufenthaltsstipendiatenprosa. Zum Roman aufgepäppel­ter, für sich genommen bescheidener – eine Zier! – Kurzreisebericht (»mit dem Shinkansen auf Matsuo Bashos Spuren«, oho!). Japanklischees, Oberflächenbild­chen, auch (bewußt?) Falsches. Kühle Ironie … Weiterlesen

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Anmerkungen zur transversalen Ästhetik

1. Bei sporadischen Lektüren von akademischen Aufsätzen zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, besonders zu solcher mit sogenanntem Migrationshintergrund, ist mir aufgefallen, daß in den letzten Jahren die Vorsilbe »trans-« an Häufigkeit gewonnen hat im Verhältnis zur Vorsilbe »inter-», die sie manchmal ersetzt. … Weiterlesen

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Bad Motherfucker

steht in gotischen Lettern am Rücken des schwarzen T-Shirts des stämmigen Mannes, in dessen dunklem Vollbart ein paar Silbersträhnen fließen. Soeben hat er eine flinke, fast anmutige Drehbewegung vollzogen und eine herbeigezauberte Banane bis zur Mitte des Schafts in drei … Weiterlesen

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Zukunft

Der Song von David Bowie, der sich in meinem Kopf drehte, mit Worten in der Art von wir standen vor der Wand und küßten uns, als könnte nichts fallen während die Gewehrkugeln über unseren Köpfen pfiffen aber die Schande (Scham?) … Weiterlesen

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Just for two weeks

Niemand beachtet sie mehr, die Kirschbäume, seit sie ihre Blüten verloren haben. Damals, in der kurzen Blütezeit, waren sie die Stars: in Scharen drängten sich die Leute um ihre Stämme, ließen sich nieder unter der – what you’d say? – … Weiterlesen

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Intertextualität

. . . seht ihr einen von vielen Zuflüssen. Das Rinnsal der Existenz, das Bächlein des Werks wird größer, wird zum Fluß, strömt breit und träge, langsam, stockend, sandig und schlammig (»Sand im Getriebe«), von »Werk« kann nicht mehr die … Weiterlesen

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Sackgasse

Sackgasse, in die sich der streunende Dichter verlor und zurückzog, um seine aus Straßenzügen und Baumkronen aufgelesenen Verse aufzuschreiben, mit oder ohne Papier. Später zerbrachen ihm die Verse unter der Hand, wie Windgebäck in einer zu großen Schachtel. Sackgassen, compañero, … Weiterlesen

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Rezension

Dieses dünne Buch mit dem schmucklosen, früher vielleicht lachsrosafarbenen, jetzt nur noch verjährten Einband hat ein halbes Jahrhundert in den schwach belüfteten Tiefen einer Bibliothek auf dich gewartet, in fremder, verständnisloser Umgebung, Tausende Kilometer von seinem Entstehungsort entfernt. Aus der … Weiterlesen

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